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  1. Inaktiver User

    Jeder seines Glückes Schmied?

    wenn ich diese Reaktion eines fetten Europäers zwischen Esstisch und TV und Toilettengang höre, und dann einen Bericht lese wie diesen, muss ich einfach den Eindruck haben, diese Schmiedeheinis seien irgendwie meschugge.



    Quelle: http://www.charlotte-eichhorn.ch/dok/muetter.html

    Mütter dieser Welt

    Brasilien: Rosemarie ist 36 und hat 5 Kinder. Sie prostituiert sich seit ihrer frühen Jugend. Ihre Kunden sind die Männer der Favela, des schlimmsten Armenviertels der Stadt. Kein Aussenstehender getraut sich dorthin.Die Bewohner überleben mit Drogenhandel, Diebstahl und Prostitution. - und sterben an AIDS. Sie hat trotzt guten Vorsätzen keine Chance aus ihrem Elend auszubrechen; ihren Kindern ist derselbe Weg vorgeschrieben. Die Jüngste wurde von einem Einbrecher beinahe vergewaltigt. Seitdem lebt sie praktisch nur noch auf der Strasse. Ein Sohn ist im Gefängnis. Und auch die 12 jährige Tochter kommt nicht mehr nach Hause. Sie prostituiert sich und lebt in Häusern von Sex-Touristen.

    Marroko: Waise mit 9 Jahren, als "Petite Bonne" in eine reiche Familie verkauft, mit 15 vom Sohn des Hauses vergewaltigt und als Schwangere weggejagt. Eine Totgeburt.. erklärte man ihr im Spital... später erfuhr sie, dass man ihren Jungen, verkauft hatte. Babyhandel ist keine Seltenheit: Um zu verhindern, dass verzweifelte Mütter wie Ouzza, ihre Babies aussetzen oder verkaufen, bietet das Hilfswerk Terre des Hommes einen Tageshort an. So haben die Frauen Zeit, ihr Leben zu reorganisieren, und können gleichzeitig arbeiten.

    Afghanistan: 12 Hebammen der Terre des Hommes betreuen ein Hausbesuch-
    programm in Kabul. Afghanistan hat eine der höchsten Geburten-Sterblichkeitsraten der Welt. Aus Geldmangel, religiöser Scham, oder Unkenntnis gehen die Frauen nicht ins Spital. Die medizinische Versorgung ist rudimentär.Frauen gebären so lange Kinder, bis durch die Geburt einiger Knaben ihr Lebensunterhalt gesichert ist, wie zum Beispiel Samar-Gol. Sie ist 45, erneut schwanger, hat 15 Kinder geboren, vier davon haben nicht überlebt. Ihr Problem: 10 Mädchen und nur einen kleinen Jungen. Vor dem Einmarsch der Taleban waren aber 50% Frauen im öffentlichen Dienst tätig. Sie haben als Lehrerinnen und Sekretärinnen einen Grossteil zum Haushaltsbudget beigetragen.

    Eine Schweizer Araberin http://www.charlotte-eichhorn.ch/bil...l_araberin.jpg

    Serei: Sperrige Weiber; Saïda Keller-Messahli

    Im Alter von sieben Jahren wurde sie von der Hilfsorganisation Terre des Hommes in die Schweiz gebracht. Doch die Ehe der Schweizer Pflegeeltern wurde bereits nach wenigen Jahren geschieden.

    Die zwölfjährige Saïda wurde von heute auf morgen in eine muslimische Gesellschaft nach Tunis zurückgeführt. Mit 22 Jahren floh sie nach Zürich, um zu studieren. Im Film spricht sie über ihr Verhältnis zur Schweiz und zum Islam sowie über ihren Kampf für die politischen Rechte der Palästinenser.


    Massai http://www.charlotte-eichhorn.ch/bil...n/l_massai.jpg

    Das Volk der Massai gibt es seit Abertausenden von Jahren. Von Kenia herkommend zogen die Nomaden am Kilimandscharo vorbei in den Süden nach Tansania, immer auf der Suche nach Weideland. Sie galten als furchtlose Krieger und früher pendelten sie ohne Schwierigkeiten über Grenzen hinweg. Massai hatten auch den Ruf, dass keine Kuhherde vor ihnen sicher sei.

    In der heutigen tansanianischen Gesellschaft gelten die Massai als Wilde. Sie halten als einziger Stamm immer noch an ihren traditionellen Werten fest. Sie leben abseits der grossen Städte und Dörfer clanweise im Busch. Dank dem noch unterentwickelten Tourismus in Tansania gibt es fast keine Massai, die aus ihrer angestammtem Umfeld ausscheren. Sie leben von und mit ihren Kühen.



    Kulturschock http://www.charlotte-eichhorn.ch/bil...lturschock.jpg

    10 Jahre kulturelle Freiheit in St. Petersburg

    10 Jahre nach der Auflösung der kommunistischen Parteidiktatur, des Meinungsmonopols, der Wandlung in ein pluralistisches System, kann man anhand einiger Künstlern im Kulturbereich in St. Petersburg nachvollziehen, inwieweit sich die Neustrukturierung der Gesellschaft fortbewegt hat.

    In der mystisch kulturellen Tradition der Stadt, die weit in die Zarenzeit zurück geht, sind nach wie vor nicht nur im politischen Bereich konformistische und nonkonformistische Strömungen auszumachen, sondern auch in der Kultur.

    Die Grenzgängerin http://www.charlotte-eichhorn.ch/bil...in/l_grenz.jpg

    1968 träumten viele linke Intellektuelle und Künstler von einer neuen sozialen Weltordnung, aber wenige unternahmen konkrete Schritte bei der Umsetzung derselben mitzuhelfen. In die damaligen DDR auszuwandern, brauchte viel Mut und Glauben an dieses Experiment.

    Verena Zimmermann und ihr Mann, beides Schweizerbürger, haben es gewagt. Sie lebten 23 Jahre dort.

    Die Schauspielerin konnte, nebst Gastspielen in Berlin, Rollen für TV und Radio, jeweils ein festes Engagement an einem 3 Sparten -Theater in der Provinz bekommen, immer am selben Theater wie ihr als Regisseur arbeitenden Mann.

    Verena und ihre Familie konnten als Ausländer der Partei nicht beitreten, waren aber Mitglieder der PDA, Schweiz Sektion DDR. Sie engagierte sich sehr für die Gewerkschaft. Allerdings waren sie als Ausländer privilegiert, konnten sie doch einen Teil ihres Lohnes in Westmark umtauschen und ab und zu ferienhalber in die Schweiz fahren.

    Während viele DDR Bürger nach der Wende vorerst einmal ihre Freiheit genossen und dem Konsum verfielen, versuchte die Gewerkschafterin Verena von den sozialen Errungenschaften der DDR für die Theaterschaffenden hinüberzuretten, was noch zu retten war, - mit wenig Erfolg.

    Sie lebt heute wieder in der Schweiz und spielt in Film- und TV Produktionen, auch in der BRD.

    Alles Filme von Charlotte Eichhorn und Ellen Steiner









    nein, ich kenne die Damen nicht und habe auch kein Abkommen für sie zu werben, weiß nicht einmal ob die Geschichten gut erzählt sind oder nicht, aber ich gehe davon aus, dass sie nicht frei erfunden sind.
    Selber kenne ich auch Schicksale einiger Menschen, von denen ich weiß, dass sie sich alle erdenkliche Mühe gegeben haben und es doch zu nichts brachten und resigniert sind.

    In diesem Rahmen zu sagen, jeder sei seines Glückes Schmied, setzt unbedingt voraus, dass man vor der Zeugung und Geburt bereits einmal was verbrochen haben muss, insofern ist die Reinkarnation in diesem Bereich einfach unabdingbar.

    Bewiesen ist dennoch nichts, bloß auf theoretischer Ebene halt die einzige Möglichkeit, neben der Ansicht, Mensch wäre ein Spielball der sich an seinen Freuden und Leiden verlustigenden Göttern.

  2. User Info Menu

    AW: Jeder seines Glückes Schmied?

    Hallo,

    mir kommt es so vor, als deutest Du diesen Spruch im Hinblick auf die geschilderten Umstände folgendermaßen: Man kann das von höheren Mächten vorgesehene Leid nicht abwenden.

    Dies ist aber in meinen Augen aber nur eine punktuelle Betrachtung. Gewiss, die geschilderten Schicksale sind hart und ich möchte nicht mit den Personen tauschen. Andererseits ist Glück möglicherweise gleichbedeutend mit finanzieller Sorglosigkeit, man sollte es aber nicht mit Reichtum verwechseln.

    Außerdem leben wir zwar in einem (relativ) durchlässigen System. Ob jemand (wirtschaftlich) erfolgreich ist, hängt nicht nur davon ab, ob er mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, sondern auch davon, wie er welche Beziehungen hatte und zu nutzen wusste.

    Zum Schluss noch ein weiterer Aspekt. Die Geschichte habe ich sinngemäß mal wo gelesen. Ein armer Schlucker betet jeden Freitag Abend: "Lieber Gott, bitte bescher mir einen Sechser im Lotto..." Jahrein, jahraus. Nach fünfundzwanzig Jahren tut er das immer noch. Plötzlich hört er eine donnernde Stimme, Gott spricht zu ihm: "Gib mir wenigstens eine Chance und füll endlich einen Lottoschein aus!"

    Man hat immer die Wahl, sich gegen widrige Umstände aufzulehnen oder sich ihnen zu ergeben. Ich glaube, das ist mit diesem Spruch gemeint.

    H.

  3. Inaktiver User

    AW: Jeder seines Glückes Schmied?

    Eyrri, Du hast das Baby vergessen, das gestern mit 1.2 Promille zur Welt kam.

    Brava

    Manchmal wär`s mit wirklich lieber, wenn ich nicht alles wüsste

  4. Inaktiver User

    AW: Jeder seines Glückes Schmied?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Eyrri, Du hast das Baby vergessen, das gestern mit 1.2 Promille zur Welt kam.

    Brava

    Manchmal wär`s mit wirklich lieber, wenn ich nicht alles wüsste

    Stimmt, wie konnte mir das nur passieren Tschuldigung

  5. Inaktiver User

    AW: Jeder seines Schicksals Schmied?

    Nein, Hedwiga, ich denke keineswegs, dass Glück mit Wohlstand gleichzusetzen wäre.
    Es ist mir durchaus vertraut, dass fast alle, welche sich eine Psychotherapie leisten weil sie unglücklich sind, keinen materiellen Mangel leiden und ich kenne die lachenden Kindergesichter aus den diversen Reportagen über Kinder dieser Welt, welche es doch im größten Elend immer wieder schaffen, mindestens für Momente fröhlich und glücklich zu sein.

    Allerdings ist dieser Satz: "Jeder seines Glückes Schmied" auch schon verwendet worden mit "Schicksal" anstatt "Glück", und jetzt steht es hier auch so im Titel.

    Es mutet einfach irgendwie als blanker Hohn an, wenn "mit vollen Hosen ist gut Stinken" begüterte Menschen so ihre Knausrigkeit so legitimieren wollen.
    Ich weiß, Bill Gates hat auch schon Terre des Hommes eine Spende gemacht, hoffentlich war sie etwas größer als die Miete für seinen Yachtanlegeplatz im Mittelmeer, deretwegen er nun Italien großräumig umfahren soll.

  6. User Info Menu

    AW: Jeder seines Schicksals Schmied?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es ist mir durchaus vertraut, dass fast alle, welche sich eine Psychotherapie leisten weil sie unglücklich sind, keinen materiellen Mangel leiden ...
    Und viele sind ungluecklich und koennten sich eine Psychotherapie leisten, tuns aber nicht.

    Der Spruch "Jeder ist seines Gueckes Schmied" macht fuer mich, wenn ueberhaupt, nur dann Sinn, wenn man ihn auf Menschen in vergleichbaren Umstaenden anwendet.

  7. Inaktiver User

    AW: Jeder seines Schicksals Schmied?

    @Sisyphos: THANX

  8. User Info Menu

    AW: Jeder seines Glückes Schmied?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Jeder seines Glückes Schmied?

    ...muss ich einfach den Eindruck haben, diese Schmiedeheinis seien irgendwie meschugge.diese Schmiedeheinis seien irgendwie meschugge.
    Und dennoch stimmt es.
    Ein Mensch, der es schafft, mit dem was er hat zufrieden zu sein, der ist glücklich.
    Und sei das, was er hat, auch eine Krankheit, ein Gebrechen, eine verletzte Liebschaft, ein winziges Apartment oder nur ein Rucksack.

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