Zitat von maxima8
Das ist das erste Mal, dass ich dir ohne Vorbehalte zustimme.
Dieses Posting könnte von mir sein.
Es geschehen eben doch noch "Zeichen und Wunder"
(man beachte bitte den Zwinkersmilie)
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Ergebnis 21 bis 30 von 62
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04.07.2007, 12:08Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
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04.07.2007, 12:46Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
Ich wehre mich ebenfalls dagegen, den Sinn von Begriffen zu "vergewaltigen", in dem sie unreflektiert auf alles Mögliche angewendet werden. Im Falle des Wortes Vergewaltigung wird nämlich das, was damit eigentlich bezeichnet wird - nämlich ein gegen den Willen des Opfers erzwungener gewaltsamer Geschlechtsverkehr samt den damit verbundenen körperlichen und seelischen Verletzungen - verharmlost.
Die Kindstaufe ist keine Vergewaltigung und kann niemals damit vergleichen werden. Die Genitalverstümmelung von Mädchen (ich weigere mich, das Wort "Beschneidung" zu verwenden, denn das ist ebenfalls fehl am Platze da beschönigend) hingegen sehr wohl.
[Klammerbemerkung: die Tatsache, dass Genitalverstümmelung in einigen islamischen Ländern praktiziert wird, heisst nicht, dass diese Praktik mit dem Islam etwas zu tun hätte. Hat sie nicht. Sie wird in diesen Ländern auch von der nicht-islamischen Bevölkerung praktiziert. Und in vielen anderen islamischen Ländern kommt sich gar nicht vor. Die Genitalverstümmelung ist eine ausserislamische Praktik, die bereits vor der Islamisierung der betroffenen Regionen existierte und auf andere Traditionen zurückgeht.]
Die Grundfrage ist, ob die Freiheiten (und die seelische Integrität) von Kindern verletzt werden, wenn sie getauft und somit in eine bestimmte Konfession aufgenommen werden, ohne dass sie sich dazu hätten äussern können. Die Frage ist, ob Eltern ihre Kinder in eine bestimmte Richtung zwingen, wenn sie ihnen in der Erziehung religiöse Inhalte vermitteln (und zum Beispiel mit Schutzengeln argumentieren).
Kommt drauf an. Man kann Kinder innerhalb einer Religion aufwachsen lassen und erziehen und ihnen trotzdem ein liberales, freies Denken beibringen, so dass sie sich irgendwann selber entscheiden können. Ich bin sogar der Ansicht: um sich in Freiheit gegen etwas entscheiden zu können, muss man dasjenige, gegen das man sich entscheiden will, kennen. In diesem Sinne tun Eltern, die ihre Kinder völlig areligiös erziehen, ihnen keinen Dienst. Denn auch das ist eine Wahl, die die Eltern für ihre Kinder treffen, ohne sie zu fragen - und die Kinder können sich später nicht in Freiheit für oder gegen die Religion entscheiden, weil sie sie gar nicht kennen.
Es gibt allerdings Fälle, in denen man vielleicht von seelischer Vergewaltigung der Kinder reden könnte. Dann nämlich, wenn die Kinder in einem sektiererischen, das freie Denken beeinträchtigenden oder gar verbietenden Umfeld aufwachsen, das die Eltern für sie wählen, und die davon traumatisiert werden.
Das hat aber nichts mit Konfession/Religion an sich zu tun. Sondern mit extremistischer Ausprägung einer Religion/Konfession. Und kann auch ausserhalb von Religionen/Konfessionen auftreten.
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04.07.2007, 13:00Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
Genau so habe ich es auch gemeint!
Zitat von Inaktiver User
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04.07.2007, 15:01Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
OK
Wählen kann das Kind aber erst, wenn es innerhalb des Denksystems in das es geboren ist Denken gelernt hat.
Sofern Denken da gelehrt wird, was aber zumeist erst nach dem Gehorsam kommt.
Also: Erst gehorchen, dann selber denken.
Das ist nicht ein Fehler der einzelnen Religionen, sondern das geht überhaupt gar nicht anders, in keiner Art von Bewusstseinsbildung, dass man erst lernen muss, wie man beurteilen (≈denken) soll und erst danach denken darf, bzw. überhaupt kann.
Von ganz wenigen Naturtalenten abgesehen, welche mit wenigen Jahren Virtuosen sind, kann das anhand jeder Fertigkeit beobachtet werden.
Dass der Eingangspost etwas provokativ war ist eigentlich nur eine publizistische Strategie, nicht meine Meinung.
Wahrscheinlich ist ein Kind, das auf alle brennenden Fragen die Antwort bekommt: "Das musst Du selbst entscheiden" nicht gerade glücklich und entscheidungsfreudig im späteren Leben, ja nachdem entscheidet es entweder völlig mutwillig oder gar nicht und wartet, dass sich die Dinge selbst "entscheiden".
Am Ende bleibt: Die Religionszugehörigkeit ist in den meisten Fällen eine Erbschaftsangelegenheit und man muss etwas ändern, um daran etwas zu ändern, es reicht nicht aus, einfach was anderes zu glauben.
Änderungen sind aber nur dann erwünscht, wenn wirklich etwas brennt, so ganz aus Langeweile ändert keiner seinen Pass und lässt darin die Konfession streichen
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04.07.2007, 15:09Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
wieso? man kann doch in einem christlich orientierten evangelischen Elternhaus aufwachsen, wie ich zum Beispiel und dennoch bereits in frühen Grundschuljahren für sich klar zu werden, dass einem Gott nichts bedeutet, man eben nicht glaubt. Und das hat sich nie geändert. Übrigens zum großen Leidwesen meiner Mutter.Am Ende bleibt: Die Religionszugehörigkeit ist in den meisten Fällen eine Erbschaftsangelegenheit und man muss etwas ändern, um daran etwas zu ändern, es reicht nicht aus, einfach was anderes zu glauben.
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04.07.2007, 17:12Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
Ich glaube nicht, dass Trost eines Gottes mehr bedarf als eines starken Arms der liebevoll streichelt und umfasst.
Zitat von Opelius
Die Theorie dazu ist beliebig, aber nicht ohne Folgen
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05.07.2007, 08:59
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
Was machst Du mit einem fünfjährigen Kind, dessen Mutter gerade gestorben ist und das fragt, was nun mit der Mutter passiert?
Erklärst Du ihm, wissenschaftlich genau, dass jetzt die Existenz der Mutter aufgehört hat, das ihr Verstand das Denken eingestellt hat, ihre Seele ohnehin nie existierte und ihr Körper, wenn er jetzt in einer Holzkiste in der Erde versenkt wird, verrottet und als Nahrung für die Würmer dient. Lässt Du vielleicht, als Experiment, damit es anschaulicher wird, ein Stück Fleisch verrotten, damit das Kind sich das bildlicher vostellen kann?
Oder wählst Du die traumatisierende Variante, erzählst dem Kind, das die Mutti jetzt oben im Himmel bei den Engeln ist, ein schönes Leben dortoben hat und von dort auf das Kind aufpasst und immer bei ihm ist, wenn es Sorgen oder Probleme hat?
Manchmal machen religiöse Vorstellungen das Leben halt einfacher und erträglicher.
Wer Ironie findet, darf sie behalten
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05.07.2007, 09:10Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
Verlorene Liebesmüh, da will nur jemand mit Gewalt seine Überzeugung postulieren, dass Eltern, die ihre Kinder taufen lassen, diese religiös vergewaltigen.
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05.07.2007, 09:16Inaktiver User
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
So ist es!
Zitat von Inaktiver User
Dabei kann so einen "besonderen" Gedankengang doch wohl kaum jemand nachvollziehen!
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05.07.2007, 09:37
AW: Konfession = Vergewaltigung des Kindes
Religiöse Erziehung kann sich verheerend auf die psychische Gesundheit von Kindern und jungen Menschen auswirken. Sie kann zur Ausbildung von Ängsten führen, von Angst vor göttlichen Strafen, oder zu einer unverhältnismäßigen Angst vor dem kleinsten Versagen. Religiöse Erziehung kann zu Minderwertigkeitsgefühlen führen und zu Schuldgefühlen, die teilweise völlig unbegründet sind, teilweise in keinem Verhältnis zum Anlass stehen. Viel Schaden entsteht durch religiöse Verbote im Bereich der Sexualität, wie z. B. ein Verbot der Masturbation.
Religiös bedingte Schäden an der psychischen Gesundheit können Schäden an der körperlichen Gesundheit nach sich ziehen. Kinder und junge Menschen brauchen Schutz vor psychischen und und psychosomatischen Schäden, bei religiösen Ursachen ebenso wie bei weltlichen Ursachen.
Doch obwohl moderne Gesellschaften im Allgemeinen über ein Instrumentarium verfügen, um Kinder nach Möglichkeit davor zu schützen, durch verfehlte Erziehungsmaßnahmen ihrer Eltern zu Schaden zu kommen, werden schädliche Praktiken der religiösen Erziehung zumeist in Folge eines verfehlten Verständnisses von Religionsfreiheit toleriert. Selbst vor einer konsequenten Anwendung gesetzlicher Ge- und Verbote schreckt man zurück, soweit religiös motivierte Praktiken betroffen sind.
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