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    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    So, jetzt hab ich ein wenig Zeit:
    Versuche mal auf alles nach und nach einzugehen, ich hoffe es wird euch nicht zuviel zu lesen, aber ich interessiere mich sehr für eure Antworten und möchte gerne Stellung dazu nehmen.

    @Lisa_S, schön, wenn man von sich sagen kann, dass man vorbehaltlos glaubt. Aber schiebst du damit nicht ein großes Stück Verantwortung von dir weg. Genau wie die Menschen die behaupten, alles wäre vorbestimmt und sich aufgrund dieser vermeintlichen Tatsache um nichts mehr zu kümmern brauchen, da sie eh nichts an ihrem Schicksal ändern können.
    Die Bibel enthält einige interessante Gleichnisse und Erzählungen und zeigt uns deutlich, wie die Menschen (zur Zeit der jeweiligen Niederschrift) gedacht haben. Wobei wohl leider viel falsch übersetzt, fehlinterpretiert oder schlicht absichtlich verfälscht wurde.
    Wieso ist es für dich sinnlos sich Gedanken über die Entstehung der Erde zu machen?
    Wir sind hier, und das ist schön.
    Dann dürften wir uns überhaupt keine Gedanken über irgend etwas machen. „Es ist wie es ist, ob gut oder schlecht...“

    @3146 und Sohnemann, vielen Dank für die ausführlichen Antworten. :-)

    @Chaoshexe, das ist es doch, was ich meinte, du gibst den Kind nur einen anderen Namen, aber für mich läuft es auf das gleiche hinaus.

    @Palette, du antwortest, als ob ich nach dem Glauben an ein Leben nach dem Tod der kath. Kirche gefragt hätte. Aber soweit war ich in meiner Fragestellung noch gar nicht fortgeschritten.
    Im Gegensatz zu dir finde ich die Vorstellung, dass meine Seele mit meinem Tod verschwindet / stirbt, eher schrecklich.
    Ich finde den (nicht so christlichen) Gedanken schön, dass die Seele so lange wieder geboren wird, bis die frei ist von bösen oder schlechten Gedanken.
    Man kann auch ohne Glauben richtig handeln und umgekehrt mit Glauben falsch – und zwar gründlich.
    Das unterschreibe ich dir!!!

    @Ricarda44, ich denke , dass wenn die Welt so wäre wie du sie beschrieben hast, dann „bräuchten“ wir keinen Glauben.
    Meiner Meinung nach wird der Glaube der Menschen aus Angst geboren. Menschen brauchen einen Halt in ihrem Leben, besonders in sehr schweren Zeiten wie Krieg, Hunger, Armut, Krankheit.
    Die Probleme der Erde sind größten Teils „Hausgemacht“, da die Menschen keine Verantwortung füreinander übernehmen und ihre eigenen Bedürfnisse über die der anderen stellen. Das fängt schon in der frühen Menschheitsgeschichte an, als die Stärkeren den Schwächeren die Nahrung weg nahmen um selbst satt zu werden.
    Wer glaubt, ein Christ zu sein, nur weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird schließlich auch kein Auto, wenn man in der Garage steht.
    Das gefällt mir!!!

    Werte sind vielleicht relativ, aber ein gebildeter und aufgeklärter Mensch sollte doch unterscheiden können, was richtig und was falsch ist. Wenn ich keinem Menschen, und keinem Tier durch meine Handlung und deren evtl. Konsequenz schaden zufüge, dann kann ich doch schon nicht so viel falsch machen.

    Aber das die Menschen von Grund auf gut sind, ich bin mir nicht sicher. Menschen sind egoistisch und herrschsüchtig und irgendwann kann dieses Verhalten bei jedem zu Tage treten.

    @Opelius, aber Kinder die im gleichen Elternhaus unter gleichen Bedingungen aufwachsen, können dennoch sehr unterschiedlich von ihren Verhaltensmustern her sein. Es liegt also zum Teil auch an der Veranlagung.

    @AnnaM; Es gibt auch schon Kleinkinder die Spaß daran haben, andere Kinder zu quälen!?

    @Lavendelmond; Für mich ist das keine „richtige“ Abhängigkeit.

    @Ricarda44, ich bin deiner Meinung, der Mensch sollte mehr Verantwortung für die Natur übernehmen und ist absolut selbst für deren Zerstörung verantwortlich. Und wenn jemand sagt, dass er an Gott glaubt, und Gott wohl alles so gewollt hat, dann drückt sich derjenige vor der Verantwortung und macht es sich ganz schön leicht.
    Die Bibel wurde von Menschen geschrieben, was darin steht würde ich mal nicht überbewerten.
    Und gerade dass es so viele Religionen gibt, bei denen alle irgendwie an ein höheres Wesen glauben, ist für mich ein Zeichen dafür, dass es da etwas geben kann/muss.
    Die religiösen Kriege werden auch von Menschen geführt. Fanatiker manipulieren Unwissende und spielen Machtspielchen. Das hat mit Gott nichts zu tun.

    @Majolikas, ich bin nicht deiner Meinung. Die Wissenschaft ist der Wahrheit verpflichtet und sucht Antworten. Wenn es keinen Gott gibt, dann haben wir es doch nur noch schwerer, da wir für alles selbst die Verantwortung tragen. Und Rechenschaft bin ich immer auch mir selbst schuldig, ob ich an Gott glaube oder nicht.

    @Opelius,
    In jedem von uns ist beides vorhanden, das Gute und das Böse....
    Ich stimme dir zu!!!

    Sorry für das lange Posting, später mehr...
    Geändert von elag (20.06.2007 um 13:56 Uhr)
    35 Jahre, glücklich verheiratet ,
    spontan schwanger im 46 ÜZ SSW 23

    Wann, wenn nicht endlich jetzt! [Albert Einstein]

  2. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    elag, du machst dir aber wirklich gründlich Gedanken.

    Ich denke gerade, dass es wohl auch davon abhängt, was man so erlebt (hat), ob man ein ewiges Leben eher erstrebenswert oder beängstigend findet. Der Tod ist ja nicht nur etwas Trauriges, sondern wird oft auch als eine Erlösung empfunden. Es gibt so viel Unglück, für den man niemanden zur Rechenschaft ziehen kann, außer man ist wirklich böswillig. Die einzige "Schuld" die die Betroffenen dann haben, ist die, eben vorhanden zu sein oder an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt zu sein. Auch lange vor dem Klimawandel hat es Naturkatastrophen gegeben. Und viele Krankheiten und Gebrechen sind genetisch bedingt und unabänderlich. Strafe Gottes?

    Kann es das jemals geben, "keine schlechten oder bösen Gedanken"? Ich glaube nicht. Und ich finde auch gar nicht mal, das schlechte oder böse Gedanken das Schlimmste ist. Kunst und Literatur sind doch voll von Beispielen dafür, dass es offenbar ein Bedürfnis ist, auch einmal die dunkle Seite der Seele zu durchleben. Und sei es, indem man einen blutrünstigen Krimi liest. Tiere sind so gesehen ja auch "blutrünstig", und etwas vom Tier ist in uns natürlich auch! Ich finde es besser, das zu akzeptieren. Aus schlechten Gedanken muss keine schlechte Tat folgen.

    Ich musste schon im 2. Schuljahr zur Beichte gehen und las im "Bußgeldkatalog" von "Sünden in Gedanken, Worten und Werken". Wenn man sich schon nicht mehr traut, etwas zu denken, weil es ja Sünde sein könnte - muss man da nicht neurotisch werden?

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    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    @Palette, ich sehe die Naturkatastrophen etc. auch nicht als Strafe Gottes. Ich fänd es ziemlich ungerecht, wenn sich ein Wesen anmaßen könnte/würde in dieser Form über andere zu richten und dann auch noch "Unschuldige" mit einzubeziehen.

    Ich habe nicht gemein, dass man sich nicht traut etwas schlechtes zu denken. Seine Gedanken kann man nicht unterdrücken. Die Gefühle die man hat sind einfach da. Ich meinte, dass die Seele irgendwann soweit ist, dass eben keine negativen Gefühle wie neid, Missgunst etc. vorhanden sind.
    Schwierig zu erklären.
    35 Jahre, glücklich verheiratet ,
    spontan schwanger im 46 ÜZ SSW 23

    Wann, wenn nicht endlich jetzt! [Albert Einstein]

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    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn man sich schon nicht mehr traut, etwas zu denken, weil es ja Sünde sein könnte - muss man da nicht neurotisch werden?
    Na sicher, frag mal einen Psychiater nach "ekklesiogenen Neurosen".

    Ein altes Rezept: man jagt den Menschen Schuldgefühle ein, damit man sie besser kontrollieren und beherrschen kann.

  5. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Zitat Zitat von elag
    @Palette, ich sehe die Naturkatastrophen etc. auch nicht als Strafe Gottes. Ich fänd es ziemlich ungerecht, wenn sich ein Wesen anmaßen könnte/würde in dieser Form über andere zu richten und dann auch noch "Unschuldige" mit einzubeziehen.

    Ich habe nicht gemein, dass man sich nicht traut etwas schlechtes zu denken. Seine Gedanken kann man nicht unterdrücken. Die Gefühle die man hat sind einfach da. Ich meinte, dass die Seele irgendwann soweit ist, dass eben keine negativen Gefühle wie neid, Missgunst etc. vorhanden sind.
    Schwierig zu erklären.
    Wenn aber dabei die Überzeugung, die Wahrheit zu kennen bleibt, und der Auftrag, diese Wahrheit weltbekannt zu machen ebenso bleibt, wird auch aus einem Fanatiker ohne jeden Neid, ohne jede Missgunst, ohne Eifersucht und ohne Eile ein vielleicht unmenschlich harter Rechthaber mit Missionstendenz, den nur die Gleichdenkenden als angenehm empfinden können.

  6. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn aber dabei die Überzeugung, die Wahrheit zu kennen bleibt, und der Auftrag, diese Wahrheit weltbekannt zu machen ebenso bleibt, wird auch aus einem Fanatiker ohne jeden Neid, ohne jede Missgunst, ohne Eifersucht und ohne Eile ein vielleicht unmenschlich harter Rechthaber mit Missionstendenz, den nur die Gleichdenkenden als angenehm empfinden können.
    puh, was für ein Satz ... zuviel Proust gelesen?

    Es ist aber auch das, was ich irgendwo vorn schrub: Es kann durchaus sein, dass man etwas für richtig und gut hält, was es für andere nicht ist, oder vielleicht in 50 Jahren für den überwiegenden Teil der Menschheit nicht mehr ist. Beispiel: "Wer sein Kind liebt, der züchtigt es". Deshalb ist es so ein frommer Wunsch, die "schlechten Gedanken" loszuwerden.

    Neid ist ja auch nicht immer schlecht. Die Sklaven neideten ihren Besitzern ihre Freiheit. Wenn sie das nicht getan hätten, sondern nur Gutes über die gedacht hätten - hätten sie sich dann befreien können?

  7. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    puh, was für ein Satz ... zuviel Proust gelesen?

    Es ist aber auch das, was ich irgendwo vorn schrub: Es kann durchaus sein, dass man etwas für richtig und gut hält, was es für andere nicht ist, oder vielleicht in 50 Jahren für den überwiegenden Teil der Menschheit nicht mehr ist. Beispiel: "Wer sein Kind liebt, der züchtigt es". Deshalb ist es so ein frommer Wunsch, die "schlechten Gedanken" loszuwerden.

    Neid ist ja auch nicht immer schlecht. Die Sklaven neideten ihren Besitzern ihre Freiheit. Wenn sie das nicht getan hätten, sondern nur Gutes über die gedacht hätten - hätten sie sich dann befreien können?
    Hoppsla!
    Die Sklavenbefreiung hat ein Fehldenken nicht aus der Welt schaffen können, dass es nämlich Menschen gäbe, welche von Geburt besser als andere wären, im Sinne der Kasten, welche ja heut noch eine Rolle spielen.

    Ich denke nicht, dass es Neid war.
    Leider bin ich nicht sonderlich bewandert in der Geschichte der Sklavenbefreiung, Diesen Monumentalfilm "Spartakus" hatte ich mal gesehen und da schien es nicht, als wäre der Wunsch zur Revolution von den armen Sklaven aus in einen Krieg ausgeartet.

    In Südafrika und Amerika ging es so weit ich weiß ohne einen wirklichen Befreiungskrieg ab und die Frauen haben sich auch ohne Krieg befreien können, wenn man das männliche Denken über den Besitz von Partnerinnen und über deren Pflichten als Sklaverei ansehen will.
    Eine durchaus nicht neue Variante der Betrachtung der Geschlechterrollen.

    Ich kann Neid wirklich nur als negative Ausprägung des Stolzes ansehen, denn Stolz empfinde ich persönlich als verwandt zum Neid, vielleicht ist das nicht konventionell, ich mag jetzt nicht nachschlagen.

    Und was die antiautoritäre Erziehung anbetrifft, kann man auch nicht sagen, dass sie wirklich ein Erfolg gewesen wäre.
    Massregelungen müssen schon sein, ein Erziehender muss dem zu Erziehenden Grenzen setzen und ihn unterstützen, Lob und Tadel stehen statt Züchtigung mit Hieben und Prügeln, insofern ist unsere Kultur weiter gekommen, aber die Strafen heutiger Eltern können immer noch tödlich sein für ein Kind.
    Fallbeispiele dazu gibt es genug.

    Nur hat das alles relativ wenig Abhängigkeit davon, ob jemand an Gott glaube oder ob der das nicht tue.
    Auch wenn fast jede Religion sich über Erziehung äußert, auch der Nihilist wird ein Kind, welches er gern hat, nicht sich in eine Richtung nach Brutalität und Durchsetzung mit Gewalt entwickeln lassen, sondern ihm zeigen, wo die Grenzen liegen.

    Nihilismus ist ja auch eine Religion, allerdings ist mir keine Schrift bekannt, welche Nihilisten dasselbe bedeutet wie der Talud den Juden oder die Bhagavad Gita den Indern oder auch der Koran den Muslim.
    Nihilistische Schriften gibt es sicher mit ähnlichem Aufforderungscharakter. Ist vielleicht die Maobibel so was oder das kommunistische Manifest?
    Was steht denn da über Erziehung?

  8. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Es ging mir nicht darum, ob und wie man Kinder maßregeln sollte, sondern dass sich die Vorstellungen von dem, was "human" ist, ändert. Zum Beispiel bei uns dahingehend, dass es verboten ist, Kinder zu schlagen. Früher gab es zum Beispiel auch keine Vergewaltigung in der Ehe. Sowas.

    Mit Sklavenbefreiung kenne ich mich auch nicht so aus, ich wollte damit sagen: Auch "schlechte" Gefühle können humane Fortschritte bewirken. Zum Beispiel eben, wenn Unterdrückte einfach wütend auf die Unterdrückung werden.

    Und Ausgangspunkt war der geäußerte Wunsch, die schlechten Gedanken "loszuwerden". Das ist, wie ich meine, sehr relativ.

  9. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    .....Und Ausgangspunkt war der geäußerte Wunsch, die schlechten Gedanken "loszuwerden". Das ist, wie ich meine, sehr relativ.

    Ja, dieses Bestreben ist nicht sehr Erfolg versprechend.
    Die unterdrückten Gedanken werden sich verhalten wie Sklaven und irgendwann brechen sie gesamthaft auf das "gute" Ich herauf und attackieren es.

    "Schlechtes" Denken ist nicht, das Verlangen zu spüren nach der Umarmung der schönen leider verheirateten Nachbarin oder des klugen netten verheirateten Vaters, sondern es setzt bei der Planung der Taten ein, die dazu verhelfen, das Hindernis welches uns bindet (hindert) zu beseitigen.

  10. Inaktiver User

    AW: Glaubt ihr an Gott (Allah, Brahma...)?

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    "Schlechtes" Denken ist nicht, das Verlangen zu spüren nach der Umarmung der schönen leider verheirateten Nachbarin oder des klugen netten verheirateten Vaters, sondern es setzt bei der Planung der Taten ein, die dazu verhelfen, das Hindernis welches uns bindet (hindert) zu beseitigen.
    Das meinte ich. Das finde ich so problematisch an dem "Sündigen in Gedanken".

    Erst das Tun kann bewertet werden. Es ist zwar richtig, bei der Bewertung einer Straftat die Absicht mit einzubeziehen (niedere Beweggründe oder Nachlässigkeit?) - aber der Gedanke an sich ist frei. Ein Glück.

    Wie gesagt, wenn man streng katholisch aufwächst, dann ist das auch mit den Gedanken nicht so einfach. Der "liebe Gott" sieht schließlich alles. Auch meine Gedanken, auch die niederträchtigen. Da fühlt man sich doch gleich schon unter Generalverdacht und schlecht.

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