Hallo!
In der Bibel wird Lots Handlung weder gutgeheißen noch verurteilt.Es wird lediglich berichtet, was alles geschah. Unerwähnt bleibt auch, was Lot dabei dachte oder was ihn motivierte.
Lot war auch kein Feigling. Er ging zu den aufgebrachten Männern hinaus und redete mit ihnen. Ja, ‘er schloss die Tür hinter sich zu’ (1.Mose 19:6).
Doch manch einer stellt sich dennoch die Frage,
warum Lot seine Töchter dem Pöbel anbot.
Statt Lot schlechte Motive zu unterstellen, sollte man einige mögliche Gründe in Betracht ziehen.
Er könnte ohne weiteres im Glauben gehandelt haben. Wieso? Weil er zweifellos wusste, wie Jehova Gott Sara, die Frau seines Onkels Abraham, beschützt hatte.
Da Sara sehr schön war, hatte Abraham sie bekanntlich gebeten, ihn als ihren Bruder auszugeben, damit nicht andere ihn töten und sie nehmen würden. So kam es, dass Sara in die Hausgemeinschaft des Pharao geholt wurde. Aber Jehova griff ein und verhinderte, dass Pharao ihr Gewalt antat (1.Mose 12:11-20).
Lot glaubte möglicherweise, dass seine Töchter genauso beschützt werden könnten.
Bedeutsamerweise schritt Gott durch seine Engel tatsächlich ein, und die jungen Frauen kamen nicht in Gefahr.
Eine andere Überlegung wäre diese:
Vielleicht wollte Lot die Männer perplex machen.
Wegen der homosexuellen Neigungen der Sodomiten nahm er womöglich an, die Menge würde seine Töchter gar nicht begehren (Judas7).
Außerdem waren die jungen Frauen mit Männern aus der Stadt verlobt. Unter der Menge hätten also Verwandte, Freunde oder Geschäftspartner seiner voraussichtlichen Schwiegersöhne sein können (1.Mose 19:14).
Deshalb hoffte Lot vielleicht, dass sich einige Männer für seine Töchter einsetzen würden. Gespalten wäre der Pöbel nicht mehr annähernd so gefährlich...
Wenn man das Verhalten der lüsternen Menge in Betracht zieht, bestehen dann noch Zweifel daran, dass Gott das Strafgericht an den verderbten Einwohnern Sodoms völlig zu Recht vollstreckte? (1.Mose 19:23-25).
Gruß Majolika
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Thema: Gott ist chancenlos
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16.07.2007, 07:25Inaktiver User
AW: Gott ist chancenlos
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16.07.2007, 07:38Inaktiver User
AW: Gott ist chancenlos
Hallo!
Nun zum nächsten Thema:
Lot und seine beiden Töchter waren die einzigen Überlebenden der Vernichtung von Sodom und Gomorra.
Nach dieser Vernichtung ließen sie sich in der Stadt Zoar nieder. Aus irgendeinem Grund fürchtete sich Lot aber, mit seinen Töchtern dort zu bleiben, und so schlug er seinen Wohnsitz in einer Höhle auf. (1.Mose 19:30)
Danach sagte die Erstgeborene zu ihrer jüngeren Schwester: „Unser Vater ist alt, und da ist kein Mann im Lande, der mit uns Beziehungen haben könnte, nach der Weise der ganzen Erde. Komm, laß uns unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen und uns Nachkommenschaft von unserem Vater erhalten.“ — 1.Mose 19:31, 32.
Da sie ihren Vater trunken zu machen suchten, ist anzunehmen, dass sie sich dessen bewußt waren, dass er in nüchternem Zustand niemals bereit gewesen wäre, sich mit ihnen geschlechtlich zu vereinigen.
Unter den gegebenen Verhältnissen sahen sie darin aber die einzige Möglichkeit zu verhindern, dass Lots Familie ausstarb.
Sie waren Fremdlinge in dem Land, und es war niemand aus ihrer Verwandtschaft dort, mit dem sie eine Ehe hätten eingehen und so die Geschlechtslinie hätten aufrechterhalten können.
Man sollte auch daran denken, dass Lots Töchter unter der sittlich verkommenen Bevölkerung Sodoms gelebt hatten.
Sie mögen deshalb keine Schwierigkeiten gehabt haben, ihre Handlungsweise mit ihrem Gewissen zu vereinbaren.
Warum wird denn diese Begebenheit in der Heiligen Schrift berichtet?
Könnte ein aufrichtiger Bibelleser daran zweifeln, welche Schlußfolgerung aus dem Bericht über Lot und seine Töchter zu ziehen ist?
Könnte er auf den Gedanken kommen, Gott habe diese Handlungsweise gutgeheißen?
In dem Bericht in 1.Mose, Kapitel 19 werden zwar nur die Tatsachen dargelegt, ohne dass erwähnt wird, ob Gott es billigte oder mißbilligte, daß Lot in betrunkenem Zustand zweimal Blutschande beging.
Aus späteren Teilen des Bibelberichts geht jedoch immer wieder deutlich hervor, dass Gott Trunkenheit verurteilt. (Spr.20:1; 23:20, 21, 29-35; 1.Kor. 6:9, 10)
Auch Blutschande war nach dem Gesetz, das Gott den Israeliten gab, verboten: „Ihr sollt euch nicht, kein Mensch von euch, irgendeinem nahen, der sein naher Verwandter nach dem Fleische ist, um die Blöße aufzudecken. ... Die Blöße deines Vaters und die Blöße deiner Mutter sollst du nicht aufdecken.“ (3.Mose 18:6, 7)
Die Übertretung des Gesetzes über Blutschande wurde mit dem Tode bestraft. (3.Mose 18:29)
Obwohl Lot und seine Töchter nicht unter diesem Gesetz standen, wußten die beiden Töchter doch, dass sie mit ihrem Vater keinen Geschlechtsverkehr haben sollten, denn sonst hätten sie ihn nicht zuerst trunken gemacht.
Warum wird Lot aber in 2.Petrus 2:8 ein „Gerechter“ genannt?
Nicht etwa, weil Gott seine Trunkenheit oder die Blutschande gutgeheißen hätte.
Gott hieß diese Handlungsweise nicht gut. Man sollte jedoch beachten, dass nichts in dem Bericht erwähnt wird, was annehmen ließe, dass Lot ein Trinker gewesen wäre oder gewohnheitsmäßig Blutschande getrieben hätte.
Er stand in dem Ruf eines „Gerechten“, und in diesem Ruf stand er bei Gott, der das Herz prüft.
Lot mißbilligte die „gesetzlosen Taten“ der Bewohner von Sodom, und wenn ihn der Herzensprüfer als gerecht betrachtete, dann muss er über die unrechte Handlung, in die er verwickelt worden war, bestimmt betrübt gewesen sein.
Dass der Aufschluß über Lot und seine Töchter in den Bibelbericht aufgenommen wurde, sollte uns erkennen helfen, daß alles, was in der Bibel steht, wahr ist.
Sie verheimlicht selbst die Verfehlungen von Personen, die als Diener Gottes bekannt waren, nicht.
Diese Dinge werden jedoch nicht berichtet, um den Wunsch, unsittlich zu handeln, zu wecken oder zu fördern, sondern um Aufschluß zu vermitteln, der zum Verständnis anderer Begebenheiten beiträgt.
Gruß Majolika
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16.07.2007, 07:51
AW: Gott ist chancenlos
Ähm Maxima, ich weiß nicht welche Übersetzung du verwendest, aber ich habe hier jetzt gerade 4 Übersetzungen liegen, die die von dir genannten Texte nicht mit Schläge wiedergeben. Und einige Übersetzungen sind inzwischen als sehr Urtext-Genau bekannt.
Zitat von maxima8
Und übrigens: ich werde jetzt nicht aufhören zu diskutieren weil ich klein bei gebe. Sicher nicht. Ich diskutiere sehr gerne über die Bibel. Aber ich habe so das Gefühl dass es hier vergebliche Liebesmühe ist, seine Ansichten zu schreiben. Es gibt hier einige, die jedes Wort auseinanderklitzeln und behaupten man würde es sich zurecht legen. Diejenigen tun es noch viel mehr.
Das erinnert mich ein bisschen an meine Nachbarin, die sich als streng Bibelgläubig bezeichnet und in die nächste Moment meint "naja an Gott glaube ich schon lange nicht mehr". Herrlich gläubig. Welcher Bibelglaube ist das bitte schön??
Ich wünsche eine schöne Tag und bin sicher dass die Diskussion hier auch ohne mich sehr interessant weiter gehen wird!
Leben und leben lassen
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16.07.2007, 08:40Inaktiver User
AW: Gott ist chancenlos
Zitat von Mimi_ohne_krimi
Wenn er uns nach seinem Ebenbilde geschaffen hat, wieso darf man sich dann keine Vorstellung von Ihm machen? Schon ein Wiederspruch, meinst Du nicht? Ich meine, man muss ja dann zwangsläufig wissen, wir "ER?" aussieht. Gut, wir wissen nicht, ob er schwarz oder weiß ist, das spielt aber keine Rolle, oder?
Und Du hältst die Adam-und-Eva-Geschichte tatsächlich für realistischer? Interessant. Und Du unterstellst allen, die das nicht glauben unter Drogen zu stehen? Meine Güte, da stände die halbe Welt permanent unter einem gepflegten Rausch.
Apropo Schöpfung, gabs da vorher nicht noch ne andere Frau für Adam? War wohl zu aufmüpfig, die Gute, oder?
Naja, ich finde die Evolutionstheorie erheblich glaubwürdiger und sympathischer, aber als überzeugter Christ kann man da natürlich nicht zustimmen, sonst wäre ja die Ebenbildgeschichte der blanke Hohn ...
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16.07.2007, 09:37
AW: Gott ist chancenlos
Wir sind also mit Gott verwandt? Oder er mit uns.Und mal ehrlich. Ich finde es ist eine weit größere Ehre nach dem Ebenbild Gottes erschaffen worden zu sein als gemeinsame Verwandte mit Affen zu haben.
Alles ein und dasselbe Pack also?
Na ja: wenn man bedenkt, wie sich dieser Gott in der Bibel gebaerdet, und wie die Menschen auf der Erde. Vielleicht hast Du sogar Recht: da scheint es eine gewisse Verwandtschaft zu geben. Ob ich das jetzt als eine Ehre betrachten soll? Ich weiss nicht. Darf ich mir vielleicht doch lieber die Affen aussuchen?
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16.07.2007, 10:53Inaktiver User
AW: Gott ist chancenlos
Natürlich darf man sich Gott vorstellen. Nicht umsonst sind in der Bibel viele Vorstellungen von Gott aufgeschrieben.
Zitat von Inaktiver User
Einmal wird er als einen sehr alten weisen Mann beschrieben. Dann als ein funkelnder Edelstein, dann wieder als mächtigen Herrscher auf einm Thron.
Gott hat die Schreiber dazu inspiriert diese Bechreibungen oder Vergleiche aufzuschreiben.
Es hat nichts damit zu tun, sich ein Bild zu machen.
Gott hat aber eindeutig verboten sich einen Gegenstand von irgendetwas aus Holz, Stein oder anderen Materialien zu machen und sich dann davor niederzubeugen.
Gott hat also verboten sich vor einem Kreuz, einer Marienstatue, Ikonen oder anderes zu verbeugen und anzubeten.
Das geht aus den 10 Geboten deutlich hervor:
2. Mose 20: 3-5
3 Du sollst keine andern Götter haben neben mir. -
4 Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist.
5 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen.
Gruß Majolika
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16.07.2007, 11:08Inaktiver User
AW: Gott ist chancenlos
Ist es nicht gleich, ob ich mir nur vor meinem inneren Auge ein Bild mache oder ein Reales? Das geht aus dem markierten Zitat nicht hervor.
Zitat von Inaktiver User
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16.07.2007, 11:12
AW: Gott ist chancenlos
Ausreden zu finden, warum Lot seine Töchter zur Vergewaltigung freigegeben hat und das ganz okay ist - da fehlen mir die Worte.
Zitat von Inaktiver User
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16.07.2007, 11:21
AW: Gott ist chancenlos
Und Jesus sagte also "noch heute wirst du mit mir im Park sein"??
Zitat von Inaktiver User
Selbst wenn es so übersetzt würde, könnte der Verbrecher schwerlich als Leichnam den Park geniessen.
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16.07.2007, 11:21Inaktiver User
AW: Gott ist chancenlos
Damals, also zu Zeiten Lots, war es ein Zeichen der Gastfreundschaft, seine Töchter anzubieten.
Damals üblich, heute völlig unverständlich.
Wenn sich jemand dieser Sitte entzog, also seine Kinder nicht hergab, dann wurden deswegen sogar Kriege geführt.


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