Bedingt...Zitat von Inaktiver User
Zuerst einmal will ich dir gar nicht sagen, wie du mit deinem und dem Glauben anderer umgehen sollst. Das wäre anmaßend.
Ich maße mir auch nicht an zu sagen, was richtig und was falsch ist.
Mein Glaube ist eine sehr persönlich Angelegenheit, die sonst niemanden etwas angeht.
Ich habe gelernt, dass sobald ich meinen Glauben offen lege, 1000 Missionare anderen Glaubens auf mich einbeten, wie falsch und unlogisch und gottlos mein Glaube doch sei...
Immer unter Zuhilfenahme ihres (ganz persönlichen) Glaubens, gerne auch mittels vieler Zitate aus Schriften von wieder anderen Menschen...mit wiederum anderen persönlichen Vorstellungen von "Glauben".
Für eine zeitlang dachte ich, es sei eine gute Idee, meinen Glauben, gegen diese Missionierung zu verteidigen, sogar zu rechtfertigen!
Nur verstand jeder der Andersgläubigen meine Erklärungen als Angriff gegen seinen Glauben.
Und noch mehr „Belege“ dafür, dass ich nicht den richtigen Glauben habe, wurden geliefert, aus noch mehr Schriften von noch mehr anderen Menschen…
Irgendwann begriff ich die Lächerlichkeit sowohl meiner Rechtfertigungen, als auch die der Missionare.
Es ist so lächerlich wie der Versuch, Liebe zu beweisen,…oder zu widerlegen.
Es gibt so viele „Glauben“, wie es Menschen gibt.
Und nur ganz wenige – ein oder zwei vielleicht? - sind (um auf das Bild zurück zu kommen) „meinen Schuhen“ so ähnlich, dass ich sie mir für eine Weile ausborgen könnte. Und ganz wenigen, würden meine passen,…also zwinge ich niemanden, sie zu tragen. Ich versuche nicht einmal, zu einem Probelauf zu überreden.
Und seitdem ich meinen Glauben dahin gesteckt habe, wo er hin gehört - in meinen ganz privaten Schrein – gelingt es mir, entspannt (oder amüsiert, je nach dem) zu beobachten, wie ein Schuhverkäufer versucht, einem Gärtner Riemchensandalen als das Beste für die tägliche Arbeit anzupreisen.
Besorgniserregend wird es dann, wenn das „Verkaufsgespräch“ von Gewaltandrohungen oder tatsächlicher Gewalt begleitet wird. Dann allerdings gilt es einzuschreiten.
Aber nicht um des Glaubens, sondern um der Freiheit willen.
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 54
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18.05.2007, 09:11
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Im Zweifel tu einfach das Richtige
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18.05.2007, 10:53
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Auch Steinigung bei Ehebruch und homosexuellen Handlungen?als guter Christ muesste man die Gesetze des Alten Testaments halten.
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18.05.2007, 11:17Inaktiver User
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Besser hätte ich es nicht sagen können - sehr schön geschrieben Jonas.
Zitat von Jonas
Wir leben im "christlichen Abendland" und ich behaupte, daß auch Menschen die nicht getauft wurden nicht weniger Christen sind als, als die die getauft sind.
Als ich vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin, weil mein Glaube nichts mit dem Bezahlen von Steuern zu tun hat - erhielt ich einen Brief von der Gemeinde - in dem stand, daß ich nun nicht mehr "zur Gemeinschaft der Christen" gehören würde...daß ich nicht mehr kirchlich beerdigt würde und auch keine Patin mehr werden könnte...Ja klasse - ich schrieb zurück: ich fühle mich nicht ausgeschlossen nur weil ich kein zahlendes Mitglied mehr bin und nicht in die Kirche gehe ( wo alle hier immer so schön aus der Bibel zitieren, kann ich nicht, aber irgendwo steht : dreh einen Stein um und du findest mich darunter oder so ähnlich) und ob ich kirchlich beerdigt werde oder nicht finde ich nicht wichtig - das ich keine Patin mehr werden könnte - ich würde die Kinder meiner Schwester auch aufnehmen ohne Patin zu sein - DAS ist christlich weil freiwillig. Und ich schrieb auch, daß ich es traurig fand erst von "meiner" Kirche ein Schreiben zu bekommen wenn ich sie verlassen habe und die Jahre zuvor nie.
Christsein ist also für mich weniger im Glauben als mehr im Umgang mit anderen Menschen und mir selbst - für mich!
Lilie
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18.05.2007, 11:38
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
@ Majolika
die Definition, was einen Christen ausmacht, ist nicht selbst erfunden. Es gilt eigentlich in allen Kirchen und Gemeinden, auch bei den Zeugen Jehovas.
Du argumentierst, was ein guter Christ ist. Das ist eine andere Frage. Ihr, die ZJ, versucht aus der Wortlaut der Bibel die Lebensanweisungen zu ziehen. Wenn ich das richtig verstanden habe, gelten für Euch auch die alten jüdischen Gesetze.
Für katholische und evangelische Christen allerdings nicht. Das macht den Unterschied und ich halte es nicht einmal für problematisch. Wir feiern nicht den Shabbat, sondern Sonntag, den Tag der Auferstehung, wir halten nicht die Speisegebote des alten Testamentes ein, wir beschneiden nicht unsere männlichen Nachkommen, sondern taufen sie wie Johannes der Täufer getauft hat.
Nicht nur die ZJ lehnen die Kindertaufe ab, bei Evangelen und Katholen ist es eine sehr lange Tradition, weil das Geschenk eines neuen Lebens mit einem Sakrament gesegnet sein soll. Ich bin mir sicher, Gott hat dafür Verständnis.
Nach lutherischer Auffassung genügt allein der Glaube, um selig zu werden , für alle anderen dienen gerechte Werke zur Rechtfertigung.
Jetzt komme keiner daher, dann könne ein Evangele ja alle Verbrechen der Welt begehen, wenn er nur auf dem Sterbebett bereut, dann sei alles gut.
Die Erwartung ist schon, dass jemand der seinen Glauben ernst nimmt, auch umkehrt, bereut und Barmherzigkeit übt.
Die "Freiheit eines Christenmenschen" erlaubt ihm alles in Frage zu stellen, er muss weder weltliche noch altestamentarische Gesetze als "gottgewollt" betrachten. Für einen evangelischen Christen gibt es auch nicht die 7 Todsünden (obwohl er sie schon umgehen sollte), kein Fegefeuer, sondern allein Erlösung durch Glauben.
Die "Freiheit des Christenmenschen" bedeutet auch, das jeder für sich entscheiden kann, wie er seinen Glauben ausfüllt.Geändert von Opelius (18.05.2007 um 11:48 Uhr)
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18.05.2007, 12:34Inaktiver User
Was bedeutet es ein Christ zu sein?
@ Jonas:
Das hast Du wirklich sehr schön geschrieben! Danke.
Betsi-Kuh
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18.05.2007, 13:51Inaktiver User
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Ja, Jonas.Ich habe gelernt, dass sobald ich meinen Glauben offen lege, 1000 Missionare anderen Glaubens auf mich einbeten, wie falsch und unlogisch und gottlos mein Glaube doch sei...
Das ist wohl wahr. Schön geschrieben und erklärt ! Danke
Ich hoffe, ich habe jetzt auch meine Lektion gelernt.
Aber es ist schon schade, dass man nicht darüber reden kann, dass man nicht sagen kann: "Sieh mal, so schön ist mein Glaube und so viel Gutes tut er mir und anderen."
Ja gut, sagen kann man´s , aber es ist manchmal schwer die Schönheit des Glaubens des anderen dann auch zu sehen.
Schönheit liegt wohl auch hier im Auge des Betrachters.
Ich werde mir Mühe geben, zukünftig zu diesem Thema meine Finger von der Tastatur zu lassen, allein schon dafür, damit ich niemandem aus Versehen weh tue, oder mir wehgetan wird.
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18.05.2007, 14:15Inaktiver User
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
HalloWenn ich das richtig verstanden habe, gelten für Euch auch die alten jüdischen Gesetze.
Auch für ZJ gilt das jüdische/mosaische Gesetz nicht...
(Matthäus 5:17) "Denkt nicht, ich sei gekommen, um das GESETZ oder die PROPHETEN zu vernichten. Nicht um zu vernichten, bin ich gekommen, sondern um zu erfüllen;"
(Römer 7:6) "Jetzt aber sind wir von dem GESETZ entbunden, weil wir dem gestorben sind, wodurch wir festgehalten wurden, damit wir Sklaven seien in einem neuen Sinne, durch den Geist, und nicht im alten Sinne, durch das geschriebene Recht."
(Epheser 2:15) "Durch sein Fleisch hob er die Feindschaft auf, das aus Verordnungen bestehende GESETZ der Gebote, damit er die beiden Völker in Gemeinschaft mit sich zu e*i*n*e*m neuen Menschen schaffe und Frieden mache."
(Kolosser 2:14) "und die gegen uns [lautende] handschriftliche Urkunde, die aus Verordnungen bestand und gegen uns war, ausgelöscht; und ER hat sie aus dem Weg geräumt, indem sie an den Marterpfahl genagelt wurde."
Christen stehen also nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz...
Übrigens habe ich oben im 1. Posting nur das NT zitiert.
Das gilt doch für alle Christen, oder?
Ich habe es wenigstens damls in der evangelischen Kirche so gelernt...
Aber jedem ist ja freigestellt, das für sich anzunehmen, was er persönlich für richtig hält.
Im Nebenstrang wurde darüber diskutiert, was einen Christen ausmacht. Da kamen viele verschieden Argumente.
Da dachte ich, es sei mal angebracht,
auch mal die Bibel sprechen zu lassen,
wie die Bibel einen Christen definiert...
Man muß es ja nicht annehmen.
Jeder hat das Recht so zu leben wie er will...
Gruß MajolikaGeändert von Inaktiver User (18.05.2007 um 14:27 Uhr)
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18.05.2007, 23:11
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Sag das nicht, Lavendelmund.
Zitat von Inaktiver User
Ich z.B. habe mit Deiner Art Christ-Sein überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, ich schätze die kritische und aufgeschlossene Art Deiner Wahrheitssuche. Schließlich sind wir alle auf dieser Suche und keiner sollte für sich allein beanspruchen, die Wahrheit gepachtet zu haben oder bereits im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein, auch nicht die christliche Kirche als Trägerinstitution.
Christ-Sein im erweiterten Sinne hat auch nicht unbedingt etwas mit der Zugehörigkeit zur Kirche oder irgend einer anderen Organisation zu tun. Man muß sich mE noch nicht einmal als Christ bezeichnen, um es zu sein. Worauf es allein ankommt ist der Glaube, woher der einzelne diesen bezieht oder eben nicht, spielt eine nur untergeordnete Rolle. Glaube kommt vom Hören, sagte Apostel Paulus. Er sagte nicht, an diesem oder jenem Ort müsse man hören, er sagte nur hören.
Zitat von Inaktiver User
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19.05.2007, 14:18Inaktiver User
Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Bin auch gern Christin.
Schon mein Leben lang;
mal aktiver, mal weniger aktiv -
aber immer in Verbindung mit dem lieben Gott.
Betsi, die Bunte
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20.05.2007, 08:23
AW: Was bedeutet es ein Christ zu sein?
Hallo Ammerle! Angenommen, die von Dir angeführte Textpassage der betreffendenÜbersetzung (Strongs Concordence) ist korrekt widergegeben (übersetzt), wovon Du ja offensichtlich ausgegangen bist. Mich würde interessieren, was eigentlich wolltest Du mit Deinem Beitrag aussagen, auf was wolltest Du hinaus?
Zitat von Inaktiver User


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