Ich kenne eigentlich auch nur Christen, von ganz normalen berufstätigen katholischen Zeitgenössinnen, bis zum protestantischen Theologen, die das historisch-kritisch sehen. Die meisten finden das ja noch viel faszinierender als ich!Zitat von Inaktiver User
Meines Wissens ist der Islam die einzige große Religion, bei der "Textkritik" noch nicht so gang und gäbe ist. Aber in letzter Zeit sind wohl aramäische Texte als Quellen mancher Passagen des Koran publiziert worden (wohl von einem muslimischen Wissenschaftler aber unter Autorenpseudonym). Das habe ich mir allerdings nur in einem Seminar über islamische Kunst erzählen lassen und weiß nichts selbst drüber.
Ich habe neulich in eine ganz interessante rabbinische Auslegung vom Hohelied reingeschnuppert, die diesen Tenor hatte. Es war irgend eine Einführung von de Gruyter oder einem ähnlichen typischen Wissenschaftsverlag in jüdische Mystik (will sagen, die Basis-Seriositätskriterien schienen mir erfüllt).Zitat von Inaktiver User
Wenn ich es in meinen eigenen Worten richtig wiedergeben kann, meinten der/die Autoren (oder irgend eine bestimmte jüdische mystische Richtung?) dieses in Variationen ausgemalte "ich suchte meinen Geliebten" bedeute, dass der Mensch Gott suchen muss. Dagegen sei es nicht so wichtig, ob Gott sich überhaupt für den Menschen interessiere.
Sie haben es natürlich "etwas" ;-) eloquenter als ich eben und in einem ganzen Kapitel dargelegt.
Der letztgenannte Punkt kommt mir echt kühn vor, und ich frage mich im Nachhinein, ob ich das nur so radikal gelesen habe. Andererseits habe ich schon viele ausgefallene Ideen von Rabbinern gehört, insofern könnte es ja angehen.
Ich musste das Buch wieder weglegen, weil ich eigentlich nach einer möglichst einfachen Einführung Thora und Talmud gesucht hatte und nicht nach faszinierenden aber mich noch mehr verwirrenden Ideen.
Ich bin aber immer noch ganz fasziniert, weil ich mich schon lange gefragt habe, was der Hohelied eigentlich in der Bibel macht. Dass das metaphorisch gedeutet wird, war mir natürlich schon bekannt, aber was der ganz tiefe Sinn sein soll nicht. Als Poesie habe ich es aber immer gemocht.
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17.05.2007, 02:45
AW: Religion versus Spiritualität
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17.05.2007, 08:44Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Da ich weder die ganze Bibel gelesen habe, noch bereit bin das zu tun, kann ich das Thema nur aus einem von den einzelnen Religionen abgehobenen Standpunkt aus betrachten.
Die meisten Religionen setzen Menschen in den Mittelpunkt der Schöpfung oder als Krone darauf, eine verständliche Ichbezogenheit, denn wie sollte man anders, als vom Ich aus zu gehen?
Bei den etwas mehr entwickelten Individuen kommt dazu dann auch eine Bescheidenheit, welche mindestens der Sicht der Krone das Wissen darum intergriert, dass es nicht die Krone ist, welche entscheidet, sondern der Kopf unter der Krone, nämlich die Schöpfung selbst.
Wer das ist?
Nun, wie will man diese Frage beantworten?
Man kann versuchen, der Entstehung nach zu den Wurzeln zu gehen, doch: Findet man mit dem Ursprung der Zahlen den Konstrukteur eines Rechners?
Ich denke nicht. Und sehr manche Esoteriker denken auch nicht, wodurch sich der naturwissenschaftliche Zugang eben als inexistent erklärt.
Welche Zugänge gibt es außerdem?
Wir kennen die Welt des Traums, jene der mystischen Versenkung, jene der meditativen Versenkung und überall da liegen Antworten und Lösungen und immer wieder in der Geschichte der Menschheit kommt es vor, dass Individuen mit besonderem Zugang zu Mystik oder in Versenkung meditativer Art Lösungen vorschlagen, welche von schöpferischer Kraft und Wirkung sind.
Manche davon sind so effizient, dass diese Menschen als Wundertäter und Gott-Personen entweder verfolgt und gemetzelt oder geheiligt und in alle Zeiten verehrt, oder beides werden: Erst geschlachtet dann als Autoren genossen.
Typisch Mensch halt.
Die Religion, welche dann aufgrund der Lösungsvorschläge solcher Pioniere entsteht, vom Mosaischen über Hindu, Buddha oder Marx (und wenn man will kann man sogar Hitler da einreihen, genau so gut Darwin oder Einstein, nur dass die Religionen aufgrund Darwins oder Einsteins eben nicht als Volksglauben greifen.) gereicht dem Bedürfnis nach Geborgenheit, ein Gefühl welches bei der spirituellen Suche oft und weitgehend verloren geht, denn die spirituelle Wahrheit ist etwas so Persönliches, dass es unmöglich scheint, sie mit zu teilen, ganz ähnlich wie die wahre Liebe, und de Literatur quillt auch über von Vergleichen der beiden geistigen Bereiche Liebe und Glauben.
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17.05.2007, 09:54Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Da es nicht zu Horus Thema passte, habe ich ein neues eröffnet...
Gruß Majolika
Geändert von Inaktiver User (17.05.2007 um 10:06 Uhr)
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17.05.2007, 11:17
AW: Religion versus Spiritualität
Er ist das Oberhaupt der größten christlichen Glaubensgemeinschaft - und damit der maßgebende Mann für einen großen Teil der Christen.Der Papst ist Oberhaupt der katholischen Kirche und damit keineswegs der maßgebende mann für die gesamte Christenheit
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18.05.2007, 22:04Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Religion in Zahlen:
Papstrefugium?
Zugehörige (Quelle: adherents.com)
▪ Christentum (2,1 Milliarden)
▪ Islam (1,3 Milliarden)
▪ Nichtreligiöse, atheistisch u.a. (1,1 Milliarden)
▪ Hinduismus (900 Millionen)
▪ Traditionelle Chinesische Religionen (394 Millionen)
▪ Buddhismus (376 Millionen)
▪ Nichtafrikanische Indigene Religionen (300 Millionen)
▪ Traditionell Afrikanische Religionen (100 Millionen)
▪ Sikhismus (23 Millionen)
▪ Judentum (15 Millionen)
▪ Spiritismus (15 Millionen)
▪ Bahai (7 Millionen)
▪ Jainismus (4,2 Millionen)
Religionen in Europa
Statistik B - Religionen der Welt - Zugehörige (Quelle: David B. Barrett)
▪ Islam (1,313 Milliarden)Stand Mitte 2005, Weltbevölkerung: 6,454 Milliarden.
▪ Römisch-Katholische Kirche (1,119 Milliarden)
▪ Hinduismus (870 Millionen)
▪ Nichtreligiös (769 Millionen)
▪ Unabhängige Christliche Kirchen (427 Millionen)
▪ Traditionelle Chinesische Religionen (405 Millionen)
▪ Protestantische Kirchen (376 Millionen)
▪ Orthodoxe Kirchen (220 Millionen)
▪ Anglikanische Christen (80 Millionen)
▪ Buddhismus (379 Millionen)
▪ Sikhismus (25 Millionen)
▪ Judentum (15 Millionen)
▪ Ethnoreligionen (256 Millionen)
▪ Atheismus (152 Millionen)
▪ Afrikanische Religionen (100 Millionen)
▪ Neue Religionen (108 Millionen)
Statistik C - Religionen in Deutschland - Zugehörige (Quelle: REMID)
▪ Römisch-Katholische Kirche (25,905 Millionen oder 31,4 %), Stand: 31/12/2005
▪ Evangelische Landeskirchen (25,386 Millionen oder 30,8%), Stand: 31/12/2005
▪ Konfessionslos, ohne Angabe (23,4 Millionen oder 28,4%), Stand: 12/2004
▪ Islam (gesamt: 3,3 Millionen), Stand: 12/2004
▪ Neuapostolische Kirche (0,38 Millionen), Stand: 12/2004
▪ Judentum (gesamt: 0,21 Millionen), Stand: 12/2004
▪ Buddhismus (gesamt: 0,21 Millionen), Stand: 12/2004
▪ Jehovas Zeugen (gesamt 0,163 Millionen), Stand 2005
▪ Hinduismus (gesamt: 0,092 Millionen), Stand: 12/2004
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26.05.2007, 09:01Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
in Bezug auf die BriCom kam die "Trennung" vor mehr als 4 Jahren zustande, bzw. vor 4 Jahren entstand auf die Initiative einiger BriCom-Userinnen hin das Forum "Zwischen Himmel und Erde - Träume, Astrologie, Spiritualität". Wobei der Begriff "Spiritualität" im Forentitel ausdrücklich gewünscht war.
Zitat von Inaktiver User
Userinnen, die sich hier im Forum "Religion und Philosophie" über Träume etc. austauschten wurden des öfteren angegangen, das hätte hier "nichts zu suchen". Der Vorschlag, ein weiteres Forum zu eröffnen, fand beim BriTeam Gehör.
Spiritualität und Religion ist für mich nicht trennbar.Warum sind für euch die beiden Begriffe getrennt? Was bedeuten sie für euch? Oder warum ist es in euren Augen falsch, sie zu trennen (kann ja auch sein)?
Denn ganz ehrlich gesagt: mich stört die Trennung.
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04.03.2008, 23:08
AW: Religion versus Spiritualität
Spiritualität braucht die Religion nicht.
Daher fühlen sich die Oberhäupter der Religionen von der Spirtualität bedroht.
Spiritualität bedeutet selbst erfahren.
Religion schreibt vor, was zu erfahren ist.
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05.03.2008, 00:37
AW: Religion versus Spiritualität
das sind wieder zu einseitige pauschale aussagen. für mich persönlich schliessen sich glauben und spiritualität nicht aus. im gegenteil. das eine bedingt das andere- kann aber auch für sich alleine stehen.
ich mag diese generalisierungen im schwarz-weiss-denken nicht: entweder ist es so oder so...nein, es gibt auch grautöne!
leonieAuch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
Das Hohelied
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05.03.2008, 22:03
AW: Religion versus Spiritualität
Leonie, habe ich da etwas überlesen?
Zitat von Leonie
Wer sprach von Glauben versus Spiritualität?
Hier geht es um Religion versus Spiritualität.


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