Hallo!![]()
Gerade ist mir folgendes aufgefallen:
Sogar die Bricom macht einen Unterschied zwischen Religion und Spiritualität.
Ob einige wohl Spiritualität auch mit Spiritismus gleichsetzen?
Gruß Majolika
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Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 89
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03.05.2007, 13:26Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
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04.05.2007, 00:23Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Machst du da keinen Unterschied?? Was Eyrri da geschrieben hat erklärt dir das.
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04.05.2007, 08:29Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Zitat von Inaktiver User
Hallo!
Eyrris Erklärung ist durchaus nachzuvollziehen...
Für mich ist Spiritualität auch, sich seiner geistigen Bedürfnisse bewußt zu sein.
Ob der Mensch wohl so erschaffen wurde, an "etwas" zu glauben?
Gruß Majolika
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04.05.2007, 15:45
AW: Religion versus Spiritualität
Ich wurde nicht so erschaffen. Bin ich nun kein Mensch? Was sonst?
Zitat von Inaktiver User
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04.05.2007, 22:34Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Ironiemodus ein
Zitat von 3146
Nun, um das mal klar zu stellen:
Es gibt Produkte der Evolution und es gibt Nachkommen von Adam und seiner Weib gewordenen Rippe (also alle mit einem Chromosomensatz aus identischen Genlieferanten: Adams Rippen-Eva war der erste Klon Demnach wurde die Zweigeschlechtlichkeit später entwickelt, denn Adam und Eva hatten als Klone dasselbe Geschlecht oder waren androgyn!)
Da ich meinen Körper als Folge von zwei Meiosen und einer Vereinigung aus verschiedener Quellen Fortpflanzungszellen sehe, muss ich auch zu den Kindern der Evolution gehören.
Darum bin ich auch kein Auserwählter und werde mit der Klimaerwärmung schmelzen.Ironiemodus aus
Aber was mich auch brennend interessieren würde:
Woher stammt eigentlich das Bedürfnis der Menschen, für das Letzte und Hinterste eine Erklärung zu haben, und woher die Tendenz, da wo es keine gibt sofort einen Gott hin zu setzen?
Die Griechen hatten da für jedes Bedürfnis eine ganze Gottsippe, die Römer übernahmen dies. Die Hindus kennen nur einen Gott, welcher 108 Namen hat, und damit 108 Erscheinungsformen.
Dieses Urbedürfnis scheint mir eine natürliche Seite im menschlichen Dasein: Spiritualität!
Daraus haben sich dann Sitten und Religionen entwickelt, welche die schwierigen spirituellen Fragen für jene lösen, welche weder Zeit, noch Geist, noch Bildung haben, diesen experimentell unzugänglichen Bereich sich zu erschließen.
Immer wieder haben sich Propheten gemeldet, welche entweder freiwillig oder in Gottes Auftrag das Volk von Nötigem unterrichteten.
Aber wieso hat das Volk darauf überhaupt reagiert?
Warum hat man diesen abstrakten Spinnern nicht gleich den Vogel gezeigt, welche behaupteten, sie hätten von Gott selbst erfahren, was mensch zu tun habe?
Mit einigen unbequemen "Großmäulern" wurde ja durchaus so verfahren, sofern man sie überhaupt am Leben gelassen hat.
Rein menschlich ist, dass damit wieder ein Spiel um Macht und Geld gemacht wurde, welches dann mit Spiritualität kaum mehr was zu tun hat, sondern nur die gesellschaftlichen Fragen löst, bzw. regelt auf mehr oder weniger diktatorische Art und Weise.
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04.05.2007, 22:34Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Ne schlichte Nummer!
Zitat von 3146
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05.05.2007, 00:01
AW: Religion versus Spiritualität
Ich denke, da ist wirklich was dran, was Majolikas sagte. Nur würde ich es etwas anders formulieren, etwa so: Der Mensch ist so geschaffen, nach dem Sinn seiner irdischen Existenz zu suchen, also nach der Frage, woher komme ich und wohin gehe ich.
Zitat von 3146
Kurz, er ist auf der Suche nach der Wahrheit, diese ist ihm gewissermaßen ins Herz geschrieben. Tiere leben demgegenüber einfach so, ohne sich darüber Gedanken zu machen, einmal sterben zu müssen oder zu fragen, was kommt danach (und können sich in diesen Fragen folglich auch kaum irren....).
Als Ergebnis der Sinn-Suche muß der Mensch zwangsläufig zu diesen oder jenen Glaubensgrundsätzen kommen, abhängig davon, wo er sich orientiert, also etwa in welchen Religionen, Götterbildern, Philosophien usw.. Vielleicht wirst Du das jetzt bestreiten wollen, doch ich bin sicher, auch Du glaubst an etwas. Und wenn Du nur an Deine eigene Existenz und die Deiner Umwelt glaubst. Oder daran, dass Du einmal sterben wirst. Die meisten Menschen nehmen solche oder ähnliche Glaubenssätze jedoch gar nicht als solche wahr, sie nehmen diese einfach als Tatsachen hin. Ich denke jedoch, sehr viele Menschen kommen auf Grund ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Suche im Laufe ihres Lebens irgend wann mal zu irgendwelchen Glaubensgrundsätzen.
Mag sein, dass es wiederum auch viele Menschen gibt, die überhaupt nicht nach einem Sinn fragen. Dann aber in der Regel nur deshalb, weil sie entweder auf der ständigen Jagd nach Geld, Vergnügungen, Zerstreuungen so sehr abgelenkt sind, oder aber sie sind von den Alltagssorgen so sehr gefangen genommen, so dass das natürliche Bedürfnis nach „geistiger Nahrung“ verloren geht.
Auf Dich, 3146, trifft das jedoch sicher nicht zu....
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07.05.2007, 11:29Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Interessante Wendung, die diese Diskussion genommen hat.
Ich würds noch anders formulieren: Der Mensch ist nicht so geschaffen, sondern der Mensch hat sich über Jahrmillionen so entwickelt.Der Mensch ist so geschaffen, nach dem Sinn seiner irdischen Existenz zu suchen, also nach der Frage, woher komme ich und wohin gehe ich.
Aus meiner Sitz lautet die Frage, etwas provokativ: weshalb hat die Evolution dem Menschen die Spiritualität angezüchtet? Anders gesagt: Welchen Überlebens- und Reproduktionsvorteil bot und bietet Spiritualität dem Menschen als Spezies und als Individuum?
Ich bin nicht sicher, ob das ursprünglich wirklich um eine Frage dem "Sinn" des eigenen Daseins ging. Meine Vermutung ist eher, dass sich Spiritualität aus dem Zwang geraus entwickelt hat, irgendwie mit dem Horror der Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit fertigzuwerden. Und diese Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit wiederum ist vermutlich eng verknüpft mit oder sogar bedingt durch die Herausbildung eines Ich-Bewusstseins.
Ich realisiere: ich bin. Ich realisiere: andere sind. Ich realisiere: andere sterben. Ich realisiere: ich werde auch sterben.
Und dann?
Aus dem Horror dieser Erkenntnis heraus könnte sich Spiritualität entwickelt haben. Der Überlebensvorteil, den Individuen und Gruppen hatten, die Spiritualität hervorgebracht hatten, könnte gewesen sein, dass geteilte Spiritualität stark gruppenkonstituierend wirkt. Der gemeinsame Umgang mit der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit, gemeinsame Geschichten, Jenseitsvorstellungen, gemeinsame Anderweltswesen ... schweissen zusammen. Primatengruppen, die zusammen halten, bringen mehr Nachkommen durch - so könnte sich die evolutionär entstandene Spiritualität tradiert und ausgebreitet haben.
Ich denke, dass am Anfang der Spiritualität und jeder Religion, um diese Unterscheidung mal zu machen (obwohl ich sie eigentlich in Frage stelle) der Tod steht.
In diesem Sinne: der Tod als Schwelle oder Tor zu einer anderen Wirklichkeit. Nich in unserem realen Lebenszyklus sondern in unserem Geist. Die Realität des Todes in der Welt zwingt/bringt uns dazu, Spiritualität zu entwickeln, andere Welten ( = Jenseitsvorstellungen) und schliesslich Religionen zu kreieren.
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07.05.2007, 13:15Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Vielen Dank, das habe ich auch gemeint, und nach der ganzen Entwicklung bin ich nun eben so beschaffen, denn daran ändern kann ich nicht gut was, es wäre denn eine Vergewaltigung.
Zitat von Inaktiver User
Daran kann ich nichts Provokatives sehen aber genau das ist meine Hauptfrage, ungeachtet der Vorteile und Zwänge durch die soziale Umgebung, ich versuche jetzt mal die Provokation so zu stellen:
Zitat von Inaktiver User
Wer Glaubt ist stärker und erfolgreicher
Das ist auch ein Punkt in den meisten Initiationsriten: Man muss irgend einen Test oder eine Bewährungsprobe machen und dazu wird man meistens auch noch gekennzeichnet, vom Lippenteller über Genitalverstümmelung bis zum simplen Abzeichen und der Uniform, oder der Kahlrasur für die Rekrutenschule oder die Schule (zwecks Entlausung, früher angebracht, heute hier sicher nicht mehr).
Weiter trifft man das Phänomen äußerlicher Distanzierung und Kennzeichnung in der Mode und in jeder Generation.
Jugendgangs haben teilweise illegitime Initiationsrituale und Mutproben, vom Bunjeejumping über das Lehrer Ärgern oder einen der feindlichen Gruppe Verhauen bis zum Einbruch.
Siehe unten, das ist sicher ein Punkt, der auch irgendwann interessiert. Aber der Tod ist glücklicherweise nicht der einzige Zugang zum Spirituellen.
Zitat von Inaktiver User
Genauso gut wie umgekehrt: Wer sich nicht anpassen will, kann anderswo glücklich werden: "Wenn es Dir nicht passt hier dann geh hinter den eisernen Vorhang" war ein "Argument" das ich oft zu hören bekam, wenn ich die Gesellschaft kritisierte, und zwar nicht etwa auf religiöser Ebene, aber da auch.
Zitat von Inaktiver User
Das ist ein Phänomen, welches immer wieder beobachtbar ist: Zu große Gruppen bilden Parteien welche einander bekämpfen.
Zitat von Inaktiver User
Manchmal nützt die Religion dabei, welche dann allerdings nicht unbedingt die Spiritualität betrifft, sondern die unter der Führung jener Religion üblichen Verhaltensnormen.
Genauso gut könnten die Leichtathleten aller Nationen gegen die Mannschaftsportler aller Nationen einen Kampf eröffnen, darum, wer zuerst das Stadion nutzen darf z.B.
Ich sehe darin ein Motiv, genau so aber auch in einer anderen Frage, der einfachen Neugier, welche unter Voraussetzung von einer gewissen Entwicklung des Bewusstseins die Frage aufwirft, was hat einen Sinn, bzw. das Begreifen des "Sinnes" jenseits der Sinnlichkeit von Riechen, Hören,... und Sehen.
Zitat von Inaktiver User
Dazu gehört auch, den begriff "Sinn" erst mal zu erfassen und von "Zweck" zu unterscheiden. Wenn ich auch zugeben muss, dass mir dieser Unterschied selbst nicht immer völlig klar ist. Aber daran entwickelt sich ja auch die Aufgabe, welche man eben als zu Erfüllende ansieht, um seine Existenz erfolgreich bezeichnen zu können und sein Selbstbewusstsein zu stärken (ohne das Lob anderer).
Der Tod ist ein weiteres Motiv, sich darum Gedanken zu machen.
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07.05.2007, 13:23Inaktiver User
AW: Religion versus Spiritualität
Noch speziell hierzu:
Ich habe eine Dokumentation gesehen von National Geographic, welche zeigte, wie eine Elefantenherde auf ihrem alljährlichen Zug am Rande der Sahara Orte besucht, an denen sie absolut nichts zu finden haben, außer den Knochen ihrer Verwandten.
Zitat von Inaktiver User
Bei diesen Stellen verweilen sie eine Zeit, ohne zu fressen (meist hat es da auch nichts) und ziehen dann weiter.
Es gibt keinen anderen Grund da überhaupt vorbei zu gehen und sie müssten zu ihren Weidegebieten eine kürzere Route wählen, aber nein, sie gehen bei ihren gestorbenen Ahnen vorbei.
Das ist ziemlich klar ein Totenkult bei den Elefanten. Andere Erklärungen liegen nicht vor, was Deine Vermutung bestätigen würde.Geändert von Inaktiver User (08.05.2007 um 05:13 Uhr)


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