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  1. User Info Menu

    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Papillon01 Beitrag anzeigen
    Der ganze christliche Glaube basiert auf der Auferstehung Jesu, das ist der Kerngedanke. Ohne diesen gäbe es keine christliche Religion, dann wäre sie zwecklos. So sagte es Paulus.
    Für dich vielleicht und Paulus; für mich begann die Formung der christlichen Religion mit Jesus Leben, den Schriftgelehrten , seinen Anhängern, welche sich auf Jesus berufen. Zu bemerken ist auch, dass schon vor Jesus im Judaismus christliche Gedanken niedergeschrieben wurden.

    Deiner Beschreibung nach stellst du die Entstehung des Christentums in Frage, obwohl jeder Gläubige sich darauf beruft. Die Merkmale, wann wer was gesagt und geschrieben hat ist doch zweitrangig im Sinne des Verständnisses für das Christentums.
    Geändert von Akzent (28.06.2021 um 12:08 Uhr)

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  2. Inaktiver User

    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Papillon01 Beitrag anzeigen
    Der ganze christliche Glaube basiert auf der Auferstehung Jesu, das ist der Kerngedanke. Ohne diesen gäbe es keine christliche Religion, dann wäre sie zwecklos. So sagte es Paulus.
    Und eben das macht mir den christlichen Glauben - jedenfalls wenn das das Wesentliche sein soll - suspekt. Vor zweitausend oder auch vor einigen hundert Jahren mochte das in die gesellschaftlichen Zusammenhänge gepasst haben. In heutigen Zeiten mutet dies fast als "Aberglaube" an, der ja von der Kirche selbst seit jeher abgelehnt wird sofern er sich nicht auf rein christliche Mythen bezieht.

    Und da schließt sich für mich auch der Kreis zu "Mission und modernem Christentum". Wenn dies heute so unverändert als Kern des Glaubens missionarisch vermittelt werden soll, ist das meiner Ansicht nach eine Zumutung für den aufgeklärten Geist. Ich schreibe bewusst Geist und nicht nur Verstand.

    Mal ganz abgesehen von der restriktiven Sexualmoral, das steht noch mal auf einem anderen Blatt.

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    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Und da schließt sich für mich auch der Kreis zu "Mission und modernem Christentum". Wenn dies heute so unverändert als Kern des Glaubens missionarisch vermittelt werden soll, ist das meiner Ansicht nach eine Zumutung für den aufgeklärten Geist. Ich schreibe bewusst Geist und nicht nur Verstand.
    Ich meine, heutige Missionare versuchen schon den Zeitgeist von heute einzufangen und damit die Menschen zu erreichen. Es kommt darauf an in welcher Mission sie agieren. Was wollen sie erreichen. In Papua Neuginea werden Missionare nicht mit dem heutigen Stand der Technik einsteigen können. Geht es dabei immer nur um den Glauben oder ist es ein Berufsfeld entsprechender Einrichtungen geworden. Es ist sicher nicht grundsätzlich das Gedankengut und moralischer Ansichten von vor 2000 Jahren zum Missionieren geeignet.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Meine persönliche Ansicht: Mission klappt eigentlich nur indirekt und durch Vorleben und das ist tatsächlich der längere, schwierigere Weg. Mit flammenden Reden ist es nicht getan. Man kann nur, so gut es geht, die eigene Religion leben. Als Christin heißt das für mich auch: soweit möglich zum Wohle Anderer. Und vielleicht wirkt das hier und da anziehend, weckt Interesse, Interesse an unserer Religion und an Gott.
    Wobei ich einmal zurückfrage, ob es grundsätzlich eine Religion/Gott braucht, um ein menschenachtendes Leben zu führen? Anderen zu helfen, niemandem Leid anzutun etc. pp.

    Ich denke, dass grundsätzlich spirituelle Menschen sehr empfänglich sind für "flammende" Reden/Missionen.

    "Glauben" per se soll angeblich jeder Mensch können.

    Ich tue mich damit sehr, sehr schwer und denke, dass wir früh genug erfahren, ob es überhaupt ein "Jenseits" gibt und wie es genau aussieht.

    Auch denke ich, dass wir uns über die Menschheit keine Gedanken machen müssen; vielmehr sollten die "Botschafter" auf Erden zusehen, sowohl ihren Laden als auch mitunter sich selbst in den Griff zu kriegen. Sicherlich sind nicht alle in einen Topf zu werfen, aber die Abkehr der Menschen zeigt sich in den steigenden Austritten, was nicht bedeutet, dass sie ihren Glauben verloren haben (vielleicht einige, aber nicht alle) und sie dennoch aufrechte, empathische Menschen geblieben sind, die im Geiste ihrer Religion leben.

    Meine Einstellung zu Religionen grundsätzlich ist eher ablehnend, weil sie für mich gesehen mehr Leid als Freude gebracht hat. In früheren Jahrhunderten war es knallhartes Politgeschäft (nebst anderer Auswüchse) und die Bevölkerung wurde bewusst "dumm" gehalten, um ein willfähriges, zahlendes Klientel zu haben (oder Kanonenfutter für die elenden Kreuzzüge) und andere Religionen waren nicht viel besser. Eher Mittel zum Zweck und ein bisschen Gutzigutzi für die Leute.

    Inwieweit die heutigen Amtskirchen ihre Missionare für die heutige Gesellschaft/Welt ausbilden mit erhofften Eintritten in die selbigen (?) vermag ich nicht zu sagen.

    Die Botschaft Jesu ist bei mir soweit angekommen und ja, ich denke, er hat gelebt und im Grunde reichen für mich die 10 Gebote und alles wäre paletti.

    Mehr braucht's nicht.

  5. Moderation

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Wie Spatz und einige Andere finde auch ich es schade, dass Mission hier so verengt wird auf das, was ich im EP schon ein bisschen ausschliessen wollte:
    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich denke, die meisten User:innen hier werden einig darin sein, dass a) ungebetene und b) selbstgerechte Vorträge über eine "erkannte Wahrheit", vielleicht sogar noch garniert mit Abwertung anderer Glaubensarten, unangenehm sind und eher abstoßen als missionieren.
    Das habe ich als selbstverstaendlich vorausgesetzt und mich gefragt, ob es ein weiteres Verstaendnis von Mission geben kann:
    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Könnte nicht auch gemeint sein: Durch das eigene Beispiel lehren, wie (christlicher) Glaube ein Leben positiv beeinflussen kann?
    Insofern finde ich es nicht so fruchtbringend, dass hier sehr viel zu den (althergebrachten?) "Holzhammermethoden" geschrieben wurde, bzw. zur "Holzhammereinstellung", die andere Glaubensvorstellungen abwertet. Wie gesagt, ich hatte das vorausgesetzt, dass dieses in unserer Gesellschaft auf wenig Gegenliebe stossen duerfte.

    Auch finde ich hier die Grundsatzdiskussion, ueber Machtmissbrauch von religoesen Institutionen, generellen Sinn und Unsinn von Glauben tatsaechlich ein bisschen OT. Es sind auch in allen Straengen immer dieselben und basieren meistens auf jeder Menge Vorurteile ueber die Ueberheblichkeit, Selbstsicherheit und, tja, den Missionierungsdrang von Glaeubigen. Natuerlich gibt es das alles, so wie es abgehobene Veganer:innen gibt und korrupte Politiker:innen und gewaltaetiger Maenner und manipulative Muetter und auslaenderfeindliche Deutsche... Es ermuedet ein wenig, immer wieder dagegen anzuschreiben. Ich kann voellig verstehen, wenn jemand aufgrund so negativer Erfahrungen Religion oder Religioese oder Glaubensgemeinschaften fuer sich ablehnt. Aber auch dann wird es nicht richtiger, eine so ungeheuer grosse und diverse Gruppe auf diesen Machtmissbrauch zu verengen, und es ist eben auch nicht wirklich Thema hier.

    Ich vermute, meine Fragestellung ist bei einigen so ruebergekommen, als wolle ich wissen, wie man heute moeglichst erfolgreich missionieren koenne, also so ungefaehr: "Wenn dumpfes Anderen-meine-Religion-vor-den-Kopf hauen nicht hilft, wie koennte ich Euch rumkriegen?" So war es nun nicht gemeint. Ich denke auch, ein Mensch ist entweder fuer einen Glauben empfaenglich, oder nicht. Da kann man nur Information freisetzen, was damit angestellt wird, ist Sache des Einzelnen. Ich meine eher die Frage: Kann man auch das als Mission bezeichnen?
    Meine Mutter ist z.B. der Ansicht, dass auch Konzerte mit geistlicher Musik Mission sind, denn sie haben Potential, vielleicht in der ein oder anderen Person etwas anzuruehren, zum Schwingen zu bringen, wenn man so will. Nicht (unbedingt) in dem Sinn, dass diese Person dann ein total glaeubiger Christ wird und/oder jeden Sonntag in die Kirche geht - aber dass eben etwas von der spirituellen Inspiration vermittelt wird. Dass jemand sich an etwas erfreut, dass aus einem religioesen Gedanken geschaffen wurde. Vielleicht nur einen Moment lang.


    Umgekehrt denke ich auch, ich muss mich auch nicht mit meinem Glauben im dunklen Kaemmerlein verstecken. PollexNiger hat mich in dieser Ansicht aus einem anderen Blickwinkel auch bestaerkt.
    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Was ich als Atheistin problematisch finde ist der Versuch politischer Einflussnahme. Die Konfessionslosen sind da im Hintertreffen, da sie nicht organisiert sind.
    Hmmm, wie meinst Du das? Es steht jeder frei, sich politisch zu engagieren, und natuerlich tun die meisten Leute das basierend auf ihren eigenen Werten. Was ist dann an dem Versuch von Christen, sich fuer ihre Werte einzusetzen, verwerflicher als an einer Tierschutzpartei oder einer Autofahrerpartei? Warum soll bspw. Heinrich Bedford-Strohm (momentan Ratsvorsitzender der EKD) sich nicht fuer die Seenotrettung von Fluechtlingen einsetzen, was er als Teil seiner christlichen Pflicht versteht? Inwiefern ist das anders, als wenn andere sich fuer strenger kontrollierte Migration einsetzen, oder fuer bessere Schulen, oder fuer sonst einen Zweck? Also kurz: Warum sollten Christen - auch Amtstraeger - sich weniger gesellschaftlich engagieren als andere?
    Was mich auch interessieren wuerde: Waere das fuer Dich Mission?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    [...]Auf diese Art werden schon kritiklose Kinder in eine Richtung gelenkt, was ich auch nicht richtig finde, denn jeder sollte seinen eigenen Weg finden, obwohl ich natürlich verstehe, wenn tiefgläubige Eltern diesen Glauben auch ihren Kindern vermitteln.
    Trotzdem ist das im Grunde auch schon übergriffig.
    Naja, wer glaubt, dass Kinder kritiklos seien hat wohl noch nicht so viele kindliche Fragen ueber sich ergehen lassen.... Im Ernst: Auch das finde ich schwierig, es ruehrt so ein bisschen an den Mythos von der "wertfreien Erziehung". Warum soll das uebergriffig sein, seinen Kindern zu vermitteln, woran man glaubt? Ich behaupte: Alle Eltern tun das. Es liegt sogar in ihrer Verantwortung. Wuerdest Du / bzw. bringst Du Deinen Kindern bei/bringen, dass alle Menschen gleich viel wert sind? Dass es okay ist, wenn Maenner Maenner und Frauen Frauen heiraten? Dass es falsch ist, Fleisch zu essen? Dass Religionen unwahr sind?
    Wie soll das ueberhaupt gehen, die eigenen Glaubenssaetze nicht an Kinder weiterzugeben? Was hier gerne uebersehen wird ist, dass Glaeubige den Unterschied zwischen Glauben und Wissen, zwischen aeusserlichem Fakt und individueller Entscheidung durchaus kennen. Und diesen Kindern auch vermitteln koennen.



    Es ging mir tatsaechlich um solche Beispiele. Wie man nachlesen kann (klick gruener Pfeil), stammen einiger dieser Darstellungen von sehr religionskritischen Usern:
    Zitat Zitat von Ichwillnicht Beitrag anzeigen
    [...]Im CVJM war ich lange, der dortige Jugendpfarrer war sehr engagiert und nur wegen ihm war ich mindestens noch 20 Jahre in der Kirche. [...]
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [...]
    Das Vorleben einer klaren Ethik in Bezug auf die eigene Lebensführung weckt bei mir immer Respekt. [...]
    Zitat Zitat von Fels Beitrag anzeigen
    [...]Wenn mich jemand danach fragt, gebe ich gerne Auskunft, ich kann auch mit anderen darüber diskutieren und darlegen, wie ich persönlich zu meiner Art von Glauben gelangt bin, das war es dann aber auch schon.

    Für mich ist christliches Leben die beste Art, zu existieren. D. h. ich versuche, niemandem etwas Böses anzutun, hilfsbereit zu sein, ich achte jede Art von Leben, soweit es mir möglich ist[...]
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [...]Jemand, dem man anmerkt, der ist gelassen, kommt auch in schwierigen Zeiten gut durch, weil ihn ein Glaube stärkt. Glaube daran, Teil eines Ganzen, mit allem verbunden zu sein was geschaffen wurde.

    Menschen, die meinen, sie wüssten alles besser, wirken auf mich eben genau so nicht: entspannt.

    [...]

    Im CT geht es doch um Menschlichkeit, Nächstenliebe, Toleranz. Ihre Aufgabe: die Schwächsten zu schützen, Hilfen anzubieten und sich, ja, durchaus politisch engagieren: nämlich gegen Ungerechtigkeit, Zerstörung der Umwelt, Verfolgung, Hunger, Kriege und sonstiges Elend.
    Die Frage nochmal: Ist das Mission? Oder kann es Mission sein?



    Zitat Zitat von PollexNiger2 Beitrag anzeigen
    [...]
    Das würde ich teilweise unterschreiben. Ich sehe Missionierung dann sehr kritisch, wenn sie in einer ungleichgewichtigen Situation stattfindet. Wenn Hilfsorganisationen ihre Nahrungsmittelspenden mit Missionstätigkeiten verknüpfen, dann ist es mit der Entscheidungsfreiheit nicht mehr weit her. Ganz ähnlich sieht es bei der angesprochenen Verquickung von Suchtberatung und Missionstätigkeit aus. Missionstätigkeit in autoritär regierten Ländern mit unfreier Presse ist ganz grundsätzlich kritisch zu sehen.

    Und auch die Missionierung von Kindern und Jugendlichen ist ausgesprochen problematisch. Ganz besonders schlimm ist es, wenn Eltern zwingend auf Kinderbetreuung angewiesen sind und es ausschließlich Angebote in kirchlischer Trägerschaft gibt.
    Das fast fuer mich ungute Punkte an Mission sehr gut zusammen. Auch dieser Kritik an konfessioneller Kinderbetreuung, so sie entgegen der Ueberzeugung der Eltern stattfindet, kann ich mich anschliessen. Allerdings finde ich, da waere der Staat gefragt, konfessionslose Alternativen zu schaffen (und ich vermute, so hat PollexNiger es auch gemeint).
    Umgekehrt erlebe ich in der weiteren Bekanntschaft allerdings auch, dass Angebote, sogar katholische Privatschulen, gerne in Anspruch genommen werden, weil dort die Ansprueche (angeblich) hoeher seien, als an den durchaus vorhandenen alternativen staedtischen Schulen / Kindergaerten, dann aber gerne mal lauthals ueber Kirche/Religion gemotzt und gespottet wird. Sicher kann man sowohl Teil einer Religionsgemeinschaft oder einer kirchlichen Institution sein und trotzden - bzw. gerade dann - Kritik ueben. Aber einerseits Dienstleistungen, wenn es einem in den Kram passt, in Anspruch nehmen und sich woanders als anti-religioes/anti-kirchlich geradezu in Szene setzen finde ich auch nur so mittelgeil.

    Auch mal eine Frage: Gibt es atheistische Mission? Ich hab schon so einiges erlebt, was man darunter fassen koennte.



    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Wobei ich einmal zurückfrage, ob es grundsätzlich eine Religion/Gott braucht, um ein menschenachtendes Leben zu führen? Anderen zu helfen, niemandem Leid anzutun etc. pp.
    Auch so eine Frage, die in jedem Reli-Strang kommt. Wozu "braucht" es irgendwas? Wozu brauch ich eine elektrische Zahnbuerste, ich kann doch auch eine manuelle nehmen? Wozu braucht es Triathlon, ich kann genauso gut mit Yoga und einer vernuenftigen Ernaehrung fit und gesund sein? Du konstruierst einen Exklusivitaetsanspruch, den ich zumindest gar nicht aufgemacht habe. Ich sage nur: Es gibt Menschen, fuer die ist ihr Glaube eine Kraftquelle in ihrem Leben, auch fuer "gutes" Handeln. Du hast (eine) andere Kraftquelle/n, ist doch okay. Warum soll es nur eine geben?
    Meine Frage waere hier also: Ist es Mission, anderen die Information ueber meine Kraftquelle zugaenglich zu machen?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass grundsätzlich spirituelle Menschen sehr empfänglich sind für "flammende" Reden/Missionen.
    Okay, ich gebe zu: "flammende Rede" ist schwammig. Ich habe ja fast taeglich Kontakt zu anderen Glaeubigen aus meiner Gemeinde und zu Glaeubigen anderer Religionen, und keiner von uns waere mit Himmel-Hoelle-Zuckerbrot-und-Peitsche-Reden, mit lauten Ausrufen der "Wahrheit" und der sicheren Verdammnis fuer alle Andersdenkenden zu beeindrucken. Aber klar, es gibt z.B. Predigten, die ich sehr gut finde. Aber ich und ich bin ziemlich sicher die allermeisten meiner Bekannten waeren eben wenig amuesiert, wenn es bei den Reden bleibt, eine freundliche Einstellung und dann auch der eigenen Ethik entsprechenden Handlungen gehoeren schon zum "Paket" dazu. Das kann im Fall meiner Meinung nach eben auch Mission sein, ist es aber nicht inhaerent.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    @ Flau

    Du hast sehr gut zusammengefasst über was Du gerne diskutiert hättest. Ich erlebe das ähnlich in meiner Gemeinde.

    Ich mag es nicht, mich hier rechtfertigen zu müssen, weshalb ich Kirchenmitglied bin, sehr wohl wissend, was in 2000 Jahren Christentum so alles angerichtet hat.

    Die Pandemie hat mich gelehrt, was ich inzwischen schmerzlich vermisse: Nur gelegentlich singt ein Minichor in der Kirche, Lieder werden vom Kantor gesungen, die Gemeinde soll den ihr zugewiesen Part sprechen. Ich vermisse vor allem die Oratorien zur Weihnachts- und Osterzeit. (Obwohl ich sie alle schon dutzende Male gehört habe)

    Ich vermisse die Schauspiel- und Chorauftritte unserer Schulen, die z.T. vor allem in der Adventszeit in unseren alten Kirchen stattfinden.

    Und ich fand es ganz entsetzlich, dass ich ein paar Mal nicht zu einer Beerdigung verstorbener Bekannter und Angehöriger gehen durfte
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Wozu "braucht" es irgendwas? Wozu brauch ich eine elektrische Zahnbuerste, ich kann doch auch eine manuelle nehmen? Wozu braucht es Triathlon, ich kann genauso gut mit Yoga und einer vernuenftigen Ernaehrung fit und gesund sein? Du konstruierst einen Exklusivitaetsanspruch, den ich zumindest gar nicht aufgemacht habe. Ich sage nur: Es gibt Menschen, fuer die ist ihr Glaube eine Kraftquelle in ihrem Leben, auch fuer "gutes" Handeln. Du hast (eine) andere Kraftquelle/n, ist doch okay. Warum soll es nur eine geben?
    Meine Frage waere hier also: Ist es Mission, anderen die Information ueber meine Kraftquelle zugaenglich zu machen?
    Naja, so ohne "Brauchen" geht's ja letztlich nicht. Das Gefühl, etwas zu brauchen, löst ja Tätigkeit(en), sich kümmern, damit .... aus. Und sicherlich braucht's fürs Überleben keine elektrische Zahnbürste, oder stundenlanges sportliches Betätigen, um den Triathlon zu schaffen.

    Von daher ist meine Frage doch gar nicht so abzuwerten. Braucht's für den Menschen zwingend einen Gott, eine Religion? Wer sich diese Frage mit einem klaren "Ja" beantwortet, wird seine Gründe haben und gut ist.

    Mir reichen eben die 10 Gebote und auch gut ist.

    Letztlich sind die Amtskirchen aber nicht von der jeweiligen Religion zu trennen, denn da sind die Stellvertreter Christi, die auf Erden ihre Missionsarbeit leisten sollen. Viele schaffen das auch wirklich gut oder sogar sehr gut, weil sie ihre Mitglieder erreichen. Habe schon einige Predigten gehört, so ist das nicht. Bin aber aus der Kirche genauso "klug" wieder raus, wie rein, habe nämlich überhaupt nichts verstanden und wenn ich mich so umschaute, waren die BesucherInnen offenkundig auch nicht bei der Sache, sondern kramten in ihren Taschen und/oder waren im (leisen) Gespräch vertieft.

    Mir ggüber muss sich auch niemand rechtfertigen, weil .....

    Ich rechtfertige mich auch nicht, weil ....

    Wenn überhaupt, gehöre ich wohl zu den "Haderern", weil ich absolut nicht weiß, wie "Glauben" mich trösten könnte, würde z.B. meiner Tochter unbeabsichtigt etwas zustoßen (Gewalttat) oder ich bis heute den Tod für ungerecht halte, weil meine Schwester, die sich als Kinderintensivkrankenschwester den A.... aufgerissen hat, um den Kleinen gut ins Leben zu helfen und auch sonst ein ganz toller Mensch war, aber mit 52 abtreten musste, hingegen meine immer Zwietracht säende eine Großmutter 102 werden durfte.

    Sollte ich religiösen Beistand suchen, würde ich vermutlich den Satz hören: Gottes Wege sind unergründlich?

    Ich weiß nicht, welche Kraftquelle ich habe. Vermutlich die des Realismus. Da haut's einen sicherlich auch mal aus den Socken, aber am Ende muss ich es hinnehmen, wie es kommt.

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Sollte ich religiösen Beistand suchen, würde ich vermutlich den Satz hören: Gottes Wege sind unergründlich?
    Ja, das würdest du immer, wenn du strikt Gläubige fragst, wieso ihr Gott es zulässt, dass Kleinkinder sexuell missbraucht und misshandelt werden, dass Menschen verhungern, dass es immer noch Folter gibt, wieso Contergangeschädigte geboren wurden, schreckliche Verbrechen, Tsunamis, Dürren etc.
    Die Liste ist endlos.
    Und das soll ein gütiger Gott sein, sogar einer, der den Menschen "nach seinem Bilde" geschaffen hat?
    Wenn das wirklich so wäre, dann gnade uns dieser Gott, denn dann ist ihm jede Greueltat zuzutrauen.

    Nee, die Logik sagt mir, dass die Zusammenhänge ganz andere sein müssen.
    Erst nach dem Tod werden wir sie (hoffentlich) erkennen.
    Und wenn nicht, wenn mit dem Tod alles vorbei ist, so what! Dann ist es eben so.

    Empfänglich für "flammende Reden" bin ich aber nicht, obwohl ich mich für spirituell halte und zum Beispiel so gut wie täglich meditiere.
    Ich bin fest davon überzeugt und das auch nur, weil ich es am eigenen Leib erlebe, rein gefühls- und bewusstseinsmäßig, dass ich mich damit mit etwas Größerem verbinde, mit einer Art Urenergie, die uns leben lässt.
    Damit ist für mich aber schon Schluss. Weder will ich andere davon überzeugen, noch stelle ich es als die absolute "Wahrheit" hin, weil ... siehe oben!
    Ich weiß nicht, welche Kraftquelle ich habe. Vermutlich die des Realismus. Da haut's einen sicherlich auch mal aus den Socken, aber am Ende muss ich es hinnehmen, wie es kommt.
    Ja, das müssen wir alle, die ultimativen Fragen bleiben unbeantwortet, und was mich betrifft, ich kann die Antworten ruhig abwarten.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Ja Fyona, das sind sicherlich auch ganz schreckliche Dinge, aber ich denke, wir schweifen hier doch irgendwie ab.

    Letztlich geht es um Missionen und ja, da muss ich zugeben, so die Kirchenfachleut's in erster Reihe stehen, haben sie bei mir kläglich versagt. Ich bin getauft und konfirmiert und fand das alles nur zum Rauslaufen und habe 1000 Kreuze gemacht, als es überstanden war. Viel Lug und Trug, kein religiöses Fundament in der Familie weit und breit, alles nur, weil es sich so "gehört(e)" .

    Meine Tochter ist nicht getauft und als das Thema aufkam, habe ich mit ihr gesprochen, aber nur soweit, dass ich offen zugab, dass ich im Verlauf meines Lebens nicht "zu Gott gefunden" habe; ihr es aber freistelle. Wenn sie möchte, dann wird alles in die Wege geleitet, wenn sie den Wunsch hat (Taufe pp.).

    Missionen senden bestimmt viele Menschen aus und sie wissen oder merken es nicht. Mir sind im Leben einige für mich beeindruckende Menschen begegnet, deren Sichtweise ich nachvollziehen konnte und damit geholfen haben. Aber ich glaube, die waren sich ihres "Sendungsbewusstseins" nicht klar.

    Wer weiß, welche Missionen wir schon in die Welt getragen haben und wissen es nicht.

  10. Inaktiver User

    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Also kurz: Warum sollten Christen - auch Amtstraeger - sich weniger gesellschaftlich engagieren als andere?
    Was mich auch interessieren wuerde: Waere das fuer Dich Mission?
    Ich nehme das nur als ein Beispiel aus deinem Posting: nein das ist für mich keine Mission.

    Gesellschaftliches Engagement an sich, das bloße Leben seiner Religion (auch sichtbar und öffentlich), das Vorleben von Werten gegenüber den eigenen Kindern und das Pflegen von kulturellen Veranstaltungen (Musik) - all das ist für mich keine Mission.

    Voraussetzung für Mission ist ein Auftrag, eine Sendung. Jemand wird gesendet mit dem Ziel aktiv auf andere zu zu gehen, denen etwas zu verkünden und sie davon zu überzeugen. Mission ist zweckgebunden, verfolgt eine Absicht und sie will Erfolge sehen. Das ist meiner Meinung nach nicht vergleichbar mit reinem Leben der eigenen Überzeugung, das, völlig absichtslos, offen lässt wie andere darauf reagieren.

    Ich denke, du hast die falsche Frage gestellt.

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