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  1. Inaktiver User

    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    "missionieren" bedeutet in meinem Fall, daß die Kommunionkinder jetzt wissen, wofür der Fisch als Symbol steht und was diverse, andere Motive für eine Bedeutung haben. Und wenn ich ihnen das vermitteln kann, habe ich genug missioniert.

    Das ist mein Glaube und ich teile ihn auf diese Weise mit der nächsten Generation.

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Eigentlich sind es doch 2 Paar Schuhe: Wissen rund um die Religion sind das eine, GLAUBEN das andere.

    Ich weiß nicht, wie das bei anderen ist, aber ich kann nicht auf Knopfdruck Glauben.

    Das ist ein Gefühl in mir, das ist da.
    Ich kann mich mit anderen Themen auseinandersetzen, ob mich was überzeugt, steht auf einem anderen Blatt.

    Warnungen vor Irrlehren sind nicht so einfach.
    Das vor "die-ziehen-dir-das-Geld-aus-der-Tasche-und-dich-über-den-Tisch" gewarnt wird, zb von den Infostellen für Sekten, finde ich in Ordnung.

    Wenn jemand aus seinem Glauben heraus mich vor Irrlehren warnt, sagt das doch mehr über den Warner aus als über den Glauben.
    Da geht es um Angst und Ohnmacht und Deutungshoheit.
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

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    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von PollexNiger2 Beitrag anzeigen
    Als Atheistin würde ich sagen: Selbstverständlich. In einer liberalen Gesellschaft steht es jedem frei, jedwede Form von gewaltfreier Überzeugungsarbeit zu leisten. Das ist völlig erlaubt und legitim, im Religiösen wie im Politischen. Ob die Missionierungsversuche auf fruchtbaren Boden fallen, ist natürlich eine ganz andere Frage.

    Und ich kann mich jederzeit von den Missionierungsversuchen abgrenzen, wenn sie mir nicht gefallen, auch das macht die liberale Gesellschaft aus.

    Versteh das bitte nicht als Gestichel, aber für mein eigenes soziales Umfeld könnte ich beim besten Willen nicht sagen, dass die überzeugten Christen leuchtende Vorbilder für eine positive Lebensgestaltung sind.

    Seien es die sozialen Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft, die sich ein "christliches Menschenbild" auf die Fahnen schreiben, in denen aber gnadenlos gemobbt wird. Seien es die christlichen Gemeinden mit all den Lager- und Frontenbildungen.
    Das kann ich als Atheist nur unterschreiben.

    Durch irgendein seltsames Gebaren des Zufalls bin ich vielen Ultrachristen über den Weg gelaufen. Habe so einige evangelische Pfarrer über deren Kinder, meine Kommilitonen, kennengelernt und einige katholische Priesterkandidaten, die „der Sünde anheim gefallen sind“, sprich eine Frau geheiratet haben.

    Was die Pfarrer etc. anbelangt: Ich habe wirklich selten so viele überhebliche, von sich selbst so restlos überzeugte, übelgelaunte Menschen kennengelernt, die das wichtigste aller christlichen Gebote missachtet haben: die Nächstenliebe.

    Auch bei den sonstigen Ultrachristen steht so manches Gebot regelmäßig nur auf dem Papier.

    Ich selber stamme auf der einen Seite u. a. von Pietisten ab, auf der anderen Seite von strenggläubigen Katholiken. Von den Erzählungen meiner Eltern – beide in ihrer Jugend und in ihrem frühen Erwachsenenleben sehr aktiv in Kirche und kirchlicher Jugendarbeit – über deren früheres Umfeld bekomme ich einfach nur das K… über die Schlechtigkeit von manchen Menschen.

    Zitat Zitat von PollexNiger2 Beitrag anzeigen
    Wobei mein größtes Problem in der "Kernbotschaft", nämlich den biblischen Texten, liegt.
    Und dem Glauben an die Existenz eines oder mehrerer göttlicher Wesen an sich. Ich bin nicht offen für Missionierung, weil ich meinen Glauben gefunden habe. Und wann immer ich mich über Religion und Glauben mit andersgläubigen unterhalten habe, ist mein Glauben gestärkt daraus hervorgegangen.

    Wichtig in einer liberalen Gesellschaft ist, dass jeder seinen eigenen Glauben leben kann. Aber natürlich für sich, denn seine eigenen Glaubensgrundsätze sollte man nicht auf andere übertragen. Ganz tief in mir drin, fußend auf Nächstenliebe, besteht bei mir ein bisschen der Drang, Nichtatheisten zu ihrem eigenen Wohl aufzuwecken aus ihrem – aus meiner Sicht – Irrglauben, aus einer Welt, in der sie alles auf etwas ausrichten, das es gar nicht gibt. Meine liberale Grundhaltung behält aber immer die Oberhand. Ich missioniere nicht, ich will auch nicht missioniert werden.

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    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Übergriffiges Missionieren fängt in meinen Augen schon im konfessionellen Religionsunterricht an. Besonders fragwürdig dabei, dass dieses Fach auch noch benotet wird.
    Völlig anders würde es aussehen, wenn in eben diesem Unterricht Kindern alle großen Religionen nahegebracht würden, ebenso Themen wie bsw. Unterschied dieser Religionen zu Sekten usw. Und die Entscheidung, welcher Religion man angehören möchte, oder eben auch nicht, in dem Alter stattfindet, in dem ansonsten gefirmt oder konfirmiert wird.

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    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Rednose Beitrag anzeigen
    Übergriffiges Missionieren fängt in meinen Augen schon im konfessionellen Religionsunterricht an. Besonders fragwürdig dabei, dass dieses Fach auch noch benotet wird.
    Das kenne ich aus meiner Schulzeit, die Jahrzehnte her ist.
    Es gab sogar noch katholische und evangelische Grundschulen, und auf dem Lyzeum hatten wir getrennten Religionsunterricht.

    Aber in der Schulzeit meiner Söhne - auch schon länger her - gab es in der Oberstufe Ethik- oder Philosophieunterricht, der auch die verschiedenen Weltreligionen behandelte.
    An einen Religionsunterricht kann ich mich nicht erinnern, der fand, wenn man es wollte, außerschulisch statt vor der Kommunion bzw. Konfirmation.

    Problematisch war es auch lange Zeit, wenn ein Katholik einen Evangelischen kirchlich heiraten wollte.
    Diese Ehen wurden "Mischehen" genannt.
    Damit die kirchliche, katholische Trauung stattfinden konnte, musste sich der katholische Partner dazu verpflichten, den Andersgläubigen nach Kräften zu bekehren und auch die Kinder sollten katholisch erzogen werden.
    Sonst wurde die Ehe von der Kirche nicht anerkannt und die Betreffenden exkommuniziert.
    Für gläubige Katholiken war das alles sehr schwierig.

    Ich weiß das von Freunden von uns.
    Die katholische Frau hängte ein Kruzifix über das Ehebett, das der atheistische Mann sofort wieder abnahm !

    Auch eine vor Jahrzehnten geschiedene gläubige katholische Freundin von mir sagte mal, sie hätte deshalb nicht wieder geheiratet, weil die Trauung nicht kirchlich hätte stattfinden können, weil sie ja geschieden war.
    Ein Stück Zeitgeschichte ...

    Tatsache ist, dass Religionen ihre Schäfchen ganz schön im (Würge)griff haben können.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Auch mal eine Frage: Gibt es atheistische Mission? Ich hab schon so einiges erlebt, was man darunter fassen koennte.
    Ja. Sie findet aber nicht organisiert statt, weil es hier keine oder keine nennenswerten Glaubensorganisationen gibt, die von ihren Mitgliedern Missionstätigkeit erwarten oder verlangen. Dahinter steckt dann ausschließlich der Eigenantrieb.

    Ein paar Beiträge weiter oben habe ich das Thema in Bezug zu mir kurz angerissen. Letztlich funktioniert ein Zusammenleben in einer liberalen und pluralistischen Gesellschaft nur, wenn man den anderen und seinen Glauben akzeptiert. Man kann natürlich für seine Sache werben, da gebe ich PollexNiger2 vollkommen recht. Aber man muss sich vielleicht auch frei machen von dem Gedanken, man müsse den anderen jetzt unbedingt erretten, sei es, indem man ihn für die Aufnahme ins Paradies qualifiziert, sei es, dass man ihn davon überzeugt, dass er etwas Nichtexistentes anbetet.

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Aber man muss sich vielleicht auch frei machen von dem Gedanken, man müsse den anderen jetzt unbedingt erretten, sei es, indem man ihn für die Aufnahme ins Paradies qualifiziert, sei es, dass man ihn davon überzeugt, dass er etwas Nichtexistentes anbetet.
    Man muss sich nicht "vielleicht", sondern ganz gewiss von diesen Gedanken frei machen, sie sind imo vermessen, wenn nicht anmaßend.

    Das, woran ich mehr oder weniger "glaube", beinhaltet auf jeden Fall auch die Annahme, dass alles ganz anders sein könnte, weil wir Menschen die unendlich komplexe Gesamtheit des kosmischen Geschehens nicht annäherungsweise erfassen können.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

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    AW: Nun sagt, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Rednose Beitrag anzeigen
    Übergriffiges Missionieren fängt in meinen Augen schon im konfessionellen Religionsunterricht an. Besonders fragwürdig dabei, dass dieses Fach auch noch benotet wird.
    Völlig anders würde es aussehen, wenn in eben diesem Unterricht Kindern alle großen Religionen nahegebracht würden, ebenso Themen wie bsw. Unterschied dieser Religionen zu Sekten usw. Und die Entscheidung, welcher Religion man angehören möchte, oder eben auch nicht, in dem Alter stattfindet, in dem ansonsten gefirmt oder konfirmiert wird.
    Im unserem GG steht der Religionsuntericht als einzigs Fach drin, nicht Deutsch, nicht Mathe, nicht Physik und Chemie.
    (3) Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.
    Art 7 (3)

    Der Unterricht wird heute nicht mehr durch Pfarrer erteilt, sondern durch ausgebildete Lehrer für Religion. Jedes Bundesland hat eigene Richtlinien erlassen, was Inhalt des Faches ist. Dazu gehören Information über andere Religonen und Konfessionen und Ethik. An vielen Schulen wird der Unterricht auch nicht mehr getrennt nach Konfessionen abgehalten.

    Wikipedia hat eine gute Übersicht über die Unterrichtsgestaltung in den einzelnen Bundesländern veröffentlicht
    Geändert von Opelius (05.07.2021 um 15:12 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen

    Auch mal eine Frage: Gibt es atheistische Mission? Ich hab schon so einiges erlebt, was man darunter fassen koennte.
    Atheistische Einstellungen sind weniger metaphysisch zu sehen und haben ein anderes Spielfeld mit den weltlichen Angelegenheiten auf Erden.

    Es ist die Gottesinterpretation der institutionalisierten Religionen, die ich nicht akzeptieren kann, weil diese "Götter", sei es der christliche, Allah oder Jehova allesamt tyrannische Herrscher sind, die einen Kadavergehorsam verlangen, sonst ...
    Sie sind alle nach demselben Muster gestrickt.

    Zuckerbrot und Peitsche
    Und die Gottsuchenden über Stufen von Chakren, Vergeistigungen, Steigerungen und Sublimierung, Gebeten, dem Religiösen Gott nahestehen wollen, gibt sich Gottes Liebe in den heiligen Schriften weniger mit denjenigen ab, welche ihm in der metaphysischen Ebene gesehen am nächsten stünden; den Weisen, den Starken, den Selbstbewussten und sittlich intakten ab. Nein den Armen , Schwachen und Benachteiligten wird die heilige Schrift als Erlösung gegeben. Gerechtigkeit sehe ich da weniger an jenem Gott.


    Allerdings verlieren auch mit diesem Christlichen Gott alle anderen Götter und Mächte, wie Dämonen und andere Tyrannen aus der Antike ihre Wirkung , zumindest in dem Kontext von der beschriebenen ewigen Gottes Liebe zu den Menschen. Ein Wunschvorstellung von Menschen, das als stärkste Kraft sehen zu wollen, halte ich für überzogen, denn der Zorn Gottes lässt bei Nichtgefallen nicht lange auf sich warten. So ists geschrieben in den Heiligen Büchern.

    Tja, so bleibt die Orientierung doch jedem selbst überlassen und mit entsprechenden Kenntnisssen, geht man auch nicht irgendwelchen Sektierern auf den Leim.
    Geändert von Akzent (05.07.2021 um 16:25 Uhr)

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



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    AW: Nun sag, wie hast du's mit der Mission? - Mission und modernes Christentum

    Zitat Zitat von kaffeesahne Beitrag anzeigen
    Warnungen vor Irrlehren sind nicht so einfach.
    Das vor "die-ziehen-dir-das-Geld-aus-der-Tasche-und-dich-über-den-Tisch" gewarnt wird, zb von den Infostellen für Sekten, finde ich in Ordnung.
    Diese meinte ich auch damit + sukzessives Entziehen des wichtigen Sozialkreises, einschließlich Familienmitglieder (die nicht "gläubig" sind), um zu erreichen, dass sich die Menschen voll und ganz nur dem "Glauben" hingeben und den Worten des "Ober-Gurus" lauschen und alles sofortemente in die Tat umsetzen.

    Gehirnwäsche nenne ich sowas und hat für mich mit zumindest dem Glauben, den ich bei anderen vernehme, überhaupt nichts zutun.

    Was den Religionsunterricht in der Schule angeht, konnten wir uns zumindest mit - möcht meinen - 14 (?) befreien lassen und ich habe es auch getan. Musste dafür aber irgend ein anderes Fach nehmen. Welches, ist mir entfallen.

    Meine Tochter hat das Fach "Werte und Normen" gehabt. Fand ich auch nicht schlecht und auch dort wurden die verschiedensten Welt-Religionen durchgenommen. Gehört m.E. irgendwo auch zur Allgemeinbildung und schadet nicht, zu wissen, wer Jesus u.a. waren. Denn, dass er gelebt hat, denke ich auch.

    Inwieweit da mehr hängengeblieben ist, weiß ich nicht (also bei meiner Tochter) und mich hat es nicht zum "Glauben" gebracht, weil ich der Meinung bin, es geht auch ohne. Um eine humanistische Einstellung zu haben, braucht's zumindest für mich nichts Übersinnliches o. ä.

    Vielleicht werde ich auf Zielgeraden ja empfangen mit den Worten: "Ach, da is ja schon wieder so eine Ungläubige, woll'n mal gucken, was wir mit ihr anfangen können.

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