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    AW: Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an

    Nun habe ich eine Idee, wozu der Papst Marx noch benötigt: Ich nehme an, er möchte ihn in die globale Synode einbinden, die er vor kurzem als "Gegensynode" zum deutschen synodalen Weg angekündigt hat:

    Die Vatikansynode zur Synodalität wird ein mehrjähriger globaler Prozess sein... Der Synodenplan wurde den Bischöfen inmitten anhaltender Spannungen zwischen dem Heiligen Stuhl und den katholischen Bischöfen in Deutschland zugesandt, wo ein mehrjähriger „synodaler Prozess“ von Laienkatholiken und Bischöfen Änderungen der katholischen Lehre vorgeschlagen hat, insbesondere in den Bereichen der Sexualmoral, die Frauenordination und das Verhältnis der Kirche zu Nichtkatholiken.

    Vatican Synod on synodality will be multi-year global process - The Pillar

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    AW: Kardinal Marx bietet Papst seinen Rücktritt an

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Seine Wandlung nun im Alter vom Saulus zum Paulus, ich weiss nicht....
    Dass es da eine gewisse Lernkurve gegeben hat, das würde ich sogar anerkennen wollen. Aber mein Eindruck ist, in zweierlei Hinsicht hat er nicht nur versagt, sondern tut es bis heute. Zum einen hat er versagt dabei, Täter ihrer Strafe zuzuführen:

    Der Kriminologe und ehemalige niedersächsische Justizminister Christian Pfeiffer, der die Untersuchung ursprünglich leiten sollte, sagte: "Für die Kirche war die der MHG-Studie folgende Ankündigung von Marx, wonach alles an die Staatsanwaltschaften gegeben wird, kein Risiko. Das war alles nur Show - mehr nicht." Marx habe Forschern den uneingeschränkten Zugang zu Akten verweigert und damit eine unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung verhindert. "Für die Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit" wäre es das Beste, Marx würde von der Spitze der Bischöfe zurücktreten - "und so einen echten Neuanfang ermöglichen"

    Bayern. Kaum Konsequenzen aus Missbrauchsstudie - Bayern - SZ.de

    Zum anderen versagt er bis heute bei der Ableitung der erforderlichen Konsequenzen, die zur Verhinderung zukünftiger Missbrauchsfälle führen sollen. Noch in seinem Rücktrittsgesuch verteidigt er den synodalen Weg:

    Beides muss im Blick bleiben: persönlich zu verantwortende Fehler und das institutionelle Versagen, das zu Veränderungen und zur Reform der Kirche herausfordert. Ein Wendepunkt aus dieser Krise kann aus meiner Sicht nur ein 'synodaler Weg' sein, ein Weg, der wirklich die 'Unterscheidung der Geister' ermöglicht, wie Sie es ja immer wieder betonen und in Ihrem Brief an die Kirche in Deutschland unterstrichen haben.

    Kardinal Marx’ Brief an den Papst im Wortlaut - Politik - SZ.de

    Da gibt es zum Beispiel ein Arbeitspapier Zur Weiterentwicklung katholischer Sexuallehre Stand: 7. Januar 2020, das nach meinem Dafürhalten eine Menge mehr oder weniger vernünftiger und vertetbarer Ansichten enthält - aber zum Thema Missbrauchsverhinderung einen Totalausfall darstellt. Erst ganz am Ende findet sich dazu:

    Die sexuelle Integrität von allen Menschen, aber erst recht von (minderjährigen) Schutzbefohlenen, gilt es unbedingt zu achten, zu schützen und zu verteidigen. Diese Erkenntnis, dass Übergriffe weder in geistlicher noch körperlicher Weise geschehen dürfen – nicht gegenüber Erwachsenen und erst recht nicht gegenüber Schutzbefohlenen – findet breite Resonanz unter den Gläubigen. „Moraltheologisch kann als geklärt gelten, aus welchem Grund sexueller Missbrauch zu verurteilen ist. Dabei spielt der Aspekt der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung eine zentrale Rolle. Erst durch die moraltheologische Rezeption dieses in der staatlichen Rechtsordnung seit Jahrzehnten verankerten Gutes befindet sich die katholische Theologie in einer säkularen, liberalen Demokratie auf der Höhe der darin geltenden Wertmaßstäbe.“ ... Mit sexueller Selbstbestimmung sind zwei verschiedene Aspekte verbunden: Es gilt das Abwehrrecht jeder einzelnen Person. Missbrauch und Nötigung sind nicht hinnehmbar. Jeder Mensch hat ein Recht auf sexuelle Unversehrtheit. Es muss darüber hinaus ein zweiter Aspekt diskutiert werden: Es gilt das Auswahlrecht jeder einzelnen Person. Menschen sollten nicht nur das Recht haben, nein zu sexuellen Handlungen sagen, die sie nicht wollen, sondern auch das Recht, ja zu sagen zu sexuellen Handlungen, die sie wollen und wählen zu dürfen, wen sie lieben.

    https://www.synodalerweg.de/fileadmi...e-Forum-IV.pdf

    Wenn das alles sein soll, dann gute Nacht. Damit befindet sich der moralische Anspruch der Katholischen Kirche in Deutschland in Bezug auf die Verhinderung von sexuellem Missbrauch Minderjähriger in etwa auf dem Niveau bestimmter Ansichten aus den Siebziger-Jahren, wo mit der sexuellen "Selbstbestimmung" von Kindern zwecks "Entkriminalisierung der Pädosexualität" argumentiert wurde: 'Die wollen das doch auch'. Schon klar.

    ...Seine Mutter stirbt, als er zehn ist. Nach ihrem Tod lebt Kai Christian bei seinem Cousin, einem katholischen Pfarrer. „Ich mochte ihn, der war irgendwie so ein kumpeliger Typ, war nett, war dicklich, hatte einen lieben Hund. Und dann sitzt man auch abends mal auf dem Sofa, lehnt sich aneinander, und dann geht es halt so ganz subtil mit Streicheln los, vorher geduscht, dann sitzt man nur mit Badetuch da. Irgendwann ging es dann auch mit Küssen weiter, bis es dann auch eben dazu kommt, das so aneinander Reiben, das dann zur Ejakulation führt. Später wurde es dann auch mit Eindringen, Penetration verbunden, was für mich einfach zu schmerzhaft war, deswegen ging das nur, dass ich das bei ihm gemacht habe.“

    Ein Jahr nach Missbrauchsstudie - Viele Tater, wenig Gerechtigkeit (Archiv)

    Deshalb werfe ich Marx vor, mit der Verteidigung des synodalen Weges als geeignetes MIttel zur Verhinderung zukünftiger Missbrauchsfälle einen Fehler zu machen, es sich zu einfach zu machen. Genau wie mit der Zölibat-Debatte: Kaum jemand würde doch auf die Idee kommen, mit der Abschaffung des Zölibats homosexuelle Handlungen unter Priestern überflüssig machen zu können. Umso befremdlicher zu glauben, eine Abschaffung des Zölibats würde es Pädophilen erübrigen, ihre Neigungen auszuleben.
    "Ten years ago I bought you some cuff links, You brought me something."
    (Joan Baez, Diamonds & Rust)

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