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    Über den Islam

    Liebe Alle,

    in anderen Strängen habe ich den Eindruck gewonnen, dass Informationsbedarf aber auch Diskussionsbedarf zum Islam als Religion besteht.

    Nach Rücksprache mit der Moderation habe ich mich nun entschlossen, diesen Strang zu eröffnen. Er soll der wertschätzenden ! respektvollen ! Diskussion dienen.

    An den Beginn möchte ich das leidige Kopftuchthema stellen, da dies immer wieder erwähnt wird. Hier gibt es immer wieder Unklarheiten.

    Ist das Kopftuch für Frauen wirklich religiöse Pflicht?
    Antwort Jain

    Eine dezidierte Kopftuchpflicht für Frauen gibt es im Koran nicht. Derzeit ist diese Pflicht für Frauen von männlichen islamischen Gelehrten als Igma festgelegt worden. Ein Igma ist der Konsens von vielen islamischen Gelehrten (alle männlich) von denen jeder Einzelene igtihad besitzt, also dem eigene Urteilsfindung zugestanden wird.

    Die Basis findet sich in
    Sure 24,31: “Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen die Augen niederschlagen, und sie sollen darauf achten, dass ihre Scham bedeckt ist, den Schmuck, den sie tragen, nicht offen zeigen, soweit er nicht (sc. normalerweise) sichtbar ist, ihren khimār über den Schlitz (sc. des Kleides) ziehen und den Schmuck, den sie tragen, niemandem offen zeigen, außer ihrem Mann, ihrem Vater, ihrem Schwiegervater, ihren Söhnen, ihren Stiefsöhnen, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und ihrer Schwestern, ihren Frauen, ihren Sklavinnen, den männlichen Bediensteten, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die noch nichts von weiblichen Geschlechtsteilen wissen. …”

    Die damalige Bekleidung war noch nicht so vernäht wie heute. Es gab Schlitze im Kleid und diese sollten bedeckt werden, um Einblicke zu vermeiden. Es sollte auch kein „großzügiges Dekoletee“ hergezeigt werden.

    Was unter „Schmuck“ zu verstehen ist, kann auch unterschiedlich gedeutet werden. Sind Haare Schmuck? Je nach Antwort wird die Entscheidung für oder gegen das Kopftuch fallen.
    Der khimar, der im Koran erwähnt wird, war ursprünglich ein langes großes Tuch das man locker um Kopf, Hals und Schultern legte. Ein solches Tuch wurde zu dieser Zeit im Nahen Osten von fast allen Menschen gleich welches Glaubens getragen.

    Eine dezidierte Aufforderung das Gesicht ganz oder teilweise zu verhüllten gibt es im Koran nicht. Das Kopftuch für Frauen in der derzeitigen Form ist ein Gebot islamischer Gelehrter.

    Surre 33,53 sieht einen hijab für Männer vor !!
    Und wenn ihr die Gattinnen des Propheten um etwas bittet,
    dann. tut das hinter einem ḥijāb hervor! Auf diese Weise bleibt ihr und euer Herz rein.”

    Hijab hat NICHT die Bedeutung eines Kopftuches, es bedeutet Schleier oder Vorhang, Absperrung
    Der Imperativ richtet sich an die Männer, nicht an die Frauen: Männer (!) sollen hinter dem ḥijāb reden. Die Männer sollen hinter einem Vorhang bleiben, nicht in den Bereich der Frauen eindringen
    Bei Herrscherhöfen der persischen Sassaniden und Byzantiner gehörte es zur Etikette, dass die Frauen beim Empfängen hinter einem Vorhang verborgen blieben. Einerseits ermöglicht das den Frauen die Teilnahme, andererseits verwehrt es den Besuchern den Blick in den Privatbereich
    Sklavinnen wurden von der Regel ausgenommen, es ging (geht?) also auch um das Herzeigen von Standesunterschieden.

    Sure 33,59
    “Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen sich etwas von ihrem Gewand (jilbāb) herunterziehen.
    So ist am ehesten gewährleistet, dass sie erkannt und daraufhin nicht belästigt werden.“
    Jilbāb meint ein weites umhangartiges Gewand, das Skavinnen nicht tragen durften
    Im Koran wird eine Verhüllung des Kopftuches nicht explizit gefordert.Es geht um
    – Verhüllung der Brust
    – Einen Vorhang, der Dienst‐ und Privatbereich trennt
    – Um eine Verhüllung des Kopfes um Stand erkennbar zu machen
    • Nicht koranische Bestimmungen, sondern Traditionen in Hadith‐ Sammlungen sind maßgeblich für die Entwicklung von Kleidungstraditionen


    Mädchen vor der ersten Monatsblutung ist auch nach der strengen Gelehrtenmeinung kein Kopftuch vorgeschrieben. Und Frauen nach der Menopause dürfen selber frei wählen, ob sie weiter ein Kopftuch tragen wollen oder nicht. Frauen nach der Menopause dürfen das Kopftuch ablegen. Sozial ist das innerhalb der Gemeinschaft aber oft trotzdem nicht möglich.

    Soweit eine Zusammenfassung des Artikels von Prof. Reiss


    Im Vergleich dazu finden wir im Christentum das Sprichwort von „unter die Haube bringen“ Im chrisianisierten Norden Europas war es Brauch, dass eine verheiratete Frau eine Frauenhaube trug, ohne Frauenhaube männerhabend war sie eine Buhle (Hure) . Nur Jungfrauen durften ihr Haar offen und lose tragen.
    Geändert von _Magdalena (26.09.2020 um 10:54 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: Über den Islam

    Zitat Zitat von _Magdalena Beitrag anzeigen
    Soweit eine Zusammenfassung des Artikels von Prof. Reiss
    Hier fehlt noch der Link, Magdalena.


    Danke für die Eröffnung des Strangs. Ich bitte um einen sachliche Diskussion unter Einhaltung der AGB, der Netiquette sowie des Strangthemas.


    Viele Grüße,

    Analuisa, Moderation
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

  3. 26.09.2020, 11:13

    Grund
    Eine solche Mitteilung ist unnötig und der TE gegenüber respektlos

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    AW: Über den Islam

    Uff, über den Koran weiß ich absolut nichts.

    Ich frage mich aber, was der Sinn dieses Threads sein soll?

    Möchtest Du, als Beispiel, den islamischen Frauen das Kopftuch ausreden?

    Ich bin gespannt,wie sich der Thread entwickelt.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Über den Islam

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen
    Uff, über den Koran weiß ich absolut nichts.
    Ich auch nicht und auch die Bibel kenne ich nicht gänzlich.

    Da ich aber zu den Nichtgläubigen gehöre, ist für mich die grundgesetzgebende Religionsfreiheit maßgebend und da muss jede/r zusehen, wie er selig und zufrieden ist/wird.

    Kopftücher per se lehne ich nicht ab, sondern akzeptiere schlicht, dass es sie gibt. Die Gründe sind mir egal und nicht jeder kopftuchtragenden Frau spreche ich mangelnde Emanzipation ab. Für mich ist es ein weiteres Kleidungsstück und jede Frau entscheidet, ob sie es trägt oder nicht.

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    AW: Ãœber den Islam

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Hier fehlt noch der Link, Magdalena.



    Analuisa, Moderation
    Es handelt sich um Moodle Unterlagen, ich weiß nicht, ob diese öffentlich zugänglich sind.

    Moodle-Service der Universitat Wien

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    AW: Über den Islam

    Ich frage mich, ob es "den Islam" überhaupt gibt. Genauso wie "das Christentum" und "das Judentum". Es gibt religiöse Schriften, die den Ursprung begründen, aber dann gibt es doch so viele verschiedene Auslegungsarten, die gar nicht mehr unter einen Hut zu bringen sind.

    Das einzige, wo ich einen massiven Unterschied sehe, ist im politischen Islam eines einzelnen Landes und den einzelnen muslimischen Gläubigen.

    Daher würde ich die Aussage "der Islam gehört zu Deutschland" in der Form nicht befürworten, sondern eher die Aussage "Muslime gehören zu Deutschland". Das finde ich wichtig, da zu differenzieren. Für mich gehört "der Islam", wie er in Saudi-Arabien praktiziert wird, ganz gewiss nicht nach Deutschland. Aber ich finde es wichtig, das friedlich-gemäßigte muslimische Gläubige in Deutschland ihrer Religion anhängen dürfen und diese ausleben dürfen.

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    AW: Über den Islam

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen
    Möchtest Du, als Beispiel, den islamischen Frauen das Kopftuch ausreden?

    .
    von mir gekürzt

    Nein, wie käme ich denn dazu?
    Es geht mir um sachliche Grundlagen für eine eventuelle Diskussion.

    Grad um das Kopftuch ranken sich doch viele Halbwahrheiten von politisch rechts und links.

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    AW: Über den Islam

    Zitat Zitat von vloubout Beitrag anzeigen
    Ich frage mich, ob es "den Islam" überhaupt gibt. Genauso wie "das Christentum" und "das Judentum". Es gibt religiöse Schriften, die den Ursprung begründen, aber dann gibt es doch so viele verschiedene Auslegungsarten, die gar nicht mehr unter einen Hut zu bringen sind.
    Es gibt viele Abspaltungen, so wie im Christentum auch.


    Begonnen hat alles mit Muhammad ( die Betonung liegt auf dem a, das u ist kein Schreibfehler, so heißt er wirklich).Geboren wurde er wahrscheinlich rd um 570 n.u.Z. in Mekka. Er kam aus der Familie der Qurais. Seine Eltern starben bald und so kam der kleine Muhammad zu seinem Onkel Abu Talib. Er heiratet die um 15 Jahre ältere reiche Kaufmannswitwe Khadija und lebte bis zu ihrem Tod, 25 Jahre lang, monogam mit ihr zusammen. Khadija war der erste Mensch, der Muhammad unterstütze und an seine Offenbarungen glaubte. Sie hatten vier Töchter. Ein davon, Fatima, wird noch wichtig werden.
    Ca 610 n.u.Z. begann Muhammad Offenbarungen zu empfangen, in Mekka wurde er von den Menschen zunächst teilweise massiv abgelehnt und bekämpft. So floh er 622 n.u.Z. mit seiner Familie und seinen engsten Anhängern nach Yatrib. Yatrib war eine Oase und erhielt erst später den Namen Medina (=Stadt des Propheten)
    Diese Flucht nach Yatrib(Medina) heißt hagg und markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. Die Oasenbewohner holten ihn als Streitschlichter und Richter , dieser Aufgabe kann er gerne nach. Schon bald bildete sich die muslimische Umma. So heißt die muslimische Gemeinde. Von Anfang an gab es also einen engen Bezug von Staat und Religion. Das war bei vielen anderen Religionen vollkommen anders. Denkt z.Bsp an das Christentum, fast 400 Jahrelang gab es heftige Verfolgungen und viele Märtyrer. Erst unter Konstantin und später unter Theodosius wurden die Christen zunächst geduldet und stiegen später zur Staatsreligion auf. Bei den Muslimen war dies von Anfang an so, wer zur Umma gehörte war Muslim.
    632. n.u.Z. starb Muhammad für seine Anhänger völlig überraschend.
    Der Qurán (Koran) wird nicht primär als Buch verstanden, so wie die Bibel. Qu´arr heißt rezitieren. Qurán ist also Rezitiertes Wort Gottes. Nur wer den Qurán in arabischer Sprache hört, hört wirklich Gottes Wort. So beginnt der Zugang zum Islam für den Muslim/die Muslima beim Hören des Qurán, dann werden einzelne Suren auswendig gelernt, dann kommt das Erlernen des Rezitierens und erst danach wird interpretiert und grammatikalische Feinheiten diskutiert. Qurán ist Gottes vorgetragenes Wort. So beginnt auch die Offenbarung mit den Worten: Trag vor… (Sagt Engel Gabriel zu Muhammad) Und Mohammad trug vor und seine Weggefährten lernten auswendig und rezitierten. Erst später wurde der Koran schriftlich aufgezeichnet .
    Ich walze das deshalb so aus, weil hier ein vollkommen unterschiedliches Schriftverständnis vorliegt. Unsereins nähert sich dem Koran auf schriftlichem Wege und liest notgedrungen eine Übersetzung. Auch die Bibel wird zunächst mal gelesen, vll dem Kind vorgelesen, aber der Schwerpunkt liegt auf dem Buch und dem Lesen. Auch bei der Tora ist das so.
    Beim Koran liegt der absolute und unverbrüchliche Schwerpunkt beim Hören , auswendiglernen und rezitieren. Dadurch sind die Emotionen, das Herz, die Gefühle wesentlich mehr angesprochen als beim teilweise doch verkopftem Lesen.
    Der Koran ist Gottes Wort. Die Bibel ist Gottes Wort in Menschenwort.(im jeweiligen Selbstverständnis) Gottes Wort im Koran ist direkt diktiert worden, ist direkt Gottes Wort und daher unveränderbar. Wer könnte sich schon erdreisten an Gottes Wort rumzudeuteln oder es gar zu verändern. Beim Gotteswort im Menschenwort ist die Interpretation eine andere. Hier gibt es Deutungsmöglichkeiten. Die Inspiration kam von Gott aber Menschen haben es aufgeschrieben und daher kann und darf man interpretieren, aus der Zeit heraus verstehen… etc.
    Soweit die reine Lehre. Natürlich wird trotzdem interpretiert. Die Gelehrten im Islam, die Igithad (eigene Urteilsfindung erlaubt) haben finden einen Konsens, en Ingma.
    Nach Muhammad’s Tod folgten ihm die rechtgeleiteten Khalifen. Khalif heißt übersetzt Nachfolger.
    Abu Bakr, Umar, Uthman. Abu Bakr war der Schwiegervater von Muhammad. Muhammad hatte nach dem Tod seiner ersten Frau wieder geheiratet. Seine Lieblingsfrau hieß Aischa. Aischas Vater war Abu Bakr.
    Doch es gab eine Gruppe von Muslimen, die mit dieser Nachfolge nicht einverstanden waren. Sie meinten, der einzig richtige und wahre Nachfolger für den Propheten wäre Ali, der Schwiegersohn von Muhammad, mit Fatima verheiratet. So kam es schon bald nach dem Tod von Muhammad zu einer Spaltung in die Sunniten , die Abu Bakr, Umar und Uthman als rechtgeleitete Kalifen anerkennen und die Schiiten, die Anhänger Alis.
    Fortsetzung folgt. Es ist sicher ein interessantes Thema und es gibt viele Gemeinsamkeiten mit dem Judentum und Christentum aber auch viel Trennendes

    Ein kurzer Überblick über die vielen verschiedenen Gruppierungen innerhalb des Islam und Religionen, die aus dem Islam entstanden sind.

    In Europa neigen wir dazu, „den Islam“ und „die Muslime“ zu subsummieren. Den Islam und die Muslime gibt es nicht, genau so wenig wie es „das Christentum“ und „die Christen“ gibt.
    Die Sunniten sind noch am einheitlichsten und stellend derzeit auch die überwiegende Mehrheit der Muslime. Die Schiiten zählen unterschiedliche Imame. Es gibt die 12er Schiitien, sie zählen 12 rechtmäßige Imame, 7er Schiiten (7 Imame) und 5er Schiitien (5 Imame)
    Weiters gibt es die Lehre vom „verborgenen Imam“ der letzte Imam lebt im Verborgenen, noch immer und ohne Zeit. Manche nicht verborgene Imame behaupten, mit diesem verborgenen Imam in Verbindung zu stehen. Und am Ende aller Tage wird der Mahdi kommen, nach kurzem Kampf wird dieser Mahdi ein neues gerechtes Reich errichten. Kommt uns das bekannt vor?
    Assad in Syrien ist übrigens Alawide (bitte nicht verwechseln mit Aleviten) Manche Muslime sind der Meinung, dass Alawiden keine Muslime mehr sind. Da liegt der Urgrund für die Ablehnung Assads

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    AW: Über den Islam

    Einteilung

    Sunniten - vier verschiedene Rechtsschulen
    Schiiten - Anhänger Alis, Rechtsschule Dschabariten
    Kharijiten - extreme Schiiten - Ibadhiten

    Schiitische Gruppen

    1. Imamiten 12er Schia
    2. Isamiliten 7er Schia
    3. Zaidten 5er Schia

    Gruppen mit besonderen Lehren die teilweise zu den Schiiten gezählt werden
    1. Alawiden in Syrien
    2. Aleviten in der Türkei
    3. Drusen im Libanon

    Im Kontext des Islam entstanden aber keine Muslime mehr

    1. Yeziden
    2. Amadineyyad, die sich selbst als Muslime sehen und bezeichnen aber von allen anderen Muslime nicht als solche angesehen werden

    Und dann gibt es noch die Sufi Orden.

    Wie ihr seht entsteht ein buntes Bild.
    Als Europäer,der sich nicht auskennt, kann man sich nur verstricken.
    Geändert von _Magdalena (26.09.2020 um 13:14 Uhr)

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    AW: Über den Islam

    Die Schiiten eint ein Trauma. Der Name des Traumas ist Kerbela.

    Ali, der Schwiegersohn des Propheten, wurde 4.ter Kalif. Hätte aber nach Ansicht einiger Muslime direkt die Nachfolge statt Abu Bakr antreten sollen.
    Bei den Schiiten ist Ali daher der 1. Imam in direkter Nachfolge nach dem Propheten.
    Ali und Fatima hatten zwei Söhne. Hasan und Hussain.

    Uthman, der dritte Kalif war ermordet worden. Und so warf man Ali vor, damit etwas zu tun zu haben und Uthman nicht zu rächen.
    Aus dem Stamm der Quraisch tut sich nun ein Mann hervor, Muawiyya, Muawiyya will Uthman rächen. Es folgt der erste Krieg Muslim gegen Muslim 656 n.u.Z. die „Kamelschlacht“

    Letztendlich lässt sich Muawiyya zum Kalifen ausrufen. Es kommt zur nächsten Abspaltung, die Kharijiten. Diese sind von Ali enttäuscht und meinen, dass ausschließlich der hervorragendste Muslim die Führung beanspruchend darf. Die Genealogie und der Stamm (also Verwandschaft mit de Propheten, Zugehörigkeit zu den Quraisch) sind nicht wesentlich.
    Heute gibt es kaum noch Kharidjiten, sie wurden im 8. Jhrdt. von Sunniten ausgerottet. Nur im Oman überlebten die gemäßigten Ibaditen. Das sind aber nicht viele.

    Sohn Hasan verzichtet nach Alis Tod auf das Kalifenamt. Die Umayyaden, Muawiyya und Nachfolger, verfestigen ihre Macht.

    Doch es gibt noch einen Sohn Alis, Hussain. Hussain vertraut auf die Unterstützung von Kufa (Stadt) und zieht gegen die Umayyaden. Das Unternehmen wird verraten und die Einwohner von Kufa verraten Hussain und helfen ihm nicht. So geschieht auf dem Feld von Kerbela ein Massaker. 72 Getreue waren Hussain geblieben am 10. Tag des Monats Muharram werden sie niedergemetzelt. Nur einer überlebte, Ali , der jüngere Sohn von Hussain. So entstand die „Schuld“ (Eigendefinition) der Schiiten und das Aschura Fest.

    Die Schlacht von Kerbela wird mystifiziert. „Gute“ gegen „Böse“, Unterdrücker gegen Unterdrückte.
    Am Aschurafest wird dieser Schacht bei Kerbela gedacht. Es gibt Bußriten und „Passionspiele“, Selbstanklagen. Die Shia ist endgültig vollzogen. Hier wurzelt die Bereitschaft zur Selbstaufopferung , man übernimmt als Nachfolger der „Verräter von Kerbela“ eine Schuld, die es abzubüßen gilt. Man identifiziert sich mit Leiden und Ohnmacht und hegt Gedanken der Verfehlung, die Reue und Buße notwendig macht. Wer den Verrat am einzig rechtmäßigen Nachfolger des Propheten, an Ali, seinem Schwiegersohn, wieder gut machen will, der opfere sich selber auf. Hier ist die Wurzel für die Selbstmordattentäter.
    Selbstmord ist im Islam ähnlich wie im Christentum nämlich sonst streng verboten.
    Ich schildere die Dinge natürlich aus der jeweiligen Sicht der Proponenten und enthalte mich jeden Urteils.
    Ich erzähle nur.

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