Was ich nicht ganz verstehe:
Wenn man nicht glaubt, wieso nimmt man dann dennoch Jesus und andere Figuren aus der Bibel ernst und macht das zu einem Kernthema der eigenen Auseinandersetzung mit dem Glauben? Mit "ernstnehmen" meine ich, dass man davon ausgeht, diese Menschen hätten wirklich genauso gelebt und genauso gesprochen und gehandelt, wie wir es heute in der Bibel lesen.
Hypothetisches Beispiel:
Ich glaube nicht an Gott. Gleichzeitig schüttle ich aber den Kopf darüber, dass Jesus auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt haben soll und spekuliere darüber, ob Betrug dahintersteckt, und wer von seinen Jüngern ihm heimlich beim Vertauschen der Krüge geholfen haben könnte. Dies nehme ich dann zum Anlass, Jesus persönliche Integrität abzusprechen und das Christentum in Frage zu stellen.
Mir erscheint das erstens inkonsequent und zweitens naiv und oberflächlich im Denken / in der Auseinandersetzung.
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01.08.2020, 10:01Inaktiver User
AW: Goetter, Glauben, Garnichts - Fragen und Austausch ueber alle Allgemeinaspekte
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01.08.2020, 10:12
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Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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01.08.2020, 10:16
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Als Teenies,okay. Das müsste ein Pastor auch einordnen können.
Aber jetzt bist du erwachsen und weißt, ,dass Luther halt anders gesprochen hat als du. Trifft auch auf Shakespeare, Schiller und Goethe zu.
Von der Bibel gibt es aber einige Übersetzungen,auch modernere. Manche auch übersetzungsgenauer, das ist aber teilweise sperriger als Luther. Luther ha es geschafft,dass Vieles sprichwörtlich würde,das ist schon beeindruckend.Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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01.08.2020, 10:21
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Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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01.08.2020, 11:38
AW: Goetter, Glauben, Garnichts - Fragen und Austausch ueber alle Allgemeinaspekte
Irgendwer hat schon viele Seiten vorher ausgeführt, wann die Evangelien zu Papier gebracht wurden. Das geschah nach 2 oder 3 Generationen und sind Zusammenfassungen von mündlichen Überlieferungen und immer von mehreren Autoren verfasst.
Evangelikale werden immer behaupten, dass all diese Wunder tatsächlich passiert sind. Man sollte aber daran denken und davon geht Theologie auch aus, dass die Wunder( z.B. Auferweckung des Jünglings von Naim und Lazarus von Bethanien, die Heilung eines Hinfälligen "Steh auf, nimm Dein Bett und wandle") und auch die Verwandlung des Wassers in Wein (Hochzeit zu Kana) zu den Ausschmückungen der Leistungen eines bedeutenden Mannes gedichtet wurden.
Es gibt immer wieder Prediger, die auch wissenschaftlich das erklären wollen. Es gibt in meinen Augen keine Erklärungen dazu. Es sind nur Erzählungen und Legenden.
Es gehört zu der Tradition Vorderasiens und in der Zeit um die Zeitenwende, dass bedeutende Menschen auch Wunder bewirkt haben.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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01.08.2020, 11:58Inaktiver User
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Ich weiß, Opelius. Du hast mich missverstanden. Ich sehe bzw. verstehe es wie du.
Das hier
Ich glaube nicht an Gott. Gleichzeitig schüttle ich aber den Kopf darüber, dass Jesus auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt haben soll und spekuliere darüber, ob Betrug dahintersteckt, und wer von seinen Jüngern ihm heimlich beim Vertauschen der Krüge geholfen haben könnte. Dies nehme ich dann zum Anlass, Jesus persönliche Integrität abzusprechen und das Christentum in Frage zu stellen.
war nur ein Beispiel für einen Gedankengang, den ich nicht verstehe. Bzw. ich verstehe ihn, glaube ich, schon, finde ihn aber sehr naiv und gleichzeitig inkonsequent.
Selbst denke ich nicht so.
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01.08.2020, 11:58
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Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
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If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
Allegro con brio
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01.08.2020, 12:06Inaktiver User
AW: Goetter, Glauben, Garnichts - Fragen und Austausch ueber alle Allgemeinaspekte
Nein, ich möchte es bitte doch als Modell verstanden wissen, was ich schrieb.
Wobei ich gerne was von Quantenphysik verstehen würde.
Ich glaube (!) da stößt man dann auch an spannende Grenzen
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01.08.2020, 12:08Inaktiver User
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Prilblume,
ich verstehe genau was du meinst, danke für den Gedankengang.
Mir war das auch immer wieder aufgestossen, ich konnte es mir aber nicht erklären, was es war.
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01.08.2020, 12:18
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Ja, jetzt verstehe ich es besser
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Wobei bei allem die Rückfrage bei sich erfolgt, um zu einer Stimmigkeit (für sich) zu gelangen.
Unser Hirn ist so ausgelegt, dass wir es möglichst im Gleichgewicht halten sollten. Kommt es in Schieflage, ist's schlecht um das seelische und körperliche Befinden des Menschen bestellt. Als Beispiel fällt mir ein: Wenn wir einen dicken Fehler gemacht haben, sind wir sicherlich traurig und manchmal schämen wir uns auch. Dieser Zustand darf jedoch kein Dauerzustand werden und so beginnt das Hirn, nach Entschuldigungen zu suchen, die das massive schlechte Gefühl abmildern. Und dann ist der Mensch sowas von erfinderisch.... ob es das Wetter war, oder der andere hat ja das und das gemacht und deshalb .... usw. usf. Und irgendwann lässt das schlechte Gefühl nach und oft wird dann vermeldet: "Ach eigentlich war's gar nicht so schlimm" und alles ist wieder in bester Ordnung.
Philosophen und sonstige Denker haben sich schon vor Jesus Gedanken über den Humanismus gemacht. So stelle ich mal diesen Absatz hier hinein:
Antike Wurzeln
Den Ausgangspunkt für die Formulierung und Verbreitung des Gedankenguts, das später „humanistisch“ genannt wurde, bildete der antike römische Begriff humanitas („Humanität“, „Menschlichkeit“). Das vom Adjektiv humanus („menschlich“) abgeleitete Wort ist erstmals in der von einem unbekannten Verfasser stammenden Schrift Rhetorica ad Herennium bezeugt, die im frühen 1. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist. Dort ist das Merkmal der humanitas das Mitgefühl, das als besondere Qualität des Menschen gilt, die sein Wesen von der tierischen Wildheit und Grausamkeit abhebt. In diesem Sinne wurde humanus schon früher in der römischen Komödie verwendet. Als „menschlich“ bezeichnete man in der lateinischen Umgangssprache eine milde, mitfühlende Person, wobei die Konnotationen „liebenswürdig“, „freundlich“, „wohlwollend“ und „hilfsbereit“ mitschwingen konnten. Eine solche Haltung wurde eher von kultivierten, vornehmen Bewohnern der Großstadt Rom als von der Landbevölkerung erwartet, daher erhielt das Adjektiv schon früh auch die Nebenbedeutungen „großstädtisch“ und „gebildet“ („urban“).[11]
Marcus Tullius Cicero
Das Bedeutungsfeld von humanitas wurde vor allem von Cicero geprägt, der später zum wichtigsten antiken Impulsgeber des Renaissance-Humanismus wurde. Kein anderer römischer Autor hat auf diesen Begriff so großes Gewicht gelegt wie Cicero. Auch für ihn war der Aspekt der menschenfreundlichen Gesinnung wichtig, den er als Kenner der griechischen Literatur im griechischen Begriff philanthrōpía („Philanthropie“) vorfand. Er war vom Philanthropie-Ideal beeindruckt, das er für eine spezifisch griechische Errungenschaft hielt. In diesem Sinne konstatierte er, die Menschlichkeit sei von den Griechen nicht nur praktiziert worden, sondern von ihnen zu den anderen Völkern ausgegangen. Daher schuldeten die Römer nun, da sie Griechenland beherrschten, den Griechen ganz besonders eine menschenfreundliche Behandlung.
Deshalb komme ich schlussendlich zu dem Punkt: Brauche ich die Berichterstattung aus der Bibel? Es waren bis in die heutige Zeit hinein wichtige Aspekte des menschlichen Miteinanders schon längst bekannt und haben sich durch die Jahrhunderte fortgeführt.
Und diese Gedanken kann ich nachvollziehen.


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