Ich wundere mich gerade ein bisschen, wieso ein Strang, der mit Gott anfängt, über weite Strecken Religion diskutiert - für mich ist Gott das eine, Religion das andere.
Religion war und ist mMn immer nur ein Versuch, Gott näher zu kommen, dieses Wesen zu ergründen/verstehen zu wollen und in jedem Falle - für mich - immer menschengemacht.
Meine Antwort auf die Ursprungsfrage wäre also "Frag ihn doch." Direkt mit demjenigen zu reden, von dem man etwas will oder mit dem man ein Problem hat, ist mMn immer der beste Weg.
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Thema: Sind wir Gott egal?
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14.07.2020, 10:29Inaktiver User
AW: Sind wir Gott egal?
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14.07.2020, 12:58
AW: Sind wir Gott egal?
Das ist ein guter Text, wie andere der letzten Postings auch
.
Ich habe auch nicht im Geringste gegen das Göttliche (Schöpfungskraft) an sich einzuwenden, nur etwas gegen diese patriarchalischen personifizieren "Wesen", die in den Religionen "Gott" genannt werden.
Ich kann aber nachvollziehen, dass sich bei einem gläubigen Menschen so etwas wie eine Verbundenheit und Gefühle der Sinnhaftigkeit einstellen können.
Da steht dann dieser "Gott" als Synonym für die Schöpfungsenergie an sich, in die er sich per Gebet eingeklinkt hat.
Es ist für mich zwingend logisch, dass es diese Schöpferkraft gibt, einen Urgrund, eine Energiequelle, aus der alles hervorgeht.
Selbst die Physik ist mittlerweile auf das sogenannte "Nullpunktfeld" gestoßen, aus dem die Kleinstteilchen hervorschießen und sich zu Materie formen.
Hat was mit Quantenphysik zu tun, die noch weitgehend unerforscht ist.
Und bei dieser kosmischen Urenergie stoßen wir an unsere Grenzen, weil die Fragen nicht aufhören (können).
Die Fragen nach dem Warum und dem Wie, nach ultimativem Sinn und Zweck dieses ganzen Theaters.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
er braucht auch die Literatur
by me ...
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14.07.2020, 13:10
AW: Sind wir Gott egal?
Hervorhebung von mir.
Liebe Flau et al.,
DAS ist es, was mich so richtig wütend gemacht hat, und worauf sich mein Beitrag bezog. Mea culpa, ich hätte gleich zitieren sollen!
Eva pflückt den Apfel, gibt Adam auch was davon und - oh Graus - die "Erbsünde" ward geboren!
Wie frauenfeindlich und -verächtlich die monotheistischen Religionen sind (und da nehme ich ausdrücklich ALLE mit ins Boot!), sieht man, wenn man sich mal mit den diversen "Publikationen" der "Gottwesen" beschäftigt.
Und sowas soll gut, edel und schön sein??
Nicht in meiner Welt!
Weder trage ich irgendwelche geerbten "Sünden" mit mir herum, noch lasse ich sie mir von "manipulierten" Menschen unterstellen, für die "Nächstenliebe" nur Sonntags nach der Beichte und vorm Klingelbeutel stattfindet!
Und ja, ich ärgere mich fürchterlich, dass dieser misogyne Mist immer noch auf der ganzen Welt verbreitet ist!
So. Und mehr schreibe ich jetzt hier nicht mehr. Will kein Magengeschwür.
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14.07.2020, 13:13
AW: Sind wir Gott egal?
noch etwas fällt mir gerade ein!
Jemand beanstandete hier den Ausdruck "Kadavergehorsam", den ich benutzte. Es gäbe ihn nicht, und es hieße "Kadergehorsam".
Bitte einfach mal googeln ...
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
er braucht auch die Literatur
by me ...
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14.07.2020, 13:30Inaktiver User
AW: Sind wir Gott egal?
Oh je, Du hängst Dich aber tatsaechlich an einzelnen Posts auf und steckst dann alle in einen Sack, die sich gläubig nennen. Finde ich genau so schade wie umgekehrt, da liest man ja auch manch haarsträubendes.
Schade wenn dann moderate Posts untergehen. Ist aber oft der Lauf der Dinge in der Bri weshalb auch ich genau wie Du Grundsatzdiskussionen in der Bri mehr und mehr meide.
Das führt nur zum Kreiseln....
Deine pauschale Abwertung von Gläubigen finde ich übrigens derart massiv, dass ich denke andersrum würden sie gelöscht.
Ich bin auch wieder raus hier.Geändert von Inaktiver User (14.07.2020 um 13:41 Uhr)
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14.07.2020, 14:25
AW: Sind wir Gott egal?
Ich bin davon überzeugt, dass es das Paradies und den Sündenfall nie gab. Der Autor stellte sich nur die Frage, ob es einmal ein Leben ohne Mühsal, Geburtswehen, Misserfolgen und Enttäuschung gab. So wie in der Paradiesgeschichte Adam und Eva dargestellt werden, erinnern sie mich an Kinder vor dem Eintritt in die Pubertät. Kindlich, strahlend, unbedarft. Und müssen dann erkennen, dass sie nackt sind und werden schamhaft und launenhaft. Und das erlebt bis heute jedes Kind, dass in die Erwachsenenwelt hinein sich entwickelt. Und die böse Erkenntnis, dass das Leben immer komplizierter wird.
Und ich halte es für einen Fehler aus der Erzählung die Entstehung des Teufels in der Gestalt der Schlange zu fabulieren.
Und auch in der jüdischen Fassung der 10 Gebote ist eine derart grausame Drohung für einen Sündenfall nicht drin:
"ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld."
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.07.2020, 14:48Inaktiver User
AW: Sind wir Gott egal?
Gerade die Geschichte des Sündenfalls finde ich, je mehr ich darüber nachgedacht habe, immer komplexer.
Es geht für mich dabei nicht darum, ob eine Frau einen Apfel gestohlen hat und dadurch verschuldet, dass sie und alle ihre Nachkommen der Zugang ins irdische Paradies verwehrt bleibt.
Es ist eine Geschichte.
Geschichten können menschliches Erleben, Gefühle und auch Wertvorstellungen ganz anders transportieren.
Sie treffen das Wesen, worum es geht, sie berühren die Seele anders als wissenschaftliche Fakten.
Die Bibel ist wie andere religiöse Schriften auch spirituell inspiriert.
So lese ich diese Geschichte:
Gott hat alles erschaffen, Adam und Eva leben im Paradies in einem Zustand der Unschuld, die eigentlich nur ein nichtvorhandenes Ichbewusstsein ist.
Nur wenn sie die Frucht vom Baum der Erkenntnis essen, dann könnten sie sein wie Gott - das ist die Idee.
Und sie ist nicht so falsch, denn es braucht Erkenntnis, um die Welt "erkennen" zu können, über sie nachdenken, sie gestalten.... nur so kann ich ein ICH sein, welches losgelöst ist.
Wissen zu wollen ist eine freie Entscheidung, selbst wenn das Wissen ins Verderben führt.
Das passt für mich schon wieder ganz gut in unsere Zeit.
Man muss Distanz haben um etwas betrachten zu können. Vielleicht sogar eine Distanz zu Gott?
Wie könnte ein Kind im Bauch seiner Mutter (Paradieszustand) empfinden, dass es ein eigenständiges Wesen ist?
Dafür muss man die Nabelschnur kappen.
Man muss zwischen Gut und Böse unterscheiden können, um ein vollständiges menschliches Wesen zu sein.
Tiere können das nicht. Sie existieren, aber anders.
Diese Erkenntnis, diese Freiheit ist das, was uns überhaupt erst zu Menschen macht.
Menschen sind Primaten, die sich Geschichten übereinander erzählen können, hab ich mal gelesen.
Hätte also dieser Drang nach Erkenntnis nicht bestanden, dann wären wir heute noch mit unseren Verwandten in den Bäumen unterwegs....
Ich bin übrigens Agnostikerin. Einen persönlichen Gott kann ich mir nicht mehr vorstellen, bin an der Theodizee gescheitert.Geändert von Inaktiver User (14.07.2020 um 14:54 Uhr)
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14.07.2020, 14:54Inaktiver User
AW: Sind wir Gott egal?
Vergiss die Religionen nicht, die viele oder auch gar kein Gottwesen kennen. Das sind beileibe nicht nur die monotheistischen, die mit der Misogynie.
Und schon wieder sind wir weg von Gott und bei den Religionen ... man sieht, ohne kann der Mensch nicht.
Ich auch nicht. Ich bin Anhängerin des Elefantengleichnisses, und jetzt habe ich genug von Religion geredet, wo es doch um Gott gehen soll.
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14.07.2020, 14:58
AW: Sind wir Gott egal?
Hallo liebe Elvis,
dieser Mann ist Dein Engelarsch und hat eine Botschaft für Dich.
Du wirst den Sinn dieser Erfahrung für Dich schon noch erfassen.
Vorab nur eins, es scheint, Du liebst Dich selbst nicht wirklich, und solange Du meinst Opfer zu sein, wirst Du nicht glücklich sein können.
Only my Cent."Wenn Sie die Art und Weise ändern, wie Sie die Dinge betrachten, ändern sich die Dinge, die Sie betrachten."Max Planck - deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1858-1947
Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmtAristoteles - Griechischer Philosoph
"Es ist nicht wie es ist, sondern so, wie Du denkst, dass es ist. "bifi
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14.07.2020, 15:31
AW: Sind wir Gott egal?
Weißt du, Elvis, lass doch Gott aus deinen Überlegungen mal raus. Das führt zu nichts.
Wenn es einen Allmächtigen gäbe, der sich über uns Menschen auf diesem Planeten so als Ganzes Gedanken machen würde, dem wäre so ein einzelnes Schicksal offensichtlich piepegal. Würde er sonst all das Fürchterliche zulassen, was Menschen zustößt? Egal ob es menschengemacht ist oder Unfall/Naturkatastrophe/Pech: Mit Eigenleistung hat das offensichtlich nichts zu tun, sonst müssten nicht kleine Kinder schon Schreckliches ertragen. Man kann sich das hin- und herinterpretieren, es kommt nichts Gescheites dabei heraus.
Vielleicht, wenn man denn so weit denken will, hat Gott sich mit der Menschheit einfach übernommen, so wie sich die Menschen mit all dem, was sie wollen und tun, übernommen haben und jetzt nicht mehr klarkommen.
Den Menschen ist kollektiv auch ziemlich viel herzlich egal, jedenfalls lassen sie zu, dass Tiere gequält und getötet werden, und einander sind sie ja auch nicht sonderlich zugetan, so im Großen und Ganzen, sie sind prinzipiell schon lernfähig, immerhin haben sie so etwas wie Menschenrechte eingeführt - aber da muss man wohl in sehr großen Zeiträumen denken. Dass da ein Gott noch rechtzeitig reingrätscht - unwahrscheinlich. Hätte er längst tun müssen. Wer in Kriegen und Völkermorden irgendeinen Sinn oder eine Lernchance sieht, ist zynisch gegenüber den Opfern.
Ich würde lieber darüber nachdenken, wie ich mein Leben selbst aktiv gestalte, statt zu warten, ob mir ein Gott zuhilfe kommt. Eugen Roth: "Ein Mensch, kein Freund der raschen Tat, hielt sich ans Wort "kommt Zeit, kommt Rat". Er wartete das Herz sich lahm, weil Unzeit nur und Unrat kam."
Ich wünsche dir gutes Gelingen!


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