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  1. Avatar von Opelius
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Dinge, die am realen Leben weit vorbeigehen und denen man doch letztlich zustimmt, wenn man die Mitgliedschaft ernst nimmt und gläubig ist.
    Ist das wirklich so? Die meisten Mitglieder der kath. Kirche (oder auch einer anderen Konfession) sind als Babies getauft worden und von ihren Eltern im Glauben erzogen worden. Sie stimmen keineswegs den Missbräuchen, Zölibat usw. zu, denn es sind Menschen, die ganz normal im Leben stehen und keineswegs bereit sind etwas zu vertuschen.

    Ihnen ist die Ecclesia wichtig und sie wissen, dass Austritte für sie keine Lösung sind, weil es nichts ändert.

    Wenn für eine Katholikin es ein Ärgernis ist, dass es nur männliche Priester gibt, so könnte sie ja ihre Konfession wechseln, denn z.B. in der evangelischen Kirche gibt es inzwischen fast nur noch Frauen, die Pfarrerinnen werden. Nur keine Katholikin tut das.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. Avatar von mono17
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Gestern war wohl Tippfehlertag.
    Hier war: "recht jung" gemeint.

    Die Unfehlbarkeit gilt nur, wenn der Papst etwas ex cathedra verkündet, was so gut wie nie vorkommt.

    War aber auch meiner Meinung nach nicht die beste Idee des ersten Vatikanums.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  3. Avatar von Michael_Collins
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Gestern war wohl Tippfehlertag.
    Hier war:"recht jung" gemeint.
    Ok, jetzt verstehe ich den Sinn.

    Die Unfehlbarkeit gilt nur, wenn der Papst etwas ex cathedra verkündet, was so gut wie nie vorkommt.

    War aber auch meiner Meinung nach nicht die beste Idee des ersten Vatikanums.
    Ja ist mir bekannt, aber dennoch danke.
    Und auch ja, es gab schon bessere Ideen.

    Há gente que fica na história
    Da história da gente


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  4. Registriert seit
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Ich bin seit über 46 Jahren katholisch. Praktizierende Katholikin war ich davon etwa 10 Jahre. Bis vor gut einem Jahr war ich über mehr als 20 Jahre hinweg maximal 1x im Jahr in der Kirche. Auch mit dem Glauben war das lange Zeit schwierig: Ich bin ein sehr rationaler Mensch, wissenschaftliche Erkenntnisse gehen vor Bauchgefühl, ich hinterfrage Statistiken, so gut es geht etc. Da passte ein übernatürliches Wesen nicht immer gut dazu. So mit Mitte 20 spielte ich mit dem Gedanken, aus der Kirche auszutreten, weil sie mir damals nichts mehr bedeutete. Letztlich bin ich wegen meiner Eltern geblieben, die einen Austritt als Schande empfunden hätten.

    Vor knapp 10 Jahren wurde ich zum ersten Mal Mutter. Und spürte das Bedürfnis, Gott dafür zu danken. Und ihm dieses kleine Wesen anzuvertrauen, ihn darum zu bitten, mir beizustehen in dieser größten aller bisherigen Aufgaben, dem Muttersein. So war es dann lange Zeit: Ich betete zu Gott, nicht regelmäßig, aber immer wieder einmal, meist voller Dankbarkeit. Und mir war klar, es gibt etwas jenseits der sichtbaren und mit der Wissenschaft erfassbaren Welt. Meine Kinder wurden getauft, nach meinem Willen - mein Mann ist Atheist. Ich suchte die Paten aus, die die Aufgabe und ihren Glauben ernst nahmen. Aber die Kirche suchte ich weiter nur an Weihnachten auf, und wenn es zeitlich nicht passte, dann da auch nicht.

    Jetzt war die Kommunion meiner Tochter. Im Vorfeld besuchte ich mit ihr zahlreiche Male die Messe, das wird von den Kindern hier erwartet und meine Tochter wollte nicht alleine hin. Wir haben seit letztem Jahr einen neuen Pfarrer, ein Glücksgriff: Er weiß zu begeistern, predigt mitreißend und mit Hingabe, ist ein herzlicher Mensch, dem die Menschen am Herzen liegen. Mir gefielen auf einmal die Gottesdienste. Und noch etwas geschah: Ich fühlte mich heimisch, erinnerte mich an meine Kindheit - da war etwas, an das ich auf einmal wieder anknüpfen konnte. Ich fühlte die reinigende Kraft, die Stärke, die eine Messe geben kann. Die Gemeinschaft und gleichzeitig die Besinnung auf mein Inneres, auch die Inspiration durch die Predigten oder auch die Lesungen - mir gibt all das sehr viel. Mittlerweile gehe ich ganz ohne meine Tochter als Entschuldigung zwar nicht wöchentlich, aber doch mehrmals im Monat in den Gottesdienst. Es tut mir gut. Ach ja, und ich singe gerne .

    Ich weiß dabei immer noch nicht, ob mein Glaube "der richtige" ist. Vieles irritiert mich: Wunderglaube, Heiligenverehrung, … Aber ich habe festgestellt, dass ich manches als Kind falsch verstanden habe oder schon nicht mehr wusste - wer die "Gemeinschaft der Heiligen" im Glaubensbekenntnis sind z.B. Was ich besser verstehen will, lese ich nach. Dazu haben wir seit Kurzem einen Kaplan, der sich wiederum sehr "wissenschaftlich" mit der Bibel und der Kirche beschäftigt; Bibelstellen also z.B. anhand des Originaltextes erklärt. Ich lerne ständig dazu, auch das gefällt mir.

    Das bedeutet mir Kirche.


    Die Amtskirche hat in vielerlei Hinsicht versagt, tut es immer noch. Der Missbrauchsskandal ist ein Aspekt: Das Schlimmste ist nicht, dass hier einzelne Priester furchtbare Taten begangen haben, sondern dass sie von der Institution gedeckt und geschützt wurden.
    Die Gläubigen werden nicht in ihrer Lebenssituation abgeholt. Jesus segnete die Sünder, und die Kirche verurteilt Geschiedene? Der Zölibat, die Stellung der Frau in der Kirche: Ja, es gibt viel, eigentlich zu viel, was falsch ist in dieser Institution. Aber die Basis trägt: Die engagierten Leute vor Ort, die all das so sehen wie ich, oder doch sehr ähnlich. Veränderungen sind möglich, ich hoffe darauf, auch für meine Kinder, die die Möglichkeit haben sollen, dasselbe zu erleben und zu fühlen wie ich.

  5. Inaktiver User

    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von Michael_Collins Beitrag anzeigen
    So gesehen bin ich in meiner Kirche wohl auch ganz gut aufgehoben.
    Ich denke das Ganze hat auch viel mit Prägung zu tun - mit Familie, mit Gemeinde die man erlebt, mit Ritualen, mit Erlebnissen, mit Stärkung in schwierigen Zeiten, die man erfahren hat und anderes.

    Mit dem "Überbau" setzt sich, denke ich, jeder auf andere Weise auseinander.

    Ich sehe den Papst sehr pragmatisch und "Unfehlbarkeit" ist für mich der theologische Ausdruck für: Am Ende darf er entscheiden und so der Weltkirche eine Richtung geben.
    Die sogenannte Unfehlbarkeit gilt ja auch nur in Bezug auf die kirchliche Lehre.

    Letzlich ist die RKK die grösste christliche Gemeinschaft, eine Weltkirche, was Probleme und Chancen birgt.
    Es gibt ihr eine gewisse Unabhängigkeit und Macht zugleich aber sie wird wohl nirgendwo (jenseits des Vatikan) mit der Linie einzelner Staaten übereinstimmen was eben auch jeweils Kritik einbringt.

  6. Avatar von mono17
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Um zu glauben, muss man kein Mitglied sein und nicht jedes Mitglied einer Kircheninstitution ist gläubig. Die katholische Kirche vertritt in weiten Teilen (Sex vor der Ehe, Verhütung, Scheidung, Zölibat, Haltung bei den Missbrauchsfällen,...) Dinge, die am realen Leben weit vorbeigehen und denen man doch letztlich zustimmt, wenn man die Mitgliedschaft ernst nimmt und gläubig ist.
    Oder sucht man sich nur das heraus, was gefällt?
    Uns wird tatsächlich ein Gewissen zugesprochen.
    Und bestimmte Moralvorstellungen sind keine Glaubenspflicht.
    Ich glaube erst mal das,was ich im Credo bekenne (wobei ich auf Pontius Pilatus verzichten könnte und das mit der Jungfrau eher symbolisch sehe).

    Verantwortung in Sexualität zu übernehmen ist aber wirklich keine schlechte Idee.

    Der Zölibat hat sehr gute Gründe, ist allerdings biblisch nicht haltbar und kein Dogma. Die momentane Bewegung geht deutlich davon weg.
    Aber es ist wie in der Politik: Familienfreundlich ist der Job als Seelsorger definitiv nicht. Meiner Meinung nach kann man sich nicht um alle (eine größere Gemeinschaft) und eine Familie gleichzeitig kümmern.

    In der Haltung bei Missbrauchsfällen ist de Papst sehr klar und es passiert einiges. Das ist aber leider ein weites Feld und wird alle betroffenen Institutionen noch lange beschäftigen.

    Die Scheidung ist nichtso sehr das Problem, sondern eine neue Heirat. Weil das Eheverständnis der RKK da halt lautet: Einmalig und bis zum Tod eines der beiden Partner. Deine Rede sei ein Ja ein Ja.
    Nicht beliebig einem nach dem anderen wie zB Heinrich VIII (der ja auch eine neue Kirche gründete).

  7. Avatar von Prilblume
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    In diesem Strang lese ich interessiert mit, weil mich auch seit längerem der Gedanke beschäftigt, aus der katholischen Kirche auszutreten. Also vielen Dank für eure Meinungen und Erfahrungsberichte, sie helfen mir sehr bei meiner Entscheidungsfindung.

    Da ich nie wirklich praktizierende, engagierte oder teilnehmende Katholikin war und daran auch weiterhin kein Interesse habe, ist eine weitere Mitgliedschaft in der Kirche für mich im Grunde nicht sinnvoll. Was ihr (z.B. mono und Petrasilie) über eure Erfahrungen an der Basis der Kirche schreibt, finde ich dennoch sehr schön. Es ist wichtig, dass in diesen Institutionen engagierte Menschen mitarbeiten. Das kann ich auch von außen begrüßen und gut finden.
    >>Auf die Bitte seiner Frau, ihr doch ein wenig beim Abwasch zu helfen, nahm Werner Hubschmidt unverzüglich und außerordentlich konzentriert die Yogaposition „Bogenschütze“ ein, um so seiner Liebsten für die schwere Hausarbeit möglichst viel geistige Kraft zu schicken.<< (Bernd Pfarr)

  8. Avatar von mono17
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke das Ganze hat auch viel mit Prägung zu tun -
    ....

    Letzlich ist die RKK die grösste christliche Gemeinschaft, eine Weltkirche, was Probleme und Chancen birgt.
    Es gibt ihr eine gewisse Unabhängigkeit und Macht zugleich aber sie wird wohl nirgendwo (jenseits des Vatikan) mit der Linie einzelner Staaten übereinstimmen was eben auch jeweils Kritik einbringt.
    Was auch ganz gut ist . Es braucht die Institutionen, die gehört werden, aber nicht mit dem Strom schwimmen.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  9. Avatar von Prilblume
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von Scheherezade Beitrag anzeigen
    Und nicht nur mir ist aufgefallen: die Menschen die ausgetreten sind landen dann woanders, sehr oft bei den Grünen zum Beispiel...
    Oweia … und das wäre dann wie vom Regen in die Traufe, oder wie?

    Und wer dann sogar bei den Grünen austritt, für den bleiben eigentlich nur noch der Gang zu Scientology oder ins Ashram. Oder Drogen.
    Es gibt kein Entrinnen.
    >>Auf die Bitte seiner Frau, ihr doch ein wenig beim Abwasch zu helfen, nahm Werner Hubschmidt unverzüglich und außerordentlich konzentriert die Yogaposition „Bogenschütze“ ein, um so seiner Liebsten für die schwere Hausarbeit möglichst viel geistige Kraft zu schicken.<< (Bernd Pfarr)

  10. Avatar von Michael_Collins
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    AW: Die römisch-katholische Kirche,für und wider

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke das Ganze hat auch viel mit Prägung zu tun- mit Familie, mit Gemeinde die man erlebt, mit Ritualen, mit Erlebnissen, mit Stärkung in schwierigen Zeiten die man erfahren hat und anderes.
    Ja ganz sicher sogar. Wobei ich mich wahrscheinlich diesbezgl. eher selbst geprägt habe.
    Meine Mutter war röm.kath., mein Vater zwar evangelisch, hatte aber seit meiner Taufe keine Kirche mehr von innen gesehen. Beide schon in den 70ern aus den jeweiligen Kirchen ausgetreten.
    Ich war im Prinzip immer der Quotenchrist im Haus.

    Mit dem "Überbau" setzt sich denke ich jeder auf andere Weise auseinander.
    Ich sehe den Papst sehr pragmatisch und "Unfehlbarkeit" ist für mich der theologische Ausdruck für: Am Ende darf er entscheiden und so der Weltkirche eine Richtung geben.
    Das ist der Preis den eine Weltkirche zahlen muss

    Die sogenannte Unfehlbarkeit gilt ja auch nur in Bezug auf die kirchliche Lehre.
    Schon klar, aber sie prägte ja über Jahrhunderte das weltliche Leben ebenfalls.

    Letzlich ist die RKK die grösste christliche Gemeinschaft, eine Weltkirche, was Probleme und Chancen birgt.
    Es gibt ihr eine gewisse Unabhängigkeit und Macht zugleich aber sie wird wohl nirgendwo (jenseits des Vatikan) mit der Linie einzelner Staaten übereinstimmen was ihr eben auch jeweils Kritik einbringt.
    In der Tat das ist sie und sie wächst jeden Tag. Nur eben nicht mehr in Europa und somit schwindet auch der Einfluss der Europäischen Kleriker und Mitgliedern.

    Ich denke gerade in Deutschland unterschätzt man gerade das Wachstum der RKK in Asien und Afrika. Gegenden die durchaus noch sehr patriarchisch geprägt sind und die RKK dort im Wettbewerb mit dem Islam steht.
    Es wäre den neuen Schäfchen nur schwer vermittelbar, dass Frauen zu Priestern geweiht werden sollen etc.
    Das ist das Problem einer Weltkirche, welche eben gerade dort so stark wächst und damit Europa marginalisiert wird.

    Für die EKD und ihren Gliedkirchen ist die Situation um ein vielfaches einfacher. Sie ist regional und "von unten" organisiert.
    D.h. jede gesellschaftliche Veränderung kann hier wesentlich problemloser integriert werden.

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