Dem ist halt leider nicht so.
Um Andere nicht zu belasten brauche ich nicht Religion und Glaube, im Gegenteil, ich habe meinen Wertekatalog, der sich deutlich von den Dogmen des Glaubens unterscheidet, der die kollektive Toleranz der Allmacht und Unfehlbarkeit ablehnt.
Nur wer Unfehlbarkeit ausschließt, kommt Unfehlbarkeit zumindest näher.
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Ergebnis 371 bis 380 von 455
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22.02.2019, 17:34Inaktiver User
AW: Religionen - Segen oder Fluch?
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22.02.2019, 17:36Inaktiver User
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22.02.2019, 17:40Inaktiver User
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22.02.2019, 17:54Inaktiver User
AW: Religionen - Segen oder Fluch?
Ich kann deine Ablehnung von Glauben vor dem Hintergrund deiner Geschichte gut nachvollziehen. Ich wurde ähnlich massiv "im Glauben" aufgezogen und habe viele Jahre danach noch darunter gelitten, Angst vor Hölle und Verdammnis gehabt und so weiter.
Nur glaube ich nicht, daß du mit solchen "Glaubensdiskussionen" davon loskommen kannst, daraus entwickeln sich ja nur Nebenschauplätze und keine seriöse Diskussion, wie du es dir eingangs gewünscht hast.
Wenn du danach fragst, ob Religionen Segen oder Fluch seien: weder noch oder je nachdem, wofür Religion ge-/mißbraucht wird. In den Jahren, in denen ich mit dem Glauben, der allgegenwärtigen Kirche, mit gläubigen Menschen buchstäblich gehadert und gestritten habe, war ich noch "zu nah dran". Das weiß ich heute im Rückblick.
Ich stimme dir zu: unsere Kultur ist sehr stark von christlichen Werten, Seilschaften, Vorstellungen geprägt. Ich glaube, Bae wies darauf hin, daß auch für Nichtreligiöse diese Werte angenommen und gelebt werden. Für mich ist das richtig. Ich lebe überwiegend nach christlichen Werten: ich töte nicht, ich lüge oder betrüge nicht, ich versuche meinen Nächsten zu "lieben" (für mich übersetzt: zu respektieren und zu achten, auch wenn er / sie meine Wertmaßstäbe nicht teilt), ich "verzeihe" (indem ich versuche zu verstehen und alte Haßgefühle loswerde), alles Dinge, die ich für gut und richtig empfinde.
Ich ehre weder Vater noch Mutter, weil nicht vorhanden, ich ehre auch nicht diejenigen, die an mir zu Tätern wurden, es sei denn, daß ich deren Rolle bei meiner Persönlichkeitsentwicklung angemessen "würdige", denn ob ich sie nun ehre oder nicht: sie haben mit mit geprägt.
Ich ehre keinen Gott und glaube nicht an die Existenz eines solchen.
Und ich lehne die Institutionen der Kirche - sowohl evangelisch wie katholisch - zutiefst ab, auch wenn ich weiß, daß sie nicht "nur" Schlechtes tun.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß Religionen nichts im öffentlichen Raum zu suchen haben, weder durch staatlich eingezogene Kirchensteuern, noch durch religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen.
Aber: Glaube ist eine sehr persönliche, individuelle Angelegenheit. Menschen sind zu unglaublichen Verbrechen im Namen ihres Glaubens fähig, so wie sie auch zu unglaublicher Großmut, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe fähig sind. Beides durfte ich erfahren.
HAPPYpur, ich weiß nicht, ob du mit meinen Zeilen was anfangen kannst oder auch nur willst. Ich denke einfach, daß ganz egal, was uns zugefügt wurde, sich nicht damit "heilen" läßt, in dem man das Gewand, in dem es verübt worden ist, bekämpft. Religionen, auch die Geschichten und Gleichnisse in der Bibel begreife ich als Art philosophische Denkhilfen, die man annehmen oder ablehnen kann, die menschlichen Beweggründe, die damit erklärt werden können, lösen sich aber nicht auf. Will sagen: es ist ganz unwichtig, ob jemand 1:1 die heiligen Schriften glaubt oder nur im übertragenen Sinn - außer für ihn selbst natürlich. Wichtig ist nur, wie der Betreffende diese "Denkhilfen" nutzt und nach außen lebt, nämlich dann, wenn er andere damit beeinflußt.
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22.02.2019, 17:58
AW: Religionen - Segen oder Fluch?
Es gibt nur in der kath. Kirche Dogmen, in der ev. und anglikanischen Kirche nicht. Da ich mit einer Katholikin verheiratet bin, weiß ich, dass weder sie noch die anderen mir bekannten Katholiken sich an die Dogmen halten.
Es fliegt auch dort keiner raus, wenn er Zweifel hat. Das gilt nur für die dort Beschäftigten, wenn sie ihren Mißmut öffentlich äußern.
Die Kirchensteuer ist ärgerlich und für sehr viele der Grund sich dort abzumelden.weder durch staatlich eingezogene Kirchensteuern, noch durch religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen.
Nur verdanken wir diese Steuer nicht der Raffgier der beiden Volkskirchen, sondern der Raffgier der deutschen Fürsten, die 1803 im Immerwährenden Reichstag das Kirchenvermögen durch den Reichsdeputationshauptschluß einbezogen haben, um ihre territorialen Verluste während der napoleonischen Kriege auszugleichen. Sie versprachen, die beiden Kirchen zu alimentieren, was sie natürlich auf die Steuerzahler abwälzten. Weder die Weimarer Republik noch in der Bundesrepublik hat daran etwas geändert. Ich kenne nur eine Partei, die vor 30 Jahren daran etwas ändern wollte.
Die Finanzämter erhalten von den einbezogenen Kirchensteuer etwa 8% als Bearbeitungsgebühr.
Kirchensteuer ist auch in einigen Kantonen der Schweiz an die Einkommenssteuer der Bürger gebunden und wird von Finanzämtern eingezogen, ansonsten einmalig auf der Welt.Geändert von Opelius (22.02.2019 um 18:14 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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22.02.2019, 18:18Inaktiver User
AW: Religionen - Segen oder Fluch?
Wenn Glaube, welcher Art auch immer, zu unglaublichen Verbrechen führt, ist er schlichtweg falsch.
Da spielt es für mich keine Rolle, dass er auch Menschen zu unglaublicher Großmut, Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe befähigt.
Ich glaube an die Unfehlbarkeit und Reinheit des Kindes, abzüglich der Genetik, die wir dem Kind mitgeben. Leider ist die Genetik aber auch für die "Verschmutzung" verantwortlich. Darunter zählt die jahrtausende alte Religionshörigkeit. Verstehst Du, was ich meine?
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22.02.2019, 18:19
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