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  1. Inaktiver User

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen

    Nicht die Säkularisierung hat den Frauen die Gleichberechtigung gebracht, sondern der erste Weltkrieg, weil das schwache Geschlecht die Arbeit der an der Front befindlichen oder getöteten Männer übernehmen musste und im Frieden nicht mehr an den Herd zurück wollte und sich unersetzlich gemacht hatte.
    Dann musst Du noch weiter zurückgehen. Die Aufklärung und die Romantik, wo sich Schrifstellerinnen für ihr Geschlecht aus dem Fenster gelehnt haben.

    Die Rechte zur Gleichberechtigung konnten aber nur durch die Säkularisation stattfinden, als Frauen mit dem Staat verhandeln konnten und nicht mit der Kirche.


  2. Registriert seit
    27.01.2010
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    15.317

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Rechte zur Gleichberechtigung konnten aber nur durch die Säkularisation stattfinden, als Frauen mit dem Staat verhandeln konnten und nicht mit der Kirche.
    Im Nationalsozialismus begeisterte sich keiner mehr für eine emanzipierte und arbeitende Frau. Mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler (1933) war das vorherrschende Ziel, einen totalitären Staat zu errichten. Politische oder gesellschaftliche Organisationen (z. B. die Frauenbewegung) wurden verboten. Frauen sollten möglichst viele Kinder gebären und sich dem Mann unterordnen. Der Mann hatte die Rolle des Ernährers und des Beschützers. Frauen wurden nach dem Machtantritt der NSDAP aus ihren Berufen gedrängt und bekamen das passive Wahlrecht abgesprochen. Nach §1343 des Bürgerlichen Gesetzbuches konnte der Ehemann seine Frau u. a. dazu zwingen, ihren Beruf aufzugeben.

    Der lange Weg der Emanzipation - ARD | Das Erste

    Wie schnell sich etwas ändern kann...
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  3. Inaktiver User

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Das ist dann eine Frage, die jede(r) Gläubige(r) für sich selbst entscheiden muss und auch mit sich selbst ausmachen muss.
    Wen meinst Du mit "Gläubige"? Sind es die, die den rechten Glauben an den einzig wahren Gott haben, den die Bibel vorschlägt? ... und was macht der mit sich selbst aus? Fluch oder Segen? Fluch doch mit Sicherheit nicht, oder?
    Wenn ich an nichts glaube, bin ich ja auch gläubig, wobei an nichts kann man nicht glauben.
    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Glaube ich "buchstabengetreu" das, was Bibel, Koran, Thora etc. vorgeben, ist das meine Richtschnur im Alltag, die ich eins zu eins umsetzen will... Oder sehe ich z. B. die Bibel als eine Art Überlieferung, immer vor dem Hintergrund ihres Alters.
    Woran hältst Du Dich?
    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Nicht ohne Grund gibt es die verschiedenen Strömungen und "Unterarten" der einzelnen Regionen.
    Weil Ihnen die Interpretation nicht gefallen hat?
    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Religion wird immer dann gefährlich, wenn Menschen sie nach ihrem Sinne interpretieren. Dann kommt es zu Glaubenskriegen, Hexenverfolgung usw.
    Das würde ich als Argument interpretieren, dass Religion immer gefährlich ist, weil wir ja auch nur nach der Interpretation der Bibel leben.


  4. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    11.877

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Religion an sich ist nicht gefährlich. Egal, um welche Religion es geht.
    Gefährlich wird sie dann, wenn Menschen Religion in ihrem Sinne nutzen - zum Erlangen, Erhalten oder Ausnutzen von Macht.

    Ich weiß nicht, wie es ist, an nichts zu glauben. Da fehlt mir jegliche Erfahrung, ich war von Kind an ein gläubiger Mensch.
    Als Kind ist die Welt ja noch klein und irgendwie "einfach".

    Am Glauben zweifeln, Aussagen der Bibel zu hinterfragen, Aussagen des örtlichen Priesters, Kardinals (ich bin in einer streng katholischen Familie aufgewachsen) hinterfragen, für sich prüfen, das ist wohl normal. Fiel in die Pubertät, das passte auch, da hinterfragt man ja ohnehin und zweifelt.

    Ich habe die Glaubensrichtung mittlerweile gewechselt, bin jetzt evangelisch-lutherisch, weil ich mich da besser aufgehoben fühle. Und nein, ich glaube nicht buchstabentreu.

    Ich versuche, so zu leben, dass ich mir im Spiegel immer in die Augen sehen kann. Was davon seinen Ursprung in meiner Erziehung im christlichen Glauben hat kann ich gar nicht sicher sagen. Ich weiß ja nicht, wie es heute wäre, wenn meine Eltern mich atheistisch erzogen hätten.

  5. Inaktiver User

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Am Glauben zweifeln, ...
    Woran genau zweifelst Du, an der Existenz Gottes?
    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich habe die Glaubensrichtung mittlerweile gewechselt, bin jetzt evangelisch-lutherisch, weil ich mich da besser aufgehoben fühle.
    Was genau heisst das, "besser aufgehoben" ? Welche Leistungen bietet Dir die Institution. Du zahlst ja Kirchensteuer.

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Und nein, ich glaube nicht buchstabentreu.
    Das tun eher Bibelforscher, Jehovas Zeugen. Mir ist aufgefallen, dass die nie eine selbständige Antwort auf Fragen geben, immer nach einer Textstelle suchen, die dann so halbwegs auf die Frage passt, aber eher nicht.
    Das finde ich schrecklich, vor solchen Menschen habe ich Angst, weil sie auf mich einen durch und durch manipuliebaren Eindruck machen.

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich versuche, so zu leben, dass ich mir im Spiegel immer in die Augen sehen kann.
    Wer tut das nicht? Braucht es dazu den Dogmatismus eines Glaubens?
    Dogmen spielen doch eine grosse Rolle in Religionen.
    Wenn Du Dich auch nicht an alle hälts oder hinterfragst, hältst Du doch trotzdem an bestimmten fest, die ein Handeln aus Prinzip verursachen. Sind dann Gedanken noch frei?

  6. Inaktiver User

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Doch, ich würde gerne verstehen, was an Religion so attraktiv ist.
    Orientierung, Identitätsstiftung, Gemeinschaft, Legitimation.

    Was die gesellschaftliche Ebene betrifft, finde ich schon, dass wir es ohne Religion besser hätten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich halte die Suche des Menschen nach Sinn, Fragen nach dem (einem?) Jenseits, nach Tod, Verlust von Angehörigen, Krankheit, Geburt, die Überwindung von Trauer - in weiter Form Religion - genannt, für ein ur-menschliches Bedürfnis.
    Daher glaube ich man kann schlecht fragen, wie sähe der Mensch ohne Religion aus - es gibt diesen Menschen schlicht nicht.
    Ja, der Mensch sucht nach Sinn, diesen könnte er aber auch außerhalb von Religion finden, z.B. in einer humanistisch motivierten Ethik – wie es zahlreiche Leute ja bereits tun, und das auch nicht erst seit vorgestern.
    Es mag in der Natur des Menschen liegen, nach Sinn zu suchen. Die Suche nach Überirdischen sehe ich aber nicht als urmenschliches Bedürfnis an. Die Tatsache, dass sich religiöse Ideologien gegenüber anderen durchgesetzt haben, hat mit Machtfaktoren zu tun und nicht damit, dass der Mensch nicht ohne kann.


  7. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    11.877

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Ich erwarte keine Gegenleistung für die Kirchensteuer.
    Ich käme völlig ohne Amtskirche zurecht.
    Mir gibt mein Glaube Halt und Trost.

    Und das "aufgehoben sein" - Ich fühle mich in der jetzigen Kirchengemeinde gut aufgehoben. Weil dort z. B. Menschen sind, die mich mittragen, wenn ich nicht mehr kann.
    Das verbindende Element ist der gemeinsame Glaube.

    Alles das haben sicher Menschen, die Atheisten sind auch.

    Ich stelle gerade fest, dass es schwer zu erklären ist. Fast, als müsste ich einem Blinden eine Farbe erklären. Würde mir genauso schwer fallen.

  8. Inaktiver User

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Orientierung, Identitätsstiftung, Gemeinschaft, Legitimation.
    Orientierung und Identitätsstiftung sind seit Freud und Reich Felder der Psychoanalyse. Eine Konkurrenz zur kirchlichen Seelsorge.
    Gemeinschaft - das evanelische Werk für Diakonie und Entwicklung ist eine Mega Organisation mit über 500 000 hauptamtlichen Mitarbeitern und 700 000 freiwilligen Helfern. Insgesamt beschäftigen die kirchlichen Wohlfahrtsverände 1,5 Millionen Arbeitnehmer mit 45 Milliarden Jahresumsatz. Da ist viel Geld im Spiel und wenig Transparenz.

    Was meinst Du mit Legitimation?

  9. Avatar von Itsybitsy
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    840

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich starte hier mal einen neuen Versuch, das Thema "Religion" sachlich und seriös zwischen Monotheisten, Atheisten, Agnostikern und auch gerne Konfuzianern zu diskutieren.
    ... ambitioniert

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Gäbe es die Religionen nicht, wäre es möglicherweise friedlicher auf der Welt.
    Gäbe es keine Menschen, wäre es möglicherweise friedlicher auf der Welt.

    Religionen existieren, weil sie für viele Menschen ein Bedürfnis erfüllen. Mir scheint, dass Unfrieden auch ein menschlisches Bedürfnis sein kann.
    Mit Klein Itsy (2012) und Klein Bitsy (2015)
    ... und dem inneren Schweinehund, der das Avatar gefressen hat

  10. Avatar von Akzent
    Registriert seit
    08.07.2014
    Beiträge
    6.556

    AW: Religionen - Segen oder Fluch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ich an nichts glaube, bin ich ja auch gläubig, wobei an nichts kann man nicht glauben.
    mit der Einleitung zu einem NIChts gluaben , bist du auch gläubig - trifft es doch schon gut in Sachen Glauben, wenn du kannst an nichts glauben, glaubst du dem Nichts. Und doch ist es so. Man kann an dem nichts glauben. Anders als du es sagst, mit an nichts kann man nicht glauben.

    Interessant wie häufig das Glauben genannt wird, glauben an etwas oder nichts? was kann das sein? Glauben , mit einer Ansicht, die dann welche wäre.



    Das würde ich als Argument interpretieren, dass Religion immer gefährlich ist, weil wir ja auch nur nach der Interpretation der Bibel leben.
    1. Wer lebt mit den Interpretationen und seit wann - und wer lebt und liest ohne Interpretation? Welche Drucksachen bereiten eine Vielzahl an Interpretationen einzelner Aussagen, wie die Bibel. Nenne mir eine Interpretation von den Lehrbücher z.b. HIOB oder Sprüche Salomos oder nenne deines , aus der Bibel entnommen.

    Du widersprichst dich hier in Teilen, denn die Bibel wird von Wortgläubigen so gelesen wie es geschrieben steht, in seiner Gesamtheit. Erst viele Jahrhunderte Später befassten sich die Gelehrten auch die Interpretationen zuzulassen, welche die Schreiber also die Propheten in der vorausschauenden Zukunft erkannt haben um diese heiligen Schriften schon damals und das mit Sicherheit in jedes zukünftige Zeitalter in Teilen angenommen vergleichniss-werdend-wird.

    Die Propheten arbeiteten für die Zukunft, dafür haben sie es geschaft dass Jahrhunderte später wir in die weite Vergangenheit lesen müssen, "denn es steht geschrieben". Das Buch der Bücher der Christen über 2000 Jahre Bestand zu haben und das nur wegen Religion, ist schon ein historisches Kunstwerk.

    Religion wird dann gefährlich, ja wenn Machtmissbrauch stattfindet innerhalb im Rahmen von Religion Kirche mit den "Schäfchen" FAnatismus, Unterwerfung Bussrituale - Bestrafungen - um bei den Christen zu bleiben.

    Gib es Verfluchen nur in der Religion? ich weiss es nicht.


    Geändert von Analuisa (09.02.2019 um 22:04 Uhr) Grund: Zitat repariert

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