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  1. Registriert seit
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    Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Hallo zusammen,

    Kennt sich hier Jemand mit der Religionsgemeinschaft der Mormonen aus? Gibt es vielleicht sogar Aussteiger hier?
    Sind Mormonen eine Religionsgemeinschaft oder eine Sekte, oder sind die Grenzen fließend?

    Ich habe in meiner nahen Verwandtschaft Jemanden, der vor mehr als 20 Jahren aus Liebe zu seiner stark geprägten, gläubigen mormonischen Frau diesen Glauben angenommen hat. Früher war er evangelisch. Seit mehreren Jahren ist der Kontakt fast komplett zu seinen anderen Familienmitgliedern abgebrochen.

    Vieles deutet darauf hin, dass der Kontaktabbruch tatsächlich mit dem Glauben zu tun hat. Könnte das so sein?

    Gibt es Leute hier im Forum, denen ähnliches passiert ist, oder schon davon gehört haben?

  2. Avatar von linsemo
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Mormonen

    Ich war mal mit jemandem befreundet, der Mormone war. Er hat sich über die Doppelmoral der Mormonen sehr aufgeregt. Es gab Alkohol, Mißbrauch, Bigamie u. ä..
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  3. Avatar von Horus
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Die Frage, ob die Mormonen - oder irgendeine andere auf einigermassen christlichem Fundament beruhende Splittergruppe - eine Sekte oder Religionsgemeinschaft sei, ist eine nicht abschliessend zu beantwortende Frage, über die wir Religionswissenschaftler uns nächtelang streiten können...

    Ist auch irgendwie egal, wie man das nennt, finde ich (Das Christentum war ursprünglich mal auch nichts anderes als eine jüdische Sekte, eine unter vielen).

    Es gibt unter den Mormonen verschiedene Gruppen mit unterschiedlich sektiererischer Ausprägung. Längst nicht alle Gruppen tolerieren die Polygamie (die extremsten hingegen schon).

    In meiner Verwandtschaft gibt es einen Mormonen bzw. da der unterdessen selber Familie hat, nun auch mehrere. Wir haben tatsächlich keinen Kontakt - das hat aber nicht mit seinem Mormonensein zu tun, sondern damit, dass er in Übersee lebt und als Person für mich nicht wirklich interessant ist. Es war sogar so, dass er, als er jünger war, sich viel aktiver als wir (also meine Kernfamilie) um Kontakt bemüht hat, eine Abkapselung seinerseits fand also nicht statt, im Gegenteil. Er hat offenbar in jüngeren Jahren mehrmals versucht, meine Mutter für die Mormonengemeinde zu gewinnen, hat aber ihr kategorisches Nein dann irgendwann akzeptiert. Bei mir hat er es zu meinen Studentenzeiten das letzte Mal versucht - als er dann aber erfuhr, dass ich Religionswissenschaft studierte und ein paar Dinge einfach wirklich besser weiss als er, war das Thema durch.

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  4. Registriert seit
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    hier in Deutschland?

    Mormonen in Europa sollen äußerst treu sein und sich von den Gepflogenheiten in Übersee sehr unterscheiden , was Treue, etc. betrifft.

    Nur durch Treue und den stark einzuhaltenden Regeln, die ihnen auferlegt sind, sei ihnen garantiert, so heißt es, dass sie sich nach dem Ableben im Himmel als Familie wiederfinden.

    Jedoch nur, wenn sie sich strikt an die vorgegebenen Regeln halten. Zum Beispiel, keinen Kaffee, keinen schwarzen Tee, keinen Alkohol, jeden Sonntag Kirche , absolute Treue und vieles mehr.


  5. Registriert seit
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Wobei ich nicht genau weiß, was in Übersee zur Zeit Mormone zu sein, heißt.

    Es hält sich ja das starke Gerücht, dass es Vielweiberei gab. Aber nie in Europa, so viel ich weiß. Und ob es in Übersee so war/ist, weiß ich nicht.

    Mir geht es auch nur um die deutschen Gepflogenheiten der Mormonen.

    PS: keinesfalls ist rauchen gestattet.

  6. Avatar von Horus
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Auch in den USA sind für Mormonen eigentlich alle Genussmittel inkl. Alkohol und Tabak verboten - und die weitaus meisten Mormonen halten sich daran. Doppelmoral kommt natürlich - wie überall in jeder Religionsgemeinschaft - bei einzelnen Personen oder Gruppen vor, aber die "gemässigteren" Mormonen (und das ist die überwiegende Mehrheit, sowohl in Europa als auch in den USA) hält sich an die selbst auferlegten Regeln und führen eigentlich ein ziemlich unauffälliges, unaufgeregtes, teils "spiessiges" Leben. Komplette Normalos, eigentlich.

    Auswüchse wie Polygamie etc. kommen vereinzelt vor (ja, immer noch!), betreffen aber die extremen Gruppen und die gibt es in Europa weniger.

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  7. Registriert seit
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen

    ...

    Ist auch irgendwie egal, wie man das nennt, finde ich (Das Christentum war ursprünglich mal auch nichts anderes als eine jüdische Sekte, eine unter vielen).

    ...


    steile These. Kannst du das konkretisieren?

  8. Avatar von Horus
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Keineswegs steile These, sondern seit vielen Jahren Mainstream-Lehrhaltung unter christlichen (katholische wie protestantischen) Theologen und Religionswissenschaftlern.

    Die Jesusgmeinde war eine unter vielen anderen jüdischen Sekten zu jener Zeit, extremen und weniger extremen. Jeshua aus Nazareth war nicht der einzige Mensch, der von seinen Anhängern als der jüdische erwartete Messias angesehen wurde, da gab es viele. Er war auch längst nicht der einzige, der radikale Änderungen der jüdischen Gesetze predigte und nicht einmal die Lehre von der Auferstehung von den Toten war ein Alleinstehensmerkmal von Jeshua, auch andere jüdische charismatische Religionsführer predigten und glaubten das.

    Im Selbstverständnis waren die Mitglieder der ersten Gemeinde Juden und wollten nie etwas anderes sein. Die Trennung geschah erst etwas später, als nichtjüdische Jeshua-Anhänger zahlreicher wurde. Theologisch wurde unter den frühen Christen die Frage heiss diskutiert, ob jemand, der Jeshua-Anhänger, also Christ sein wollte, zwingend Jude sein musste und die jüdischen Gesetze befolgen müsse. Spuren dieser Debatte findet man in den Bibel, wesentlich mehr noch ausserhlb. Die Jerusalemer Gemeinde, die älteste christliche Gemeinschaft, bejahte das. Für sie war die Jeshua-Anhängerschaft, die sie pflegten, keine neue Religion, kein Bruch mit dem Alten - sondern bloss "das einzig richtige Judentum". (Viele Sekten nehmen für sich in Anspruch, die einzig richtige Ausprägungsform einer bestehenden Religion zu sein).
    Erst nach einiger Zeit und nachdem immer mehr Nichtjuden sich als Jeshua-Anhänger bekannten, drehte das Blatt und wurde die Diskussion entschieden dahingehend, dass man NICHT zwingend Jude sein müsse, um Christ zu sein. Das war der wichigste Moment, als das Christentum sich vom Judentum trennte.

    Aber die Jeshua-Gemeinde war zu Lebzeiten Jesu und in den ersten Jahren danach eindeutig und im Eigenverständnis jüdisch.

    Und damit lasse ich es bewenden. Es gibt zentnerweise theologische und religionswissenschaftliche Fachliteratur zu diesem Thema, die sich jeder Interessierte selber zu Gemüte führen kann. (Aber eben: muss es halt tun...)

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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Wie sagte schon Petrus zu Jesus, als der Papst am Himmelstor stand und reinwollte mit den Worten :"Ich bin der Vertreter von Dir, Petrus im Name Jesus, dem grossen Fischer, mach mir auf!"

    Hey, Jesus, da ist mal wieder jemand von dem Fischereiverein, den Du vor 2000 Jahren gegründet hast!

    Mit Mormonen habe ich keinen Kontakt, weiss nur, dass es 2 Hochzeitszeremonien gibt. Die Hardcore Variante gilt auch im Jenseits. Und dass Frauen mit Kindern im Ursprungstempel den Gottesdienst hinter Glas genießen dürfen, um die Gläubigen nicht mit Kindergeplärre zu stören.

    Je suis Charlie!

    Hugh Grant über Boris Johnson (29.8.2019)(Danke an untitled):

    You will not fuck with my children’s future. You will not destroy the freedoms my grandfather fought two world wars to defend. Fuck off you over-promoted rubber bath toy. Britain is revolted by you and you little gang of masturbatory prefects

  10. Avatar von Horus
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    AW: Mormonen und deren Umgang mit Nichtmormonen innerhalb der Verwandtschaft

    Wie sagte schon Petrus zu Jesus, als der Papst am Himmelstor stand und reinwollte mit den Worten :"Ich bin der Vertreter von Dir, Petrus im Name Jesus, dem grossen Fischer, mach mir auf!"

    Hey, Jesus, da ist mal wieder jemand von dem Fischereiverein, den Du vor 2000 Jahren gegründet hast!
    Wobei der EIGENTLICHE Gründer ja Paulus war..................................

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