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  1. Registriert seit
    18.04.2018
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    Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Hallo,

    ich (32), meine Schwester (29) und unser Halbbruder (13; Sohn vom zweiten Ehemann unserer Mutter)haben leider letztes Jahr unsere Mutter verloren, da sie den Folgen ihrer Krebsekrankung mit 51 Jahren verstorben ist.

    Ich bin katholisch und hab gemerkt, dass mir z.B. das Beten vor dem Schlafen sehr gut tut. Ich bin ansonsten ein glücklicher Mensch (überzeugter Langzeitsingle, seit 12 Jahren in einer Wohnung, 2 Katzen, Hobbymusikerin, Schlagzeug seit 6 Jahren, Pop- und Jazzchor seit 12 Jahren und Irish Dancing seit 19 Jahren = Irischer Stepp- und Softshoetanz sowie das Erlernen der neugriechischen Sprache - daher auch mein Benutzername - seit 1 Jahr) aber in Stresssituationen verfalle ich oft in Angstattacken.

    Ich bin zwar katholisch, aber auch sehr modern. Ich will keine Kinder, ich lebe mein Leben so wie es mir gefällt und Gott liebt mich deswegen, weil ich tue was mich glücklich macht.

    Ich denke man kann auch an Gott glauben und trotzdem modern sein.

    Wem geht es auch so? Ich weiß in der heutigen Zeit ist es ungewöhnlich wenn so junge Dinger wie ich sowas machen.

    Mir gefällt das Drumherum beim Katholischen schon. Ich mag gotische und barocke Kirchen, Weihrauch riecht gut und mich faszinieren die Geschichten rund um die Heiligen (das es nicht immer 1:1 so war wie in den Legenden ist klar).


  2. Registriert seit
    19.08.2012
    Beiträge
    5.855

    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Also, ein "junges Ding" bin ich mit 52 nicht wirklich mehr...
    Aber in deinem Alter habe ich auch, ganz langsam, zur Religion gefunden -und ich
    "mag" den katholischen Glauben auch mehr als den evangelischen, keine Ahnung
    warum das so ist, darüber denke ich auch gar nicht mehr nach.Vieles sehe ich kritisch
    in "meiner Kirche", aber es würde mir fehlen dort nicht einen Ort der Begegnung zu
    haben mit ähnlich "veranlagten" Leuten.
    Auch ich bete jeden Tag abends, wenn ich mal darüber einschlafe, ist das aber auch nicht
    schlimm, ich glaube das es "den Adressaten" irgendwie erreicht, da bin ich ganz kindlich
    naiv. Meine Wünsche und Hoffnungen werden trotzdem oft nicht erfüllt-- gut so-
    es wäre schrecklich wenn es anders wäre. Mein Gottesbild ist inzwischen so, dass ich
    nicht mehr für meine Belange bete, sondern eher im Sinne von Fürbitte für bestimmte
    Situationen Menschen und auch Tiere die mich nicht unmittelbar, aber mittelbar betreffen.
    Und ich bitte in sofern auch für mich, dass ich manchmal so bin wie ich eben bin und
    auch wenn ich zuweilen gerne anders wäre, mir das aber nicht so gut gelingt, Gott das
    erträgt- wie er uns alle ertragen muss.
    Beten als Trauerhilfe kann gut tun, ich war aber länger zu wütend und trostlos, dass ich
    das durch beten alles kompensieren konnte, erst nach und nach kamen die Dankbarkeit
    für Vieles und das Empfinden das trotz alledem Gott präsent ist, zurück.
    Bei uns in der Kirche, hier sind sonst fast alle evangelisch, sind viele moderne junge Leute
    unterwegs, ich staune oft von woher die "anreisen"; was sollte daran strange sein oder
    altbacken!? Man redet nur nicht gerne darüber, weil es so ein Tabuthema geworden ist.

    Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und Trost in der Trauerzeit und auch danach.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld


  3. Registriert seit
    13.06.2017
    Beiträge
    178

    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Hallo Kyriakappa,

    dein post ist schon etwas her, weiß nicht, ob du das noch liest.

    Ich wollte dir sagen, dass ich dich verstehen kann. Ich bin schon älter (56) und war außer in der Kindheit nie religiös.
    Aber habe mich immer gern mal in Kirchen aufgehalten. Ich mag das Spirituelle und den Gedanken der Nächstenliebe.

    In den letzten Jahren habe ich durch Menschen in Süddeutschland den kath. Glauben näher kennengelernt. Gehört, was früher gar nicht gut war. Und dass heute die jungen Leute den Glauben anders leben.
    Auch bei mir ist eine Person mit kath. Glauben vor kuzer Zeit gestorben.
    Ich bin immer noch nicht gläubig, aber fühle eine Art Verständnis und irgendwie jetzt etwas Teilhabe an diesem Glauben.

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