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  1. Registriert seit
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    Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Hallo,

    ich (32), meine Schwester (29) und unser Halbbruder (13; Sohn vom zweiten Ehemann unserer Mutter)haben leider letztes Jahr unsere Mutter verloren, da sie den Folgen ihrer Krebsekrankung mit 51 Jahren verstorben ist.

    Ich bin katholisch und hab gemerkt, dass mir z.B. das Beten vor dem Schlafen sehr gut tut. Ich bin ansonsten ein glücklicher Mensch (überzeugter Langzeitsingle, seit 12 Jahren in einer Wohnung, 2 Katzen, Hobbymusikerin, Schlagzeug seit 6 Jahren, Pop- und Jazzchor seit 12 Jahren und Irish Dancing seit 19 Jahren = Irischer Stepp- und Softshoetanz sowie das Erlernen der neugriechischen Sprache - daher auch mein Benutzername - seit 1 Jahr) aber in Stresssituationen verfalle ich oft in Angstattacken.

    Ich bin zwar katholisch, aber auch sehr modern. Ich will keine Kinder, ich lebe mein Leben so wie es mir gefällt und Gott liebt mich deswegen, weil ich tue was mich glücklich macht.

    Ich denke man kann auch an Gott glauben und trotzdem modern sein.

    Wem geht es auch so? Ich weiß in der heutigen Zeit ist es ungewöhnlich wenn so junge Dinger wie ich sowas machen.

    Mir gefällt das Drumherum beim Katholischen schon. Ich mag gotische und barocke Kirchen, Weihrauch riecht gut und mich faszinieren die Geschichten rund um die Heiligen (das es nicht immer 1:1 so war wie in den Legenden ist klar).


  2. Registriert seit
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Also, ein "junges Ding" bin ich mit 52 nicht wirklich mehr...
    Aber in deinem Alter habe ich auch, ganz langsam, zur Religion gefunden -und ich
    "mag" den katholischen Glauben auch mehr als den evangelischen, keine Ahnung
    warum das so ist, darüber denke ich auch gar nicht mehr nach.Vieles sehe ich kritisch
    in "meiner Kirche", aber es würde mir fehlen dort nicht einen Ort der Begegnung zu
    haben mit ähnlich "veranlagten" Leuten.
    Auch ich bete jeden Tag abends, wenn ich mal darüber einschlafe, ist das aber auch nicht
    schlimm, ich glaube das es "den Adressaten" irgendwie erreicht, da bin ich ganz kindlich
    naiv. Meine Wünsche und Hoffnungen werden trotzdem oft nicht erfüllt-- gut so-
    es wäre schrecklich wenn es anders wäre. Mein Gottesbild ist inzwischen so, dass ich
    nicht mehr für meine Belange bete, sondern eher im Sinne von Fürbitte für bestimmte
    Situationen Menschen und auch Tiere die mich nicht unmittelbar, aber mittelbar betreffen.
    Und ich bitte in sofern auch für mich, dass ich manchmal so bin wie ich eben bin und
    auch wenn ich zuweilen gerne anders wäre, mir das aber nicht so gut gelingt, Gott das
    erträgt- wie er uns alle ertragen muss.
    Beten als Trauerhilfe kann gut tun, ich war aber länger zu wütend und trostlos, dass ich
    das durch beten alles kompensieren konnte, erst nach und nach kamen die Dankbarkeit
    für Vieles und das Empfinden das trotz alledem Gott präsent ist, zurück.
    Bei uns in der Kirche, hier sind sonst fast alle evangelisch, sind viele moderne junge Leute
    unterwegs, ich staune oft von woher die "anreisen"; was sollte daran strange sein oder
    altbacken!? Man redet nur nicht gerne darüber, weil es so ein Tabuthema geworden ist.

    Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und Trost in der Trauerzeit und auch danach.
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld


  3. Registriert seit
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Hallo Kyriakappa,

    dein post ist schon etwas her, weiß nicht, ob du das noch liest.

    Ich wollte dir sagen, dass ich dich verstehen kann. Ich bin schon älter (56) und war außer in der Kindheit nie religiös.
    Aber habe mich immer gern mal in Kirchen aufgehalten. Ich mag das Spirituelle und den Gedanken der Nächstenliebe.

    In den letzten Jahren habe ich durch Menschen in Süddeutschland den kath. Glauben näher kennengelernt. Gehört, was früher gar nicht gut war. Und dass heute die jungen Leute den Glauben anders leben.
    Auch bei mir ist eine Person mit kath. Glauben vor kuzer Zeit gestorben.
    Ich bin immer noch nicht gläubig, aber fühle eine Art Verständnis und irgendwie jetzt etwas Teilhabe an diesem Glauben.


  4. Registriert seit
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    liebe Kyriakappa, erst einmal mein herzliches Beileid zu dem Verlust Eurer Mutter.
    Ich bete jeden Abend im Bett. Es tut mir gut, mit Gott zu besprechen, was mir auf der Seele liegt.
    Und, ich habe gemerkt, es tut mir gut, wenn ich sehr durcheinander, gestresst, wütend usw. bin, ganz langsam z.B. das Glaubensbekenntnis zu denken. Durch die Konzentration auf das Gebet lässt die Unruhe in mir nach.
    Ich habe mich erst als Erwachsene taufen lassen und meinen Taufspruch bewusst gewählt: Du, Gott, siehst in mein Herz und weisst, wie ich's meine. Und daran glaube ich.

  5. Avatar von Leonie
    Registriert seit
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Zitat Zitat von Mathildchen Beitrag anzeigen
    Ich bete jeden Abend im Bett.
    Ich auch Ich fühle mich auch dem Katholischen in Vielerlei Hinsicht verbunden- obwohl evangelisch.
    Leonie
    Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
    auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
    Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
    nur verachten würde man ihn.
    Das Hohelied



  6. Registriert seit
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Ich bin evangelisch. Finde ich aber nicht wichtig. Wir beten zu dem gleichen (einen) Gott.
    Und Evangelen und Katholiken sollten nach meiner Ansicht viel mehr auf ihre Gemeinsamkeiten achten als auf die Unterschiede.
    Übrigens, ich bete auch in katholischen Kirchen - weil, wie siehe oben, der selbe (eine) Gott.

  7. Inaktiver User

    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Was hat die Konfession mit dem Beten zu tun?

  8. Avatar von Hillie
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Was haben Glauben und Religiosität mit Konfession zu tun?
    Neugierde ist der Kompass meines Lebens

  9. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Zitat Zitat von Hillie Beitrag anzeigen
    Was haben Glauben und Religiosität mit Konfession zu tun?
    Das Repertoire an "fertigen" Gebeten, auf die sich der Betende sicher verlassen kann, ist im Katholischen sehr viel größer als im Evangelischen.
    Insofern ist die Konfession und die Routine in den Glaubensverrichtungen schon entscheidend.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  10. Registriert seit
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    AW: Beten als Trauer- oder Stressbewältigung

    Ich nehme "fertige Gebete" vom christlichen Glauben, so, wie ich sie benötige bzw. wie sie mir gut tun.
    Es ist für mich nicht wichtig, ob sie ev. oder kath. Ursprungs sind. Selbst "uns' Luther war in der Beziehung - auch in Beziehung zum Bekreuzigen - sehr tolererant-

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