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  1. Inaktiver User

    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    würdest du dich vor einen Holocaust-Überlebenden oder ein sonstiges Opfers dieses "Spiels" hinstellen und ihnen allen Ernstes so einen Scheiß erzählen?
    Ultraorthodoxe Juden glauben tatsächlich, dass der Holocaust Gottes Strafe dafür war, dass sich die Juden zu sehr ihrer Umgebung angepasst und säkularisiert haben.

    Aber das ist natürlich das Konzept des strafenden Gottes, nicht eines "Spielers".
    Geändert von Inaktiver User (14.07.2017 um 16:03 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Gejammer mancher gläubigen Menschen: "Warum lässt Gott zu, dass mir das geschieht?" hat mich schon immer befremdet. Warum lässt er es bei anderen zu? Macht das mehr Sinn? Oder ist das nicht so schlimm, da persönlich nicht betroffen?
    Eine Freundin von mir, eine gläubige Katholikin, ist mit 44 an Krebs gestorben und hat eben dies nicht gemacht. Sie hat es als Prüfung gesehen, und schließlich, dass Gott sie zu sich holen will.

    Und sie war eine sehr intelligente, reflektierte Frau - keine von denen mit diesem Kinderglauben.

    Wäre mir in einer sehr schmerzhaften Situation jemand damit gekommen, dass Gott gut ist, mir aber aus unerfindlichen Gründen Leid zufügt, weil er einen seltsam unergründlichen Plan verfolgt, hätte ich mich zudem auch noch verarscht gefühlt.
    Das mag bei Dir so sein, bei anderen aber halt nicht.

  3. Inaktiver User

    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Septima Beitrag anzeigen
    konstruktives Konzept zur Verarbeitung derartiger Katastrophen halte ich für wesentlich sinnvoller.
    Wenn Du ein "konstruktives Konzept" hast, wie man ein Erlebnis wie Auschwitz etc verarbeiten kann, ist Dir der Medizinnobelpreis sicher.

  4. Inaktiver User

    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Freundin von mir, eine gläubige Katholikin, ist mit 44 an Krebs gestorben und hat eben dies nicht gemacht. Sie hat es als Prüfung gesehen, und schließlich, dass Gott sie zu sich holen will.

    Und sie war eine sehr intelligente, reflektierte Frau - keine von denen mit diesem Kinderglauben.

    [...]

    Das mag bei Dir so sein, bei anderen aber halt nicht.
    Das ist mir klar. Es gibt sicher eine Menge reflektierter Gläubiger, die ihren Glauben auf ernsthafte aber auch tolerante Art leben. Über die habe ich in dem Beitrag, den du zitiert hast, nicht geschrieben. Sondern - über mir teilweise bekannte - eher unreflektierte Menschen, deren Lamentieren ich im Falle des Falles ich weder begreifen noch akzeptieren kann.

    Zum zweiten Teil: ist mir ebenfalls klar, dass es bei anderen anders ist als bei mir. Ich habe ja auch aus meiner Perspektive geschrieben.

  5. gesperrt

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    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die persönliche Erkenntnis, dass nicht alles einen Sinn hat, aushalten. Weiterleben.
    Dass nicht alles einen Sinn hat, gut, meinetwegen. Das geht ja noch.

    Aber wenn jemand ernsthaft überhaupt keinen Sinn in seinem Leben hat? Wie soll man das aushalten können? Ich könnte das nicht.

    Mich an meinem kleinen, für das Weltgefüge unbedeutendem Leben festhalten.
    und wozu sollte man denn die Mühe auf sich nehmen?


    Das Gejammer mancher gläubigen Menschen: "Warum lässt Gott zu, dass mir das geschieht?" hat mich schon immer befremdet.
    ich habe noch nie jemanden so etwas sagen gehört. ^^

    Aber es ist wohl menschlich, dass man sich gelegentlich fragt "warum ich, schon wieder ich, immer ich?", wenn sich die Probleme und Katastrophen häufen.

    Genau wie auch die Frage "hab ich etwas dazu beigetragen, dass es so gekommen ist?" wie auch die Frage "was kann ich tun, damit es nicht wieder so kommt?" - und ja, manchmal lautet die Antwort einfach "nichts".

    Warum lässt er es bei anderen zu? Macht das mehr Sinn? Oder ist das nicht so schlimm, da persönlich nicht betroffen?
    klar ist man weniger betroffen, wenn es Andere oder Fremde trifft.


    Wäre mir in einer sehr schmerzhaften Situation jemand damit gekommen, dass Gott gut ist, mir aber aus unerfindlichen Gründen Leid zufügt, weil er einen seltsam unergründlichen Plan verfolgt, hätte ich mich zudem auch noch verarscht gefühlt.
    Ich frag mich, wie man überhaupt zur Idee kommt, Gott füge einem ein Leid zu?

    Das Leid hat ja meist klare Ursachen: der Chef der kündigt, die Partnerin die einen verlässt, ein Virus der eine Krankheit verursacht, und so weiter.

    Wieso Gott ins Spiel bringen?

    Und wieder andere schaffen es nicht, weil nichts und niemand sie schützt oder auffängt.
    ich vermute, dass die religiösen Institutionen in den letzten Jahrzehnten bedeutend schwächer geworden sind, ist da spürbar - es gibt weniger Hilfe.

    gruss, barbara

  6. gesperrt

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    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Septima Beitrag anzeigen
    Warum muss ich daran arbeiten, schlimmen Ereignissen in meinem Leben einen Sinn zu geben? Welch eine Verschwendung von Energien und Zeit!
    Immer noch deutlich weniger verschwenderisch als sich ein Leben lang zu zermürben und zu zweifeln und zu keinem Ende zu kommen.

    Erfolgreiche Vermeidungsstrategien parat zu haben oder ein konstruktives Konzept zur Verarbeitung derartiger Katastrophen halte ich für wesentlich sinnvoller.
    Eben, die Sinngebung ist meiner Auffassung nach ein solches konstruktives Verarbeitungskonzept.

    Falls du andere - bessere - kennst, bitte her damit!

    gruss, barbara

  7. gesperrt

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    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der gläubige Mensch hat "brav" zu sein, darf nicht hinterfragen "nicht so wie ich will, sondern wie du willst, Gott" und muss in Demut sein Schicksal ertragen
    Man kann sein Schicksal auch mit Auflehnung und Wut tragen. oder mit Bitterkeit. oder mit Hass.

    klingt für mich alles extrem anstrengend und belastend.

    Was das Leben bringt, kann man halt oft nicht kontrollieren und nur begrenzt steuern. Das, was man nicht ändern kann, in Demut anzunehmen, scheint mir schlicht das rationalste, vernünftigste Vorgehen zu sein. Dann kann man seine Energie nämlich auf jene Dinge konzentrieren, die man ändern kann.


    Das passiert, wenn man in Dingen einen Sinn sucht, in denen keiner ist :-(...
    da komme ich keineswegs in Übereinstimmung mit dir, muss ich gestehen.

    gruss, barbara

  8. gesperrt

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    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn Du ein "konstruktives Konzept" hast, wie man ein Erlebnis wie Auschwitz etc verarbeiten kann, ist Dir der Medizinnobelpreis sicher.
    Viele Überlebende haben ja einen Weg gefunden, ein neues Leben angefangen, Familien gegründet... trotz all dem Schrecklichen, und all den körperlichen und psychischen Wunden, die sie erlitten.

    Da sind Leute, die es geschafft haben, durch die Hölle gezerrt zu werden, zu überleben, und danach immer noch Mensch und im guten Sinn menschlich zu sein. Wir könnten von ihnen wohl einiges lernen.

    Warum Antisemitismus so hartnäckig ist und immer wieder neu auftaucht, ist mir allerdings ein komplettes Rätsel. Ich staune immer wieder neu, wenn ich das bemerke. :-/

    gruss, barbara

  9. Inaktiver User

    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Man kann sein Schicksal auch mit Auflehnung und Wut tragen. oder mit Bitterkeit. oder mit Hass.

    klingt für mich alles extrem anstrengend und belastend.

    Was das Leben bringt, kann man halt oft nicht kontrollieren und nur begrenzt steuern. Das, was man nicht ändern kann, in Demut anzunehmen, scheint mir schlicht das rationalste, vernünftigste Vorgehen zu sein. Dann kann man seine Energie nämlich auf jene Dinge konzentrieren, die man ändern kann.




    da komme ich keineswegs in Übereinstimmung mit dir, muss ich gestehen.

    gruss, barbara

    Man kann schlimme Dinge annehmen (oder das versuchen) ohne an ein höheres allmächtiges Wesen zu glauben, das die Dinge bestimmt und leitet. Demut braucht es dazu auch nicht.
    Konform gehe ich mit dir in sofern, als dass dieses Annehmen den Kopf frei macht, um sich auf Dinge zu konzentrieren, die man (vielleicht) ändern kann.

    Man muss nicht in allem übereinstimmen.
    Wäre langweilig.

  10. gesperrt

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    AW: Habt ihr angst vor der Hölle?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man kann schlimme Dinge annehmen (oder das versuchen) ohne an ein höheres allmächtiges Wesen zu glauben, das die Dinge bestimmt und leitet. Demut braucht es dazu auch nicht.
    Kennst du die Geschichte von Moby Dick, dem weissen Wal, und Ahab, der Rache für sein abgebissenes Bein wollte?

    So rein persönlich gesehen, hätte Ahab etwas mehr Demut wohl eine Menge Ärger erspart, statt dass er sich seiner Obsession nach Rache hingegeben hätte und damit nicht nur sich selbst, sondern das ihm anvertraute Schiff inklusive Besatzung ins Verderben führte.

    Da spielt es auch gar keine Rolle, ob religiös oder a-religiös; auch die nicht religiöse Demut vor Naturgewalten und den Beschränkungen des menschlichen Wesens ist etwas, das einem einen Weg aus der Hölle weisen kann.

    gruss, barbara

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