Ich glaube nicht, dass das irgendjemand tägl. praktiziert. Dafür gibt es entsprechende Orte, manchmal feste Gedenkzeiten.
Und ein Friedhof meine ich auch , sollte ein Friedhof bleiben und ein entsprechender Platz dafür vorgesehen werden.
Braucht jede Stadt, jedes Dorf. Besucht den Ort und geht wieder, kann sich dem Leben widmen und so ist es doch auch gedacht. Ich denke schon auch, dass Distanz mental und räumlich, zu den Toten - Angehörige oder Freunde - sehr wichtig ist, denn sie sind für ein Leben nicht mehr nützlich. Selbst hat man in der Regel eine gute Erinnerung an diese, merkt sich was. Im Besten und Schönsten FAll für das Leben etwas mitbekommen. Das ist es dann.
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16.08.2017, 17:27
AW: Was ist die richtige Religion?
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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16.08.2017, 18:15
AW: Was ist die richtige Religion?
Deine Einstellung , Akzent, teile ich so nicht. Ich finde es einfach schön alte Fotos anzusehen auf denen meine Eltern, meine Schwester, andere, abgebildet sind, die verstorben sind. Ich erinnere mich dann daran, wie sie waren, wie sie gelebt haben, welche Besonderheiten es gab, welche Erlebnisse und Erfahrungen wir gemeinsam teilten, worüber wir gelacht und geweint haben. Und das gibt mir in meinem Leben viel, es wirkt in meine Gegenwart hinein, in meine Entscheidungen, die ich treffe, in meine Ziele. Ich verneige mich innerlich vor ihnen, die mir nach so vielen Jahren, in denen wir räumlich getrennt sind, doch noch so viel sagen und mit mir tragen. Und ich trage auch etwas in ihrem Leben, das zwar längst vorbei ist, aber dennoch präsent und nah.
So habe ich mich entschieden aktiv in der Hilfe für Flüchtlinge zu sein. Meine Eltern, meine ganze Familie ist damals geflohen, aus dem ehemaligen Pommern. Meine Mutter war sehr jung und hatte ein dreijähriges Kind als sie diese weite und beschwerliche Reise antreten mußte. Sie durfte mit dem Postbus mitgenommen werden, denn ihr Vater war bei der Post beschäftigt gewesen. Ihre Eltern waren alt und ihre Mutter krank, sie sorgte für alle. Der Bus kam nicht voran, denn die Menschen, die zu Fuß und mit einem Pferdewagen unterwegs waren, ließen nur eine Schrittgeschwindigkeit zu. So dauerte diese gefahrvolle Fahrt viele Tage und barg unzählige Gefahren.Mein Vater hat sehr gelitten in Krieg und grausamer Gefangenschaft.
Aber ich möchte jetzt keinen Familienroman schreiben, ich möchte nur sagen, das Leben meiner verstorbenen Familie ist in mir. Es ist mir ein Anliegen es zu würdigen und zu achten und daraus etwas für mein Leben zu machen. Die lieben Frauen beispielsweise, die die Flüchtlingsfrauen damals um sich gesammelt haben um mit ihnen zu handarbeiten, zu singen und zu beten, sind mir als Hoffnungsträgerinnen in Erinnerung. Sie sind längst verstorben, aber sie bleiben mir leuchtendes Vorbild, auch wenn ich es nicht schaffe es ihnen gleich zu tun, aber sie leuchten mir den Weg. (bildhaft ausgedrückt)
Oder der Pastor, der von seiner Gefangenschaft in seinen Predigten erzählte, von dem Licht, das er an Heiligabend leuchten sah, als Abglanz des Himmels so fern und doch in seiner Zelle spürbar, ist in mir als Bild einer unzerstörbaren Hoffnung , die ich versuche zu leben und weiter zu geben. Ich schffe es alles so nicht wie sie, die mutig vor mir waren und ihr Leben durchschritten, aber für mich ist ihr Leben so wichtig. Es beeinflußt mich auch heute . Diese Menschen sind nicht tot und das war es, nein, sie leben weiter.
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16.08.2017, 18:43
AW: Was ist die richtige Religion?
Schreib ich doch, selbst hat man eine gute Erinnerung. Schön , dass du gute Leute um dich rum hast.
Damit kann ich weniger etwas anfangen. Mit Lebendigkeit habe ich andere Erfahrungen.Diese Menschen sind nicht tot und das war es, nein, sie leben weiter.
Tote existieren in einer anderen Energie-Welt und das ist auch gut so.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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17.08.2017, 09:28
AW: Was ist die richtige Religion?
Das Leben endet nicht mit dem Tod.
In China gibt ein Volk, das die Toten sehr verehrt. Sie sind dankbar für das, was die Ahnen geschaffen haben und lassen sie in ihren Gedanken und Riten weiter leben. Sie arbeiten sogar weiter an dem, was die Ahnen aufbauten und führen deren Arbeit fort.
Ich finde das schön, weil man sich als Lebender dann auch sehr bewußt darüber ist, wie wichtig das eigene Dasein ist. Man lebt nicht nur für sich sondern auch für die, die nach einem kommen. Man geht ihnen voran.
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17.08.2017, 12:29
AW: Was ist die richtige Religion?
Ach und bei uns nicht? Wir schätzen die Werke der Verstorbenen nicht? Dichter, Denker Musiker und Architekten, Forscher , Politiker, Mediziner usw. nicht. Die Wertschätzung wird bei uns in Form der Benutzung deutlich gezeigt. Ist doch sehr wertvoll.
Der Unterschied besteht zweifellos darin, dass wir den Toten die Totenruhe lassen, was mir auch lieber ist, und arbeiten mit dem was sie uns hinterlassen haben. Was sonst auch.
Aber all das hat nichts mit einem lebendigen Toten zu tun. Wie du das empfinden magst.
Das physische Leben endet sicher mit dem Tod.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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23.08.2017, 22:35Inaktiver User
AW: Was ist die richtige Religion?
Lebendige Tote sind ein Widerspruch in sich..wie heiße Kälte oder große Winzigkeit.
Wenn wir tot sind, ist unser Bewusstsein weg, unsere Energie weg.., unser Leben aus und vorbei.
Weshalb wir das Leben nutzen sollten..und geliebte Menschen, die uns vorausgegangen sind, wertschätzen und nicht vergessen..ich zumindest mach das so.
Aber eben nicht bei jedem.
Es gibt - auch in meiner Verwandschaft - welche, um die ich nicht trauere.
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23.08.2017, 23:15
AW: Was ist die richtige Religion?
heiße Kälte. Gibt es bei Erfrierungen. Gefrierband bei Bergsteigern. Erfrierungengrade könenn sich so anfühlen, als ob es heiß ist.
Und es ist schon so, es gibt keine lebendigen Toten. Aber ich könnte mir vorstellen, dass man sich lebendig tot fühlen kann, einfach wenn alles sehr sinnlos erscheint und mit Wertlosigkeit verbunden ist. So gesehen ist es schon ein Begriff, der Verwendung hat.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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24.08.2017, 06:27
AW: Was ist die richtige Religion?
Wenn man frühmorgens öffentliche Verkehrsmittel benutzt, scheint es eine ganze Menge von denen zu haben. alle im Zombiemodus auf dem Weg zur Arbeit.
Die richtige Religion - oder Weltanschauung, wenn wir es etwas weiter fassen wollen- ist jene, die mir hilft, ein lebendiges Lebewesen zu sein.
Ein grosses, starkes, gutes Leben zu führen.
Und nicht einfach eine Existenz ohne Sinn und Zweck.
gruss, barbara
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24.08.2017, 07:45Inaktiver User
AW: Was ist die richtige Religion?
Alwa,
deine Reaktionen kann ich gut nachvollziehen.
Meine Mutter war so ein Flüchtlingskind. Sie hätte nicht überlebt wenn es nicht liebe Menschen gegeben hätte die sich ihrer angenommen hätte...
Und es überrascht mich wenn - dass - wenn man das erwähnt es immer heißt: war früher.
War es eben nicht. Ich verneige mich auch vor solchen Menschen. Es gibt ja auch heute noch Menschen die so barmherzig handeln.
Was die Fotos betrifft: das ist ja nun auslaufendes Modell. Kaum ein Mensch lässt heute noch Fotos entwickeln.
Insgesamt finde ich eben: deine Ansichten und deine Anliegen müssen doch nicht damit kollidieren dass man Gräber pflegt.
Gerade gestern habe ich einen total gruseligen Bericht über Stalingrad gesehen.
Die Menschen wurden da ja regelrecht abgeschlachtet. Es gab Überlende die berichteten.
Einer sagt fast wörtlich: da lagen Tausende von Leichen herum die hätten bestattet werden müssen.
Sind sie aber höchtswahrscheinlich nicht.
Dass die aber dann in der Kriegsgräberfürsorge doch wieder auftauchen finde ich gut.
Es mildert ein wenig den furchtbaren Gedanken dass da ein Bruder, Vater oder Ehemann immer noch so unbestattet liegt.
Und es ist doch ein Ort des Gedenkens.
Mich erinnern diese weißén Kreuze in großen Reihen immer an gefallene Soldaten.
Und das finde ich auch gut so.
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24.08.2017, 10:11Inaktiver User



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