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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Nein wirklich lieber Opelius, es ist eine ernsthaft gemeinte Absicht, von dir wissen zu wollen, welcher Branche du Sterben und Beerdigungsrituale zuordnest, wenn nicht Religiösen. Der Prozess der Beseitigung oder Aufbewahrung des menschlichen Körpers muss ja irgendwie und irgendwo stattfinden.
    Das machen üblicherweise Beerdigungsunternehmen. Und da wir in der Bundesrepublik über 40% Religionslose haben, wird
    deren Beerdigung nicht von Kirchen und Pfarrern begleitet. Da sind dann freie Trauerredner am Grab.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Wie sieht es auf den Friedhöfen aus? Es ist für jeden ein Grab da, egal ob er zur Kirche gehört oder Atheist war oder Moslem? Zahlen Kirchenmitglieder weniger für die Grabstelle oder ist das egal. für alle gleich?

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Bamboo82 Beitrag anzeigen
    Ohne Pfarrer wird man "unter die Erde gebracht wie ein Hund"? Das ist doch Klassendenken.
    Wie, das ist mir neu. Und sicher, in jeder Klasse wird gestorben werden müssen. Und rituelle ruhige Vorgehensweise ob einsamer oder in Begleitung gibt es immer, ob mit Pfarrer oder ohne. Was denkst du dir denn bei einem Beerdigungsprozess als Atheistin?

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  4. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Opelius,
    ein paar Posts vorher schrieb ich von dem Friedhof der absichtlich der Natur überlassen wird.
    Du müsstest den mal sehen.

    Vielleicht würdest du deine Meinung revidieren.
    Dazu gehört aber eine gewisse Distanz die man eben zu Fremden hat.

    Ich war hier mal vor Jahren mit einer Frau zu einem Friedhofs-Spaziergang verabredet.
    Die hat mich auf Sachen aufmerksam gemacht die mir vorher gar nicht aufgefallen sind.

    Gerade diese alten Friedhöfe sind ja so was wie Zeitzeugen.
    Alte Familiengruften zum Beispiel.

    Aber, wie gesagt dieser von mir erwähnte Friedhof hat wirklich einen besonderen Charme - ich werde mal wieder vorbei schauen.

    Ich meine - es ist irgendwie ein Ur-Bedürfnis Menschen bestatten zu wollen.
    Ob das Grab dann mal lange und ordentlich gepflegt wird finde ich eher nebensächlich.

    Als ich letztens zur Beerdigung der Nachbarin war hatte ich mich anfangs überwunden.
    Ich bin einfach auf die zu mit dem Zusatz: wenn es euch recht ist.
    Und als ich da war fand ich auch, gut ist wenn ein paar Menschen da sind.

    Und noch mehr empfand ich mal die Wahrheit in dem Satz: die letzte Ehre erweisen.
    Eine Beerdigung empfinde ich grundsätzlich als etwas sehr persönliches.

    Ich hatte schon das Gefühl der zurück gebliebenen Nachbarin beistehen zu können.
    Dazu sind ja Beerdigungsrituale vielleicht auch da.

  5. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Bamboo82 Beitrag anzeigen
    Ohne Pfarrer wird man "unter die Erde gebracht wie ein Hund"? Das ist doch Klassendenken.
    Nee, das ist nun mal die Denke meines alten Herrn die ich hier wieder gegeben habe.
    Und die kannst selbst du ihm einfach lassen.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Also ich will einen Pastor, den ich zu Lebzeiten gekannt habe und der mich gekannt hat. Darunter würd ich es nicht machen

  7. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    das könnte schwierig werden....

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    nein, wieso denn?

  9. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Ruby,
    nett sich hier zu treffen....

    Letzten Endes überlasse ich es auch meinen Hinterbliebenen.

    Ich finde aber, diese ganze Zeremonie und die Gewissheit da mal hingehen zu können tröstlich.
    Trauer braucht einen Rahmen. Welchen stellst du dir vor?
    Man kann auch zuhause bei sich so eine Art Schrein aufstellen.

    Komisch, wenn ich hier drüber schreibe habe ich sofort diesen Geruch auf Friedhöfen in der Nase.
    So modrig, und dann ist da immer so ein Brunnen wo man das Wasser holt....
    Für mich hat das was melancholisch Heiteres.

    Meinen Ex zog es oft zum Grab seiner Oma. Und die ganze Familie ist immer mit getrabt.
    Im Grunde genommen blieb sie auch nur dadurch in Erinnerung.
    Man sprach automatisch über sie. Ich fand das sehr schön.

    Ich habe zB um meine Mutter nie auf dem Friedhof getrauert..(der im wahrsten Sinne des Wortes eher ein "Gottesacker" ist, ein abgeteiltes rechteckiges Feld, nüchtern, pragmatisch, pflegeleicht, Grab an Grab dicht an dicht, eine arg schlichte und wenig hübsche Kapelle - alles in allem ein liebloses Ambiente)..
    Sie selbst hat vor ihrem Tod mal gesagt, dass sie der Meinung ist, Blumen sollte man lieber Lebenden schenken als Toten..daher war ich höchst selten auf dem Friedhof.
    Ich habe aber oft mit ihr eine Art "Zwiesprache" vor dem Einschlafen gehalten, ihr gesagt, wie sehr ich sie vermisse und wie schlimm ich es fand, dass gegen Ende nichts und niemand ihre Schmerzen lindern konnte...oder ich habe (in Gedanken) mit ihr "geredet", wenn ich alleine unterwegs war, mich oft gefragt, was sie wohl zu meinen Entscheidungen sagen würde..und sie eine lange Zeit mit in mein Leben genommen..ab und zu heute noch. Sie starb 1978..
    Das war (und ist) meine Art zu trauern.
    Ich bin damals dafür kritisiert worden - es war bei uns im Kaff noch üblich, schwarz zu tragen - ein Jahr lang. Auch das wollte und konnte ich damals (auch aus beruflichen Gründen) nicht..auch das ist ein Ritual, das Trauer erleichtern kann (empfinden manche so).

    Jeder macht das anders..
    Hauptsache, man verkraftet irgendwann den Verlust eines lieben Wesens..es hat nur am Rande mit Religion zu tun. Es ist letztlich ein Trauma..

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Alwa Beitrag anzeigen
    nein, wieso denn?
    Es gibt Dienstpläne für Pfarrer. Und selbst Pfarrer bekommen Urlaub. Der Wunsch ist allerdings verständlich.

    Ja, es gibt bemerkenswerte Friedhöfe. Der alte Friedhof in unserer Kleinstadt gehört mit Sicherheit dazu. Alte und besondere Grabmäler werden erhalten, z.B. ein großer Gedenkstein für einen Ausgewanderten, der in Buenos Aires verstarb und auch dort beerdigt wurde. Ein großes Grabfeld für russische Kriegsgefangene, Kaum ein Name bekannt, also steht da nur "Russe". Ein großes Gräberfeld für Verwundete, die im 1. Weltkrieg im Lazarett verstarben. Und ein weiteres für 68 Frauen, die im 1. Weltkrieg bei der Explosion einer Munitionsfabrik starben.

    Heute gibt es dort wieder Urnengräber, weil Erdbestattungen aus Wasserschutzgründen nicht mehr erlaubt sind.

    Vor Jahrzehnten fand ich auch in Istanbul Haydarpaşa einen sehr gepflegten muslimischen Friedhof (im Gegensatz zu den meisten anderen, die sich selbst überlassen werden) mit restaurierten Grabsteinen. Alle Menschen auf diesen Friedhof scheinen über 600 Jahre alt geworden zu sein. Denn ihr Geburtsdatum war nach dem muslimischen Kalender angegeben und ihr Sterbedatum nach der Kalenderreform durch Atatürk entsprachen dem europäischen Kalender.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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