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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das denke ich auch. Gesetze und Regeln sind wichtig um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten. Nur gehe ich davon aus, dass alle Gesetze und Regeln menschengemacht und nicht gottgegeben sind.

    Dazu gehört für mich auch der hier genannte Ruhetag. Ich sehe darin eher die soziale Bedeutung als die religiöse.
    Aus heutiger Sicht absolut korrekt.

    Aber der arbeitsfreie 7. Tag ist nach jüdischen Glauben der Sonnabend (genauer von Freitag Abend Sonnenuntergang bis Sonnabend Abend bis man drei Sterne am Himmel sieht). Er wird begründet mit der Schöpfungsgeschichte: am 7. Tag ruhte der Herr. Das Sabbatgebot ist sehr streng ausgelegt,

    Nun ist das Ruhegebot am 7. Tag der Woche (nach jüdischer Auslegung ist das der Sabbat Samstag). Im Konzil von Nicea wurde der Auferstehungstag Sonntag zum arbeitsfreien Tag für die Christenheit.

    "Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines GOTTES. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn."

    Und in der Thora wird das noch weiter präzisiert, was Du tun darfst und was nicht. Es darf kein Feuer abgemacht werden , also nicht gekocht werden (auch nicht von Dienerinnen). Das Essen wird vorgekocht und in Wärmekisten warm gehalten. Die Schrittzahl ist begrenzt (bis zur Synagoge und zurück und etwa 100 Schritte). Im modernen Israel führt das zu Auseinandersetzungen zwischen den Ultraorthodoxen und den anderen. Autos müssen gezündet werden, also Autofahrverbot in Mea Shearim. In den Hotels laufen am Sabbat die Aufzüge und halten automatisch in jedem Stockwerk (man zündet nicht per Knopfdruck).

    Wir betrachten die Sonntagsruhe als absolute Selbstverständlichkeit. Es ist und war aber göttliches Gebot. Ich kenne keine andere Religion, die einen wöchentlichen Ruhetag verordnete. Ich halte das für den Anfang einer Sozialgesetzgebung. Und es schließt alle ein, sogar den Fremden (=Ungläubigen).
    Geändert von Opelius (29.06.2017 um 18:27 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Ich frage mal anders - ohne Dich provozieren zu wollen, denn ich schaetze Deine Beitraege. Aber um mal auf ein "neues Gleis" zu kommen: Muss sich das wechselseitig ausschliessen?
    Danke Flau, ich schätze deine Beiträge ebenso.

    Zu deiner Frage: das wechselseitige Bedingen von menschengemachten und gottgegebenen Regeln kann man nur dann einräumen, wenn man an einen Gott glaubt. Und das tue ich nicht. Also kann ich es allenfalls akzeptieren, dass Gläubige es so sehen.

    Opelius hat mMn in #881 sehr gut dargestellt, dass das Fundament heutiger sozialer Regelungen ursprünglich auf (jüdisch)religiösen Vorgaben beruht.

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen

    Wir betrachten die Sonntagsruhe als absolute Selbstverständlichkeit. Es ist und war aber göttliches Gebot. Ich kenne keine andere Religion, die einen wöchentlichen Ruhetag verordnete. Ich halte das für den Anfang einer Sozialgesetzgebung. Und es schließt alle ein, sogar den Fremden (=Ungläubigen).
    Mir ist klar, dass diese und andere Regelungen auf den religiösen Vorstellungen der Menschen in ihrer damaligen Zeit entstanden sind. Mit dem zeitlichen Abstand Jemandes, der im 21. Jahrhundert lebt, mutmaße ich allerdings, dass der Hintergrund vieler Gesetze durchaus (auch) ein weltlicher war.



    Grundsätzlich noch mal: ich respektiere es, wenn ein Gläubiger sagt: "Ich glaube dass/an..." oder :"Für mich ist es so, dass..." Pienzig werde ich nur dann, wenn es ganz selbstverständlich und verallgemeinernd heißt: "Das ist so!"

    Ich glaube (ha!), die Diskussion flammt vor allem deshalb immer wieder auf, da sich manche hier angegriffen fühlen, wenn jemand eine Ansicht vertritt, die der ihren widerspricht oder sie relativiert.
    Geändert von Inaktiver User (29.06.2017 um 20:25 Uhr)

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich noch mal: ich respektiere es, wenn ein Gläubiger sagt: "Ich glaube dass/an..." oder :"Für mich ist es so, dass..."
    Pienzig werde ich nur dann, wenn es ganz selbstverständlich und verallgemeinernd heißt: "Das ist so!"
    Das sehe und vor allem empfinde ich genau so.

    Aber mal eine grundsätzliche Frage:
    Glaubt ihr Religionsgläubigen wirklich an einen personifizierten Gott?
    Für mich ist allein die Prämisse eines solchen (männlichen) Gottes ein Indiz dafür, dass hier eine Kraft, die wir nicht verstehen können, sozusagen vermenschlicht wird.

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

  4. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Gute Frage, Fyona! Ich schließe mich an.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Kholja Beitrag anzeigen

    Religionsgegner sind immer recht schnell im Verallgemeinern und scheren alle Religionen über einen Kamm. Mein Gott zum Beispiel macht gar keine Vorschriften, sondern nur Vorschläge:

    Die acht „Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …“

    1.Mir wär’s wirklich lieber, du würdest Dich nicht wie ein oberheiliger Heuchler aufspielen, wenn du meine nudlige Güte beschreibst. Wenn irgendwelche Leute nicht an mich glauben, ist das echt okay. Ich bin nicht so eitel. Außerdem: Es geht nicht um diese, also weiche nicht vom Thema ab.

    2.Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht meine Existenz als Mittel benutzen, um jemanden zu unterdrücken, zu unterwerfen, zu bestrafen, zu vernichten und/oder du weißt schon. Ich verlange keine und benötige keine Opfer. Und Reinheit ist was für Trinkwasser, nicht für Menschen.

    3.Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht Leute wegen ihres Aussehens beurteilen oder was für Klamotten sie anziehen oder wie sie reden oder wie auch immer – sei einfach nett, okay? Oh, und kriegt das mal in eure Dickschädel: Frau = Person. Mann = Person. Klar? Klar. Eine ist nicht besser als der andere, solange wir nicht über Mode reden. Tut mir leid, aber ich hab’ das den Frauen überlassen und einigen Kerlen, die den Unterschied zwischen Dunkeltürkis und Scharlachrot kennen.

    4. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nichts tun, das dir selbst oder deinem bereitwilligen, volljährigen und geistig gesunden Partner peinlich sein müsste. Wem das nicht passt, der kann mich mal – ich glaube, die Formulierung lautet: am A**** lecken. Wem das auch nicht passt, der sollte am besten die Glotze ausmachen und zur Abwechslung ein Stück spazieren gehen.

    5. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest dir die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her.

    6. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht Multimillionendollar-Kirchen, Moscheen, Tempel, Schreine für Meine Nudlige Güte erbauen. Das Geld kann man nun wirklich sinnvoller anlegen. Sucht euch etwas aus: Armut zu beenden, Krankheiten zu heilen, in Frieden leben, mit Leidenschaft lieben und die Kosten von Kabelfernsehen senken.
    Mag ja sein, dass ich ein komplexes, allwissendes Kohlenwasserstoffwesen bin, aber ich mag die einfachen Dinge im Leben. Ich muss es wissen, ich bin der Schöpfer.


    7. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht rumgehen und Leuten erzählen, ich würde zu dir sprechen. Du bist nicht SO interessant. Nimm dich mal zurück. Und ich sagte dir bereits, dass du deine Mitmenschen lieben sollst, kannst du keinen Hinweis erkennen?

    8. Mir wär’s wirklich lieber, du würdest andere nicht so behandeln, wie du nicht selbst gern behandelt werden möchtest, es sei denn, du bist mit Sachen zugange, in denen, ähm, eine Menge Leder, Gleitcreme und Las Vegas eine Rolle spielen. Sollte die andere Person auch darauf abfahren, dann macht es, siehe auch Punkt 4, macht Fotos, und, um Mikes willen, benutzt KONDOME! Hätte ich nicht gewollt, dass es sich gut anfühlt, dann hätte ich Stacheln oder so drangebastelt.
    Ja ja Spaghettimonster. Gaehn .
    Zu beliebig und auch sehr eindeutig nicht ernst gemeint.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Das sehe und vor allem empfinde ich genau so.

    Aber mal eine grundsätzliche Frage:
    Glaubt ihr Religionsgläubigen wirklich an einen personifizierten Gott?
    Für mich ist allein die Prämisse eines solchen (männlichen) Gottes ein Indiz dafür, dass hier eine Kraft, die wir nicht verstehen können, sozusagen vermenschlicht wird.
    Person: Ja. Ein echtes Gegenüber. Ein Mann? Nicht unbedingt. Und in der Genesis steht, dass Gott Mann und Frau " nach unserem Bild... Uns ähnlich" geschaffen hat.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Aus heutiger Sicht absolut korrekt.

    Aber der arbeitsfreie 7. Tag ist nach jüdischen Glauben der Sonnabend (genauer von Freitag Abend Sonnenuntergang bis Sonnabend Abend bis man drei Sterne am Himmel sieht). Er wird begründet mit der Schöpfungsgeschichte: am 7. Tag ruhte der Herr. Das Sabbatgebot ist sehr streng ausgelegt,

    Nun ist das Ruhegebot am 7. Tag der Woche (nach jüdischer Auslegung ist das der Sabbat Samstag). Im Konzil von Nicea wurde der Auferstehungstag Sonntag zum arbeitsfreien Tag für die Christenheit.

    "Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines GOTTES. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn."

    Und in der Thora wird das noch weiter präzisiert, was Du tun darfst und was nicht. Es darf kein Feuer abgemacht werden , also nicht gekocht werden (auch nicht von Dienerinnen). Das Essen wird vorgekocht und in Wärmekisten warm gehalten. Die Schrittzahl ist begrenzt (bis zur Synagoge und zurück und etwa 100 Schritte). Im modernen Israel führt das zu Auseinandersetzungen zwischen den Ultraorthodoxen und den anderen. Autos müssen gezündet werden, also Autofahrverbot in Mea Shearim. In den Hotels laufen am Sabbat die Aufzüge und halten automatisch in jedem Stockwerk (man zündet nicht per Knopfdruck).

    Wir betrachten die Sonntagsruhe als absolute Selbstverständlichkeit. Es ist und war aber göttliches Gebot. Ich kenne keine andere Religion, die einen wöchentlichen Ruhetag verordnete. Ich halte das für den Anfang einer Sozialgesetzgebung. Und es schließt alle ein, sogar den Fremden (=Ungläubigen).
    Der 7 Tage Rhythmus ist ein biologischer. Man hat es ja schon Mal mit Zehntage -Wochen probiert. Funktioniert nicht.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Der 7 Tage Rhythmus ist ein biologischer. Man hat es ja schon Mal mit Zehntage -Wochen probiert. Funktioniert nicht.
    Aha und das hat Moses vor 3.000 Jahren auf dem Sinai entdeckt?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Das sehe und vor allem empfinde ich genau so.

    Aber mal eine grundsätzliche Frage:
    Glaubt ihr Religionsgläubigen wirklich an einen personifizierten Gott?
    Für mich ist allein die Prämisse eines solchen (männlichen) Gottes ein Indiz dafür, dass hier eine Kraft, die wir nicht verstehen können, sozusagen vermenschlicht wird.
    Ja, aber Gott ist kein Mann. Die Idee des alleinigen Gottes ist typischerweise bei den Nomaden des Vorderen Orients entstanden, bis dahin gab es für jedes Naturereignis oder menschliche Bedürfnisse eine eigene Gottheit, auch bei den Germanen. Vermutlich entstanden aus dem Glauben an einen Vulkangott, der vernichtend, überraschend und fruchtbaren Acker erzeugend gesehen wurde (so sieht es ja wohl im Moment die Wissenschaft auch, der Planet wurde bewohnbar durch heftigen Vulkanismus).

    Aber das ist Theorie. Für mich ist mein Gott ein Ansprechpartner, ich bitte ihn um Segen, gute Gedanken und Dinge besser aushalten zu können.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. Moderation

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke Flau, ich schätze deine Beiträge ebenso.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zu deiner Frage: das wechselseitige Bedingen von menschengemachten und gottgegebenen Regeln kann man nur dann einräumen, wenn man an einen Gott glaubt. Und das tue ich nicht. Also kann ich es allenfalls akzeptieren, dass Gläubige es so sehen.
    Das verstehe ich natuerlich. Ich meinte auch mehr so.... Was heisst "gottgegeben"? Was heisst "menschengemacht"? Das kommt ganz auf das Gottesbild an. Okay, stimmt, irgendeine Form von Goettlichkeit braucht man dafuer.
    Aber wenn wir Goettlichkeit mal weiter fassen, z.B. als eine Art "Weltseele", die sich auch im Menschen manifestiert, dann waeren auch menschgemachte Regelungen irgendwie goettlich.
    Oder man koennte sogar sagen: Wenn Goettlichkeit eine Erfindung des Menschen ist, dann sind diese Regelungen auch sowohl menschlich als auch goettlich.
    Sorry, dass ich so nebuloes bin, ich schrieb ja schon, ich habe keine ausgefeilte Theorie dazu. Ich meine nur: Es gibt noch so viel mehr Moeglichkeiten als: "Es gibt einen Gott, und der sagt..." und "Menschen haben sich alles allein ausgedacht."

    Eine weitere Frage ist ja, was heisst Realitaet? Viele Mythen und Maerchen kreisen darum, dass Goetter oder gottartige Wesen aufhoeren zu existieren, wenn die Menschen nicht mehr an sie glauben; aber waehrend des Glaubenszeitalters haben diese Wesen durchaus eine reale Existenz. Also sowas in die Richtung: Idee und Manifestation. Nimm ruhig den etablierten christilichen Glauben, schau, wieviele Menschen daraus Kraft und Motivation beziehen, etwas zu tun, etwas zu sagen, etwas zu verkuenden. Kann man wirklich sagen: Das hat keine Realitaet? Da manifestiert sich doch eine Realitaet aus dem Glauben, selbst wenn Du mir morgen beweisen koenntest: "Es ist kein Gott".

    Also, nochmal sorry, wenn das schwurbelig ist. Ich denke nur, dass es noch viele andere spannende Facetten geben koennte, abgesehen von einer "einfachen" oder "physischen" Praesenz Gottes und es kann hilfreich sein, da das Denken zu weiten. Glaube ich.

    Mir ist klar, dass diese und andere Regelungen auf den religiösen Vorstellungen der Menschen in ihrer damaligen Zeit entstanden sind. Mit dem zeitlichen Abstand Jemandes, der im 21. Jahrhundert lebt, mutmaße ich allerdings, dass der Hintergrund vieler Gesetze durchaus (auch) ein weltlicher war.
    Absolut, und auch daher frage ich mich, ob das aus spiritueller Sicht ueberhaupt unbedingt zu trennen ist oder sein muss. Wie das mit den Feiertagen: Fuer mich als Religioese koennen diese Tage eine bestimmte Bedeutung haben, sie sind nicht einfach nur freie Tage. Beides ist eine Schattierung der Realitaet: Fuer mich ist es ein Festtag, oder Tag des Gebets, oder was auch immer. Da kann keiner sagen: "Nee, ist es eigentlich gar nicht." Aber auf der reinen Sachebene ist es erstmal ein freier Tag, nichts weiter.


    Ich merke aber, dass mir eines tatsaechlich schwerfaellt: Ich kann nicht wirklich an eine Welt ganz ohne Spiritualitaet oder Goettlichkeit glauben. Erscheint mir nicht sinnvoll. Wie diese Goettlichkeit genau ist, weiss ich nicht. Ich glaube auch, dass wir es als Menschen gar nicht wissen koennen. So aehnlich, wie eine Motte kein menschliches Gehirn kennen oder gar verstehen kann. (Sorry, falls das jetzt abwertend 'rueberkommt, ist nicht so gemeint, es geht nur um verschiedene Wissens- und Bewusstseinsebenen.) Aber dass etwas goettliches in der Welt wirkt, davon bin ich fest ueberzeugt. Da ist dann die Grenze meines Vorstellungsvermoegens, das gebe ich schon zu.

    Grundsätzlich noch mal: ich respektiere es, wenn ein Gläubiger sagt: "Ich glaube dass/an..." oder :"Für mich ist es so, dass..." Pienzig werde ich nur dann, wenn es ganz selbstverständlich und verallgemeinernd heißt: "Das ist so!"
    Ich denke, das sehen die meisten hier ebenso, und ich denke, der Ansatz bringt das Thema auch ueberhaupt nicht weiter. Denn es geht um das, was wir nicht wissen koennen. Da sollte man doch moeglichst offen Ideen austauschen koennen, sonst ist die Diskussion vollkommen sinnlos.




    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Aber mal eine grundsätzliche Frage:
    Glaubt ihr Religionsgläubigen wirklich an einen personifizierten Gott?
    Für mich ist allein die Prämisse eines solchen (männlichen) Gottes ein Indiz dafür, dass hier eine Kraft, die wir nicht verstehen können, sozusagen vermenschlicht wird.
    Also, fuer alle Religionsglaeubigen kann ich nicht sprechen! Aber ja, fuer mich ist ein zentraler Teil meines Glaubens, dass die goettliche Macht, wie auch immer sie geartet sein mag, sich uns zuwendet. Das ist ja ein Kernthema des Christentums, sozusagen der USP: Der Gott zum Anfassen. Ich empfinde die Botschaft von Jesus, dass Gott sich uns liebend zuwendet, wirklich eine Beziehung mit uns will, als inspirierend, heilend, sinnstiftend... als ganz positiv. Das ist fuer mich vielleicht der attraktivste Punkt am christlichen Glauben.

    Ich bin mir aber auch gewiss, dass Gott kein "Mann" ist, sondern ein Wesen, dass ausserhalb dieser Kategorisierung steht. Das ist, so wurde mir das auch von Kindheit an vermittelt, ein Bild, das wir Menschen bemuehen, um uns einer Vorstellung von Gott anzunaehern.
    Natuerlich ist dieses Bild von "Gottvater" (und nein, nicht mit Bart! ) und "dem" Gott (also schon rein grammatisch maskulin) irgendwie in mir drin. Aber das ist etwas, was ich auch immer wieder versuche aktiv neu- und umzudenken.

    Auf die Gefahr hin, jetzt wirklich den letzte Rest an Respekt zu verlieren: Ich finde das Gottesbild, was in Marion Zimmer-Bradleys "Nebeln von Avalon" beschrieben wird, sehr anziehend. Mir ist absolut klar, dass das keine historisch korrekte Darstellung des Druidenglaubens ist, da ist ja leider nichts schriftlich ueberliefert. Aber in dieser Geschichte finde ich eine Mischung aus Abstraktion und Gottesglauben, die auf mich sehr natuerlich, sehr sinnvoll wirkt. Ich fasse mal grob zusammen:
    In dieser Geschichte verehren die Menschen Goetter; analog zum menschlichen Dasein existieren diese in maennlicher und weiblicher Form, als Gott und Goettin, die sich in unterschiedlicher Art, teilweise in Menschen selbst, manifstieren. Laut der weisesten Druiden ist aber auch das nur ein Bild, mit dem sich die Menschen dem Goettlichen naehern, das sie sich nicht wirklich vorstellen koennen. Tatsaechlich gibt es nur eine einzige goettliche Macht, welche auch mit den Menschen oder allgemein mit der Schoepfung in Dialog tritt. Ob man diese Macht als Gott und Goettin, noch mehr Goetter, Jesus und Maria oder Gottvater verehrt, ist eigentlich wumpe.
    So in der Art kann ich mir das am ehesten vorstellen. Dadurch wird der Christenglauben fuer mich (!) nicht weniger real. Es ist eine Manifstation des Goettlichen, die fuer mich sehr viel Positives hat.

    Ich schrieb ja oben schonmal, dass ich Parallelen zwischen alten Vorstellungen des Weiblich-Goettlichen (-die aelteste bekannte ist, glaube ich, so alt wie die aelteste bekannteste Siedlung-) als Jung(e) Frau, Mutter und Alte und Maria als Jungfrau, Muttergottes und Piata sehe. Habe ich natuerlich auch bei Avalon geklaut.
    Ich weiss, dass das "Chicklit" ist, aber ich finde diese Ideen wirklich ansprechend.

    So, und jetzt redet Kambara nicht mehr mit mir...
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Fyona Beitrag anzeigen
    Aber mal eine grundsätzliche Frage:
    Glaubt ihr Religionsgläubigen wirklich an einen personifizierten Gott?
    .
    Wäre GOTT ein personifizierter GOTT, so hätte er wahrscheinlich ähnliche Bedürfnisse wie der Mensch. Dem ist aber nicht so. Hat man ja schon in den vergangenen Jahren alles ausprobiert. Von Menschenopfer der Inkas, Opfergaben in jeder Form und in jeder Kultur.
    Hat sich nicht unbedingt bestätigt, dass Gott solche Opfer für seinen Fortbestand braucht oder ihn bei guter Laune zu halten. Auf das Wetter z. B. scheint er ja so überhaupt keinen Einfluss nehmen zu wollen. Es interessiert ihn einfach nicht.

    Ich denke der Geist Gottes oder dessen Energie ist ein Angebot für die Menschen, es anzunehmen oder es sein zu lassen.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



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