Nö, das ist ein Fakt den du dann auch bestätigt hast.
Die Diskussion ging um die Aussage, dass destruktives Verhalten bis hin zu Gewalt, im Christentum ein Thema war, welches nur vor der Reformation eine Rolle gespielt hat und dem habe ich, und andere nicht zugestimmt.
Niemand will den geliebten Luther schlecht machen (obwohl mir schon noch ein paar Sachen einfallen würden).
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14.06.2017, 14:46
AW: Was ist die richtige Religion?
Geändert von Bamboo82 (14.06.2017 um 14:56 Uhr)
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14.06.2017, 14:55
AW: Was ist die richtige Religion?
Hast Recht, auch dahingehend das die Reformation Gewalt im Christentum nicht beendete (wenn ich mich korrekt erinnere, wurden die letzten "Hexen" von Protestanten verbrannt).
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14.06.2017, 15:20Inaktiver User
AW: Was ist die richtige Religion?
Ja, das ist richtig. Ebenso wie die nachfolgenden Beiträge. Die Hexenverfolgung z. B. erlebte um 1600 herum erst mal ihren Höhepunkt. Luther sah die Hexen auch ganz gerne brennen.
Was ich meinte, ist, dass durch die Reformation überhaupt erstmals das katholische Dogma aufgebrochen wurde.
Das war ja zugleich eine politische Zäsur, und, klar ging das nicht unblutig vonstatten. Bis zu Entwicklung der ersten demokratischen Strukturen und der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft(en) war es noch ein langer Weg.
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14.06.2017, 15:27
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14.06.2017, 15:29
AW: Was ist die richtige Religion?
Aber da wären wir wieder beim Thema - übrigens danke für anregende Diskussion.
Luther wollte ja gar keine politische Zäsur, sondern wie du schreibst, die katholische Kirche reformieren. Den Missbrauch seiner Thesen für politische, revolutionäre Ziele, hat ihm ja überhaupt nicht geschmeckt.
Und da wären wir doch wieder beim Thema, der Missbrauch des Glaubens, und wenn es 'nur' eine Reform ist, um menschliche Ansprüche durchzusetzen.
Diese menschlichen Ansprüche laufen nie unblutig und mit viel Leid verbunden ab, aber faktisch haben sie mit der Religion nichts mehr zu tun.
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14.06.2017, 15:30
AW: Was ist die richtige Religion?
Richtig. in meiner Heimatstadt Lemgo fanden überdurchschnittlich viele Hexenprozesse zwischen 1509 und 1681 statt. Unser Stadtarchiv hat insgesamt 200 Prozessakten aus der Zeit und ist damit in Deutschland das größte Archiv.
Die Prozesse der vierten Periode von 1653 bis 1681 wurden von Bürgermeister Heinrich Kerkmann in den Jahren von 1653 bis 1656 geführt, für die darauffolgenden Prozesse bis 1681 war jedoch Hermann Cothmann verantwortlich, der ab 1666 Direktor des Peinlichen Gerichts, eines neu geschaffenen Amtes, und ab 1667 Bürgermeister war. Die gesamte vierte Prozessperiode fiel in die Amtszeit des Scharfrichters David Clauss des Älteren. In dieser Periode hatte sich auch das Geschlechts- und Sozialprofil der Angeklagten geändert. Lag der Anteil der Männer vorher bei sechs Prozent, erhöhte er sich ab 1653 auf rund 25 % und die Zahl der Angeklagten aus der bürgerlichen Führungsschicht stieg im Verlauf dieser Verfolgungswelle signifikant. Die Gesamtzahl der Todesopfer in den Lemgoer Hexenprozessen wird auf rund 250 Menschen geschätzt, davon über die Hälfte nach 1653, also annähernd 130 Prozessopfer.[5]
nachzulesen in Wikipedia.
Zu Luther und Antisemitismus:
Luther war Antisemit, aber wer meint, dass nach der Shoa Deutschland ein antisemitisch freies Land sei, irrt. In einem Interview der "Neuen Westfälischen" berichtet Irith Michelsohn, Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld, dass jüdische Schüler in Regelschulen mit Aufgaben konfrontiert werden, die sie restlos überfordern. Lehrer bitten diese Schüler Referate zur israelischen Politik insbesondere die Siedlungspolitik zu halten. Die Lehrer sind mit Sicherheit keine Antisemiten, aber sie bürden jüdischen Schülern Stellungnahmen zu israelischer Politik auf. Keins der Kinder stammt aus Israel. Das ist in meinen Augen ganz hinterhältiger Antisemitismus.
Frau Michelsohn empfiehlt allen jüdischen Schülern außerhalb der Synagoge weder eine Kippa noch ein Halsband mit dem Davidstern zu fragen. Nicht wenige Eltern melden ihre Kinder zum evangelischen Religionsunterricht an, damit sie keine Nachteile erfahren.
InterviewDie Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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14.06.2017, 15:35
AW: Was ist die richtige Religion?
@opelius - schrecklich ist sowas.
Es soll auch kein direkter 'Vorwurf' an Luther sein, dass er Antisemit war, im Endeffekt war er auch nur ein Kind seiner Zeit.
Seine Einstellung behinderten Kindern gegenüber ist auch unserer Sicht grauenvoll, aber, das war halt die Zeit.
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14.06.2017, 15:41
AW: Was ist die richtige Religion?
Herzlichen Dank, Opelius,
das war sehr informativ, wieder etwas dazu gelernt, der Tag war nicht umsonst.
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14.06.2017, 16:02
AW: Was ist die richtige Religion?
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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14.06.2017, 16:13
AW: Was ist die richtige Religion?
Nunja, da ist die jesuanische Forderung, sich mit einen Nächsten auszusöhnen, ihnen zu vergeben usw.
Christen sehen alson nicht "nur" ihre Beziehung zu Gott, sondern auch immer die zum Nächsten, also zum Mitmenschen(zumindestens sollten sie dies tun).
Es gibt aber leider Momente im Leben, da ist die Aussprache schwierig oder wird vom Mitbeteiligten nicht gewünscht oder man hadert mit sich selbst. Und da kann die Zusage der Vergebung Gottes schon hilfreich sein.
Zu zweitens: Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe schon Antworten erfahren-auf sehr interessant, oft eher "kleine" Art und Weise.Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.



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