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  1. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Ich denke, der (verständliche) Wunsch nach Trost und Halt ist mit ein Grund dafür, dass sich Relgionen entwickelt haben. Vor tausenden von Jahren konnten sich Menschen beispielsweise Naturkatastrophen nicht erklären. Sie sahen nur, dass sie unvorhersehbar und lebensvernichtend daher kamen.

    Sie konnten sich nicht sicher sein, dass am nächsten Tag die Sonne wieder aufgeht, und Himmelserscheinungen wie Kometen ängstigten sie. Die Vorstellung, dass es eine übergeordnete Macht und einen verborgenen Sinn gibt, lag nahe. Alle Weltreligionen stammen aus Zeiten, in denen Menschen noch weitaus weniger "Überblick" über das Weltgeschehen hatten als heute. Und, um das gleich vorwegzunehmen: ja, auch heute kann man noch eine Menge Zusammenhänge nicht blicken.

    Zumindest ist schon mal klar, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Dass der Mensch die Krone einer von wem auch immer inszenierten Schöpfung sein soll, hat mir nie eingeleuchtet. Das ist es, was mich u. a. gerade an den Buchreligionen stört: dass sie so anthropozentrisch sind.

    Da ist mir so manche vorchristliche Naturreligion sympathischer.

  2. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eben. Es gibt viele Strategien, solche Situationen zu meistern. Da spielt vieles hinein: Persönlichkeitsstruktur, Lebenserfahrung, Charaktereigenschaften und manchmal einfach etwas Glück im Pech. Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass es Gläubige "leichter" haben können, da sie Trost und Halt aus ihrem Glauben ziehen.

    Es gab Phasen in meinem Leben, in denen ich Gläubige ein wenig darum beneidet habe. Denn als Atheistin sah ich mich in schwierigen Zeiten quasi "allein" im Sinne von "allein im All". Es ist härter, sich ohne die Vorstellung durch's Leben zu kämpfen, dass es eine gütige, gerechte Macht gibt, die über mich wacht. Oder meinem Leben einen Sinn verleiht, den ich bloß nicht durchschaue. Allerdings kann das für mich kein Grund sein, mich einer Religion anzuschließen. Das wäre für mich Glauben aus reinem Selbstzweck. Geht nicht.
    Wieso geht Selbstzweck nun nicht?
    Ein Glaube der mir nichts nützt ist was für die Tonne.

    Da bliebe ja die reinste Theorie von übrig.

    Ich muss auch gestehen: ein Mix aus bisschen Buddhismus, Feng-Shui, Hinduismus oder eben den Naturreligionen faszinierte mich schon, eigentlich immer noch.

    Ein bisschen darf man das bestimmt machen.
    Aber, es verwässert eben jeden Glauben.

    Sich als Teil der Menschheit zu fühlen, der Schöpfung kann man auch ohne Glauben schaffen, denke ich,
    Für mich stellt sich das mit zunehmendem Alter ein, vielleicht weil ich nicht mehr so auf persönliche Ziele fokussiert bin.
    Es ist jedenfalls schön.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wieso geht Selbstzweck nun nicht?
    Ein Glaube der mir nichts nützt ist was für die Tonne.

    ........................................

    vielleicht weil ich nicht mehr so auf persönliche Ziele fokussiert bin.
    Es ist jedenfalls schön.
    da widerspricht sich mMn etwas. Wenn du nicht auf persönliche Ziele fixiert bist, wieso sagst du denn dann, dass ein Glaube, der dir nichts nützt was für die Tonne ist?

    Und was hat der Glaube eigentlich mit persönlichen Zielen und Selbstzweck zu tun? Das widerspricht sich doch nun total. Entweder glaubt man oder man glaubt nicht. Aber man glaubt doch nicht um persönliche Ziele zu verfolgen. Glaube ist doch keine Kosten-Nutzen-Rechnung. Ich glaube , weil ich dann dies und das bekomme? Wie soll das gehen?

  4. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Alwa Beitrag anzeigen
    Glaube ist doch keine Kosten-Nutzen-Rechnung.
    So in der Art meinte ich das.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also solch eine Sippe hab ich noch nie kennen gelernt.
    Ein Mann auf der Wolke, the holy ghost schwebt drumherum?
    Du lebst ja auch nicht in der Steinzeit.

  6. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Alwa Beitrag anzeigen
    da widerspricht sich mMn etwas. Wenn du nicht auf persönliche Ziele fixiert bist, wieso sagst du denn dann, dass ein Glaube, der dir nichts nützt was für die Tonne ist?
    ich bin auch nicht auf Mode fixiert, und dennoch der Meinung, dass meine Kleidung mir nützlich sein soll.

    Glaube kann ja durchaus auch helfen, die persönlichen Ziele loszulassen oder zu verändern, wenn es angebracht ist; Glaube kann über-persönliche Aspekte reinbringen.

    Und was hat der Glaube eigentlich mit persönlichen Zielen und Selbstzweck zu tun? Das widerspricht sich doch nun total. Entweder glaubt man oder man glaubt nicht.
    Warum soll ein Glaube persönlichen Zielen oder einem Selbstzweck widersprechen?

    Glaube - also zum Beispiel das Empfinden "ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand", wie Kässmann das mal formulierte - kann den Mut geben, sich auf Ungewisses und Riskantes einzulassen. Glaube kann das Fundament liefern, auf dem der ganze Alltag stattfindet.

    Aber man glaubt doch nicht um persönliche Ziele zu verfolgen.
    Das nicht, aber man glaubt UND man verfolgt persönliche Ziele.

    gruss, barbara

  7. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich denke, der (verständliche) Wunsch nach Trost und Halt ist mit ein Grund dafür, dass sich Relgionen entwickelt haben. Vor tausenden von Jahren konnten sich Menschen beispielsweise Naturkatastrophen nicht erklären. Sie sahen nur, dass sie unvorhersehbar und lebensvernichtend daher kamen.
    ich glaube ja nicht, dass Steinzeitmenschen ein Gewitter oder einen Sturm für unerklärlicher gefunden haben, als wir es finden. Ist halt Wetter.


    Sie konnten sich nicht sicher sein, dass am nächsten Tag die Sonne wieder aufgeht,
    und Himmelserscheinungen wie Kometen ängstigten sie.
    Auch wir können nicht sicher sein, dass die Sonne morgen wieder aufgehen wird. Auch heute werden Menschen von der Idee geängstigt, dass ein fremder Himmelskörper auf der Erde einschlägt und eine Katastrophe verursacht...

    nur weil wir in der Zwischenzeit ein paar schicke physikalische Formeln gefunden haben, bedeutet das nicht, dass wir vor grossen Katastrophen besser geschützt sind als unsere Vorfahren.


    Alle Weltreligionen stammen aus Zeiten, in denen Menschen noch weitaus weniger "Überblick" über das Weltgeschehen hatten als heute.
    Wenn eine Zeit keinen Überblick hat über das Weltgeschehen - und das trotz einer Unmenge angehäufter Einzeldetails - dann sind das wohl wir...

    Andere Kulturen, auch animistische/schamanistische haben ein vollständiges Modell der Welt, worin sich jeder Sachverhalt, auch neue und bisher unbekannte Sachverhalte, einordnen lassen.

    Wir haben das nicht mehr.

    Zumindest ist schon mal klar, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Dass der Mensch die Krone einer von wem auch immer inszenierten Schöpfung sein soll, hat mir nie eingeleuchtet. Das ist es, was mich u. a. gerade an den Buchreligionen stört: dass sie so anthropozentrisch sind.
    Wieso, auf wen sollte eine Religion für Menschen denn zentriert sein, wenn nicht auf den Menschen?

    gruss, barbara

  8. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Alwa Beitrag anzeigen
    da widerspricht sich mMn etwas. Wenn du nicht auf persönliche Ziele fixiert bist, wieso sagst du denn dann, dass ein Glaube, der dir nichts nützt was für die Tonne ist?

    Und was hat der Glaube eigentlich mit persönlichen Zielen und Selbstzweck zu tun? Das widerspricht sich doch nun total. Entweder glaubt man oder man glaubt nicht. Aber man glaubt doch nicht um persönliche Ziele zu verfolgen. Glaube ist doch keine Kosten-Nutzen-Rechnung. Ich glaube , weil ich dann dies und das bekomme? Wie soll das gehen?
    Wie stellst du dir Glauben vor?

    Ich staune hier wirklich? Meinst du es gibt keine Zweifel?
    Glauben ist eine Entwicklung.

    Mein Glauben sollte mir gut tun. Mein Kirchbesuch ist eben keine Pflichtveranstaltung bei der ich auf die Uhr gucke wann endlich die langweilige Predigt vorbei ist. Obwohl sie eben manchmal wirklich langweilig ist.

    Eine Kosten-Nutzen Rechnung ist der Glaube dann trotzdem nicht.
    Dein Wille geschehe ist eben keine Drohung sondern eher was Spannendes.

    Aber, in der Praxis ist es eben doch auch immer sehr enttäuschend wenn sich eine Tür schliesst, natürlich öffnet sich dann auch ein Fenster, aber nicht als Ersatz.

    Das alles kann auch wunderbar ohne Glauben klapppen, tut es ja auch oft, oder meist.

    PS: das haben andere schon viel besser beschrieben.

    Beatrice von Weizsäcker zum Beispiel in ihrem Buch: Ist da jemand?
    Geändert von Inaktiver User (13.06.2017 um 07:39 Uhr)

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    An einen Jemand, im Sinne einer personifizierten Wesenheit, kann ich nicht glauben.
    Andere können es, okay!
    Für mich gibt es eine treibende Kraft, eine Urenergie, die alles am Leben hält und es auch initiiert hat.
    Durch Meditation kann sich der Mensch dieser Kraft annähern, im besten Fall in sie eintauchen und davon auf der ganzen Linie profitieren.
    Für Religionsangehörige ist es das Gebet.
    So ähnlich sehe, empfinde und glaube ich das.
    Wir kommen aus der Energie und gehen in sie zurück, eventuell mehrere Leben lang.
    Aber das wird sich herausstellen!
    Ich habe die größte Geduld und alle Zeit der Welt, es abzuwarten.
    Auf jeden Fall wird es immer weitergehen, das finde ich wunderbar, es ist wie eine never ending story und entspricht meinem Abenteuersinn .

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Alwa Beitrag anzeigen
    Glaube ist doch keine Kosten-Nutzen-Rechnung. Ich glaube , weil ich dann dies und das bekomme? Wie soll das gehen?
    Warum sollte ich an irgendetwas glauben, wenn ich keinen Nutzen davon habe? Einfach nur so aus dem Nichts heraus entwickelt man doch keinen Glauben. Die meisten Religionen bauen darauf, dass das eigentliche Leben erst nach dem Ableben los geht und es viel viel besser ist als das Leben vor dem Ableben. Wozu sich plagen und verzichten und immer brav sein, wenns dafür anschließend keine Belohnung gibt? Und selbst wenn der Glaube kein "Paradies" vorsieht, muss es doch irgendetwas geben, das die Leute anzieht.

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