genau! Oder auch philosophieren?
Ich hab z.B. das Problem mit der Kirche. Als Zwangsgetaufte schlittert man da ja so rein und irgendwann kommt eben das Erwachen: will ich das wirklich? Warum soll ich dieses oder jenes tun? Gibt mir das ein gutes Gefühl? etc.
Über Glauben kann man nicht wirklich sprechen, weil man sofort in eine Schublade gepackt wird, oder irgendjemand fühlt sich sofort angegriffen, wenn man Zweifel oder Bedenken äußert.
Antworten
Ergebnis 581 bis 590 von 1153
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16.05.2017, 09:13
AW: Was ist die richtige Religion?
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16.05.2017, 10:07Inaktiver User
AW: Was ist die richtige Religion?
Ja klar.
Wer hat kein Problem mit der Kirche?
Das was du beschreibst würde ich als einen Entscheidungsprozess ansehen.
Will ich das wirklich, oder lieber das - oder gar nichts?
Bei mir kam das ganz dicke als ich darüber nach dachte meine Kinder taufen zu lassen, oder eben nicht.
Und wenn, dann sollten sie schon mit einer Mutter aufwachsen die es auch ehrlich meint.
Das hat eine Lawine bei mir ins Rollen gebracht.
Über Glauben kann man schon sprechen.
Aber, wahrscheinlich nur mit Gleichgesinnten. Es ist etwas soo persönliches und man ist da extrem verletzlich.
Bei mir hat es lange gedauert, ehe ich nicht peinlich berührt war wenn jemand zu mir sagte: ich bete für dich.
Letzten Endes sind die positiv ausgesprochenen Sätze anfangs extrem anstrengend, weiß der Geier wieso.
Es ist so eine Mischung zwischen peinlich sein, hochgradig peinlich und berührt sein - weil es einfach so persönlich ist.
Heute kann ich sogar mit Pfarrern über Glauben sprechen. Hab sogar mal einen zum Kaffee nach hause eingeladen, da waren die Kinder noch kleiner.
Was ich allerdings heute auch ganz schön schräg finde


Also - liebe Joringel, ich möchte dich nur ermutigen ganz frank und frei über Glauben nachzudenken.
Und ich denke ehrlich gesagt: das ist auch wirklich im Sinne Gotte.
So Ja-sager oder Heuchler braucht kein Mensch - geschweige denn ein Gott.
Alles Gute für dich....vom Hut
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16.05.2017, 12:31
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16.05.2017, 12:35
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16.05.2017, 12:41
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16.05.2017, 13:04Inaktiver User
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16.05.2017, 13:11
AW: Was ist die richtige Religion?
Ich habe auch Ansätze, weshalb das so ist. Zum einen stellt es einen Bruch der eigenen Ordnung in der eigenen Gruppe dar, und das mögen Menschen nicht so gern.
Zum anderen glaube ich aber auch, dass viele Christen, die über den eigenen Glauben nachdenken, auf unbequeme Fragen stoßen, auf die sie selber keine Antworten haben und die Gewissheit fürchten, dass es keine befriedigende Antwort gibt. Die Theodizee eben. Daraus resultieren Zweifel, die die Macht haben können, den eigenen Glauben zu sprengen. Und die unangenehme Vermutung, dass Atheisten genau diesen Weg bereits gegangen sein könnten.
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16.05.2017, 14:21
AW: Was ist die richtige Religion?
Hallo Quirin,
an Deinem Gedankengang ist etwas dran; besonders albern wird es in dem Moment, in dem man mit dem Spruch "Gottes Wege sind unergründlich" abgespeist wird.
Intellektuell gibt es kaum ein dünneres Brett zu bohren.
Wer sich als gläubiger Mensch, als religiöser Mensch, von Atheisten verunsichern lässt, nun, dessen Weltbild ist dann wohl leicht zu erschüttern .
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16.05.2017, 15:12
AW: Was ist die richtige Religion?
Okay, jetzt muss ich aber mal klugscheixxen, bzw. etwas kirchenrechtliche Nachhilfe vermitteln. Die Saeuglingstaufe bzw. Kindstaufe ist immer nur ein Provisorium, damit wird der Taeufling keineswegs zu etwas verpflichtet. Selbstverstaendlich wird dem Rechnung getragen, dass der Saeugling sich nicht selbst entschieden hat, dafuer gibt es die Konfirmation bzw. Firmung. Und dem geht ja ein "Unterricht" voraus, in dem man sich mit den Glaubensinhalten auseinandersetzen soll, damit man danach eine informierte und selbstaendige Entscheidung treffen kann. So zu tun, als sei man durch eine Kindstaufe unwiderruflich der Religionsgemeinschaft verpflichtet und damit komplett allein gelassen, ist schlicht falsch.
Ich finde es traurig, wieviele von Euch diese Erfahrung machen mussten, als Religioese, Spirituelle, Atheisten oder Unentschiedene. Wirklich traurig.
Ich bin in einem Theologenhaushalt aufgewachsen, wo das Nachdenken, Fragen und immer wieder Neu-Ueberdenken ganz selbstverstaendlich zum Glauben gehoerte. Vielleicht ist das auch etwas speziell (nicht ausschliesslich!) Lutherisches? Wenn ich meine Gespraechspartner in Sachen Religion grob einteilen muesste, so wuerde ich sagen, es gibt diejenigen,
- die mit Religion nichts am Hut haben und sich nicht damit auseinandersetzen moechten
- die meinen Glauben teilen und mit denen man Fragen, Zweifel, Erlebnisse, eben alles besprechen kann
- die meinen Glauben nicht teilen, mich und ihn aber respektieren und auch gern spirituelle Themen eroerten - sie aus ihrem Verstaendnis heraus, ich aus meinem
Mit "Evangelikalen" jeder Colour diskutiere ich nicht, geht ja auch gar nicht.
Klar kommt einem im Forum vieles in konzentrierter Form entgegen, aber hier kriege ich geradezu das Gefuehl, es sei ein Privileg und unerhoerter Gluecksfall, wenn man einigermassen offen ueber Glauben sprechen kann.
Mir ist bewusst, dass die Chemie nicht immer und ueberall passt. Aber wenn ich das mal mit anderen Interessen vergleiche - warum findet man sich damit ab? Wenn mir mein Sportklub zu wettbewerbsorientiert oder nicht wettbewerbsorientiert genug ist; wenn das Team in meinem ehrenamtlichen Engagement schlecht zusammenarbeitet; wenn das Repertoire eines Chores gar nicht meinem Geschmack entspricht... dann suche ich mir eben eine andere Gruppe.
Beim Thema Kirche oder allgemeiner Religion, jedoch scheinen viele Menschen sich von der Ersterfahrung in ihrer Heimatgemeinde komplett abschrecken zu lassen. Das finde ich genauso schade, wie diese Nicht-Gespraechskultur, die es in einigen Gemeinden zu geben scheint.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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16.05.2017, 18:22



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