Das, was Du hier schreibst, ist doch die Realität in unserer Republik. Es herrscht Religionsfreiheit, außer auf der Steuerkarte erkennt niemand Deine persönliche Überzeugung. Da fragt auch niemand nach. Und falls Du einer steuerpflichtigen Religionsgesellschaft angehörst, hat es keine Auswirkung im normalen Leben. Eine Ausnahme: wenn Du einen Arbeitsplatz in der Diakonie oder der Caritas suchst, wirst Du gefragt.
Nur hier in diesem und in anderen Foren wird gewettert, was das Zeug hält. Im täglichen Leben erfahre ich das seit Jahrzehnten nicht.
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11.05.2017, 07:53
AW: Was ist die richtige Religion?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.05.2017, 08:36Inaktiver User
AW: Was ist die richtige Religion?
Es zeigt die Einstellung der Menschen. Das was im Alltag nicht sichtbar wird. Und obwohl es in der Regel nicht geäußert wird ist es doch da und hat Auswirkungen.
Ich meine, man muss sich nicht wundern, wenn sich in anderen Ländern religiöse Gruppierungen den Kopf einschlagen. Zuerst war da die Konditionierung, die Gedanken, die Intoleranz, das Recht haben wollen, das Ego welches meint die Wahrheit gepachtet zu haben und eben diese Wahrheit unter allen Umständen verteidigen zu müssen.
Sind wir tatsächlich besser, zivilisierter nur weil wir im Stillen mit unserer Intoleranz leben? Ich meine Nein.
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11.05.2017, 08:46
AW: Was ist die richtige Religion?
was ist daran intolerant, wenn wir unsere eigene Meinung für unser eigenes Leben als richtig einstufen?Sind wir tatsächlich besser, zivilisierter nur weil wir im Stillen mit unserer Intoleranz leben?
Wir alle leben und arbeiten mit Menschen zusammen, die andere Meinungen vertreten. Da kann man gerne lange philosophische und politische Debatten anfangen, die auf nichts anderes hinauslaufen, das man seine konträren Ansichten darlegt. Wir schlagen uns schon lange nicht mehr die Köpfe ein, das geschah jahrhundertelang und zuletzt vor über 70 Jahren. Die Lektion sollten wir gelernt haben.
Das passiert aber in anderen Regionen der Welt und wir haben nicht den geringsten Einfluss darauf.
Toleranz heißt für mich nicht, dass ich alles ertragen muss. Dass ich alles erdulden muss.
Toleranz kann für mich nur heißen, ich weiß, dass andere andere Überzeugungen haben. Und das habe ich einfach zu Kenntnis zu nehmen. Und müsste in der Lage sein, ihre Argumentation in einem Konfrontationsspiel selbst darzulegen.
Im Übrigen der begriff Toleranz wird im technischen Bereich als die sehr geringfügige Abweichung von der vorgeschriebenen Norm gesehen, da geht es nur um Abweichungen um zehntel Millimeter. Deshalb kann für im menschlichen Umgang Toleranz nicht länger sein als meine ausgebreiteten Arme.
Aber ich erschlage deshalb niemanden.Geändert von Opelius (11.05.2017 um 09:42 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.05.2017, 08:51
AW: Was ist die richtige Religion?
@Bae
für Post #466 mußt Du fünf € ins Phrasenschwein stecken.
Post#470: Wieder einmal wird grob verallgemeinert, dabei bietet gerade die deutsche Sprache genug Instrumente um inhaltliche Exaktheit auszudrücken und Klarheit zu schaffen. "Atheisten fallen...negativ auf".
Tatsächlich alle? Auf dem 10-punktigen Bri-Bullshitometer eine klare 7,5.
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11.05.2017, 08:56
AW: Was ist die richtige Religion?
Ich bin total fasziniert, von dieser Gruppierung der "Atheisten", ich habe das noch nie im realen Leben erlebt, und nicht mal wo anders im Internet gelesen. Mir war gar nicht klar, dass man Menschen die an keinen übernatürlichen Gott glauben, als eine Gruppe begreift, die offensichtlich als Kollektiv auftreten.
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11.05.2017, 09:18
AW: Was ist die richtige Religion?
Ich habe schon lange damit aufgehört mich über deine Beiträge zu wundern. Aber ich kann derartig schlecht fundierte Postings auch nicht einfach so im Raum stehen lassen.
Zuerst möchte ich mich bedanken, dass du nicht zur Gründung einer Selbsthilfegruppe für Atheisten rätst.
Das ist doch schon mal was.
Es scheint dir nicht so ganz klar zu sein, dass man nicht aus Interesse eine ganz bestimmte Einstellung hat, sondern weil man sie für sich selbst für richtig hält. Da bedarf es keines Austauschs mit ähnlich Denkenden.
Ich habe weder Probleme mit meiner Sicht auf die Dinge, noch gehe ich damit hausieren.
Interesse per se habe ich an ganz anderen Dingen.
Die Gleichsetzung einer ganz persönlichen Auffassung mit den Zielen von politischen Parteien oder Vereinen halte ich für etwas unreif und wenig durchdacht.ja, das ist doch ein sehr guter Grund. Aus diesem Grund werden politische Parteien gegründet, auch viele andere Vereine und Vereinigungen.
Dieses Klischee hat sich bei dir ja schon länger festgefressen.Atheisten fallen durchaus gelegentlich negativ auf, indem sie ständig jammern über die Dominanz von Religion - zB dass es viel mehr religiöse als a-religiöse Feiertage gibt - aber wenn's dann darum gehen sollte, atheistische Interessen in die Politik einzubringen, oder genereller: ins Leben einzubringen, ist da auf einmal keiner mehr.
Im Verallgemeinern hast du ein großartiges Talent entwickelt.
Und was bitte wären atheistische Interessen, die man in die Politik einbringen könnte?
Ich engagiere mich auch politisch, aber gemeinsam mit Vertretern verschiedenster Glaubensrichtungen mit einem gemeinsamen Ziel, nämlich einen positiven Beitrag zu einer freiheitlichen, toleranten Gesellschaft zu leisten, wo es sich lohnt zu leben.Geändert von Septima (11.05.2017 um 09:26 Uhr)
Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
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11.05.2017, 10:49
AW: Was ist die richtige Religion?
Da gebe ich Dir vollkommen Recht, ich schrieb ja auch, ich habe selbst Schwierigkeiten, Atheisten als eine Gruppe wahrzunehmen oder den Sinn atheistischer Rituale zu sehen. Da bin ich ganz bei Dir. Ich hatte Dich nur - falsch? - dahingehend verstanden, dass Du Rituale grundsaetzlich als "zwanghaft" und "uebergestuelpt" einordnest, und das sehe ich eben nicht so. Fuer mich kommt es darauf an, was der Einzelne aus dem Ritual macht.
So ein bisschen wie, wenn jemand (nicht Du!) sagt, die immer gleichen Gebete im Gottesdienst seien doch nur Nachgeplapper und nicht authentisch. Das kann man aber so nicht vom Gebet selbst sagen, sondern immer nur von der einzelnen Person, es kann sogar von der Tagesform abhaengig sein. Man hat es selbst in der Hand, ob man sich immer wieder neu auf eine Reflexion ueber das Gebet einlaesst, ob man es wirklich komplett sinnfrei nachplappert, oder ob man es einfach als Fokus benutzt, so aehnlich wie ein meditatives "Ohm". Wahrscheinlich gibt es sogar noch ganz viel dazwischen.
So ist das fuer mich auch mit Ritualen.
Ja, das ist sicher ein Problem in der Diskussion. Mir ging es wie gesagt um obige Aspekte. In der Definitionsfrage gebe ich Dir auch Recht.Was mich auch ein bisschen abschreckt ist der inflationäre Umgang mit dem Begriff "Ritual"; denn nicht alles, was regelmäßig stattfindet und sinnvoll ist/erscheint, ist ein Ritual. Oft ist es einfach nur eine praktische und vernünftige Angewohnheit.
Ich glaube an Deinen guten Willen.Vielleicht ist es auch tatsächlich so, dass ein quantitativer Verzicht auf echte Rituale eine starke innere Stabilität voraussetzt, die bei den meisten Menschen einfach nicht gegeben ist. Dies meine ich jetzt nicht wertend.
Du musst aber zugeben, dass es schon schwierig ist, das nicht als wertend aufzufassen, wenn die Teilnahme an Ritualen mit Abwesenheit einer "starken inneren Stabilitaet" gleichgesetzt wird. 
Fuer mich ist es so, dass ich meine Stabilitaet zum Teil daraus gewinne. Du hast vielleicht andere Kraftquellen, aber auch Du hast sie.
Ich weiss nicht, ob das an mich gerichtet war, aber ich wuerde meinen, dass meine Ueberlegungen auch und gerade auf die religioese Kulthandlung zutreffen: Achtsamkeit, Reflexion und das regelmaessig. Was nicht heissen muss "oft". Sehr viele religioese Rituale kommen schliesslich nur einmal im Jahr. Manche einmal im Leben. "Regelmaessig" kann also auch heissen: Zu einem bestimmten Anlass gehoerig (also nach einer Regel).Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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11.05.2017, 18:11Inaktiver User
AW: Was ist die richtige Religion?
Lebst du in einer rein katholischen Gegend?
Es wundert mich nämlich.
Weil ich zunehmend Hass gegen Katholiken wahr nehme.
Eigentlich müsste ich ja schon resistent sein weil ich es ja von Kind her nicht anders kenne. Da waren es aber Spöttereien, heute sind da einige Schranken mehr gefallen.
Darum gehe ich nicht mehr mit meiner Religionszugehörigkeit hausieren.
Und wenn ich dann von den selben Menschen höre, die eben neben noch über die doofe Kirche herzogen, dass sie aber den Enkel in der Katholischen Schule angemeldet haben - und die Warteliste ja so groß ist - und der Enkel auch noch schnell getauft worden ist - da fällt mir dann dazu nichts mehr ein.....
Hier im Forum ist es nach meiner Wahrnehmung allerdings respektvoller geworden, was aber wohl auch am Eingreifen der VIPs liegt....
Vor Jahren war das noch ein Hauen und Stechen, aber ehrlich gesagt nie so primitiv wie ich es zunehmend in der Realität bemerke.
Muss ich auch mal los werden.
Und dabei ist für mich Lästern an und für sich doch die "Hohe Kunst", auch was die Katholen betrifft.
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11.05.2017, 19:04
AW: Was ist die richtige Religion?
Nein ich lebe in einer Gegend, wo die meisten Kirchenmitglieder sich zu der ev. reformierten Kirche bekennen. Ich gehöre zu den wenigen lutherischen, mein Frau ist katholisch.
Deine Wahrnehmung ist in sofern korrekt, dass alle Kritik sich im wesentlichen gegen den Katholizismus wendet, aber, und das ist in diesem Forum am deutlichsten zu erkennen, alle anderen christlichen Kirchen dabei impliziert werden (es gibt in Deutschland allein 18 christliche Kirchen. Nachzulesen im ACK, Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen).Geändert von Opelius (11.05.2017 um 19:10 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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11.05.2017, 19:04
AW: Was ist die richtige Religion?
Ich lehne Rituale nicht grundsätzlich ab, aber ich halte sie vielleicht für weniger notwendig als andere es tun. Und ganz bestimmt lasse ich mir keine aufdrängen, wenn ich sie für mich persönlich für vollkommen überflüssig halte.
Jetzt hast du mir aber das Wort im Mund verdreht.]Ich glaube an Deinen guten Willen.
Du musst aber zugeben, dass es schon schwierig ist, das nicht als wertend aufzufassen, wenn die Teilnahme an Ritualen mit Abwesenheit einer "starken inneren Stabilitaet" gleichgesetzt wird.
Ich habe sehr wohl geschrieben, dass ein Leben ohne Rituale eine starke innere Stabilität voraussetzt. Aber niemals habe ich behauptet, dass die Teilnahme an Ritualen deren Abwesenheit beweist. :-) :-) :-) Das wäre allerdings extrem anmaßend und schlicht falsch.
Bei jedweder Diskussion, inwieweit Rituale lebenswichtig sind, sollte man auf jeden Fall nicht außer Acht lassen, dass Rituale ganz schnell ihren Zauber verlieren, wenn sie zur Routine werden.Manches ist durchsichtiger als es scheint.
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Leute - es ist doch soooooooooooo unwichtig! Wirklich!
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