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  1. Inaktiver User

    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zum Thmea "Atheisten sind ungeeignet in existenziellen Situationen" -

    als meine Schwiegermutter im Sterben lag, hatte sie in der letzten Woche sehr viele Zeiten, in denen sie nicht mehr "anwesend" war. Am Tag ehe sie starb, bekam sie noch einmal einen dieser typischen Energieschübe vor dem Ende und war glasklar.

    Sie machte Scherze mit uns und auf einmal sah sie mich an und sagte ruhig und lächelnd: "So, nun ist gut. Ich habe meinen Frieden mit dem lieben Gott gemacht und kann jetzt gehen" - und du darfst mir glauben

    a) IHR war es egal, dass ICH nicht glaube was sie glaubt

    b) MIR war es egal, dass sie etwas glaubt, was ich einfach nicht nachvollziehen kann


    Wir waren beide einfach nur glücklich, dass uns dieser kostbare klare kleine Moment noch geschenkt wurde. Aber wahrscheinlich war ich in dem Moment total ungeeignet....

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Was antwortest Du? Ich kenne das seit der Jugend zum Glück fast gar nicht mehr, weiß aber, dass nahezu jedes Gespräch mit diesem Unterton schnell beendet ist, wenn ich klar sage, dass ich nicht an Gott glaube.
    Ich stamme aus dem Kernland des Pietismus, da kommt das schon vor. :-(

    Wenn die Sprache drauf kommt, dann sage ich meistens, dass ich an was anderes glaube und wiegele höflich ab. „Da werden wir nicht zueinander kommen etc. pp.“ Das hält so manchen aber nicht davon ab, immer wieder auf das Thema zu sprechen zu kommen, das ist denen echt eine Herzensangelegenheit.

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Bamboo82 Beitrag anzeigen
    Ich weiß gar nicht, wie man auf "Gottesvorstellung" kommt, wenn man "universelles Prinzip der Natur" liest.
    Ich bemühe mal den gleichen Wortschatz, aber es amüsiert auch auf gewisse Art und Weise, dass man Dinge nicht einfach hinnehmen muss, sondern eine göttliche Erklärung benötigt.
    Nun, ohne den Beitrag gelesen zu haben, auf den du reagierst, kommt man vom Pantheismus leicht vom universellen Prinzip der Natur zu einer Vorstellung von Gott.

    Zitat Zitat von Helvete Beitrag anzeigen
    Menschen kommen unterschiedlich gut klar mit Wissens- und Erkenntnislücken, für die einen kein Problem, die anderen benötigen Gott als Krücke, um durch das Leben zu kommen;
    Bei den Wissenslücken bin ich bei dir, aber Glaube ist keine Krücke, sondern ein sinnvoller Mechanismus unseres Gehirns. Mal ganz wissenschaftlich betrachtet.

    LG Lara
    Denken ist wie googeln, nur krasser...

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Immernagellack Beitrag anzeigen
    Und worin unterscheiden sich denn Gläubige von Nichtgläubigen?
    Im Alltag, auf der Arbeit, im Freundeskreis, zum Beispiel?
    Gar nicht.

    LG Lara
    Denken ist wie googeln, nur krasser...

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von larax03 Beitrag anzeigen



    Bei den Wissenslücken bin ich bei dir, aber Glaube ist keine Krücke, sondern ein sinnvoller Mechanismus unseres Gehirns. Mal ganz wissenschaftlich betrachtet.

    LG Lara
    Ich denke eher, Glaube kann ein günstiger Mechanismus sein um mit dem Leben besser klar zu kommen, oder es auch einfach gelassener zu sehen. Mit Gehirn hat das weniger zu tun.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  6. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Und Atheismus bedeutet für dich, dass man alles erklären können muss?
    Nein.

    Vielleicht denken Menschen häufiger über potentielle Verluste von lieben Angehörigen nach, als dir bewusst ist? Man liest ständig in der Zeitung und im Internet von tödlichen Verkehrsunfällen, sieht es täglich im Fernsehen. Von Mitgefühl ergriffen denkt man an seinen Mann, seine Frau, seine Kinder und macht sich Sorgen. Doch jedesmal, wenn sie zur Tür rein kommen, wirft das Unterbewusstsein die Information weg, denn es ist ja nichts passiert. Und wenn dann doch die Polizisten an der Türe stehen, dann wirft das Unterbewusstsein die Information nicht weg, denn jetzt trifft sie ja zu. Du denkst: „Ich hab es gewusst!“

    Die Psyche ist ein trickreiches Tier, das sich gerne selber hinters Licht führt.

    Achte mal drauf, du wirst erstaunt sein, wie häufig das mit den Sorgen passiert.
    Nein, das ist es nicht.Obwohl man sich natürlich schon ab und zu Gedanken dazu macht, dass einem die Liebsten genommen werden können - aus heiterem Himmel.

    Weil?
    Weil ich das so schon erlebt habe.
    Als mein Vater völlig überraschend starb, habe ich schon Wochen vorher Unheil - ihn betreffend -gespürt, musste dauernd an meine damals schon tote Oma denken und dachte mir, warum ist sie jetzt so präsent? Ist was mit Papa, ihrem Sohn?

    War das ganze Wochenende vor seinem Tod schon völlig unruhig, konnte die ganze Nacht vor dem Todestag (war Montag) meines Vaters nicht schlafen, obwohl ich sonst schlafe wie ein Murmeltier.
    Zur Zeit seines Todeskampfes (erfuhr ich dann später, dass es diese Zeit war) stand ich wie in Watte gepackt völlig neben mir.
    Hatte in diesem Zeitraum gerade am Lehrstuhl ein Gespräch zum Abschluss meiner empirischen Diplomarbeit und bekam inhaltlich genau Null mit vom Gespräch.
    Ich dachte danach: Was war das jetzt?

    Nur als Beispiel… Könnte dazu noch mehr erzählen, das wäre dann zu viel persönliche Info (beim Tod meiner Mutter war es noch krasser).

    Der Mensch ist die Psyche und die Psyche ist Verschaltung des Gehirns und Information. Zerstörst du die Verschaltung oder die Information, dann ist die Psyche weg. Ist wie eine Bilddatei auf dem Computer: Löschst du sie, dann ist sie weg. Haust du auf den Speicherchip mit dem Hammer, dann ist sie weg.
    Der Mensch ist mehr als Verschaltung des Gehirns.
    Ich weiß nicht, ob es ein ewiges Leben nach dem Tod gibt, aber kurz nach dem Tod gibt es den Menschen noch - ganz sicher.

    Obwohl, meine Oma war präsent - kurz vor dem Tod ihres Sohnes...

  7. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warum sollten sich Therapeuten auch explizit auf Atheismus oder Agnostizismus beziehen? Das spielt schlicht keine Rolle.
    Auf die Frage "welche zur christlichen Seelsorge analogen Angebote gibt es aus dem atheistischen Bereich?" sollte idealerweise schon auf das hinweisen, was explizit atheistisch ist und auch unter dem Etikett angeboten wird. Sonst passt die Antwort schlicht nicht zur Frage.

    Dazu solltest du mal beispielsweise mal Buddhisten befragen. Die glauben bekanntlich nicht an einen Gott.
    Die haben sehr wohl Ideen zur Transzendenz.

    Atheisten lehnen alles Transzendente oft vollständig und vollkommen ab.

    gruss, barbara

  8. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Zum ersten Teil des Satzes sage ich besser mal nichts. Die existenziellen Fragen, wo kommen wir her und wo gehen wir hin, nun, die können wir beantworten.
    ja, wir können? Wie lautet denn deine Antwort?

    gruss, barbara

  9. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Bamboo82 Beitrag anzeigen
    ......was hat das mit deiner Bibel zu tun?
    Du fragtest, warum ich so etwas Altes als Referenz nehmen kann.

    Die Antwort lautet: aus demselben Grund, warum ich noch viel ältere Entdeckungen wie Rad und Feuer nach wie vor nutze, nämlich weil sie funktionieren und sich bewähren.

    gruss, barbara

  10. gesperrt

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    AW: Was ist die richtige Religion?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Ich glaube [sic!], Bae, Du hast noch nicht allzu vielen oder gar keinem Sterbenden die Hand gehalten. In dem Moment geht es nämlich nicht mehr um den Glauben an Gott, sondern darum, nicht alleine zu sein. Und diese Angst befällt nahezu alle Menschen, egal, was vorher war.
    ja und?

    ändert nach wie vor nichts daran, dass es zahlreiche christliche und generell religiöse Angebote gibt zur Sterbebegleitung, Hospitze, Seelsorge etc., und so gut wie keine atheistischen Angebote.

    Man könnte meinen, dass Atheisten womöglich auch gern jemanden bei sich hätten, der ähnlich denkt oder fühlt wie sie; dass sie womöglich nicht gern in einem Zimmer liegen, in dem auch religiöse Symbole hängen; aber müssen sie natürlich selbst wissen, ob sie sich die Mühe machen wollen, eine Institutionen zur Lebenshilfe aufzubauen.

    gruss, barbara

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