Das ist ein Zitat aus der 49. Lehrrede aus der mittleren Sammlung des Palikanons mit dem Titel "Die Einladung eines Brahmā". Die anderen Zitate stammen auch daher.
Das wirft nun sicher neue Fragen auf und es ist vermutlich einfacher, Google zu bemühen, bevor es hier zu länglich wird. Aber die konkreten Fragen will ich gern kurz beantworten:
was Bhikkus sind? Die Anhänger des Ich-Erzählers.
Wer sind Baka und Mara? Baka ist die Anrede von Brahmā und Mara ist ein übler Geselle.
was ist ein Brahma? Ein Gott, der Schöpfungsgewalt hat.
(Offenbar etwas Göttliches, aber: gibt es einen oder mehrere Brahmas?) Ja, es gibt anscheinend mehrere und sie wissen auch nicht unbedingt voneinander.
Wer ist der Ich-Erzähler? Siddhartha Gautama, ein indischer Prinz, der vor vermutlich etwa 2500 Jahren lebte und alles mögliche über die Lebensweise von Göttern herausgefunden hat.
Antworten
Ergebnis 211 bis 220 von 381
Thema: Kann GOTT sterben?
-
13.04.2017, 19:11
AW: Kann GOTT sterben?
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
13.04.2017, 20:38
AW: Kann GOTT sterben?
Danke, Alaska
- ich finde es sehr nett, dass du dir die Mühe gemacht hast, meine Fragen zu beantworten und nicht einfach auf Google verweist.
Bist du Buddhist?
Die Anschauung, das es mehrere Götter gibt, die aber nicht voneinander wissen, finde ich ungewöhnlich. Haben diese Götter unterschiedliche Aufgaben?Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
-
13.04.2017, 21:32
AW: Kann GOTT sterben?
Die Brahmas haben eigentlich alle dieselben Aufgaben, aber sie unterschieden sich quasi in der Größe ihres Zuständigkeitsbereiches:
"Wiederum, ihr Bhikkhus, besitzt da ein Bhikkhu Vertrauen, Sittlichkeit, Gelehrsamkeit, Großzügigkeit und Weisheit. Er hört, daß der Brahmā der Eintausend langlebig und schön ist und große Freuden genießt. Der Brahmā der Eintausend hat ein Weltensystem von eintausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. So wie ein Mann mit gutem Sehvermögen einen Gallapfel in die Hand nehmen und reflektieren könnte, so ist der Brahmā der Eintausend darauf aus, hat ein Weltsystem von eintausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. Der Bhikkhu denkt: 'Ach, möge ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Gefolge des Brahmā der Eintausend wiedererscheinen!' Er richtet seinen Geist darauf aus, lenkt ihn dort hin, entfaltet ihn. Diese Gestaltungen und dieses sein Verweilen, die so entfaltet und geübt wurden, führen dazu, daß er dort wiedererscheint. Dies, ihr Bhikkhus, ist der Pfad, der Weg, der dazu führt, daß er dort wiedererscheint."
Nun gibt es einen "größeren" Brahma, der quasi Schöpfer und Hirte dieses Brahmā der Eintausend ist:
"Wiederum, ihr Bhikkhus, besitzt da ein Bhikkhu Vertrauen, Sittlichkeit, Gelehrsamkeit, Großzügigkeit und Weisheit. Er hört, daß der Brahmā der Zweitausend langlebig und schön ist und große Freuden genießt. Der Brahmā der Zweitausend hat ein Weltensystem von zweitausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. So wie ein Mann mit gutem Sehvermögen zwei Galläpfel in die Hand nehmen und reflektieren könnte, so ist der Brahmā der Zweitausend darauf aus, ein Weltsystem von zweitausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. Der Bhikkhu denkt: 'Ach, möge ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Gefolge des Brahmā der Zweitausend wiedererscheinen!' Er richtet seinen Geist darauf aus, lenkt ihn dort hin, entfaltet ihn. Diese Gestaltungen und dieses sein Verweilen, die so entfaltet und geübt wurden, führen dazu, daß er dort wiedererscheint. Dies, ihr Bhikkhus, ist der Pfad, der Weg, der dazu führt, daß er dort wiedererscheint."
Und so weiter:
"Wiederum, ihr Bhikkhus, besitzt da ein Bhikkhu Vertrauen, Sittlichkeit, Gelehrsamkeit, Großzügigkeit und Weisheit. Er hört, daß der Brahmā der Hunderttausend langlebig und schön ist und große Freuden genießt. Der Brahmā der Hunderttausend hat ein Weltensystem von hunderttausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. So wie ein Ornament aus feinstem Gold, von einem klugen Goldschmied besonders geschickt im Brennofen gewirkt, auf rotem Brokat liegend, glüht, leuchtet und funkelt, so ist der Brahmā der Hunderttausend darauf aus, ein Weltsystem von hunderttausend Welten zugeneigt durchdrungen und er hat die Wesen, die dort wiedererschienen sind, zugeneigt durchdrungen. Der Bhikkhu denkt: 'Ach, möge ich doch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode im Gefolge des Brahmā der hunderttausend wiedererscheinen!' Er richtet seinen Geist darauf aus, lenkt ihn dort hin, entfaltet ihn. Diese Gestaltungen und dieses sein Verweilen, die so entfaltet und geübt wurden, führen dazu, daß er dort wiedererscheint. Dies, ihr Bhikkhus, ist der Pfad, der Weg, der dazu führt, daß er dort wiedererscheint."
Es spricht einiges dafür, dass das nie ein Ende nimmt: Zu jedem Brahma gibt es einen noch "größeren", langlebigeren, großherzigeren, mitfühlenderen, mächtigeren Brahma, dessen Zuneigung alle "kleineren" Brahmas und "deren" Welten umfasst und durchdringt.
Ich selbst bin aber kein Bhikkhu, da müsste ich noch viel sittsamer leben."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
13.04.2017, 22:32Inaktiver User
AW: Kann GOTT sterben?
Angesichts der Erkenntnisse von Astronomie und Physik finde ich es völlig unverständlich, dass hier noch von Religion gesprochen wird. Nunja, jedem seins.
-
13.04.2017, 23:31
AW: Kann GOTT sterben?
Diese guten Eigenschaften haben nicht ausschliesslich mit Religion zu tun, sind sie doch scheint mir natürliche menschliche Eigenschaften, welche jeder vielleicht in Anteilen besitzen oder sich aneignen könnte. Und einem Gott diese Vollkommenheit zuzuschreiben dürfte nciht schwierig sein, ist dieser indische Gottheit Brahma doch als eine Einheit mit den Menschen zu sehen, welche sich gerne mit solchen feinen Merkmalen umgeben wollen und miteinander begegnen wollen. Sogenannte Seelenreisende, welche sich auf die Suche nach der Vollkommenheit machen.
Alles andere in der fortlaufend weitergegebnen Geschichte ist für mich eine phantastische Reise unter Seelenreisenden mit Metaphern und kreative Ausführung was das Bedürfniss mit einem Gott in Verbindung sein zu wollen, beschreibt. Warum nicht solche Geschichten.
Wer dafür empfänglich ist und diese Sprache besser verstehen kann kann sich bestimmt davon wertvolle Hinweise mitnehmen. In der Verschiedenheit von Sprache ist doch für jeden etwas dabei, wer sich dafür annähernd interessiert.
Oft erscheint mir aber für den Alltag diese Sprache in den westlichen Ländern ungeeigneter zu sein, in dieser hektomanischen Zeit, wobei jeder von Morgens bis Abends in irgendeinem System drinsteckt, welche seine Existenziellen Bedürfnisse bestimmt.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
-
14.04.2017, 06:15
AW: Kann GOTT sterben?
Möglicherweise.
"Meister Gotama, ich habe gehört, daß der Mönch Gotama den Pfad in die Gesellschaft von Brahmā lehrt. Es wäre gut, wenn Meister Gotama mich den Pfad in die Gesellschaft von Brahmā lehren würde."
"Dann, Student, höre zu und verfolge aufmerksam, was ich sagen werde." - "Ja, Herr", erwiderte er. Der Erhabene sagte dieses:
"Was, Student, ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā? Da verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen, erfüllt von Liebender Güte, durchdringt, ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Liebender Güte erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Wenn die Herzensbefreiung durch Liebende Güte auf diese Weise entfaltet ist, bleibt da keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. So wie sich ein kräftiger Trompeter ohne Schwierigkeiten in den vier Himmelsrichtungen Gehör verschaffen könnte; genau so bleibt da, wenn die Herzensbefreiung durch Liebende Güte auf diese Weise entfaltet ist, keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. Dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā."
"Wiederum, verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Mitgefühl; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Mitgefühl erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Wenn die Herzensbefreiung durch Mitgefühl auf diese Weise entfaltet ist, bleibt da keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. So wie sich ein kräftiger Trompeter ohne Schwierigkeiten in den vier Himmelsrichtungen Gehör verschaffen könnte; genau so bleibt da, wenn die Herzensbefreiung durch Mitgefühl auf diese Weise entfaltet ist, keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. Auch dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā."
"Wiederum verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Mitfreude; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Mitfreude erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Wenn die Herzensbefreiung durch Mitfreude auf diese Weise entfaltet ist, bleibt da keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. So wie sich ein kräftiger Trompeter ohne Schwierigkeiten in den vier Himmelsrichtungen Gehör verschaffen könnte; genau so bleibt da, wenn die Herzensbefreiung durch Mitfreude auf diese Weise entfaltet ist, keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. Auch dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā."
"Wiederum verweilt ein Bhikkhu, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen durchdringt, das erfüllt ist von Gleichmut; ebenso die zweite, ebenso die dritte, ebenso die vierte Himmelsrichtung; auch nach oben, nach unten, in alle Richtungen und überall hin, und zu allen wie zu sich selbst, verweilt er, indem er die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringt, das von Gleichmut erfüllt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen. Wenn die Herzensbefreiung durch Gleichmut auf diese Weise entfaltet ist, bleibt da keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. So wie sich ein kräftiger Trompeter ohne Schwierigkeiten in den vier Himmelsrichtungen Gehör verschaffen könnte; genau so bleibt da, wenn die Herzensbefreiung durch Gleichmut auf diese Weise entfaltet ist, keinerlei einschränkende Handlung übrig, keine überdauert. Auch dies ist der Weg in die Gesellschaft von Brahmā.""...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
14.04.2017, 07:29
AW: Kann GOTT sterben?
UND, was sagst du selbst dazu? Was hälst du von den Gesprächen zwischen den Bhikku und den Brahmas?
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
-
14.04.2017, 08:02
AW: Kann GOTT sterben?
Welches Gespräch konkret meinst Du?
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
14.04.2017, 08:09
AW: Kann GOTT sterben?
Na die Botschaften und Elemente von menschlichem Verhalten auch die Ansichten über die Brahmas, welche uns du hier als Beispiel zum Lesen gibst. Die Ausschnitte die du hier zitierst.
#213 und #216
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
-
14.04.2017, 08:19
AW: Kann GOTT sterben?
Da sprechen aber nicht die Bhikkhus mit den Brahmas, sondern der Meister Gotama mit den Bhikkhus beziehungsweise mit einem Studenten der Naturphilosophie.
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')


Zitieren
