Auf den ersten Blick kann man meinen, die Bibel lehrt eine Feuerhölle.
Hier einer der Bibeltexte:
Matth. 5:29-30 "*Wenn nun dein rechtes Auge dich straucheln macht, so reiß es aus und wirf es von dir weg. Denn es ist dir nützlicher, daß dir eines deiner Glieder verlorengehe, als daß dein ganzer Leib in die Gehẹnna gestürzt werde. 30*Und wenn deine rechte Hand dich straucheln macht, so hau sie ab und wirf sie von dir weg. Denn es ist nützlicher für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Gehẹnna kommt."
Worum handelt es sich bei der feurigen Gehenna, von der Jesus sprach?
In den Christlichen Griechischen Schriften kommt diese Bezeichnung zwölfmal vor.
Fünfmal wird sie unmittelbar mit Feuer in Verbindung gebracht. Bibelübersetzer haben den griechischen Ausdruck géennan tou pyrós mit „Feuerhölle“ (JB, Me), „höllisches Feuer“ (Lu, Al), „Glut des Feuers“ (Alb) und „feuriges Tal Hinnom“ (Rei) wiedergegeben.
Geschichtlicher Hintergrund: Das Tal Hinnom (Gehenna) lag außerhalb der Mauern Jerusalems. Eine Zeitlang wurde dort Götzendienst getrieben, bei dem auch Kinder geopfert wurden. Im 1. Jahrhundert war die Gehenna die Müllverbrennungsstätte Jerusalems.
Man warf die Tierkadaver in das Tal, wo sie in dem Feuer verbrannten, dem Schwefel zugesetzt wurde, um die Verbrennung zu fördern. Auch die Leichen hingerichteter Verbrecher , die man nicht für würdig hielt, in einer Gedächtnisgruft beigesetzt zu werden, warf man in die Gehenna.
Deshalb sagte Jesus gemäß Matthäus 5:29, 30, daß der „ganze Leib“ in die Gehenna geworfen werde.
Fiel der Leichnam in das ständig brennende Feuer, so verbrannte er.
Blieb er aber an einem Felsvorsprung in der Schlucht hängen, so wurde das verwesende Fleisch von den allgegenwärtigen Würmern oder Maden befallen (Mar. 9:47, 48).
Man warf Menschen nicht bei lebendigem Leibe in die Gehenna; somit war sie kein Ort, wo Personen bei Bewußtsein gequält wurden.
Jesus ermahnte seine Zuhörer gemäß Matthäus 10:28, den zu fürchten, „der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann“.
Was bedeutet das? Man beachte, daß er nicht sagt, man werde im Feuer der Gehenna gequält werden , sondern man solle ‘den fürchten, der in der Gehenna vernichten kann’.
Dadurch, daß Jesus die „Seele“ gesondert erwähnt, betont er, daß Gott alle Aussichten auf Leben zunichte machen kann;
für einen solchen Menschen gibt es dann keine Auferstehungshoffnung.
Mit der „feurigen Gehenna“ ist also dasselbe gemeint wie mit dem ‘Feuerpfuhl’ aus Offenbarung 21:8, nämlich Vernichtung, der ‘zweite Tod’.
In Offenbarung 14:9-11 wird von einigen gesprochen, die „mit Feuer und Schwefel gequält werden. Und der Rauch ihrer Qual steigt auf für immer und ewig.“
Ist das ein Beweis dafür, daß Menschen ewig bei Bewußtsein im Höllenfeuer gequält werden?
Im Grunde genommen sagt dieser Text lediglich aus, daß die Bösen gequält werden, nicht jedoch, daß sie für immer gequält werden.
Es heißt dort, der Rauch — also der Beweis dafür, daß das Feuer sein Werk der Vernichtung vollbracht hat — bestünde fort, nicht die Feuerqualen.
In Offenbarung 20:10-15 ist zu lesen, daß sie im „Feuer- und Schwefelsee . . . Tag und Nacht gequält werden für immer und ewig“.
Auf den ersten Blick sieht das vielleicht nach einem Beweis dafür aus, daß Menschen ewig bei Bewußtsein im Feuer gequält werden; aber das ist keineswegs der Fall.
Weshalb? Unter anderem deshalb, weil auch ‘das wilde Tier und der falsche Prophet’ sowie „der Tod und der Hades“ in diesem sogenannten „Feuersee“ enden werden.
Wie unschwer zu erkennen ist, sind das wilde Tier, der falsche Prophet, der Tod und der Hades keine buchstäblichen Personen; daher können sie nicht bei Bewußtsein gequält werden. Wie G.*B.*Caird in dem Werk A*Commentary on the Revelation of St.*John the Divine schreibt, bedeutet der „Feuersee“ statt dessen „Vernichtung und völlige Vergessenheit“. Das ist leicht einzusehen, sagt doch die Bibel selbst über den Feuersee: „Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee“ (Offenbarung 20:14).
Gruß Majolika![]()
Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 122
-
12.02.2007, 22:11Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
-
12.02.2007, 22:14Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
Eine andere Frage wäre:
Erleiden die Bösen eine ewige Strafe?
Mat. 25:46 (Lu): „Sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe [„abgehauen werden“, Kingdom Interlinear; griechisch: kólasin], aber die Gerechten in das ewige Leben.“ (In der Emphatic Diaglott steht „Abschneidung“ anstelle von „Strafe“.
In einer Fußnote wird erklärt: „kólasin .*.*. wird von kolazoo abgeleitet, das folgende Bedeutungen hat:
1.*Abschneiden; zum Beispiel das Abhauen von Ästen, beschneiden.
2.*Einschränken, zügeln. .*.*.
3.*Züchtigen, bestrafen.
Jemanden vom Leben oder von der Gesellschaft abzuschneiden oder ihn [in seiner Freiheit] einzuschränken wird als Strafe angesehen.
Daraus entstand dieser dritte bildliche Gebrauch des Wortes.
Die erste Bedeutung wurde gewählt, weil sie besser zum zweiten Satzteil paßt und somit die Kraft und Schönheit des Gegensatzes gewahrt bleibt. Die Gerechten gehen ins Leben, die Bösen in die Abschneidung vom Leben, das heißt in den Tod. Siehe 2.*Thes. 1:9.“)
2.*Thes. 1:9 (NT*68): „Sie werden mit ewiger Vernichtung* bestraft. Sie werden von dem Herrn und seiner herrlichen Macht getrennt werden.“ (*„Ewiges Verderben“, EÜ, Lu; „ewiger Untergang“, Pa, 1957.)
Jud. 7 (Lu): „So sind auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die gleicherweise wie sie Unzucht getrieben haben und anderem Fleisch nachgegangen sind, zum Beispiel gesetzt und leiden die Pein des ewigen Feuers.“
Das Feuer, durch das Sodom und Gomorra zerstört wurden, hörte schon vor Tausenden von Jahren auf zu brennen. Doch seine Auswirkungen haben angedauert; die Städte sind nicht wieder aufgebaut worden.
Gott brachte jedoch nicht nur über die Städte ein Strafgericht, sondern auch über ihre bösen Bewohner.
Was ihnen widerfuhr, ist ein warnendes Beispiel.
Jesus sagte gemäß Lukas 17:29, sie seien ‘vernichtet’ worden; aus Judas*7 geht hervor, daß es sich dabei um eine ewige Vernichtung handelte.Geändert von Inaktiver User (12.02.2007 um 22:47 Uhr)
-
12.02.2007, 22:16Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
Woher stammt die Lehre vom Höllenfeuer?
Ich habe dies einmal herausgesucht...
In alten babylonischen und assyrischen Überlieferungen wird die „Unterwelt .*.*. als Ort des Grauens dargestellt, der von grimmigen, sehr mächtigen Göttern und Dämonen beherrscht wird“ (Morris Jastrow jr., The Religion of Babylonia and Assyria, Boston, 1898, S. 581).
Die in der Christenheit herrschende Vorstellung, daß in der Hölle ein Feuer brennt, wird schon in der Religion der alten Ägypter angedeutet (The Book of the Dead, New Hyde Park, N.Y., 1960, mit Einführung von E.*A.*Wallis Budge, S. 144, 149, 151, 153, 161).
Der Buddhismus, der bis ins 6. Jahrhundert v. u. Z. zurückreicht, entwickelte im Laufe der Zeit die Lehre von heißen und kalten Höllen (The Encyclopedia Americana, 1977, Bd. 14, S. 68).
Den in katholischen Kirchen Italiens dargestellten Höllenszenen liegen Unterweltsvorstellungen aus etruskischer Zeit zugrunde (Werner Keller, Denn sie entzündeten das Licht. Geschichte der Etrusker — die Lösung eines Rätsels, S. 393).
Diese gottentehrende Lehre wurzelt jedoch viel tiefer.
Die sadistischen Vorstellungen in Verbindung mit einer Hölle, in der die Menschen gequält werden, sind eine Verleumdung Gottes und stammen von dem Hauptverleumder Gottes (dem Teufel, dessen Name „Verleumder“ bedeutet), den Jesus Christus den „Vater der Lüge“ nannte (Joh. 8:44).
Liebe Grüße von MajolikaGeändert von Inaktiver User (12.02.2007 um 22:45 Uhr)
-
13.02.2007, 08:25Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
Hmmm ... grad von der Lutherbibel hatte ich diesbezüglich nicht sehr viel. Luther hat nämlich des öfteren falsch übersetzt. Unter anderem auch vielfach die Stellen, die wir heute als "Hölle" interpretieren.
Ich leugne nicht, dass es solche Stellen gibt, die eine entsprechende Interpretation zulassen. Was ich aber leugne ist, dass diese Stellen so eindeutig sind, wie wir gemeinhin denken.
-
13.02.2007, 11:53Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
Im Grunde ist das alles ganz einfach mit der Bibel ;-)
Ich glaube nur das Gute daraus
soll heißen: Gott LIEBT und straft nicht
und Jesus hat m.E. auch nie gedroht mit solchen fürchterlichen Sachen - er hat wohl Konsequenzen aufgezeigt, was passieren mag, wenn man seine Seele nicht auf Gott ausrichtet...
aber es wurden und werden Jesus Worte in den Mund gelegt, wo wir gar nicht wissen können, ob´s wahr ist oder nicht
Ich nehme nur das wörtlich, was definitiv liebevoll und förderlich ist.
Was anderes kann ich mir nicht als "Jesus/Gott-zugehörig" vorstellen.
-
13.02.2007, 23:59
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
@Majolikas:
An Deinen Ausführungen ist was dran. An „ewige Höllenqualen“ im wörtlichen Sinne glaube ich selbst auch nicht, habe den Ausdruck „Hölle“ der Bibel eigentlich auch nie so verstanden.
@ Horus:
Ich persönlich mag die Lutherbibel auch nicht so besonders. Denke, es gibt heute wirklich bessere Übersetzungen.
@Lavendelmond:
Der „liebende Gott“ steht im Neuen Testament im Vordergrund, im Gegensatz zum Alten Testament, wo der Schwerpunkt noch auf dem "strafenden Gott" lag. Das heißt jedoch nicht, der Gott im Neuen Testament würde nie strafen, es handelt sich ja um den gleichen Gott..
Ein Gott, der immer und alles nur lieben würde, wäre mir persönlich suspekt, unpassend und unglaubwürdig. Ich meine, Gott kann nicht gleichzeitig „gerecht“ sein und „niemals strafend“. Das eine schließt doch das andere aus oder siehst Du das etwa anders?
Viele Grüße
-
14.02.2007, 06:47Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
ja, ich sehe das anders, butterfly
ich denke, die "Strafen" liegen bereits in unseren Taten verborgen
ich denke weiterhin, dass wir als Geist-Seele nach unserem Sterben Gelegenheit haben, bzw. dazu aufgefordert werden, uns zu erinnern und uns "anzusehen" und "nachzufühlen", was wir angerichtet haben mit unseren schlechten Gedanken, Worten, Taten - und die SCHAM und SCHULD, die die Geistseele dann (hoffentlich) empfindet - DAS ist die einzige "Strafe".
Ich denke wirklich, dass Gott die reine Liebe ist und das reine Leben.
Ich denke weiterhin, dass wir Menschen die volle Verantwortung haben für unser Tun und Denken, dass wir uns im Laufe unserer Inkarnationen selber erziehen und fördern, um die guten, vollkommenen, liebenden Menschen-Seelen zu werden, die Gott in uns sieht.
Denn so hat er uns als Abbild seiner Selbst erschaffen !
Und wir müssen nur noch hineinwachsen in dieses zukünftige vollkommene gottähnliche Selbst.
Ich denke weiterhin, dass wir für all unsere guten Gedanken, Worte und Taten ebenso deutlich spüren, was wir damit geschaffen und bewirkt haben, im Laufe unseres Erdendaseins.
Weiterhin bin ich der Meinung, dass es ohnehin immer nur einen und denselben Gott gibt, egal ob AT, NT, THora, Koran, etc.
Es ist die Sichtweise der Menschen, die sich ändert, je nach Entwicklungsstand.
Ich denke, dass die Menschen damals, die das AT schrieben, bzw., die die Vorlage lieferten für das AT durch ihr Leben, dass diese aufgrund ihres Entwicklungsstandes als Seelen, die Sichtweise eines "strafenden Gott" BRAUCHTEN....... als Oberste Instanz, zum Entwickeln eines Gewissens etc.
Wir heutzutage sollten das nicht mehr nötig haben ;-)
-
14.02.2007, 11:10Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
Hallo Lavendelmond
Nur eine kurze Frage: Worauf gründet sich diese deine Erkenntnis?
Ich persönlich glaube ja an den Schöpfer aller Dinge.
An den Gott, der auch Männer dazu inspirierte, die Bibel zu verfassen.
Für mich ist also die Heilige Schrift die Grundlage meines Glaubens...
Und welches oder wer ist deine?
Lieben Gruß Majolika
-
14.02.2007, 17:51Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
es sind viele Grundlagen, die ich nicht alle im Einzelnen benennen kann ;-)
dazu haben sich auch eigene Gedanken und Erkenntnisse gesellt
(im übrigen bin ich ein großer Fan von Jesus, dem Christus - was für ein Vorbild und göttliches Geschenk für die Menschheit !)
-
14.02.2007, 18:24Inaktiver User
AW: Was kann der Mensch von Gott erwarten..
Du hast Recht. Jesus Christus ist wirklich das größte Geschenk von Gott an uns Menschen...
Zitat von Inaktiver User
Nur wenigen ist das auch wirklich bewußt...
Er ist auch mein Vorbild, aber in meiner Unvollkommenheit werde ich ihn nie völlig nachahmen können.
Aber ich geb mir Mühe...
Gruß Majolika


Zitieren