Na ja, nicht nur über andere, auch über deren Aussagen, Meinungen oder Taten. Wenn man den anderen gerade "Scheiße" findet, kann man das moderat formulieren und muss das auch nicht vor versammelter Mannschaft machen. Früher war ich da direkter und spontaner.
Nein, mit dem außer Kraft setzen von Regeln hat das nichts zu tun. Aber wenn man ungebunden ist, braucht man eben auch nicht soviel Rücksicht zu nehmen. Wenn ich mich total unmöglich mache, dann ist das mein Problem, wenn die Leute mit dem Finger auf mich zeigen. Ich kann das ignorieren, aggressiv auf die Leute zugehen oder woanders hin ziehen (oder was auch immer tun). Solange ich allein bin. Wenn die Leute aber mit dem Finger auch auf meine Frau, meine Kinder oder meine Eltern zeigen, trage ich Verantwortung. Sie werden in Mithaftung genommen, ohne dass ich es verhindern kann. Dieses Wissen engt mich in meiner Handlungsweise ein, jedenfalls wenn mir an meiner Familie gelegen ist.
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Ergebnis 21 bis 30 von 31
Thema: Freiheit
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02.08.2016, 21:52
AW: Freiheit
Berufswunsch?- Hm, ja... am Liebsten was mit Tieren- Schlachter oder so...
Wie das schmeckt? Na ungefähr so, als ob man ein abgebranntes Fischerboot ableckt.
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03.08.2016, 10:04Inaktiver User
AW: Freiheit
Inwiefern trägt es zu meiner eigenen Freiheit bei, anderen zu sagen, dass ich sie "sch***" finde? Das wollte ich schon immer mal verstehen. Vielleicht hab ich es da leichter, da ich dieses Bedürfnis überhaupt nie habe. Mir reicht völlig die Freiheit, andere ggf. "sch***" zu finden und mich privat nicht näher mit ihnen abzugeben. Und die größte Freiheit besteht eigentlich für mich darin, mich von anderen überhaupt nicht in eine Situation treiben zu lassen, in denen ich solche Gefühle habe.
Wenn andere keine Macht über mich haben, bin ich wirklich frei.
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04.08.2016, 02:18Inaktiver User
AW: Freiheit

Manchmal wird Freiheit mit Verantwortungslosigkeit (der Nichtexistenz, dem "los sein" von Verantwortung) gleichgesetzt. Das ist aber falsch. Der Sklave ist frei, wenn er keinen Herren hat, und nicht, wenn er nicht verantwortlich handeln muß. Denn gerade das Letztere ist ja Inhalt von Sklaverei/Unfreiheit, ein anderer übernimmt die Verantwortung und damit auch das Bestimmen.
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04.08.2016, 13:02Inaktiver User
AW: Freiheit
Es gibt in jedem Leben Situationen, in dem man von anderen massiv genervt wird...ich finde wichtig, da zu differenzieren.
ist es nicht öfters öfters so, dass man einen bestimmten Aspekt an jemand "sch...", aber nicht den ganzen Menschen?
Und das kann ich dann genauso kommunizieren: "ich finde es "sch....", dass du....gemacht hast! - aber nicht dich als ganzen Mensch, sondern nur, was du da gesagt/getan hast".
Ich finde es gut, die Freiheit zu haben, so etwas ansprechen zu können, wenn es mir wichtig genug ist. Mit der Reaktion muss man dann auch leben können. Wo Menschen sind, gibt es Spannungen. Auch wenn andere keine "Macht" (in Anführungsstrichen, weil man ja im Grunde ein soziales Wesen ist und das Feedback anderer eine Rolle spielt) über einen haben, so kann es doch nerven ;-)
Wirkliche Freiheit von anderen würde ich nur auf einer einsamen Bergfestung empfinden - aber da würde ich mich unwohl fühlen, da ich die Gemeinschaft schätze.
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04.08.2016, 13:47
AW: Freiheit
Wir genießen täglich viele (relative) Freiheiten.
Wir entscheiden frei, was und wie viel wir essen.
Welche Kleidung wir tragen.
Wie und mit wem wir unsere Freizeit verbringen.
Wählen unseren Beruf und Wohnort frei, entscheiden ob und wie wir politisch interessiert sind.
Ob wir mit oder ohne Partner leben möchten, mit welchem Partner.
Ob und wie viele Kinder wir bekommen.
Absolute Freiheit setze ich nicht gleich mit einsam und arm.
Wirkliche Armut nimmt sehr viele Freiheiten.
Im Kopf kann ich dennoch frei sein, ist aber sicher deutlich schwerer.
Freier wären wir mit größerer finanzieller Unabhängigkeit.
Dann muss man einen Job nicht wegen des benötigten Geldes behalten, sondern könnte leichter wechseln auch in schlechter bezahlte Jobs, vielleicht ein Unternehmen gründen, sich weiterbilden oder karitativ tätig sein. Oder einfach Dauerurlaub machen, wenn das ausfüllend genug ist.
Kann sich egal in welcher Weise verstärkt engagieren, da mehr Zeit dafür bliebe.
Hätte die Freiheit, so viel (über Freiheit?) zu philosophieren wie man möchte, da man über seine Zeit frei verfügen könnte.
Mehr Zeit und Mittel, um andere Länder, Menschen, Kulturen kennenzulernen.
Wir haben viele Freiheiten. Mehr geht immer. Ich kann aber immer nur so frei sein wie ich in meinem Inneren bin.
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04.08.2016, 13:55Inaktiver User
AW: Freiheit
@Ruby: Für mich liegt der Unterschied darin, warum ich so etwas sage. Will ich, dass sich der andere danach schlechter fühlt, als Rache oder Retourkutsche (= will ich damit Macht auf andere ausüben?)? Will ich, dass der andere sein Verhalten ändert (= an seinen Verstand oder sein Mitgefühl appellieren - dann gibt es aus kommunikativer Sicht effektivere Methoden)? Oder will ich einfach meinen aktuellen Gefühlen freien Lauf lassen und nach mir die Sintflut?
Wenn letzteres der Fall ist, möchte ich persönlich, dass meine Freiheit früher ansetzt: Freiheit ist hier, dass man sich Situationen, die solche Gefühle hervorrufen, erst gar nicht aussetzt. Entweder indem man sein Umfeld anders wählt, oder indem man sich von anderen Menschen nicht so ärgern lässt.
Ein Mensch, der sich so ärgert, dass er andere ziel- und sinnlos beschimpft, ist für mich unfrei, seinen Gefühlen ausgeliefert.
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05.08.2016, 13:57
AW: Freiheit
Es trägt nicht zur Freiheit bei, es ist einfach Teil davon, nennen wir es Meinungsfreiheit und formulieren wir die Situation anders aus. Es gibt Menschen, die nerven einfach mit dem was sie sagen, was sie tun. Sie liegen schlicht falsch, aber es ist nicht tunlich, sich offen dazu zu äußern, auch nicht in höflicher Form, weil die andere Person eben der Chef ist oder der potentiell künftige Schwiegervater, der dringend benötigte Investor oder was auch immer für ein Abhängigkeitsverhältnis. Es kann sogar einfach nur eine nachgeordnete Arbeitskraft sein, der gegenüber man eigentlich weisungsbefugt ist, aber eine Zurechtweisung an Ort und Stelle würde das Klima stören und negativ auf das gesamte Kollegium wirken. Man muß sich auf die Zunge beißen, um dem anderen nicht verbal vors Knie zu treten und so die Situation zu versauen. Wenn man sich die Freiheit nimmt, seinem ersten Impuls zu folgen, ärgert man sich am Ende oft über die Konsequenzen.
Ja, mehr oder weniger. Einige von Dir genannte Punkte unterliegen mitunter anderen Einflüssen, die die Freiheit einschränken. Wie Du schon richtig feststellst, vieles wird vom Geld entschieden, dadurch, in welchem Umfange es verfügbar ist. Viele würden sicher gerne höherwertige Lebensmittel essen, können sich aber nur billiges leisten oder nicht einmal das und sie sind auf die "Tafel" angewiesen. Genauso bei der Kleidung. Freizeit muß man erstmal haben, wenn man seinen Beruf nicht frei wählen konnte, weil man eben nicht die gewünschte Qualifikation hat, sie vielleicht nicht erwerben konnte, weil das Geld für eine entsprechende Ausbildung nicht da war und man als junger Mensch gleich jobben mußte.
Wer optisch unattraktiv ist, hat es wesentlich schwerer im Leben, sei es bei der Partnerwahl, sei es im Berufsleben.
Finanzielle Unabhängigkeit wäre natürlich toll, ist aber für die meisten reines Wunschdenken. Und ein Stück weit Selbsttäuschung. Denn am Ende ist man doch abhängig davon, daß das Geld weiterhin sprudelt. Wenn man nicht gerade in der komfortablen Situation ist, selbst Banknoten drucken zu können, hängt man doch immer an irgendeiner Geldquelle, sei es ein Geldgeber oder ein Investment irgendeiner Art.Berufswunsch?- Hm, ja... am Liebsten was mit Tieren- Schlachter oder so...
Wie das schmeckt? Na ungefähr so, als ob man ein abgebranntes Fischerboot ableckt.
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05.08.2016, 23:41Inaktiver User
AW: Freiheit
Ich sehe die Freiheit in der Meinungsäußerung nicht so klein wie du. Schwiegervater, Investor usw. - da handelt es sich lediglich um persönliche/(von mir aus auch) geschäftliche Beziehungen, die gestört werden könnten, wenn du mit deinen Aussagen aneckst.
Freiheit der Meinungsäußerung ist dann gegeben, wenn du die Regierung des Landes kritisieren kannst, ohne zu riskieren, dafür in den Knast zu gehen. Wenn du nicht aufpassen musst, wem du deine Kritik mitteilst, da du nicht weißt, ob dein Gesprächspartner eventuell ein Spitzel ist.
Ich sage nur: Stasi-DDR.
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06.08.2016, 00:24
AW: Freiheit
Bei Jean-Yves Leloup habe ich eine schöne Definition gelesen: Freiheit bedeutet, dass dich niemand daran hindern kann, zu lieben.
gruss, barbara
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- OT
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08.08.2016, 13:56
AW: Freiheit
Berufswunsch?- Hm, ja... am Liebsten was mit Tieren- Schlachter oder so...
Wie das schmeckt? Na ungefähr so, als ob man ein abgebranntes Fischerboot ableckt.



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