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    Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Hallo, ich lese zurzeit ein Buch von Schopenhauer mit Titel "Über die Weiber". Zuerst fand ich das Werk echt erfrischend, witzig und ermutigend (gerade als junger Mann von 25 Jahren).
    Aber dann habe ich mich etwas gestoßen an seinen Plänen für unsere Gesellschaft. Ich finde diese unrealistisch und nicht gerade erstrebenswert aus männlicher Sicht. Gern würde ich die weibliche Sicht hören.
    Er macht zunächst ein recht gutes Argument für die Polygamie (meint hier: ein Mann hat mehrere Ehefrauen). Der Mann hat die Vormundschaft sowohl über seine Frauen als auch über seine Kinder (und hierfür wiederum liefert er sehr gute Argumente). Vermutlich weil er ein Philosoph ist, macht er sich jedoch scheinbar wenig Gedanken über den Realismus seiner Vorschläge. Denn zunächst, im Falle des Todes des Mannes wird den Frauen eine "hypothekarisch zugesicherte" Rente auf Lebenszeit bewilligt (jedoch das Vermögen, falls vorhanden, an den nächsten männlichen Nachkommen vererbt, sonst wohl nicht vererbt, da Schopenhauer es ablehnt Frauen mit unnötigem Reichtum auszustatten, den sie sich nicht selbst verdient haben).
    Da ist der erste Knackpunkt: was heißt hier hypothekarisch zugesichert?
    Zweites noch viel größeres Problem: Wie soll ein Mann mit einem Job (selbst wenn er sehr gut verdient) soviele Ehefrauen durchbringen / finanzieren?
    Ich konnte nichts dazu finden im Text. Wie könnte man sowas realistisch umsetzen? Wie funktionieren polygamische Gesellschaften?
    Es scheint mir auch eine enorme Arbeit und Verantwortung für einen Mann die Vormundschaft über soviele Frauen zu übernehmen.

    Bin auf eure Meinungen gespannt!

  2. Inaktiver User

    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Du weißt aber schon, daß der seit 150 Jahren tot ist und die Welt sich seitdem verändert hat?

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    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Ich halte die Umsetzung eines polygamen Lebensentwurfs für höchst interessant, allerdings nur im Sinne der polyandrischen Variante. Dabei sollten die beteiligten Herren mindestens 10 Jahre jünger sein als das weibliche Objekt ihrer Begierde, das hauptberuflich die Finanzen verwaltet, die die Herren für die Gemeinschaft erwirtschaften. Die Vormundschaft über die männlichen Familienmitglieder würde ganz sicher ebenfalls gerne von der Herrin des Hauses übernommen. Die damit verbundene Arbeit ist für eine Frau doch eher geringfügig und marginal.
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  4. Inaktiver User

    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?


  5. gesperrt

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    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Du weißt aber schon, daß der seit 150 Jahren tot ist und die Welt sich seitdem verändert hat?
    Ich fand dennoch vieles in dem Buch sehr aktuell, irgendwie. Er schreibt im Grunde über das Verhältnis der Geschlechter aus psychologischer Sicht. Damit transzendiert das Buch recht gut die Zeit in der es geschrieben wurde. Soetwas findet man heutzutage eigentlich nicht mehr in gedruckter Form, eine so klarsichtige Analyse.
    Die Welt hat sich seither auch nicht _so_ sehr verändert. Er beklagt sich über die "altfranzösische" Galanterie seiner Zeit, die "Weiberveneration", wie er schreibt. Also die unreflektierte Verehrung von Frauen. Und die priviligierte Schicht von Frauen, die man als Damen bezeichnet, während der Rest der Frauen niederen Stand hat und ein entsprechend schlechtes Leben.
    Zu seiner Zeit war es wohl vom Mann abhängig, welchen Stand die Frau hat. Während es heute etwas anders ist. Anstelle des Mannes ist der Staat getreten und die affirmative Bevorzugung der Frau auf dem Arbeitsmarkt und gesellschaftlich. Er spricht dies auch an, indem er auf untergegangene Zivilisationen verweist. So ist am Verfall Spartas seiner Meinung nach ein großer Anteil dem hohen Einfluss von Frauen auf die Politik und in der Gesellschaft zuzuschreiben. Wie auch dem Untergang der Monarchie in Frankreich dem zunehmenden Einfluss von Frauen seit Ludwig XIV.
    Ich weiß nicht ob es noch mehr solche Beispiele in der Geschichte gibt, dass Zivilisationen zerfallen sobald Frauen eine zu große Rolle im politischen Leben eingeräumt wird. Da die westliche Zivilisation aber auch bereits große Zerfallerscheinungen zeigt, würde das die Theorie bestätigen.
    Ich bin jedenfalls nicht so pessimistisch zu sagen, es hat sich zuviel verändert, dass man nicht doch noch eine großes Umwälzen in Gang setzen könnte. Und wenn Schopenhauers Vision praktikabel umgesetzt werden könnte, warum nicht? In dieser Vorstellung jedenfalls gäbe es keine "Damen" oder sonstwie hervorgehobene Frauen, sondern alle Frauen wären versorgt und geschützt, ohne Gefahr in Armut und Notlagen abzurutschen. Weiterer positiver Effekt wäre das tatsächliche Ende der Prostitution in einer polygamen Gesellschaft.

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    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Zitat Zitat von droctopus Beitrag anzeigen
    Weiterer positiver Effekt wäre das tatsächliche Ende der Prostitution in einer polygamen Gesellschaft.
    Das wäre jedoch sehr schlecht für dich, so in etwa 25 Jahren, wenn man sich deinen anderen Strang durchliest.

  7. Inaktiver User

    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Die Prostitution hätte lediglich ein anderes Label.

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    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Zitat Zitat von droctopus Beitrag anzeigen
    Hallo, ich lese zurzeit ein Buch von Schopenhauer mit Titel "Über die Weiber". Zuerst fand ich das Werk echt erfrischend, witzig und ermutigend (gerade als junger Mann von 25 Jahren).
    Aber dann habe ich mich etwas gestoßen an seinen Plänen für unsere Gesellschaft. Ich finde diese unrealistisch und nicht gerade erstrebenswert aus männlicher Sicht. Gern würde ich die weibliche Sicht hören.
    [...]

    Bin auf eure Meinungen gespannt!
    Hi,

    ich stelle mir das auch sehr schwierig vor.

    Einspruch erheb:Zitat...."sonst wohl nicht vererbt, da Schopenhauer es ablehnt Frauen mit unnötigem Reichtum auszustatten, den sie sich nicht selbst verdient haben...."

    Diese Frauen die er sich da vorstellt,die dienen ihm ja auch auf unterschiedlichste Weise.
    Welche Unverschaemtheit diese Frauen auf dem Trockenen zu halten?
    Unnötiger Reichtum??
    Das waere ja dann wohl mehrere Frauen sein eigen zu nennen.

    Die Umsetzung dieses Modells(das sicher auch viele viele andere Maenner haben)ist schwer
    und den Kürzeren ziehen immer die Frauen.Klar.

    Dem Mann geht es nur um S..

    Frauen brauchen aber mehr als nur S..
    Geändert von Analuisa (22.11.2015 um 18:54 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt
    Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst

    Anno dazumal als Seven bekannt.

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    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Zitat Zitat von droctopus Beitrag anzeigen
    Ich fand dennoch vieles in dem Buch sehr aktuell, irgendwie. Er schreibt im Grunde über das Verhältnis der Geschlechter aus psychologischer Sicht. Damit transzendiert das Buch recht gut die Zeit in der es geschrieben wurde. Soetwas findet man heutzutage eigentlich nicht mehr in gedruckter Form, eine so klarsichtige Analyse.
    [...]
    Naja Untergang....
    Es gingen immer wieder mal Zivilisationen unter...und werden auch in Zukunft untergehen.
    Ob jetzt daran explizit die Frauen schuld sind das wage ich doch sehr anzuzweifeln.
    Wenn es aus dem Grund den Du oben angibst untergeht dann würde das nur zeigen dass
    Maenner das schwaechere Geschlecht sind.

    Klassenunterschiede hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben.
    Das hat sich noch nie umgehen lassen.Und mit dem obigen Modell schon gar nicht.

    Meiner Meinung nach hat "eine Dame sein"noch mehr auf sich.
    Ein Dame ist eine Frau die bestimmte Verhaltensmerkmale an sich hat.Und dann
    ist es egal ob sie reich ist,resp.einen reichen Mann hat.

    Irgendwie ahne ich worauf Du raus willst mit dem Thema...
    Geändert von Analuisa (22.11.2015 um 18:54 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt
    Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst

    Anno dazumal als Seven bekannt.

  10. User Info Menu

    AW: Schopenhauers Idee einer Gesellschaft, realistisch?

    Das Gefasel von Polygamie ist wie das Gefasel von Dreiern: Wenn die Frau auf den Vorschlag eingeht und sich bereiterklärt, einen knackigen Mann als dritten Teilnehmer am Dreier auszusuchen, fühlen sich die meisten Männer irgendwie missverstanden.

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