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    AW: Ist der Islam reformierbar?

    Zitat Zitat von Minerva_Ferrum Beitrag anzeigen
    es ist nicht eine Reform des Islam an sich erforderlich.
    Es ist m.M.nach eine richtige Anwendung desselben erforderlich.
    Markierung von mir: Das sind wir wieder beim Praktizieren. Eine Handlung wird per se zur guten oder schlechten Handlung gemacht, unabhängig vom jeweiligen Kontext und den Absichten der Handelnden. Außerdem fördert das wieder die Abhängigkeit von Gelehrten, die sich darin ergehen, für alle möglichen Handlungen Fatwas zu erstellen (überspitzt formuliert). Wenn man jedoch Empathie und Selbstlosigkeit als einzige Gebote gelten lässt, ist jeder selbst in der Pflicht, Situationen zu beurteilen und adäquat zu handeln und nur er weiß, ob er aus Empathie und Selbstlosigkeit handelt oder nicht. Das vermag kein Außenstehender zu beurteilen. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist die koranische Erzählung über Mose und Al Khidr. Mose bittet Gott, ihm einen Lehrer zu schicken. Der Lehrer ist Al Khidr. Al Khidr verhält sich in den Augen von Mose völlig unmoralisch. Mose ist kurz davor, ihn im Zorn zu verlassen. Am Ende klärt ihn Al Khidr über seine Beweggründe auf und seine Taten erscheinen nun in einem ganz anderen Licht.
    In allen drei Fällen hat Al Khidr empathisch und selbstlos gehandelt.

    Zur Armut:
    es ist mir bewusst, dass meine Erklärung wie purer Zynismus klingt, aber aus der Logik des Korans heraus ist die Armut notwendig, damit man spenden kann. Wenn alle Menschen vermögend wären, alle gleich viel hätten, wäre niemand in der Pflicht, zu spenden und andere zu unterstützen. Der Mensch aber muss die Möglichkeit haben, zu spenden und zu helfen. Wie sonst könnte er unter Beweis stellen, dass er empathisch ist?

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    AW: Ist der Islam reformierbar?

    Zitat Zitat von Beate_Muslimin Beitrag anzeigen
    Markierung von mir: Das sind wir wieder beim Praktizieren. Eine Handlung wird per se zur guten oder schlechten Handlung gemacht, unabhängig vom jeweiligen Kontext und den Absichten der Handelnden. Außerdem fördert das wieder die Abhängigkeit von Gelehrten, die sich darin ergehen, für alle möglichen Handlungen Fatwas zu erstellen (überspitzt formuliert). Wenn man jedoch Empathie und Selbstlosigkeit als einzige Gebote gelten lässt, ist jeder selbst in der Pflicht, Situationen zu beurteilen und adäquat zu handeln und nur er weiß, ob er aus Empathie und Selbstlosigkeit handelt oder nicht. Das vermag kein Außenstehender zu beurteilen. Empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist die koranische Erzählung über Mose und Al Khidr. Mose bittet Gott, ihm einen Lehrer zu schicken. Der Lehrer ist Al Khidr. Al Khidr verhält sich in den Augen von Mose völlig unmoralisch. Mose ist kurz davor, ihn im Zorn zu verlassen. Am Ende klärt ihn Al Khidr über seine Beweggründe auf und seine Taten erscheinen nun in einem ganz anderen Licht.
    In allen drei Fällen hat Al Khidr empathisch und selbstlos gehandelt.

    Ich habe ja schon weiter oben geschrieben;Gott hat den Menschen Verstand gegeben.Sie sind aufgefordert selber zu
    entscheiden.


    Zur Armut:
    es ist mir bewusst, dass meine Erklärung wie purer Zynismus klingt, aber aus der Logik des Korans heraus ist die Armut notwendig, damit man spenden kann. Wenn alle Menschen vermögend wären, alle gleich viel hätten, wäre niemand in der Pflicht, zu spenden und andere zu unterstützen. Der Mensch aber muss die Möglichkeit haben, zu spenden und zu helfen. Wie sonst könnte er unter Beweis stellen, dass er empathisch ist?
    Natürlich ist die Armut notwendig.Die Welt besteht aus Dualismen.Zu Recht.
    Und das zeigt auch wieder folgendes auf:"Gott stellt alles richtig und passend.
    Es gibt kein Gut und Böse.Armut und Reichtum sind Zustaende.Genauso vorübergehend
    wie alles Irdische.
    Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst

    Anno dazumal als Seven bekannt.

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    AW: Ist der Islam reformierbar?

    Zitat Zitat von Beate_Muslimin Beitrag anzeigen
    Wenn man jedoch Empathie und Selbstlosigkeit als einzige Gebote gelten lässt, ist jeder selbst in der Pflicht, Situationen zu beurteilen und adäquat zu handeln und nur er weiß, ob er aus Empathie und Selbstlosigkeit handelt oder nicht. Das vermag kein Außenstehender zu beurteilen.
    Hm, erstmal, schön, dass du das Thema hier zur Diskussion stellst
    Allerdings habe ich mit dieser Definition allgemein für ethisches Verhalten so meine Schwierigkeiten. Denn wenn nur der einzelne Mensch bzw. ein höchstes Wesen die Absicht hinter dem Handeln des Einzelnen bewerten kann, ist letztlich der Wertung jeglicher Handlung der Weg verstellt. Dies betrifft dann allerdings auch die Taten des IS oder Urteile in Saudi Arabien oder andere Totalitäre Herrscher/Herrschaftsformen, nicht nur im islamischen Kontext zu. Denn ich vermute, auch die können für sich die eine oder andere gute Absicht reklamieren. "Richtig" und "Falsch" werden damit gewissermaßen in der Außensicht beliebig.

    Ich halte diese Definition also als gesellschaftlicher aber auch religiöser Konsens für zu wenig. Entscheidender finde ich die Festlegungen der "Spielregeln" für einen Diskurs darüber was "gut" oder "richtig" ist und was nicht.

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    AW: Ist der Islam reformierbar?

    Zitat Zitat von schlumpsi Beitrag anzeigen
    Denn ich vermute, auch die können für sich die eine oder andere gute Absicht reklamieren. "Richtig" und "Falsch" werden damit gewissermaßen in der Außensicht beliebig.
    Natürlich ziehen Handlungen auch Konsequenzen nach sich und es gibt Handlungen, die Schaden verursachen. Ob die Handlung dann aber (im Falle einer Körperverletzung z.B.) als Körperverletzung, Fahrlässigkeit, Notwehr oder sogar heilsam und notwendig (im Falle einer Operation) angesehen werden muss, ist von der Absicht des Täters abhängig. Das gilt im Koran und in allen mir bekannten Rechtssystemen gleichermaßen.
    Und das Gleiche gilt für Taten, die jemandem gut tun, z.B. eine Spende. Darüber freut sich jeder. Wurde die Spende aber lediglich getätigt, weil der Spender groß als Sponsor in der Zeitung gelobt werden wollte, war sie nur ein schnöder Akt von Eitelkeit.
    Es heißt ja nicht umsonst "Jüngstes Gericht". Die Menschen werden nicht von einem willkürlichen Gott abgefertigt und entweder in die Hölle oder ins Paradies geschickt. Nein, es ist wie bei einem Gericht: alle Beweise werden vorgelegt, Zeugen werden gehört, die Beteiligten befragt und anschließend ein Urteil gefällt.
    Unabhängig von der Frage, wie man sich das nun konkret vorstellen muss, bleibt die Bedeutung die, dass es ein Abwägen ist, eine Bewertung unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Infos.

    Der Missbrauch durch Gruppen wie den IS etc. besteht darin, dass sie das Wort Kafir (Leugner) umdeuten. Ein Leugner ist im Koran jemand, der aus Eigennützigkeit, Gier, Hass, Neid etc. handelt und Grenzen überschreiten, keinen Respekt hat, Missbrauch treibt etc. Für die IS ist ein Kafir jeder, der einer anderen Religion oder sogar Koranauslegung folgt, als sie selbst.
    Da es zu Kämpfen kam zwischen den Muslimen und den Leugnern (den Mekkanern und ihren Verbündeten) werden sämtlich Verse zu Kriegsrecht und Kriegsführung nun auf Andersgläubige angewendet. Plötzlich ist der Aggressor nicht der, der Grenzen überschreitet, gierig und hasserfüllt ist und mit der Gewalt anfängt, sondern derjenige, in dessen Geburtsurkunde die "falsche" Konfession eingetragen wurde.

  5. Inaktiver User

    AW: Ist der Islam reformierbar?

    Zitat Zitat von Minerva_Ferrum Beitrag anzeigen
    Die Welt besteht aus Dualismen.
    Steht das so im Koran oder wird das so interpretiert?
    wenn ja von wem? Und auf welche Stellen des Korans beziehen sie sich?

    Die konservative Kirche sieht das ja ganz ähnlich.

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    AW: Ist der Islam reformierbar?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Steht das so im Koran oder wird das so interpretiert?
    wenn ja von wem? Und auf welche Stellen des Korans beziehen sie sich?

    Die konservative Kirche sieht das ja ganz ähnlich.
    Grundsätzlich ist es so, dass das Leid auf der Erde durch den Menschen verursacht wird. Gut, man kann jetzt sagen, wie ist das mit Dürrekatastrophen, die Hungersnöte hervorrufen etc. Dem kann man entgegen, dass eigentlich niemand an Hunger sterben müsste, wenn die Menschheit sich um jeden Menschen gleichermaßen kümmern würde und im Falle einer Dürre und Hungersnot mit Soforthilfemaßnahmen die Menschen retten würde.
    Leid ist notwendig, damit der Mensch Empathie entwickeln und üben kann, denn das ist es, was ihn zurück ins Paradies bringen wird. Der Mensch fiel aus dem Paradies, als sich Gier in ihm entwickelte und er wird ins Paradies zurückkehren, wenn er diese Gier überwunden hat und sein inneres Glück unabhängig ist, aus sich selbst heraus existiert.

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