Diese Punkte sind in der Tat bedenkenswert.Die Urteile galten für diesen konkreten Moment und die konkreten Umstände. Ich sehe also keinen Sinn darin, sie heute fortzusetzen. Ich sehe aber einen Sinn darin, zu verstehen, was damit zur damaligen Zeit und unter den damaligen Bedingungen erreicht werden sollte, nämlich eine Art Rechtsstaatlichkeit, ein Abbau von Willkür und Geerechtigkeit.
Wenn der Koran so interpretiert werden kann, dann sind diese Aspekte von großer Bedeutung.
Aber was hat der Mensch letztlich daraus gemacht? Es gibt wieder Menschen, die allgemeine Regeln für sich ausnutzen, um an die Macht zu kommen.
Das gilt z.B. auch für das Christentum oder den Kommunismus. Die ideale Vorstellung von Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Erbarmen und Mitleid für die schwachen Menschen wird konterkariert und das Gegenteil wird daraus gemacht.
Das Christentum war eine Schreckensherrschaft im Mittelalter bis in die Neuzeit, der Kommunismus in der Moderne ebenfalls, obwohl ihre Ideale eine Verbesserung des menschlichen Daseins bewirken sollten.
So ist es auch mit dem Islam. In seinem Namen werden ganze Völker terrorisiert.
Deshalb ist es auch schwierig, überhaupt darüber zu diskutieren, weil es sofort heißt, dies oder das ist nicht der wahre Islam.
Es irritiert mich in Diskussionen dann doch immer, wenn die Argumente der Muslime immer nur schlicht "das ist nicht der wahre Islam" oder "es gibt nicht den Islam" heißen. Diese Muslime müssten dann doch empört über die Verfälscher und Nutznießer dieses "falschen" Islams sein und über die Interpretatoren herfallen. Sie äußern sich aber nicht weiter dazu, sie sehen den Fehler in der Diskussion bei den Nichtmuslimen, die sich nicht schlau genug gemacht haben oder vereinfachen.
Weshalb ist das so? Man dreht sich da grundsätzlich im Kreis.
Du bist bislang die einzige, von der ich eine klare Abgrenzung von den Missbrauchern dieser Religion höre.
Das ist eine ideale Vorstellung und wenn es funktionieren würde, wäre es fabelhaft. Der Menschheit würde es sehr viel besser gehen, würden sie sich danach richten und von ihrer Eigenverantwortung und ihrem Gewissen Gebrauch machten.
Aber wie Du schon schreibst, der Mensch ist schwach. Und Macht und Reichtum sind die Schwächen der Menschen.
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Thema: Ist der Islam reformierbar?
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29.10.2015, 10:07Inaktiver User
AW: Ist der Islam reformierbar?
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29.10.2015, 10:57
AW: Ist der Islam reformierbar?
phaden,
wenn man das beobachtet was in der sog."islamischen Welt"vor sich geht kann man wirklich
nur sagen:das ist nicht der wahre Islam.
Jeder der sich etwas auskennt mit dem Islam und der ehrlich und offen ist wird das sagen.
Diese Menschen missbrauchen den Islam.Das sehe ich einfach nur so.
Und IS ist für mich einfach nur eine Organisation von perversen extrem gewaltsüchtigen
Menschen,sie sind extrem gewalttaetige Terroristen.Jede Berufung auf den Islam,den
diese Terroristen von sich geben ist für mich einfach Hohn und Unverschaemtheit.
Das ist für mich als Moslem eine Beleidigung.
Ich denke die meisten Moslems reagieren empfindlich wenn Andersglaeubige "ihre"
Religion kritisieren.Das kommt sicher auch zum Teil von der ganzen Propaganda die
gemacht wird.
Der Mensch ist schwach und unvollstaendig,dennoch braucht Gott ihn.
Aber er sagt ihm auch-;ich habe dir Verstand gegeben.Also denk nach,überlege,prüfe nach.
Es heisst auch dass der Mensch mit verschiedenen Dingen geprüft werde.Eines davon ist
Geld,eines Macht.
Das sind alles Lehraufgaben zum Weiterkommen.Manche begreiffen den Unterrichtsstoff aber
nicht.Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst
Anno dazumal als Seven bekannt.
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29.10.2015, 11:11
AW: Ist der Islam reformierbar?
sehe ich ebenso, stolpern tu ich aber immer dann wenn ich hergehe in meiner unreligiösen Art und versuche mir zu erklähren, warum der Islam die Einzige mir bekannte Religion ist welches religiösen Charakter und gesetzlichen Charakter (wie ein Grundgesetz) hat.
Was ich meine die Trennung wird ausgeschlossen und genau da setzen die Extremisten ja an "die Scharia ist gleich Grundgesetz bedeutet der Islam ist der Staat".
Genau dies halte ich auch für den Hauptgrund warum ich persönlich den Islam für nicht Reformierbar halte.
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29.10.2015, 11:25
AW: Ist der Islam reformierbar?
Diese Ansicht ist eben falsch.
Die Scharia ist einfach Handhabung.
Aber Handhabung die nicht im Koran vorgeschrieben ist.
Die nach Zeit und Trend veraenderlich ist.
Man sieht es ja an der Handhabung in unterschiedlichen Laendern.
Was aber Tatsache ist,im Koran verbürgt,ist dass die Moslems
denjenigen zu folgen haben und die Gesetze befolgen müssen,die
sie gewaehlt haben.
Die Scharia ist keine feste Gesetzgebung.Sie bedeutet eigentlich
way of life.Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst
Anno dazumal als Seven bekannt.
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29.10.2015, 12:27
AW: Ist der Islam reformierbar?
Ok es ist eine Methode die nach Zeit und Trend veränderlich ist, na gut dann muss / darf ich davon ausgehen das einige Muslimische Führer / Königshäuser / Imane usw.. den Trend für nötig halten, insbesondere da "der Moslem" ja dem zu folgen hat den er gewählt hat. Sonst ist er/sie kein Moslem mehr ?
Ich könnte ja durchaus hergehen und sagen, da seit den 1970gern die Bedeutung der Scharia in den Islamischen Staaten zunimmt, dies ist die Refom "Back to the Roots", damit wird allerdings die "Kluft" eher grösser als kleiner zum "Rest der Welt".
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29.10.2015, 12:37
AW: Ist der Islam reformierbar?
Nee, back to the roots ist das keinesfalls.
Das was heute in den meisten "moslemischen"Laendern gelebt wird
hat überhaupt nichts mit dem Islam im Ursprung zu Zeiten des Propheten zu tun.
Die "Islamisierung"ist von bestimmten "Kreisen"gewollte und gefördert.
Das hat viele Vorteile.
Es geht ums Geld.Es geht immer nur ums Geld.Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst
Anno dazumal als Seven bekannt.
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29.10.2015, 13:38
AW: Ist der Islam reformierbar?
Nein, aber universell sind nicht die auf das damalige Weltbild zugeschnittenen Aussagen und Metaphern und für die damalige Gesellschaft erlassenen Gebote, sondern die absolute von Raum und Zeit losgelöste Wahrheit, dass Empathie und Selbstlosigkeit zu Frieden und Zufriedenheit führen, sowohl für sich selbst als auch für die Gemeinschaft. "Die Taten sind nach ihren Absichten zu bewerten", das weiß fast jeder Muslim. Die Niyya, also die Absicht, wird am Jüngsten Tag auf dem Prüfstand stehen.
Und letztendlich beruhen auch die Gebote auf Empathie und Selbstlosigkeit, aber in ihrer konkreten irdischen Form waren sie eben an die damaligen Verhältnisse angepasst.
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29.10.2015, 13:55
AW: Ist der Islam reformierbar?
Es ist so, weil die Äußerlichkeiten wichtiger geworden sind als die Seelenzustände. Es ist aber auch so, dass trotz allem diese missbräuchlichen Interpretationen an vielen Stellen hinken, weil man sich entweder auf fragwürdige Hadithe (Überlieferungen) stützt, ober gewissen Versen hohe Priorität gibt, andere dann wieder komplett ausblendet. Es wird also schon auch gemauschelt. Die Kopftuchpflicht ist so ein Paradebeispiel dafür. Um die zu stricken, muss man bestimmte Verse ignorieren und schwache Hadithe heranziehen. Das ist auch bekannt. Yusuf al Qaradawi, ein sehr bekannter Theologe verweist in seinem Buch "Erlaubtes und Verbotenes im Islam" auf einen Hadith, um die Kopftuchpflicht zu belegen und gibt in einer Fußnote an, dass der Hadith schwach ist. Es ist der Hadith mit Asma, der Schwester von Aischa und dem Gesicht und den Händen. Der Hadith ist der Paradehadith, um die Kopftuchpflicht zu belegen und er ist bekanntermaßen schwach, also nicht authentisch.
Und außerdem, so wie sich die Konservativen hinstellen und behaupten, der Koran müsse so und so ausgelegt werden, so sollten sich auch die Progressiven hinstellen und ihre Meinung vertreten, auch wenn die anderen ihnen dann Häresie vorwerfen. Wenn man von seiner Auslegung überzeugt ist, so wie ich, braucht man auch nicht klein beigeben, nur weil man gegen den Mainstream schwimmt. Einfach mal Kontra geben.
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29.10.2015, 19:18Inaktiver User
AW: Ist der Islam reformierbar?
Aber an dieser Kritik wird man nicht vorbei kommen, wenn man eine Reform möchte.
Und welche Propaganda meinst Du?
Die Menschen der westlichen Welt vergleichen einfach die eine Religion mit der anderen, also das Christentum mit dem Islam. Und da ist es einfach schwer zu verstehen, dass Muslime nicht diesen gefühlsmäßigen Abstand zu ihrer Religion haben, wie die meisten Christen.
Was im Prinzip ja nicht weiter schlimm wäre, wenn nicht Millionen von Menschen dadurch geschädigt würden.Es heisst auch dass der Mensch mit verschiedenen Dingen geprüft werde.Eines davon ist
Geld,eines Macht.
Das sind alles Lehraufgaben zum Weiterkommen.Manche begreiffen den Unterrichtsstoff aber
nicht.
Eines der Grundlagen des Christentums ist der Unterschied der Menschen. Also Gott setzt jeden Menschen an seinen Platz und da hat auch keiner dran rumzumäkeln. Einer ist König, einige sind Lehnsherren, viele sind Leibeigen usw. Der Besitz unter den Menschen ist aufgeteilt, das ist gottgewollt.
Papst, Kaiser und König sind bzw. waren es von Gottes Gnaden. Die rechten Parteien führen ja nicht umsonst das "C" in ihrem Namen und sind die heftigsten Streiter gegen den Sozialis-und Kommunismus, den Gleichmachern, die die Natur nicht anerkennen wollen.
Dadurch, dass dieses Weltbild durch die Aufklärung ins Wanken geraten ist, hat das Christentum und vor allem die Kirche an Bedeutung verloren. Die Welt ist säkularisiert worden.
Nach dem Koran, also nach Mohammed, dürfte es diese großen Unterschied in Geldbesitz und Macht nicht geben. Aber der Mensch sieht das anders und das bleibt auch so? Es gibt keinen Fortschritt?
Es wird erst vor dem jüngsten Gericht abgerechnet?
Das würde ich als sehr erfrischend und zeitgemäß empfinden.
Ich denke, sehr viel mehr Menschen hier würden dadurch mehr Sympathie und Verständnis für den Islam aufbringen können.
Ich bin christlich erzogen und habe sehr früh gelernt kritisch damit umzugehen. Z.B. habe ich regelmäßig den Konfirmandenunterricht aufgemischt, weil ich Gift und Galle gespuckt haben, wenn von christlicher Barmherzigkeit, Brüderlichkeit oder Mildtätigkeit die Rede war. Alles dies gilt nur für die armen, schlichten Bürger, heute würden wir sagen für den Mittelstand. Die Armen sind auf Almosen angewiesen und die Reichen wissen nicht wohin mit ihrer Kohle. Heute sind sie nicht mehr mit Millionen zufrieden, sondern sie wollen Milliarden.
Und dann ein paar Tausender mildtätig spenden, Spendenbescheinigung für's Finanzamt und eine riesige Werbetrommel für's Geschäft.
Von den Hexenverbrennungen und Kreuzzügen im Mittelalter mal ganz abgesehen.
Aber ich durfte darüber soviel wüten, wie ich wollte. Kein Pastor hat es mir übelgenommen.
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29.10.2015, 20:43
AW: Ist der Islam reformierbar?
Hi phaden,
es ist nicht eine Reform des Islam an sich erforderlich.
Es ist m.M.nach eine richtige Anwendung desselben erforderlich.
Mit Propaganda meine ich das was da alles an Hetze von Geistlichen,
vermeintlichen Geistlichen,Politikerin etc.losgegeben wird.
Auch im Islam gibt es das Wissen über diese Unterschiede.Aber es wird
a)als richtig dargestellt(also nicht dass es eine Strafe Gottes ist)
und b)ist im Islam vorgesehen dass keiner hungern soll.Also dass die die
mehr haben denen abgeben die weniger haben.Der Islam ist durchaus sozialistisch.
Ein zwingend vorgeseher Teil dieser Bestimmung ist die jaehrliche Spende,die eine der
5 Saeulen darstellt.
Ja,nach dem wahren Islam sind auch diese grossen wirtschaftlichen Unterschiede
nicht erwünscht.
Darüberhinaus stimme ich Euch beiden voll zu.Kritik an sich selber und dem was
glaubt und macht ist angebracht.
Ich persönlich stehe zu meinem differenzierten Wissen über den Islam und halte
damit auch nicht hinterm Berg.
Das kann ich auch da ich nicht in einem totalitaer regierten Land lebe.
Aber generell gesehen ist es schwer das "Versaute"wieder richtig hinzubiegen.
Vor Jahren schon sagte Yasar Nuri Öztürk(türk.Theologe)dass Frauen auch an
ihren Tagen fasten können und beten etc.
Nach einiger Zeit wurde das auch von der Diyanet(türkische Religionsbehörde)
als richtig anerkannt.
Allerdings machen das viele viele,vielleicht die meisten immer noch nicht so.
Sie machen es bewusst falsch im Grunde genommen.
Seufz...Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst
Anno dazumal als Seven bekannt.



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