Es geht doch auch nicht um ein *hoppla*, sondern um gigantische Zeiträume und dem Unvermögen des Menschen sich Unendlichkeit vorstellen zu können.
Auch wenn man mittlerweile kleine Schritte der Evolution beobachten konnte, so ist ja der Weg vom affenartigen Säugetier zum Menschen ein sehr, sehr langer und keine Frage von zwei oder drei Generationen.
Manchmal wird Gläubigen der "Lückenbüssergott" vorgeworfen: also immer, wenn man grad keine Ahnung hat, sagt man "Gottes Wege sind unergründlich" und legt das Thema ad acta. Die Wissenschaft hat als Analogum offenbar den Lückenbüsserzufall mit genau derselben Funktion. Was das Konzept nicht besser macht.
gruss, barbara
Ich bin davon überzeugt, dass die Wissenschaft da nicht von "Magie" spricht, sondern "Missing Link" ist da der Begriff. D.h. Uns fehlen Wissen und Kenntnisse (und vielleicht auch die richtige Perspektive) um etwas erklären zu können.
Und da widerspreche ich dir dann: "wir wissen es nicht" ist ehrlicher als "Gottesdienst Wege sind unergründlich"
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Ergebnis 51 bis 60 von 79
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16.10.2015, 10:19
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
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16.10.2015, 13:16
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Glaube ist eine höchstpersönliche Präferenz.
Ich kann glauben, dass Blumenkohl gut schmeckt, ich kann glauben, dass der Osterhase Schokolade versteckt.
Das alles ist höchstpersönlich und sollte niemand anderen betreffen. Außerhalb des eigenen Kontextes ist glaube objektiv unwichtig.
Sprache ist notwendiges Werkzeug um an der Gesellschaft teilzunehmen und damit objektiv wichtig.
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16.10.2015, 14:09
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
"Seien wir realistisch- versuchen wir das Unmögliche"
Wie weiß ich, dass ich nicht brauche, was ich will? Ich habe es nicht. (Byron Katie)
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16.10.2015, 14:16
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
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16.10.2015, 14:49
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Ja, Glaube ist eine persönliche Sache. Sehe ich auch so. Auch ich finde es schlimm, wenn man seinem Kind eine bestimmten Religion aufzwängen will.
Ich finde es aber genauso schlimm, wenn Eltern ihren Kindern eintrichtern, Religion sei per se unsinnig und schlecht. Da kenne ich so einige Leute aus meinem Bekanntenkreis.
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16.10.2015, 18:12
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Man lebt Atheismus genauso vor, wie religiöse ihren Glauben vorleben.
Man verbiegt sich schon sehr in der Elternrolle, da muss man nicht zusätzlich seine Selbstverständlichkeiten über Bord werfen. Natürlich gehen wir nicht zum Einschulungsgottesdienst und natürlich feiern wir unser jährliches Ostern auch am Karfreitag, wenn es besser in den Familienkalender passt.
Ebenso werden Gläubige ihre Kinder auch mitnehmen, wenn sie sonntags eh in die Kirche gehen. So weit so gut. Aber die Kinder mit Kreationismus zuschütten, und jede Grundsatzfrage mit Bibeldogmen erschlagen, geht zu weit.
Sollten meine Kinder aus unerfindlichem Grunde auf die Idee kommen mal in eine Kirche zu gehen, wer wäre ich denn, sie abzuhalten.
Ich kann ihnen bis dahin erklären, warum Religion für mich nichts ist, natürlich wünsche ich mir, dass sie auf die Vernunft hören, aber am Ende ist es ja deren Ding.
Umgekehrt sollte man das von Gläubigen auch erwarten können.
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16.10.2015, 19:10
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Gut, der Urknall wird sich eher als "BUMM!" denn als "hoppla" vorgestellt. Es bleibt aber: auf einmal ist da was, wo vorher nichts war, einfach so, kein Mensch weiss warum.
Wenn Leute sagen "ich weiss es nicht", ist das in der Tat ehrlich; leider sagen aber viele selbsternannte Verteidiger der Wissenschaft "das ist Zufall!", und implizieren damit, dass es da gar nicht mehr zu wissen gäbe. Als ob man heute schon wissen könnte, was morgen oder in zehn Jahren oder auch im Jahr 2570 alles gewusst werden wird...Ich bin davon überzeugt, dass die Wissenschaft da nicht von "Magie" spricht, sondern "Missing Link" ist da der Begriff. D.h. Uns fehlen Wissen und Kenntnisse (und vielleicht auch die richtige Perspektive) um etwas erklären zu können.
Und da widerspreche ich dir dann: "wir wissen es nicht" ist ehrlicher als "Gottesdienst Wege sind unergründlich"
gruss, barbara
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16.10.2015, 19:13
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Was immer ein "eigener Kontext" genau bedeuten mag; aber grundsätzlich meine ich, dass es für einen Menschen nichts Wichtigeres gibt, als sein eigener Kontext, sein eigenes Leben.
Man kann durchaus umgekehrt argumentieren: wer bist du denn, Kindern diese kulturellen Schätze udn die darin implizite Weisheit vorenthalten zu wollen? Wie kannst du so etwas rechtfertigen?
gruss, barbara
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16.10.2015, 19:16
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Wie will man denn Kinder erziehen, ohne sich als Persönlichkeit - mit den politischen Ansichten, den Meinungen zu dem Weltgeschehen, seinem Faktenwissen, seinen Neigungen (Museum oder Fussball? Segelverein oder Vita Parcours?)... und halt auch den religiösen Einstellungen, sich sichtbar und fühlbar zu machen.
Die Natur hat schon dafür gesorgt, dass die Kinder in der späteren Pubertät ihre eigene Vernunft entwickeln, Logik beherrschen lernen und alles hinterfragen.
Wichtiger finde ich, Kindern eine Vielzahl von Vorbildern zur Verfügung zu stellen; da kann auch kein Einzelner so leicht stülpen. Und nicht, Kinder vor "anderen" Einflüssen abzuschirmen.
gruss, barbara
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16.10.2015, 19:55
AW: Bibel: wortgetreue Auslegung (Schöpfungsgeschichte,...)
Jeder erzieht seine Kinder im Sinne dessen, an was er selber glaubt. An irgendeinen Gott oder an gar nichts. Wie soll man es denn auch sonst machen.
Problematisch wird es nur, wenn das eigene Weltbild sehr stark von dem der meisten anderen Menschen abweicht oder wenn man zu dogmatisch ist. Da niemand seinen Nachwuchs komplett von allen anderen Menschen isolieren kann, kommt es irgendwann automatisch zum Widerspruch zwischen dem zu Hause erlernten und dem, was die anderen erzählen.
Im Bereich Physik, wo vieles sehr abstrakt ist, wird oft versucht, die Sache für den interessierten Laien anschaulich darzustellen. Das führt leider dazu, dass sich die Leute das dann tatsächlich so bildlich vorstellen, wie es der nette Physiker im Vortrag in seiner Powerpoint-Präsentation hingemalt hat. Aber so ist das gar nicht, das ist alles viel komplizierter. Und der Urknall ist auch nur eine Theorie mit einem sehr klangvollen Namen, da stellt man sich dann halt ein Bumm vor aber so war das sicher gar nicht.



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