Eher ein Tun-Prozess und nicht ein Denk-Prozess. Musikimprovisationen entstehen durchs Musizieren, da denkt sich keiner von Anfang an die Musik durch, sondern fängt an, und lässt sich von der Musik tragen.
im Gegenteil, die Umsetzung ist der kreative Akt. Es ist ja keineswegs so, dass immer und grundsätzlich eine "Plan"-Phase vorangeht, in der das Produkt quasi auf dem Reissbrett bis ins letzte Detail ausgearbeitet wird, und danach wird der Plan mechanisch abgespult in der Umsetzung; sondern das Produkt entsteht erst während des Tuns. Und wenn man anfängt, weiss man keineswegs, wie es am Schluss genau sein wird. Oft hat auch das Material seinen eigenen Willen, seine Besonderheiten, und führt die Arbeit in eine Richtung, die man am Anfang gar nicht vermutet hätte.Die Umsetzung in das Produkt würde ich dann eher als Geschicklichkeit denn als Kreativität bezeichnen.
Vielleicht ein Beispiel: Allein die Überlegung und Verwendungsmöglichkeit zu finden, für was man z. B. einen Stein verwenden kann. Dazu muss man sich etwas denken und hier spielt wohl auch Phantasie und Flexibilität eine große Rolle.
liebe einen Stein nehmen und damit zu spielen anfangen... es einfach tun. Und sich überraschen lassen, von dem was kommt.
gruss, barbara
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Thema: Vorhersehung oder Schicksal?
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03.09.2015, 21:57
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
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03.09.2015, 22:02
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
nicht unbedingt. eine Aufgabe plus beschränkte Mittel, sie zu erfüllen, ist ein wundervoller Anstoss für kreatives Arbeiten. Fernsehköche werden gelegentlich vor solche Aufgaben gestellt, zB dass sie in einer WG vor einen halbleeren Kühlschrank gesetzt werden, und dann mit dem Wenigen, das vorhanden ist, ein tolles Essen zaubern sollen. In der Beschränkung werden oft Lösungen möglich, auf die man in der Fülle gar nie käme, man muss sich viel tiefer und intensiver mit dem Material auseinandersetzen und gewohnte Wege verlassen.
Jeder Mensch besitzt ein gewisses Mass davon. Leider wird sie kaum systematisch geübt und kultiviert, und so geht viel Fantasie verloren. Gelegentlich wird Kindern sogar vorgeworfen, sie hätten zuviel Fantasie, udn es wäre besser, sie hätten etwas weniger davon. aber hallo?Und Fantasie ist eine Gabe (Talent), die nicht jedem gleich gegeben ist und wenn man sie besitzt, dann von Geburt an.
gruss, barbara
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03.09.2015, 22:41
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
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04.09.2015, 00:08Inaktiver User
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04.09.2015, 05:15
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Nein, sehe ich anders, es beginnt Kreativität (die Zusammenhänge die Ideen) im Kopf und hängt von der geistigen Energie und der Bereitschaft ab. Auch musizieren beginnt im Kopf in der Vorstellung, auch im Unterbewusstsein. Auch Mozart hatte "Musik" im Kopf oder Beethoven oder Schumann Die Notenfolge beginnt im Kopf. Das Tun ist dann die Handlung, das Produkt. Auch Improvisationen brauchen geistige Energie, Vorstellungskraft. Sich von der Musik tragen lassen geschieht beim zuhören. Aber aktiv spielen ist "Arbeit". Es mag sich ein gewisser Automatismus einstellen, dennoch Neues anderes zu kreieren bedarf einiger Überlegungen und Gedanken. Aber kann ja jeder sehen wie man will.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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04.09.2015, 05:16
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Geändert von Akzent (04.09.2015 um 05:24 Uhr)
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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04.09.2015, 06:52
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Vor allem funktioniert das alles nicht ohne eine Menge Übung, und Übung ist etwas, was man einfach tun muss - eine Schulung von Fingerfertigkeit und Gehör kriegt man auch mit mittelmässigem Talent durchaus auf ein ordentliches Niveau, wenn man über längere Zeit und regelmässig dran bleibt. Und jene, die Weltklasse sind... waren eh schon immer jene, die auch am meisten übte, die ihr aussergewöhnliches Talent aussergewöhnlich fleissig und konsequent kultivieren. So unterirdisch wenig Talent, dass Hopfen und Malz verloren ist und keine Möglichkeit besteht, auch nur ein paar brauchbare Töne zu produzieren, hat kaum jemand.
Wir erwarten ja auch von jedem Kind, dass es schreiben und lesen lernt, und stellen dafür Übungsstunden en masse zur Verfügung, sodass auch jene mit wenig Talent nicht ganz ohne Kenntnisse aus der Schule kommen.
gruss, barbara
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04.09.2015, 07:00
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Musik ist etwas Körperliches - wer Musik hört, will tanzen. Zumindest, wenn es gute tanzbare Musik ist, oder zumindest den Takt klopfen will man. Musik machen ist sowieso eine Ganzkörperaktion.
Notation ist wieder etwas Anderes, es gibt eine Menge Musiker, die gute Musik machen, aber schlecht sind im Noten-Schreiben.
Ein paar Gedanken kann man sich schon machen, das hilft auch - zB ein Thema wählen und das Thema variieren - aber der Akt der Kreation, wenn was Neues entsteht, geschieht in erster Linie durch das Tun, nicht im Denken. Das Denken hat maximal eine Hilfsfunktion, und kann durchaus auch hinderlich und störend sein, wenn jemand grad im Flow ist.
Ein Mensch ist ein ungetrenntes Materie-Bewusstsein-System. Und eine Genetik auch nicht sehr anders als ein Klavier, auf dem nach Bedarf und Belieben bestimmte Töne aktiviert werden können und andere nicht - eher ein Instrument, nicht eine Gugelhupfform, die genau vorgibt, wie das Resultat aussehen wird.Wie meinst du das bitte, was hat die Seele direkt mit dem Gen-pool zu tun? Nicht dass ich das jetzt grundsätzlich getrennt halten will, dennoch hat Seele mit dem Bewusstsein zu tun nicht mit Material.
gruss, barbara
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04.09.2015, 09:11Manches ist durchsichtiger als es scheint.
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04.09.2015, 09:13
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
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