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    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Aber vielleicht würde ich zuerst mal eine Karriere als Massenmörderin einschlagen - warum auch nicht? man kann die Verzweiflung der Sinn- und Trostlosigkeit ja auch an Andern auslassen, statt an sich selbst.
    Aber wieso? Besitzt Du denn keine Wertesystem, das Dir das verbietet?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Du scheinst die Welt allerdings keineswegs unerträglich zu finden. Fragt sich nur, warum du sie offenbar erträglich findest, aber dennoch allen Ernstes schreibst, dass es keinen Trost, keine Bedeutung und keine Erträglichkeit gibt.
    Im Tod liegt kein Trost. Am Tod ist nichts tröstendes. Es gibt keine Seele, die den Tod gewählt hat, erst recht gibt es keine unsterbliche Seele. Trost bekommt man von den anderen.

    Es gibt keine Bedeutung, die von außen in das Leben hineingelegt wurde. Bedeutung ergibt sich aus uns selbst. Wessen Bedeutung im Leben nur die Bedeutung ist, dass ein „höheres“ Wesen eine Bedeutung hat, die sich einem nicht erschließt und die man nicht hinterfragen darf, der hat kein Bedeutung im Leben.

    Keine Erträglichkeit? Das Leben ist über weite Strecken wunderbar. Wieso sollte es unerträglich sein?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Gläubige setzen sich sehr wohl mit der Realität auseinander. Ausführliche Rituale, um sich von Gestorbenen und Sterbenden zu verabschieden, das findet man alles in religiösen Kontexten. während areligiöse Kontexte meist, in der Tat, reichlich trostlos sind.
    Rituale brauchen keine Religiösität. Und was Du Trostloses an Areligiösität siehst, verstehe ich nicht, aber das ist Deine Sache, ich sehe ja auch diverse Religionen als ziemlich trostlos an, darunter die christlichen, und die Seelentodeszeitpunktundartvorauswahl lässt darauf schließen, dass da jemand nicht recht bei Trost ist.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Dann findest du also doch mit der Zeit einen Trost, wenn du lernst damit zu leben, und es irgendwann nichtmehr so weh tut. Genau das ist ja Trost: es tut nicht mehr weh. Es tut nicht mehr so sehr weh.
    Das ist nicht Trost, sondern die Verarbeitung. Trost kommt von außen. Trost kann sein, dass man weiß, dass es irgendwann nicht mehr so weh tut; dass es dann irgendwann nicht so weh tut, ist aber nicht das Finden von Trost.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Irgendwie wär's schön, mal was Kohärentes zu hören, und nicht ständig alles und eine Minute später das Gegenteil davon.
    Ich glaube, Du sprichst eine andere Sprache als ich.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    und diese Hilfe ist dann nicht eine Krücke für schwachbrüstige Charaktere, die der Realität nicht ins Auge schauen können, oder was...? Das ist nur bei Religiösen der Fall, die sich Hilfe unter anderem auch in Ritualen holen?
    Es geht nicht um Rituale oder Trost und Hilfe von außen, sondern um das Erfinden von Sinn.

  2. Inaktiver User

    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Warum sollte man? Es ändert nichts an der Einstellung.
    Nein, es ändert nichts an der eigenen Einstellung, aber vielleicht an der Einstellung zu dem anderen, in dem Sinne, dass man einfach auch akzeptieren kann, dass es Menschen gibt, denen ihr Glaube hilft, ob man das selbst nun nachvollziehen kann oder nicht.

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    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ein Psychologe, der nach der Wende in den Westen ging und dort arbeitete, hat mal zu mir gesagt, dass er den Eindruck gewonnen hat, dass Menschen, die glauben, besser mit Schicksalsschlägen umgehen können als Atheisten.
    Das ist jetzt nur die Meinung eines Einzelnen, die er auch nur aufgrund seiner eigenen persönlichen Erfahrungen gebildet hat, aber man kann man mal drüber nachdenken.
    Ich denke schon, dass er da nicht so falsch liegt. Wenn jemand im Tode eines Menschen ernsthaft einen Sinn sieht, dann geht er mit dem Schicksalsschlag vermutlich deutlich gefasster um. Wer von einem Paradies nach dem Tode ausgeht, der braucht nicht viel Angst vor dem Tode haben.

    Wenn jemand davon ausgeht, dass es mit dem Tode vorbei ist, kein Weg je zurück führt und man den gegangenen nie wieder sehen wird, kein Jenseits, kein Paradies, kein Sinn im Tode existiert, dann ist das sicher ein schwererer Brocken.

    Den Glauben sucht man sich aber nicht aus, den hat man, und aus Sicht des Atheisten unterliegt der Christ der größten Verarsche seit Beginn des Universums mit seinem Jenseitsglauben. Das macht den Tod eines Christen aus Sicht eines Atheisten (wobei ich hier nur für mich sprechen kann) noch unfassbarer, denn der geht im festen Glauben an ein Weiterleben, während ich überzeugt bin, dass er einfach nur verschwindet und aufhört, zu existieren.

  4. Inaktiver User

    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Wessen Bedeutung im Leben nur die Bedeutung ist, dass ein „höheres“ Wesen eine Bedeutung hat, die sich einem nicht erschließt und die man nicht hinterfragen darf, der hat kein Bedeutung im Leben.
    Das ist aber deine Definition von Glauben. Mir persönlich erschließt sich sein Wesen sehr wohl und ich bin diesem Wesen auch nicht ausgeliefert. Ich empfinde meinen Glauben eher als eine stete Interaktion.

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    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hast du schon mal über professionelle Hilfe nachgedacht? Und das meine ich nicht zynisch, sondern angesichts solcher Gedanken solltest du Schutz vor dir selbst und für andere suchen.
    Ich wollte es nicht schreiben, und ich weiß nicht recht, wieso.

  6. gesperrt

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    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hast du schon mal über professionelle Hilfe nachgedacht? Und das meine ich nicht zynisch, sondern angesichts solcher Gedanken solltest du Schutz vor dir selbst und für andere suchen.

    ich?

    ich finde ja Sinn und Trost. ich bin gläubig. Ich bete. Ich finde im Gebet inneren Frieden.

    Ich versuche hier nur, atheistische Ideen nachzuvollziehen und erkläre, warum ich die nicht nachvollziehen kann, bzw was die Konsequenzen daraus für mich wären. (wären, im Konjunktiv!)

    Keine Bange, ich werde nicht zur Massenmörderin (obwohl, es gibt Tage, da ist die Versuchung durchaus vorhanden), und wenn Selbstmord für mich ein Thema wäre, hätte ich das schon längst erledigt.

    gruss, barbara

  7. gesperrt

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    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Quirin Beitrag anzeigen
    Ich wollte es nicht schreiben, und ich weiß nicht recht, wieso.

    Weil du, hoffentlich, klug genug bist zu merken, dass ein hypothetisches "was wäre wenn" nicht die reale Geisteshaltung widerspiegelt.

    Sinnerfassendes Lesen kann doch nicht so schwer sein! Ja, ich besitze ein Wertesystem, das mir Massenmord als nicht empfehlenswert nahelegt. ein spirituelles.

    Doch welche Werde dir nahelegen, dass Massenmord keine gute Idee ist, ist mir nach wie vor unklar.

    Es gibt keine Bedeutung, die von außen in das Leben hineingelegt wurde.
    sagt ja auch niemand. Wie kommst du auf einmal auf dieses "von aussen"?
    Dann ist das Leben also für dich bedeutungsvoll? Und wie begründest du das?

    Wieso sollte es unerträglich sein?
    wegen der Sinnlosigkeit, die du doch weiter oben behauptet hast.

    Und was Du Trostloses an Areligiösität siehst, verstehe ich nicht,
    Ganz einfach: ich guck mich in der Welt um, und real praktizierte Areligiosität ist nun mal reichlich trostlos, zynisch, grausam, egoistisch, oft voller Hass, voller Sarkasmus, verletzend, banal, grau.

    Ich würde mich ja auch freuen, wenn es anders wäre, aber es ist leider die hier und heute existierende Realität.
    Trost kommt von außen.
    Das Empfinden des getröstet-Seins, im Gegensatz zum Untröstlich-Sein direkt nach einem shclimmen Ereignis ist auf alle Fälel was Inneres.

    Und du schreibst, dass du nach einer gewissen Zeit ein Empfinden des getröstet(er)-seins hast als direkt nach einem schlimmen Ereignis. Woher dies genau kommt, ist nicht relevant für die Diskussion.

    Es geht nicht um Rituale oder Trost und Hilfe von außen, sondern um das Erfinden von Sinn.
    Sinn kann man womöglich finden, aber erfinden? - eher nicht.

    ja, du sprichst offenbar ein ganz andere Sprache als ich, in der Tat.

    gruss, barbara

  8. User Info Menu

    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    Ganz einfach: ich guck mich in der Welt um, und real praktizierte Areligiosität ist nun mal reichlich trostlos, zynisch, grausam, egoistisch, oft voller Hass, voller Sarkasmus, verletzend, banal, grau.
    Die von dir aufgezählten Attribute findet man nicht weniger unter Menschen, die sich selbst in irgendeiner Form als gläubig und religiös bezeichnen.
    Dein Blick über den Tellerrand scheint mir sehr kurzsichtig und voller Vorurteile zu sein.
    Manches ist durchsichtiger als es scheint.
    Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
    Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
    Seize the Day, Heaven Can Wait
    If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
    Allegro con brio

  9. Inaktiver User

    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ganz einfach: ich guck mich in der Welt um, und real praktizierte Areligiosität ist nun mal reichlich trostlos, zynisch, grausam, egoistisch, oft voller Hass, voller Sarkasmus, verletzend, banal, grau.

    Ich würde mich ja auch freuen, wenn es anders wäre, aber es ist leider die hier und heute existierende Realität.
    Und wieviel Leid wurde schon über Menschen gebracht "im Namen Gottes" oder "im Namen Allahs"? Nein, Gläubige sind nicht automatisch die besseren Menschen.

  10. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Vorhersehung oder Schicksal?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und wieviel Leid wurde schon über Menschen gebracht "im Namen Gottes" oder "im Namen Allahs"? Nein, Gläubige sind nicht automatisch die besseren Menschen.
    Stimmt, Gläubige sind nicht automatisch die besseren Menschen, doch die grossen religiösen Systeme haben Methoden entwickelt und in den vielen Jahrhunderten auch extrem verfeinert, wie ganz gewöhnliche Menschen mit ihren Schwächen und Fehlern einigermassen anständig miteinander leben können und Probleme auf zivilisierte Art lösen, ohne sich gleich an die Gurgel zu gehen. Dass es auch immer wieder fanatische, gewalttätige religiöse Strömungen gibt, widerspricht nicht de Tatsache, dass die meisten Gläubigen eben NICHT fanatisch und gewalttätig sind. Genauso wie niemand auf die Idee käme, Demokratie udn Freiheit abzuschaffen, bloss weil der Irakkrieg im Namen von Freiheit und Demokratie in der Hinsicht ein totales Debakel war und weder das Eine noch das Andere brachte.

    Während man bei den wenigen explizit atheistischen politischen Systemen wie dem russischen oder chinesischen Kommunismus (Stalin, Mao) sich schon mal den Kopf kratzt und fragt, ob die wohl den Ehrgeiz hatten, alle die Grauslichkeiten, für die das Christentum Jahrtausende benötigte, in ein paar Jahrzehnte zu packen...?

    und andererseits nach wie vor eine explizit atheistische Gesellschaft fehlt, die es wenigsten - nur! - gleich gut (oder gleich schlecht) hinkriegt, Frieden Freude und auch etwas Eierkuchen in eine Gesellschaft zu bringen, wie es religiöse Systeme können.

    gruss, barbara

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