Aber wieso? Besitzt Du denn keine Wertesystem, das Dir das verbietet?
Im Tod liegt kein Trost. Am Tod ist nichts tröstendes. Es gibt keine Seele, die den Tod gewählt hat, erst recht gibt es keine unsterbliche Seele. Trost bekommt man von den anderen.
Es gibt keine Bedeutung, die von außen in das Leben hineingelegt wurde. Bedeutung ergibt sich aus uns selbst. Wessen Bedeutung im Leben nur die Bedeutung ist, dass ein „höheres“ Wesen eine Bedeutung hat, die sich einem nicht erschließt und die man nicht hinterfragen darf, der hat kein Bedeutung im Leben.
Keine Erträglichkeit? Das Leben ist über weite Strecken wunderbar. Wieso sollte es unerträglich sein?
Rituale brauchen keine Religiösität. Und was Du Trostloses an Areligiösität siehst, verstehe ich nicht, aber das ist Deine Sache, ich sehe ja auch diverse Religionen als ziemlich trostlos an, darunter die christlichen, und die Seelentodeszeitpunktundartvorauswahl lässt darauf schließen, dass da jemand nicht recht bei Trost ist.
Das ist nicht Trost, sondern die Verarbeitung. Trost kommt von außen. Trost kann sein, dass man weiß, dass es irgendwann nicht mehr so weh tut; dass es dann irgendwann nicht so weh tut, ist aber nicht das Finden von Trost.
Ich glaube, Du sprichst eine andere Sprache als ich.
Es geht nicht um Rituale oder Trost und Hilfe von außen, sondern um das Erfinden von Sinn.
Antworten
Ergebnis 121 bis 130 von 224
Thema: Vorhersehung oder Schicksal?
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07.09.2015, 17:13
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
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07.09.2015, 17:21Inaktiver User
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
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07.09.2015, 17:23
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Ich denke schon, dass er da nicht so falsch liegt. Wenn jemand im Tode eines Menschen ernsthaft einen Sinn sieht, dann geht er mit dem Schicksalsschlag vermutlich deutlich gefasster um. Wer von einem Paradies nach dem Tode ausgeht, der braucht nicht viel Angst vor dem Tode haben.
Wenn jemand davon ausgeht, dass es mit dem Tode vorbei ist, kein Weg je zurück führt und man den gegangenen nie wieder sehen wird, kein Jenseits, kein Paradies, kein Sinn im Tode existiert, dann ist das sicher ein schwererer Brocken.
Den Glauben sucht man sich aber nicht aus, den hat man, und aus Sicht des Atheisten unterliegt der Christ der größten Verarsche seit Beginn des Universums mit seinem Jenseitsglauben. Das macht den Tod eines Christen aus Sicht eines Atheisten (wobei ich hier nur für mich sprechen kann) noch unfassbarer, denn der geht im festen Glauben an ein Weiterleben, während ich überzeugt bin, dass er einfach nur verschwindet und aufhört, zu existieren.
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07.09.2015, 17:25Inaktiver User
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07.09.2015, 17:27
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07.09.2015, 20:26
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
ich?
ich finde ja Sinn und Trost. ich bin gläubig. Ich bete. Ich finde im Gebet inneren Frieden.
Ich versuche hier nur, atheistische Ideen nachzuvollziehen und erkläre, warum ich die nicht nachvollziehen kann, bzw was die Konsequenzen daraus für mich wären. (wären, im Konjunktiv!)
Keine Bange, ich werde nicht zur Massenmörderin (obwohl, es gibt Tage, da ist die Versuchung durchaus vorhanden), und wenn Selbstmord für mich ein Thema wäre, hätte ich das schon längst erledigt.
gruss, barbara
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07.09.2015, 20:34
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Weil du, hoffentlich, klug genug bist zu merken, dass ein hypothetisches "was wäre wenn" nicht die reale Geisteshaltung widerspiegelt.
Sinnerfassendes Lesen kann doch nicht so schwer sein! Ja, ich besitze ein Wertesystem, das mir Massenmord als nicht empfehlenswert nahelegt. ein spirituelles.
Doch welche Werde dir nahelegen, dass Massenmord keine gute Idee ist, ist mir nach wie vor unklar.
sagt ja auch niemand. Wie kommst du auf einmal auf dieses "von aussen"?Es gibt keine Bedeutung, die von außen in das Leben hineingelegt wurde.
Dann ist das Leben also für dich bedeutungsvoll? Und wie begründest du das?
wegen der Sinnlosigkeit, die du doch weiter oben behauptet hast.Wieso sollte es unerträglich sein?
Ganz einfach: ich guck mich in der Welt um, und real praktizierte Areligiosität ist nun mal reichlich trostlos, zynisch, grausam, egoistisch, oft voller Hass, voller Sarkasmus, verletzend, banal, grau.Und was Du Trostloses an Areligiösität siehst, verstehe ich nicht,
Ich würde mich ja auch freuen, wenn es anders wäre, aber es ist leider die hier und heute existierende Realität.
Das Empfinden des getröstet-Seins, im Gegensatz zum Untröstlich-Sein direkt nach einem shclimmen Ereignis ist auf alle Fälel was Inneres.Trost kommt von außen.
Und du schreibst, dass du nach einer gewissen Zeit ein Empfinden des getröstet(er)-seins hast als direkt nach einem schlimmen Ereignis. Woher dies genau kommt, ist nicht relevant für die Diskussion.
Sinn kann man womöglich finden, aber erfinden? - eher nicht.Es geht nicht um Rituale oder Trost und Hilfe von außen, sondern um das Erfinden von Sinn.
ja, du sprichst offenbar ein ganz andere Sprache als ich, in der Tat.
gruss, barbara
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07.09.2015, 21:00
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
Ein Piratenboot ist kein Kirchenschiff.
Seize the Day, Heaven Can Wait
If you could read my mind, love, what a tale my thoughts could tell....(Gordon Lightfood)
Allegro con brio
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08.09.2015, 00:22Inaktiver User
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08.09.2015, 06:31
AW: Vorhersehung oder Schicksal?
Stimmt, Gläubige sind nicht automatisch die besseren Menschen, doch die grossen religiösen Systeme haben Methoden entwickelt und in den vielen Jahrhunderten auch extrem verfeinert, wie ganz gewöhnliche Menschen mit ihren Schwächen und Fehlern einigermassen anständig miteinander leben können und Probleme auf zivilisierte Art lösen, ohne sich gleich an die Gurgel zu gehen. Dass es auch immer wieder fanatische, gewalttätige religiöse Strömungen gibt, widerspricht nicht de Tatsache, dass die meisten Gläubigen eben NICHT fanatisch und gewalttätig sind. Genauso wie niemand auf die Idee käme, Demokratie udn Freiheit abzuschaffen, bloss weil der Irakkrieg im Namen von Freiheit und Demokratie in der Hinsicht ein totales Debakel war und weder das Eine noch das Andere brachte.
Während man bei den wenigen explizit atheistischen politischen Systemen wie dem russischen oder chinesischen Kommunismus (Stalin, Mao) sich schon mal den Kopf kratzt und fragt, ob die wohl den Ehrgeiz hatten, alle die Grauslichkeiten, für die das Christentum Jahrtausende benötigte, in ein paar Jahrzehnte zu packen...?
und andererseits nach wie vor eine explizit atheistische Gesellschaft fehlt, die es wenigsten - nur! - gleich gut (oder gleich schlecht) hinkriegt, Frieden Freude und auch etwas Eierkuchen in eine Gesellschaft zu bringen, wie es religiöse Systeme können.
gruss, barbara



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