Schön, wie viele tipps und meinungen zum thema gekommen sind - danke!
Mein Kollege ist inzwischen schlauer, ist er doch mit seiner verlobten beim ortspfarrer, der die beiden auch trauen soll, gewesen und hat sich umfassend informiert.
Folgendes stimmt:
bzw. dementsprechend trifft auch zu:Nachdem die erste Ehe ja "nur" standesamtlich geschlossen wurde, steht einer kirchlichen Trauung nichts im Wege! Denn nach Kirchenrecht hat es die 1. Ehe praktisch nicht gegeben! Eine katholische Trauung ist also sehr wohl möglich!
sowie:Im kirchlichen Sinne heiratet sie keinen geschiedenen Mann, da dieser nach Kirchenrecht ja nicht verheiratet war, folglich auch nicht geschieden sein kann.
und auch das ist somit richtig:Wer kirchlich geheiratet hat, geschieden wird und nicht wieder heiratet, darf schon zu den Sakramenten gehen. Wer nur standesamtlich geheiratet hat und wieder geschieden wird, auch. Der darf sogar wieder kirchlich heiraten, weil er ja im kirchlichen Sinne nicht verheiratet war.
Weiterhin:Arbeitsrechtlich hat die Frau nichts zu befürchten, weil sie ja nicht "geschieden und wieder verheiratet" ist, was nur der Fall wäre, wenn die 1. Ehe des Mannes kirchlich geschlossen worden wäre.
Die standesamtlich geschlossene Ehe wird deshalb von der katholischen Kirche nicht anerkannt bzw. gilt als gar nicht geschlossen, weil sie zwischen einem katholiken und einer konfessionslosen geschlossen (die erste frau meines kollegen war weder getauft noch sonst irgendetwas) wurde.
Wäre mein kollege zum zeitpunkt der damaligen heirat aus der kirche ausgetreten gewesen, wäre seine ex-frau selbst einer konfession angehörig gewesen, und sie hätten trotzdem "nur" standesamtlich geheiratet, sähe das alles schon wieder ganz anders aus.
Alles geschilderte trifft außerdem nur für´s katholische kirchenrecht zu und das gilt prinzipiell auch überall (ist also nicht abhängig von diozösen/bistümern und somit nicht vom wohlwollen der funktionäre dort).
Und bei den protestanten sähe die sache wohl wiederum anders aus, dort wird manches inzwischen laxer gehandhabt.
Alles echt kurios, finde ich!![]()
Hätte ich nie gedacht, dass ein bloßer heiratswunsch einen unerwartet vor solche konflikte stellen kann.
Aber für meinen kollegen und seine liebste ist das nunmehr glücklicherweise noch gut gelaufen, was mich sehr freut, zumal die beiden sich schon völlig kirre mit der angelegenheit gemacht hatten.
LG von K.![]()
Antworten
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19.12.2006, 18:59Inaktiver User
AW: Skurile story - kirchenrechtliches - wer kennt sich aus?
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20.12.2006, 17:30
AW: Skurile story - kirchenrechtliches - wer kennt sich aus?
und das ist eine neue, renovierte ehesicht , die ich mit vielen innerhalb der kirche teile.
noch vor kurzem galt jedoch:
die ehe ist ein sakrament, das sich die eheleute durch den akt der liebe selbst spenden.
die kirche gibt bloß den segen dazu und man selbst das versprchen vor gott.
aber das sakrament spenden sich die liebenden.
daraus folgt:
jede intime beziehung ist im kirchlichen sinn ehe.
wer dazu noch verheiratet ist - auch standesamtlich mit jemand ungläubigen) lebt nicht in wilder ehe, sondern unauflöslich und nicht zu scheiden.
das bedeutet: wer in einer kirchlichen institution arbeiten will, muss sich zu ihr bekennen.
ebenso wie der demokratische staat sich das recht herausnimmt, seine staatsdiener( beamte) mit einem versprechen zu binden, dass sie nicht andere gesinnungen( faschistische oder kommunistische) haben, so muss die kirche sicher sein: hier bei mir arbeiten menschen, die unsere gesetze achten.
wer das nicht kann, muss woanders arbeiten oder sich in seiner lebensführung nach dem gesetz richten.
das leben spielt aber oft anders und wie man sieht, ist auch in der katholischen kirche eine akzeptanz neuer lebensformen entsanden.
nicht jedoch aus überzeugung - man täusche sich nicht, die kirche hat immer noch das sakrament der ehe als zwischen zwei menschen, die sich lieben, gültig - sondern weil die kirche den menschen nicht mutlos machen möchte, der diese gesetze warum auch immer nicht halten konnte.
so wurde die ehe von prinzessin caroline annulliert - nicht weil die prominent ist - sondern als herauskam, dass ehemalige bekannte ihres mannes aussagten, er habe eine wette abgeschlossen, sie zu bekommen.
das ist eine ungültige ehe.
eine nur regulär vor einem standesamt geschlossene echte ehe dagegen nicht, dazu gehören andere gründe .Die Leute haben mit der Liebe zuviele Probleme.
Dauernd suchen sie wen, der ihr Souffle` sein soll.
Aber wehe, er fällt zusammen.
Andy Warhol


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