Da geht es wohl nur um die "unbefleckte Empfängnis" im Bezug auf Jesus: sie hat Jesus nicht durch profanen Geschlechtsverkehr (mit Josef) empfangen sondern irgendwie anders. Ein Wunder, weil: trotzdem Jungfrau.
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21.02.2015, 21:13Inaktiver User
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
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21.02.2015, 21:13
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
Religion hat in der Regel was mit Gott drin und ist eine Subkategorie von Weltanschauung, die es in religiösen Geschmacksrichtungen mti Gott/Göttern gibt, aber auch in andern Richtungen ohne Gott.
Oder ist der Glaube die Weltanschauung des Gläubigen und der Atheismus die Religion des Nicht-Gläubigen?
Da Religion Verbindung heisst, aber Atheisten oft sehr viel Wert auf Trennung legen: eher nein zur zweiten Hälfte. Manche Atheisten haben allerdings von den Religiösen alles Schlechte kopiert, zum Beispiel die Idee, dass sie die einzig Checker sind, die es gibt, und dass ihnen das das Recht gibt, sich arrogant und selbstgefällig zu benehmen. Aber es sind zum Glück nicht alle so.
gruss, barbara
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21.02.2015, 21:16Inaktiver User
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
Na, dann bin ich ja mal froh dass ich "nur" Agnostikerin bin.
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21.02.2015, 23:14
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
Soweit ich informiert bin ist das in den evangelischen Kirchen kein Dogma, es ist also individuell. Ich glaube es z.B. nicht.
Ich habe aber auch einen Pfarrer (lutherisch-reformiert) in naechster Verwandtschaft, der immer erklaert, es handle sich bei der Jungfrau schlicht um eine Fehluebersetzung, nicht nur aus dem Griechischen, sondern auch vom Luthertext. Im Griechischen stehe schlicht etwas von einer "jungen Frau". Und als Frau Germanistin kann ich bestaetigen, dass Mittelhochdeutsch "Jungfrouwe" erstmal nur "junge Frau" bedeutet.
Und im Lukasevangelium steht auch ganz unspektakulaer: "Da machte sich auf auch Josef aus Galilaea (...) mit Maria, seinem vertrauten [= angetrautem] Weibe, die war schwanger." Alles easy. Aber Lukas war ja auch Arzt.
Das ist wieder so eine Sache: Natuerlich hat die TE ein bisschen Recht damit, dass Glaube "kein Wunschkonzert" ist. Aber in der Bibel muss man gezwungenermassen schon auswaehlen und interpretieren. Da ist halt einerseits der sehr ueberzeugende, unspektakulaere Lukas-Text, auf der anderen Seite, wie von mir erwaehnt, das Zeugnis von Maria selber (ich glaube bei Johannes): "Wie soll das zugehen...?"
Ich glaub halt dem Lukas.
Jungfrauengeburt ist ja keine Erfindung der Urchristen, sondern wurde schon vorher gerne genommen, um den besonderen Status eines Menschen/Helden zu untermauern. Ich glaube, es gibt sogar einen entsprechenden Mythos ueber Buddha Siddharta, aber da kann ich mich taeuschen. Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass der Johannes da ein bisschen, hmm, ausgeschmueckt hat, um den Heilandsanspruch Jesu zu untermauern.
So wie andere (Matthaeus ???) dies tun, indem Jesus' Abstammung von David dargelegt wird. Witzigerweise funktioniert das aber nur mit Josef als biologischem Vater, denn der war ja "aus dem Hause und Geschlechte Davids", nicht Maria.
Also, da muss man als Leser und Glaeubiger gezwungenermassen auswaehlen. Und warum man sich dann ausgerechnet den Jungfrauenmythos auswaehlt, ist fuer mich nicht ganz nachvollziehbar. Waere interessant, dass mal von jemandem zu erfahren. Vielleicht von der TE?
*Disclaimer: Die Bibelfesten hier duerfen mich gerne mal rundum korrigieren.
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21.02.2015, 23:22
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
An die Atheisten und Agnostiker hier: Wie findet ihr Maria denn so? Also, als Frau, als historische Gestalt, die jedoch mutmasslich zumindest selber glaeubige Juedin war und glaubte, den Messias geboren zu haben?
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22.02.2015, 00:18
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
Och na das denken doch viele Mütter über ihr Gottessöhnchen, und Hunderte jüdische Witze über jüdische Mütter zeigen, dass die da keine Ausnahme sind...
Da ich nicht an die unbefleckte Empfängnis glaube, sehe ich Maria in erster Linie als Mutter von Jesus. Und sie hatte es sicherlich nicht leicht, wenn sie schwanger wurde, während sie noch verlobt war, und ihr Verlobter sicher war, dass das Kind nicht von ihm sein kann. Gut, er hat sie dann trotzdem geheiratet, und die Ehe hielt.
Auch mit ihrem Sohn hatte sie es sicher nicht leicht, er scheint ja schon ziemlich eigenwillig gewesen zu sein, der kleine Jesus, man denke an die Nummer im Tempel. Ein Sohn, der sich von seiner Familie trennt, ja fast lossagt, sich den Zorn der Herrschenden zuzieht, predigend durch die Lande vagabundiert, statt einen ordentlichen Beruf auszuüben, eine nette und anständige Frau zu heiraten und Kinder in die Welt zu setzen, und sich dann auch noch mit erst 33 Jahren umbringen lässt, ist sicher nicht leicht zu ertragen.
Ich habe allerdings ein Problem damit, dass Maria die Modelle Mutter und keusche Heilige miteinander verknüpft, ein Ideal, das einfach unerreichbar ist. Das Gegenmodell ist dann die Hure, und für ein realistisches positives Vorbild bleibt kein Platz.Ich habe eine Wassermelone getragen.
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22.02.2015, 00:22
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
ich hab mich ja auf die Hände gesetzt, aber wenn ich schon so explizit aufgefordert werde,als katholisch sozialisierte Atheistin: Maria war mir von Kind an zutiefst unsympathisch, zuwider. Dafür kann sie nichts, es ist das Bild, das die kk von ihr zeichnet, der Magd des Herrn, auch in der bildlichen Darstellung. Gläubige Jüdin: nun dem auserwählten Volk war doch ein Messias versprochen worden, warum nicht über sie? ich bin nicht mehr so bibelfest, ich dachte, sie hätte das selbst nicht so ganz auf die Reihe gekriegt (Tempelszene)
. Aber ich glaub ja nicht mal an ihre Existenz
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22.02.2015, 08:37
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22.02.2015, 10:26Inaktiver User
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
Ich komme aus einer ursprünglisch sehr katholischen Familie, ich habe Glaubensausübung (zur Messe gehen etc.) schon früh als gesellschaftliche Pflicht empfunden. Es gehörte eben dazu und Sünde und "was sollen die Leute denken" lagen dicht beieinander.
Ich ging eine Zeit lang auf eine Klosterschule, die Nonnen waren ganz normale Menschen für mich (es gab nette und weniger nette). Wenn das alle Bräute Christi waren, dann war Maria wohl ihre Schwiegermutter...
Mir haben als Kind und später die Vielfalt der Mariendarstellungen gefallen. Der blaue Mantel, das entspannte Lächeln aber auch der Schmerz der Pieta: eine Frau mit großem Schicksal. Ob das alles so statt gefunden hat oder ob Maria überhaupt gelebt hat, ist mir nebensächlich. Der Mythos der um und über sie entstanden ist, sagt viel aus über menschliche Affekte und die Wege, die das Leben nehmen kann, je nach dem, was der Mensch daraus macht. Das hat für mich so viel Gehalt wie jeder Mythos, wie Legenden, Sagen und Märchen und das ist nicht abwertend gemeint.
Ich habe mal irgendwo gelesen dass der Marienkult entstanden ist um ein weibliches "Göttinelement" in den christlichen Kult zu integrieren. Hilfreich, um damals solche Menschen zu überzeugen, die bisher auch weibliche Gottheiten verehrten (z.B. Inanna/Ischtar/Astarte). Fruchtbarkeitsmythen machen ja eher mit weiblichen "Gesichtern" Sinn. Ich fand das stimmig.
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22.02.2015, 10:30
AW: Maria - Miterlöserin der Christen!
ok, aber ich brauch keine Göttin(nen)


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