Moment mal. Erst dann wenn jemand kommt, sagt für meine Schöpfung verantwortlich zu sein und Gott der Allmächtige zu sein. Da seien Fragen erlaubt, warum so vieles reichlich schiefgegangen ist.
Hätte er von Anfang an für vernünftiges Ausgangsmaterial gesorgt, könnten wir uns heute Diskussion über die Hölle und die Beichte ersparen.
Um es mal salopp zu sagen, das hat Simmel auf den Punkt gebracht (den ich sonst nicht mag): entweder ist er allmächtig, dann hat er Bockmist gebaut, oder er ist nicht allmächtig, dann hat er gelogen.
Und für mich ist das mit der Hauptgrund, warum Menschen sich vom Glauben, den sie in der Kindheit "eingeimpft" bekommen, abwenden. Das, was erzählt wird, passt in keiner Weise zu den täglichen Nachrichten. Und Religionslehrer, Pfarrer und Gläubige betreiben einen Wettbewerb, dafür vermeintlich intelligente Erklärungen zu finden ("Ihr müsst das Gute wählen, dann passt das schon" - klar doch). Natürlich wissen sie in Wirklichkeit auch keine Antwort. Denn was sind sie schon? Menschen. Und was Pfarrer, Priester etc. anbelangt, sexuell unterdrückte Wesen, die kriminell sind.
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Thema: Fragen zum Katholizismus
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05.02.2015, 18:58
AW: Fragen zum Katholizismus
Geändert von Fourthhandaccount (05.02.2015 um 19:55 Uhr)
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05.02.2015, 20:21Inaktiver User
AW: Fragen zum Katholizismus
Jetzt singe ich aus dem anderen Gesangbuch, aber ich habe nur wenige sagen hören,
."Ihr müsst das Gute wählen, dann passt das schon" )
Damit alleine ist es nicht getan...
Beten alleine hilft nicht, man muss auch was tun...
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05.02.2015, 20:58
AW: Fragen zum Katholizismus
Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
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05.02.2015, 21:05
AW: Fragen zum Katholizismus
Ich meinte mit dem nicht Ernst nehmen auch nur den letzten Absatz.
Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
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06.02.2015, 00:07Inaktiver User
AW: Fragen zum Katholizismus
Ich finde Deine Meinung ansonsten auch ganz nachvollziehbar und durchaus sympathisch.
Ich habe dann schon mehr 'auf dem Buckel' als Du, da ich zumindest den Mann meiner Nächsten schonmal begehrt habe (mehr aber nicht)...
Aber vielleicht drückt man bei mir ja auch ein Auge zu, da ich die Gebote 1-3 womöglich ernster genommen habe als Du...
Ebenfalls just kidding, aber es ist auch schon nach Mitternacht, da darf man das.
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06.02.2015, 00:15Inaktiver User
AW: Fragen zum Katholizismus
Es gibt aber auch da wieder Interpretationen, die auch für heutige Menschen sehr akzeptabel sind.
Ich suche die Tage mal eine raus.
Es ist aber scheinbar das altertümliche Vokabular, dass viele abschreckt.
Ich war mal, nach längerer Zeit der Kirchenferne in einem sehr netten Gespraechskreis verschiedener Konfessionen.
Ich war damals auch vom "Kirchenjargon" weit entfernt.
Das Wort Sünde habe ich nicht verwendet, nur 'Fehler'.
Mittlerweile habe ich mich wieder ein bisschen an die Sprache gewoehnt.
Es ist alles nicht so dramatisch.
Der Papst sagt auch er ist ein Sünder.
Aber das wichtigste ist doch: Wir werden geliebt und sind liebenswert.
Ich Leihe mir mal ein Zitat dass ich von Margot Kaessmann gehoert habe: Man kann niemals tiefer fallen als in Gottes Hand.
Das finde ich ein schönes Bild.
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06.02.2015, 08:50Inaktiver User
AW: Fragen zum Katholizismus
Fourthhandaccount, ich kann da wenig zu sagen, vielleicht kann jemand anders das besser erklären.
Ich persönlich sehe diesen Konflikt nicht, denn ich bin der Meinung das Leid - und darum geht es ja vermutlich, wenn Du von den Nachrichten sprichst - zum Leben dazu gehört. Gott sieht das Leid und leidet mit. Aber er wird uns trösten, das glaube ich und hoffe ich.
Ich glaube, um bestimmte Dinge aus der Sicht der Kirchen zu verstehen, gibt es ganz gute Autoren, zum Beispiel Nicky Gumbell, er ist Anglikaner und nimmt sich genau der Fragen an, die Nicht-Gläubige immer wieder an die Kirchen stellen.
Es ist ja im Prinzip kein "katholisches" Thema, sondern ein allgemein christliches.
Er erklärt seine Sicht sicher besser als ich es in einem Internetforum tun könnte.
Vielleicht kann aber auch jemand anders etwas dazu schreiben.
Vielleicht nur noch:
Ja, nach dem christlichen Glauben sind Menschen "Gottes Schöpfung", aber es ist doch auch eine Liebe wie von einem Vater oder einer Mutter zu einem Kind. Das Kind ist eben frei etwas zu tun, was es will. Und der Vater, die Mutter wünscht natürlich, dass es einen "guten Weg" einschlägt.
Menschen sind aus meiner Sicht nicht "defekt", ein jeder ist ein besonderes Wesen, aber er muss seinen Weg finden.
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06.02.2015, 11:54
AW: Fragen zum Katholizismus
Ich glaube wir reden aneinander vorbei.
Ist dir noch nie passiert dass Du von etwas ueberzeugt warst und Du danach gehandelt hast voellig ueberzeugt davon es ist das richtige in dem Moment? Und Jahre spaeter hat sich gezeigt es war keine gute Idee oder sogar voellig falsch?
Dann sei froh, du hast nichts zu bereuen.
Und zum freien Willen nochmal, ich wende ihn an weil ich ihn habe und vielleicht steht er im Gegensatz zu den 10 Geboten. Was dann? Dann muss ich bereuen meinen Willen angewendet zu haben?
Hm.Mein Leben, bis ans Ende der Welt ginge ich mit Dir!
(Opernplakat in Berlin)
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06.02.2015, 12:08
AW: Fragen zum Katholizismus
Ich denke das mit dem eigenen Willen ist komplizierter bzw. einfacher.
Du hast die Wahl zwischen zwei Handlungsalternativen: eine entspricht dem was du jetzt gerade gerne willst, die andere ist für dich weniger attraktiv, aber sie entspricht den zehn Geboten.
Und solche Entscheidungen treffen wir ja oft, nicht immer nur die Entscheidung zwischen Gut und Böse, aber die zwischen "Belohnung jetzt sofort" oder "Belohnung kurzfristig".
Beispiele kann sicher jeder spontan bilden:
Ich habe jetzt Hunger, aber kein Geld dabei.
1. ich stehle auf dem Markt einen Apfel
2. ich gehe nach Hause und suche meine Geldbörse und gehe dann nochmal los um den Apfel zu kaufen
Im wahren Leben gibt es dann oft noch ganz andere Möglichkeiten, wie zB ich kenne den Apfelverkäufer, bitte ihn um einen Kredit und zahle den Apfel das nächste Mal.
Das klappt in großen wie in kleinen Sachen. Und mit oder ohne Gott - meine Alternative sind die Gesetze des Landes in dem ich leben in Kombination mit meinem Gewissen/Rechtsempfinden.
Und bei den Gläubigen stammt der freie Wille eben von Gott (wie alles andere auch) und der Mensch hat in jeder Minuten die Wahl dem Gutem oder dem Bösen den Vorzug zu geben. Wenn er sich für das Böse entschieden hat, hat er weiterhin die Wahl damit weiter zu machen oder zu bereuen.
Habe ich das so richtig verstanden ?Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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06.02.2015, 12:14Inaktiver User
AW: Fragen zum Katholizismus
Das glaube ich auch...
Doch, bestimmt.
Natürlich entwickelt man sich und das ist auch gut und richtig so.
Es ist eine philosphische Betrachtungsweise zu sagen, ich sehe es wie Edith Piaf "Je ne regrette rien".
Warum auch nicht?
Trotzdem kann man aber auch z.B. eine gewissen Phase in seinem Leben auf eine Art bereuen, wenn man vielleicht wirklich völlig fehlgeleitet war oder das im Rückblick so empfindet.
Dann kann (und muss) man trotzdem dazu stehen, was man getan hat, kann aber für die Zukunft lernen und sagen, so mache ich es nicht mehr.
Reue.
Du hast Dich doch bestimmt auch schon einmal für etwas entschuldigt, oder?
Müsste man nach Deinem Konzept dann ja nie, wenn ich Dich richtig verstehe.
Ich will hier auch niemanden von irgendwas überzeugen.
Ich sehe das Leben vielleicht anders als Du.
Das ist dann halt so, damit kann ich leben.



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