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  1. User Info Menu

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das erstaunt mich immer, das manche das All-Inclusive-Paket wünschen.
    Moment mal. Erst dann wenn jemand kommt, sagt für meine Schöpfung verantwortlich zu sein und Gott der Allmächtige zu sein. Da seien Fragen erlaubt, warum so vieles reichlich schiefgegangen ist.
    Hätte er von Anfang an für vernünftiges Ausgangsmaterial gesorgt, könnten wir uns heute Diskussion über die Hölle und die Beichte ersparen.

    Um es mal salopp zu sagen, das hat Simmel auf den Punkt gebracht (den ich sonst nicht mag): entweder ist er allmächtig, dann hat er Bockmist gebaut, oder er ist nicht allmächtig, dann hat er gelogen.

    Und für mich ist das mit der Hauptgrund, warum Menschen sich vom Glauben, den sie in der Kindheit "eingeimpft" bekommen, abwenden. Das, was erzählt wird, passt in keiner Weise zu den täglichen Nachrichten. Und Religionslehrer, Pfarrer und Gläubige betreiben einen Wettbewerb, dafür vermeintlich intelligente Erklärungen zu finden ("Ihr müsst das Gute wählen, dann passt das schon" - klar doch). Natürlich wissen sie in Wirklichkeit auch keine Antwort. Denn was sind sie schon? Menschen. Und was Pfarrer, Priester etc. anbelangt, sexuell unterdrückte Wesen, die kriminell sind.
    Geändert von Fourthhandaccount (05.02.2015 um 19:55 Uhr)


  2. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Jetzt singe ich aus dem anderen Gesangbuch, aber ich habe nur wenige sagen hören,
    "Ihr müsst das Gute wählen, dann passt das schon" )
    .
    Damit alleine ist es nicht getan...
    Beten alleine hilft nicht, man muss auch was tun...

  3. User Info Menu

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich habe es ja als Agnostikerin wirklich leicht.

    Ich muss nichts beweise, ich muss keinen Glauben prüfen und wenn es Gott dann zum Schluss doch gibt, bin ich vielleicht trotzdem noch fein raus - denn der Gott, den ich mir vorstellen könnte, der ist mehr daran interessiert, dass ich ein netter Mensch bin und so wenig Schaden anrichte wie möglich.

    Und mit den 10 Geboten kann ich mich ja auch weitgehend anfreunden - und aus meiner Sicht kann ein guter Gott nicht so eitel sein, dass es eine Rolle spielt, ob ich noch andere Götter hatte oder den Sabat geheiligt haben. Und zumindest habe ich nicht getötet, nicht gestohlen, nicht die Ehe gebrochen, kein falsches Zeugnis gegeben und begehre weder meines Nächsten Weib, Vieh oder Sklaven. Wobei mir gerade das erste Mal auffällt, dass es nicht verboten ist, den Mann meiner Nächsten zu begehren .... aber selbst das habe ich bislang nicht getan.


    .....

    Aber wir werden es alle nach unserem Tod erfahren, ob es ein Jenseits gibt und ob die meisten dann doch enttäuscht werden, weil da ein großes Schild steht "Heute nur für Zeugen Jehovas".

    Just kidding - nehmt das letzte bitte nicht zu ernst.
    Für mich ist das ernst was Du geschrieben hast, es reflektiert meine Meinung voll und ganz.

    Sollte es einen Himmel geben, komme ich bestimmt dort hin - denn meine Sünden sind wirklich nicht erwähnungswert.
    Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.

    Mckenzie

  4. Moderation

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    AW: Fragen zum Katholizismus

    Ich meinte mit dem nicht Ernst nehmen auch nur den letzten Absatz.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich meinte mit dem nicht Ernst nehmen auch nur den letzten Absatz.
    Ich finde Deine Meinung ansonsten auch ganz nachvollziehbar und durchaus sympathisch.
    Ich habe dann schon mehr 'auf dem Buckel' als Du, da ich zumindest den Mann meiner Nächsten schonmal begehrt habe (mehr aber nicht)...

    Aber vielleicht drückt man bei mir ja auch ein Auge zu, da ich die Gebote 1-3 womöglich ernster genommen habe als Du...

    Ebenfalls just kidding, aber es ist auch schon nach Mitternacht, da darf man das.

  6. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Zur "Erbsünde", die mich auch lang beschäftigt hat. Gott kann nicht schuld sein kann an der Unvollkommenheit und Schlechtigkeit Welt. Also sind es die Menschen.
    Für mich eine für die Unschuldigen grausame Erfindung und sehr simple Erklärung für Leid, Krankheit, Bosheit, Tod... Dass die Erbsünde heute noch gelehrt wird, finde ich skandalös. Ich hätte gerne ein Christentum ohne diesen alten Firlefanz.
    Es gibt aber auch da wieder Interpretationen, die auch für heutige Menschen sehr akzeptabel sind.
    Ich suche die Tage mal eine raus.
    Es ist aber scheinbar das altertümliche Vokabular, dass viele abschreckt.

    Ich war mal, nach längerer Zeit der Kirchenferne in einem sehr netten Gespraechskreis verschiedener Konfessionen.

    Ich war damals auch vom "Kirchenjargon" weit entfernt.
    Das Wort Sünde habe ich nicht verwendet, nur 'Fehler'.
    Mittlerweile habe ich mich wieder ein bisschen an die Sprache gewoehnt.
    Es ist alles nicht so dramatisch.
    Der Papst sagt auch er ist ein Sünder.
    Aber das wichtigste ist doch: Wir werden geliebt und sind liebenswert.

    Ich Leihe mir mal ein Zitat dass ich von Margot Kaessmann gehoert habe: Man kann niemals tiefer fallen als in Gottes Hand.
    Das finde ich ein schönes Bild.

  7. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von Fourthhandaccount Beitrag anzeigen
    Um es mal salopp zu sagen, das hat Simmel auf den Punkt gebracht (den ich sonst nicht mag): entweder ist er allmächtig, dann hat er Bockmist gebaut, oder er ist nicht allmächtig, dann hat er gelogen.
    Fourthhandaccount, ich kann da wenig zu sagen, vielleicht kann jemand anders das besser erklären.
    Ich persönlich sehe diesen Konflikt nicht, denn ich bin der Meinung das Leid - und darum geht es ja vermutlich, wenn Du von den Nachrichten sprichst - zum Leben dazu gehört. Gott sieht das Leid und leidet mit. Aber er wird uns trösten, das glaube ich und hoffe ich.

    Ich glaube, um bestimmte Dinge aus der Sicht der Kirchen zu verstehen, gibt es ganz gute Autoren, zum Beispiel Nicky Gumbell, er ist Anglikaner und nimmt sich genau der Fragen an, die Nicht-Gläubige immer wieder an die Kirchen stellen.

    Es ist ja im Prinzip kein "katholisches" Thema, sondern ein allgemein christliches.

    Er erklärt seine Sicht sicher besser als ich es in einem Internetforum tun könnte.
    Vielleicht kann aber auch jemand anders etwas dazu schreiben.

    Vielleicht nur noch:
    Ja, nach dem christlichen Glauben sind Menschen "Gottes Schöpfung", aber es ist doch auch eine Liebe wie von einem Vater oder einer Mutter zu einem Kind. Das Kind ist eben frei etwas zu tun, was es will. Und der Vater, die Mutter wünscht natürlich, dass es einen "guten Weg" einschlägt.

    Menschen sind aus meiner Sicht nicht "defekt", ein jeder ist ein besonderes Wesen, aber er muss seinen Weg finden.

  8. User Info Menu

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es nicht besser wissen?
    Das klingt schnell wie eine Entschuldigung für alles - vielleicht ist man manchmal nur zu bequem oder zu ängstlich um sich für etwas oder jemanden einzusetzen?
    Und wenn man tatsächlich etwas zu spät erkennt, dann hat man immer noch die "Chance" zur Reue - im Christentum. Das Thema hatten wir ja schon vorher.
    Das bringe ich dann nicht mit Deiner Ablehnung des Konzepts des freien Willens zusammen.
    Ohne freien Willen keine persönliche Verantwortung.
    Ich glaube wir reden aneinander vorbei.

    Ist dir noch nie passiert dass Du von etwas ueberzeugt warst und Du danach gehandelt hast voellig ueberzeugt davon es ist das richtige in dem Moment? Und Jahre spaeter hat sich gezeigt es war keine gute Idee oder sogar voellig falsch?
    Dann sei froh, du hast nichts zu bereuen.

    Und zum freien Willen nochmal, ich wende ihn an weil ich ihn habe und vielleicht steht er im Gegensatz zu den 10 Geboten. Was dann? Dann muss ich bereuen meinen Willen angewendet zu haben?
    Hm.
    Mein Leben, bis ans Ende der Welt ginge ich mit Dir!
    (Opernplakat in Berlin)

  9. Moderation

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    AW: Fragen zum Katholizismus

    Ich denke das mit dem eigenen Willen ist komplizierter bzw. einfacher.

    Du hast die Wahl zwischen zwei Handlungsalternativen: eine entspricht dem was du jetzt gerade gerne willst, die andere ist für dich weniger attraktiv, aber sie entspricht den zehn Geboten.

    Und solche Entscheidungen treffen wir ja oft, nicht immer nur die Entscheidung zwischen Gut und Böse, aber die zwischen "Belohnung jetzt sofort" oder "Belohnung kurzfristig".


    Beispiele kann sicher jeder spontan bilden:

    Ich habe jetzt Hunger, aber kein Geld dabei.

    1. ich stehle auf dem Markt einen Apfel
    2. ich gehe nach Hause und suche meine Geldbörse und gehe dann nochmal los um den Apfel zu kaufen


    Im wahren Leben gibt es dann oft noch ganz andere Möglichkeiten, wie zB ich kenne den Apfelverkäufer, bitte ihn um einen Kredit und zahle den Apfel das nächste Mal.


    Das klappt in großen wie in kleinen Sachen. Und mit oder ohne Gott - meine Alternative sind die Gesetze des Landes in dem ich leben in Kombination mit meinem Gewissen/Rechtsempfinden.


    Und bei den Gläubigen stammt der freie Wille eben von Gott (wie alles andere auch) und der Mensch hat in jeder Minuten die Wahl dem Gutem oder dem Bösen den Vorzug zu geben. Wenn er sich für das Böse entschieden hat, hat er weiterhin die Wahl damit weiter zu machen oder zu bereuen.

    Habe ich das so richtig verstanden ?
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


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  10. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Katholizismus

    Zitat Zitat von Katbury Beitrag anzeigen
    Ich glaube wir reden aneinander vorbei.
    Das glaube ich auch...

    Zitat Zitat von Katbury Beitrag anzeigen
    Ist dir noch nie passiert dass Du von etwas ueberzeugt warst und Du danach gehandelt hast voellig ueberzeugt davon es ist das richtige in dem Moment? Und Jahre spaeter hat sich gezeigt es war keine gute Idee oder sogar voellig falsch?
    Dann sei froh, du hast nichts zu bereuen.
    Doch, bestimmt.
    Natürlich entwickelt man sich und das ist auch gut und richtig so.

    Es ist eine philosphische Betrachtungsweise zu sagen, ich sehe es wie Edith Piaf "Je ne regrette rien".
    Warum auch nicht?

    Trotzdem kann man aber auch z.B. eine gewissen Phase in seinem Leben auf eine Art bereuen, wenn man vielleicht wirklich völlig fehlgeleitet war oder das im Rückblick so empfindet.
    Dann kann (und muss) man trotzdem dazu stehen, was man getan hat, kann aber für die Zukunft lernen und sagen, so mache ich es nicht mehr.

    Reue.
    Du hast Dich doch bestimmt auch schon einmal für etwas entschuldigt, oder?
    Müsste man nach Deinem Konzept dann ja nie, wenn ich Dich richtig verstehe.

    Ich will hier auch niemanden von irgendwas überzeugen.
    Ich sehe das Leben vielleicht anders als Du.
    Das ist dann halt so, damit kann ich leben.

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