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    AW: Fragen zum Islam

    @ phaden
    Deswegen haben in dem Zusammenhang weltliche "Obrigkeiten" auch nur eine sehr geringe Bedeutung für mich. Naturgemäß wollen die, die Macht haben, selten welche abgeben und werden dafür zu allen Mitteln greifen.
    Aber das ist vielleicht ot.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  2. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Deswegen haben in dem Zusammenhang weltliche "Obrigkeiten" auch nur eine sehr geringe Bedeutung für mich. Naturgemäß wollen die, die Macht haben, selten welche abgeben und werden dafür zu allen Mitteln greifen.
    Aber das ist vielleicht ot.
    Nein, ich finde nicht wirklich ot., weil es auch Fragen sind, die man zum Islam stellen kann. Wie sehr ist die weltliche Obrigkeit von der kirchlichen getrennt.
    Der Koran ist eine weltliche Gesetzgebung und der Islam ist in vielen Ländern Staatsreligion. Das ist ein elementarer Unterschied zu christlichen Obrigkeiten.
    Das macht es auch so schwer, das Christentum mit dem Islam zu vergleichen. Es kommt zu zu vielen Vermischungen und Missverständnissen.
    Das Konvertieren ist eben nicht nur ein Wechsel der Religionen, sondern ein Wechsel der Weltanschauung und des Menschenbildes.

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    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, ich finde nicht wirklich ot., weil es auch Fragen sind, die man zum Islam stellen kann. Wie sehr ist die weltliche Obrigkeit von der kirchlichen getrennt.
    Der Koran ist eine weltliche Gesetzgebung und der Islam ist in vielen Ländern Staatsreligion. Das ist ein elementarer Unterschied zu christlichen Obrigkeiten.
    Das macht es auch so schwer, das Christentum mit dem Islam zu vergleichen. Es kommt zu zu vielen Vermischungen und Missverständnissen.
    Das Konvertieren ist eben nicht nur ein Wechsel der Religionen, sondern ein Wechsel der Weltanschauung und des Menschenbildes.
    In den Ländern, in denen die Scharia gilt, geht es ausschließlich um männliche Machterhaltung. Das hat wenig mit dem Koran und dem Islam zu tun. Für meine Begriffe ist das sogar zutiefst unislamisch.

    Bevor ich mich mit dem Koran und dem Islam auseinander gesetzt habe, habe ich selbst auch nicht versehen können, wie man diese Religion auch nur ansatzweise "gut" finden kann.

    Ich kannte diese nur durch Medien ( fast alles nur negative Berichterstattungen ) und heir lebende junge Männer, die schlecht mit Frauen umgegangen sind, Drogen verkauft und im Alkoholrausch Schlägereien angezettelt haben. Also Männer dürfen alles, Frauen nix, ausser Kinder kriegen, Haushallt machen und die Klappe halten.
    Etwas platt und pauschal ausgedrückt, aber dennoch im Großen und Ganzen meine Beobachtungen.
    Und das alles noch im Namen "ihres" Gottes, der ihnen das Recht dazu gegeben hat ( wie ich, zugegebenermassen völlig naiv und mich auch nicht weiter damit auseinandersetzend wollend, dachte )
    Niemals hätte ich Frauen verstanden, die konvertieren auch nur ansatzweise in Betracht gezogen hätten.

    Heute sieht das etwas anders aus ( obwohl ich selber nicht dazu tendiere meinem Glauben überhaupt einen Namen oder äußere Form geben zu müssen )
    Ich kann hier ja nicht den ganzen Koran zitieren, aber es gibt z.B viele Stellen, in denen ich meine (von Menschen gewünschte ( auch naiv, ich weiß ) ) Einstellung zum Leben miteinander wiederfinde.

    Das viele das ganz anders leben, das kann ich der Religion nicht ankreiden, sondern jedem einzelnen Menschen selber. Ich frage mich auch, wovon sie, wie, vernebelt sein müssen, denn sie werden laut ihrer eigenen Religion dafür schwer bestraft.
    Geändert von Lilith10 (02.02.2015 um 13:36 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  4. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    In den Ländern, in denen die Scharia gilt, geht es ausschließlich um männliche Machterhaltung. Das hat wenig mit dem Koran und dem Islam zu tun.
    Es geht generell um Machterhalt. Das Patriarchat ist die Grundlage für ein Oben und Unten, eine gottgewollte Hierarchie.
    Das Infragestellen dieser Hierarchie ist ein Schritt in eine Aufklärung und Verweltlichung.
    Das wäre eine meiner Frage zum Islam: Weshalb kann sich jeder aus dem Koran seine Interpretation herauszusuchen? Und welche Interpretationen sind nicht zulässig bzw. bindend?

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    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht generell um Machterhalt. Das Patriarchat ist die Grundlage für ein Oben und Unten, eine gottgewollte Hierarchie.
    Das Infragestellen dieser Hierarchie ist ein Schritt in eine Aufklärung und Verweltlichung.
    Das wäre eine meiner Frage zum Islam: Weshalb kann sich jeder aus dem Koran seine Interpretation herauszusuchen? Und welche Interpretationen sind nicht zulässig bzw. bindend?
    Gottgewollt ist nicht, das Männer oben und Frauen unten sind. Am ehesten nicht im Koran. Da sind beide Geschlechter gleichgestellt. "Nur" das jedes andere Aufgaben zu erfüllen hat.
    Ein kleines Beispiel dafür
    Der Ptophet Mohammed selbst hat auch häusliche Pflichten erfüllt. ohne das er an "Männlichkeit" verloren hat. Auch hat er sich liebevoll um Kinder gekümmert. Selbst im Gebet war seine Frau oft anwesend und Kinder sind auf seinem Rücken herumgetobt.
    Und "Mann" sollte sich Mohammed als Vorbild nehmen.
    Also WENN man denn den Koran und die Sunna ernst nehmen würde, würde man auf viele idiotischen Ideen gar nicht
    kommen.

    Das Problem was sich ergibt, ist, das einige der fanatisch religiösen Menschen gar nicht lesen können und die anderen ihren eigenen Verstand ( so sie denn einen haben ) nicht einsetzen und sich ( wie übrigens hier viele der Menschen vor der Glotze sitzen und alles daraus glauben ) lieber vorgekautes zu Gemüte führen. Wessen Interessen sie dabei hinterher hecheln, das ist vielen wahrscheinlich nicht mal bewusst, und einigen durchaus recht.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  6. Inaktiver User

    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Gottgewollt ist nicht, das Männer oben und Frauen unten sind. Am ehesten nicht im Koran. Da sind beide Geschlechter gleichgestellt. "Nur" das jedes andere Aufgaben zu erfüllen hat.
    Das ist ganz klar keine Gleichstellung, denn die unterschiedlichen Aufgaben definieren das Gefälle.
    An den Aufgaben bzw. den unterschiedlichen Pflichten für Mann und Frau erkennt man das Oben und das Unten.
    Ein kleines Beispiel dafür
    Der Ptophet Mohammed selbst hat auch häusliche Pflichten erfüllt. ohne das er an "Männlichkeit" verloren hat. Auch hat er sich liebevoll um Kinder gekümmert. Selbst im Gebet war seine Frau oft anwesend und Kinder sind auf seinem Rücken herumgetobt.
    Was sagt das über die Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft aus? Zumal im Koran steht, dass die Frau dem Mann zu gehorchen hat, es gehört zu ihren Aufgaben.

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    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    (...) Das wäre eine meiner Frage zum Islam: Weshalb kann sich jeder aus dem Koran seine Interpretation herauszusuchen? Und welche Interpretationen sind nicht zulässig bzw. bindend?
    Ich glaube, dass keiner sich seine eigene Interpretation einfach so heraussuchen kann, sondern dass die verschiedenen Interpretationen und Auslegungen einfach "passieren", weil es immer Leute geben wird, die alte Inhalte immer wieder neu interpretieren (oder neue Facetten entdecken), bzw, dadurch Altes (= bisherige Traditionen) "reformieren" und gleichzeitig das so neu Entstandene als rechtmäßige Auslegung propagieren. Und je größer solch eine Strömung wird, desto mehr (weltliche) Macht erhält sie und desto entschiedener kann sie ihre eigene Variante durchsetzen.

    So war es schon im Christentum und so ist es auch mit dem Islam.

    Die jeweilige Auslegung wird natürlich darauf beharren, dass die Ihrige die einzig Wahre und Bindende ist (und das in den Abstufungen von "noch tolerant den anderen Auslegungen gegenüber" bis hin zum "Brachialfundamentalismus" eines IS.)

    Übrigens gab es im Zuge der Attentate in Paris auf arte einige sehr interessante Sendungen, die fundiert über den Islam (bzw die verschiedenen Strömungen) berichteten. Es kam ein renommierter afrikanische Islamwissenschaftler zu Wort, der sehr eindrucksvoll demonstrierte, in welch großem Ausmaße sich das Verständnis einer Textstelle aus dem Koran ändern kann, wenn auch nur ein Komma verändert wird. Es geht dabei noch nicht mal um Übersetzungen aus dem Arabischen in andere Sprachen, sondern um mehrfach mögliche, verschiedene Interpretationen des arabischen Textes selbst. Deshalb ist es eigentlich fast komisch, wenn von einigen behauptet wird (gerade von den Fundamentalisten -seien sie muslimisch oder christlich), sie hielten sich buchstabengetreu an den Text. Ja welchen denn?

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    AW: Fragen zum Islam

    PS: Wenn ich mich recht entsinne, dann existieren im Arabischen keine Kommata, die ja Sinnzusammenhänge und Pausen im Text markieren. Der LEser muss sich diese selbst dazu denken.

    Bitte korrigiert mich, falls ich falsch liege. Vllt. kann hier ja jemand Arabisch?

    PPS. Die Vielfalt an Interpretationsmöglichkeiten des Korans (aber auch der Bibel) zeigt m.E. die Komplexität und die Tiefe der Texte auf. Jedenfalls halte ich beide für sehr interessante Bücher, die man nicht mal kurz einfach so runterlesen kann und braucht sich nicht einbilden, man verstünde alles auf Anhieb.

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    AW: Fragen zum Islam

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist ganz klar keine Gleichstellung, denn die unterschiedlichen Aufgaben definieren das Gefälle.
    An den Aufgaben bzw. den unterschiedlichen Pflichten für Mann und Frau erkennt man das Oben und das Unten.
    Was sagt das über die Stellung von Mann und Frau in der Gesellschaft aus? Zumal im Koran steht, dass die Frau dem Mann zu gehorchen hat, es gehört zu ihren Aufgaben.
    Für mich gibt es keine Gewichtung. Ich finde eine Frau, die zuhause bleibt wenn kleine Kinder da sind, den Haushalt erledigt und was sonst noch alles dazugehört, nicht minderwertiger, als einen berufstätigen Mann.

    In welcher Sure steht, das sie unvernünftigen Anweisungen ihres Mannes zu gehorchen hat?
    Das die Interpretationsgestaltungen natürlch einigen dienen, sich schlecht zu benehmen, das ist unbestritten.
    Geändert von Lilith10 (02.02.2015 um 14:26 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Fragen zum Islam

    Noch ein Gedanke zu den Interpretationsmöglichkeiten:

    Ich denke mal, nein, ich weiß das, weil ich mich beruflich mit Übersetzen befasse - dass, gerade was das Interpretieren angeht, der jeweilige Leser/Hörer/Ausleger immer ein Stück seines eigenen Weltverständnisses und seiner eigenen Überzeugungen aus dem Text heraus- (oder hinein- wie mans nimmt) liest. Wenn die betreffende Person z.B. ein beinharter Macho ist, der sich nur das Patriarchat als legitime Seinsweise vorstellen kann, dann wird er anhand der Texte auch "beweisen" können, dass seine Sicht die Gültige ist, wohl ausblendend, dass vieles auch ganz anders gelesen werden kann, bzw. ein paar Seiten weiter schon Widersprüchliches steht.

    Wir nehmen also immer genau das verstärkt wahr, was unsere eigenen Überzeugungen bestätigt. Und alles, was sich dem in den Weg stellt, wird entweder ignoriert oder bekämpft, grob gesprochen.

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