Ich denke, der Druck wird groß sein für die Kinder von Angehörigen der Freikirchen, da das Böse präsenter ist. Vor allem wenn es sich wie in dem Bericht um die extremen Evangelikalen handelt. Von der Landeskirche könnte ich nicht bestätigen, dass hier Druck ausgeübt wird, wenn man austreten möchte.
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Thema: Extreme Evangelikale in D.
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24.08.2014, 12:00Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
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24.08.2014, 12:25Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
Wiedertaufe ist längst nicht in allen Freikirchen üblich. Beim EC, den Herrenhuthern etc. absolut nicht.
Neu- bzw. Erwachsenentaufe ist vor allem bei baptistischen Richtungen üblich, diese sind aber nur eine Richtung der Evangelikalen.
Und ja, der Einwurf, evangelikale Praktiken würden nur bei "empfänglichen" Jugendlichen psychische Krankheiten auslösen, wirkt wie ein Vorwurf. Wäre man nicht latent "verrückt", so wäre man ein glücklicher Glaubenschrist.
Das stimmt nicht. Totalitäre Systeme sind in der Lage, alle daran Teilhabende zu korrumpieren oder zu kränken - unbeschadet etwaiger Latenzen. Davon abgesehen: man zeige mir eineN JugendlicheN, die/der nicht "sucht". Das ist absolut angelegt - die Suche nach Sinn, nach Orientierung - egal, in welcher Richtung. Das ist ja das Gefährliche bei Totalitären - egal ob Extrempolitisch, Esoterisch oder eben Evangelikal. In diesem Alter kann mensch alles missbrauchen für Macht, Einfluss und Zwang.
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24.08.2014, 20:11Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
Ich hab meinen Beitrag gelöscht, ich glaub das was ich geschrieben hatte, war missverständlich.
Geändert von Inaktiver User (24.08.2014 um 21:51 Uhr)
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24.08.2014, 21:15Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
Scheinbar hat der Film sehr viele Reaktionen ausgelöst....
Stellungnahme der Redaktion - Reportage & Dokumentation - ARD | Das Erste
Worüber ich selber noch nachgedacht habe ist der Begriff 'radikal' im Titel der Sendung (Mission unter falscher Flagge - Radikale Christen in Deutschland) der ja schon sehr hart ist.
Wenn man bei anderen Religionsgruppen über 'radikal' spricht, dann geht es ja fast um terroristische Gruppen.
Diese Gruppen haben scheinbar zweifelhafte Methoden und sind zum Teil sehr konservativ, aber sind sie auch gleichzeitig radikal?
Beurteilen kann ich es anhand dieser Doku jedenfalls nicht.
Und wenn sie tatsächlich radikal wären? Waeren sie dann noch Christen?
Wäre eher nicht ein radikaler Christ eher jemand, der sein ganzes Hab und Gut verschenkt und Naechstenliebe lebt? Das gibt es ja bei etlichen Klöstern und Gemeinschaften. Hier natürlich radikal im Sinne von absolut verstanden.
Auch der Begriff radikaler Moslem ist in dem Sinne sicherlich falsch...Geändert von Inaktiver User (24.08.2014 um 21:30 Uhr)
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24.08.2014, 22:51Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
Juliqua,
ich stimme dir in sehr Vielem zu.
Ein Beispiel für die "Radikalität" - ich bevorzuge übrigens den Begriff "Fundamentalismus", denn dann haben wir tatsächlich die Brüder vom anderen Gesangbuch begrifflich gleich mit dabei - gefällig?
Wir waren, wie gesagt, Jugendliche. Ein Stapel 14- bis 20-Jährige. In den Sommerferien gab es immer ein christliches Sommertreffen - in Ostberlin. Sehr klandestin organisiert von den Leutz "drüben", es durfte nix öffentlich gemacht werden, offiziell wollten wir "den Osten kennen lernen", man traf sich in einer Behindertenanlage am Stadtrand. (Inwieweit da staatliche Überwachung etc. griff, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich war da 15 und hatte keinen Plan von nix.)
Und wozu wurden die "Glaubensfestesten" aufgefordert - zu denen ich, ganz Eifer, natürlich auch gehören wollte? Zum Schmuggeln von Bibeln und christlichen Traktaten. In der Unterhose, im Liederbuch, dem Gitarrenkasten - überall, wo es ging. Und da sind wir dann über die Grenze gestiefelt, täglich für 2 Wochen. Immer getrennt voneinander, immer in unterschiedlichen Grenzübergängen. Abends dann wieder retour nach Westberlin. Es wäre nicht schön gewesen, wenn uns ein Grenzer erwischt hätte - das war übel verboten, Schriftgut, und dann noch christliches, einzuführen. Wir wurden ja auch drauf vergattert, weder Eltern noch Freunden was davon zu erzählen. Das war unser "Opfer und Abenteuer für Jesus".
Heute nenn ich das kriminellen Missbrauch.
Radikal kommt von Radix. "Radikale" ChristInnen gehen meiner Meinung nach wirklich "an die Wurzeln", nämlich so, wie du das geschrieben hast. Nikolaus von der Flue z.B., oder Franziskus, oder Clara von Assisi. Die haben aber keine Menschen gebraucht, sondern ihnen gedient (und ich weine im Grunde immer noch darüber, dass ich ihren Glauben nicht teilen kann, den sie in so hervorragender Weise bebildert haben)
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25.08.2014, 01:54
AW: Extreme Evangelikale in D.
Ich finde diese evangelikalen Strömungen schrecklich, habe eine Freundin an eine solche Gruppierung verloren.
Sie ist dermassen radikalisiert worden, dass sie denkt, mit ihrem "neuen Leben" seien "alte Freunde" nicht vereinbar. Das Alte muss dem Neuen weichen. Früher war sie eine warmherzige liebevolle Frau, wie eine wärmende Sonne-eine gute Freundin.
Heute lebt sie streng nach dem Wort der Bibel und ist nicht mehr erreichbar. Sie ist jedoch keine junge Frau mehr-sondern in den "besten Jahren".
Leonie
Ps@Smirna deine Signatur ist fantastisch, ich habe sie mir kopiert.Geändert von Leonie (25.08.2014 um 02:02 Uhr)
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.
Böte einer für die Liebe allen Reichtum seines Hauses,
nur verachten würde man ihn.
Das Hohelied
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25.08.2014, 08:32Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
Ist zwar off topic, aber diesen Typen mochte ich nie. Er war ein wohlhabender Bauer und Ratsherr und verließ seine Frau und seine zehn Kinder (das Jüngste war noch kein Jahr alt), um sich als Einsiedler zurück zu ziehen. Auf seiner Wanderung hatte er eine Vision und ließ sich an diesem Ort nieder.
Für mich ist das die Beschreibung einer psychischen Krankheit, vermutlich einer Schizophrenie - das Ganze religiös verbrämt. Gruselig.
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25.08.2014, 08:50
AW: Extreme Evangelikale in D.
mit dem Einverständnis der Frau, wohlgemerkt - er ist nicht einfach abgehauen.
Kranke sind in der Regel nicht politisch so begabt wie von Flüe es war:Für mich ist das die Beschreibung einer psychischen Krankheit, vermutlich einer Schizophrenie - das Ganze religiös verbrämt.
Niklaus von Flüe
Kranke sind in der Regel nicht nah genug an der Realität, um politische Subtilitäten zu verstehen und zu kreativen, mehrheitsfähigen Lösungen zu bringen, die die gelahrten Ratsherren aller Stände nicht hinkriegten.1481 kam es auf der Tagsatzung in Stans zu einem schweren Konflikt zwischen Stadt- und Landorten:(...) In der Nacht auf den 22. Dezember begab sich der Pfarrer von Stans, Heimo Amgrund, zu Niklaus von Flüe und kam mit einem bis heute unbekannten Rat zurück. Der Pfarrer veranlasste die Ratsherren, nochmals zusammenzutreten, und richtete ihnen die geheime Botschaft des Einsiedlers aus. Daraufhin kamen die Ratsherren nach nur zwei Stunden zu einer Lösung. Es gab einen erneuerten Bundesschluss mit der Aufnahme der Kantone Freiburg und Solothurn in die Eidgenossenschaft.
Das ist ein ganz anderes Kaliber als die handelsüblichen Freikirchler mit ihrem emotionalen Gedöns und innergemeindlichen Kontrollwahn.
gruss, barbara
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25.08.2014, 09:37Inaktiver User
AW: Extreme Evangelikale in D.
Vielleicht war die nicht sehr unglücklich darüber, ihren gestörten Mann los zu werden. Er dürfte kein einfacher Partner gewesen sein.
Psychische Krankheiten haben nicht unbedingt Auswirkungen auf die Intelligenz eines Menschen. Auch sehr Intelligente können erkranken.
Es ist nicht neu, dass Epileptiker oder Menschen mit psychischen Krankheiten im religiösen Kontext auf- oder abgewertet werden. Entweder als "Besessene" oder als "Seher".
Trotzdem wäre ich sehr vorsichtig damit, sie auf ein Podest zu stellen oder ihre Außerungen als von Gott inspiriert zu interpretieren.
Möglich, dass der Glaube, Bruder Klaus sei die Stimme Gottes, den Pfarrer von Stans selbst zu einer brauchbaren Lösung inspiriert hat.
Nikolaus von Flühe war früher selbst Ratsherr: Warum ist er nicht einfach in dieser Funktion geblieben und hat sich konkret politisch betätigt? Die ganze Geschichte ist mehr als schräg.Geändert von Inaktiver User (25.08.2014 um 12:27 Uhr)
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25.08.2014, 09:43
AW: Extreme Evangelikale in D.
die Tatsache, dass die Kinder offenbar erfolgreiche Leben führten und politische Ämter erwarben, spricht gegen einen gestörten Vater.
Einer, der es schafft, solche politische Knoten friedlich zu lösen, wie Niklaus von Flüe es schaffte, verdient es sehr wohl, auf ein Podest gestellt zu werden. Schade kann er sich heute nicht mehr zu Ukraine, Irak, Gaza etc äussern - einen so moderaten Geist hätte die Welt bitter nötig.Trotzdem wäre ich sehr vorsichtig damit, sie auf ein Podest zu stellen oder ihre Außerungen als von Gott inspiriert zu interpretieren.
gruss, barbara


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