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Thema: Gottlos!

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    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Nasenmann Beitrag anzeigen
    Ich habe noch keine echten Argumente gehört, was gegen Säkularisierung spricht.
    Und ich frage nochmal deutlich: warum müssen wir Ungläubigen mit eurem Glauben behelligt werden?
    Nichts spricht gegen eine Säkularisierung - außer dass Deutschland in dem Punkt eine völlig anderer Geschichte als der Zentralstaat Frankreich hat.

    Aber es hat sich nach meinem Wissen bisher nicht eine einzige Partei ein Programm vorgelegt, wie eine Säkularisierung erarbeitet werden soll.
    Noch steht in unserer Verfassung, dass Religionsunterricht ein ordentliches Unterrichtsfach ist, noch steht in unserer Verfassung, dass Kirchen Körperschaften öffentlichen Rechtes sind ( und seit einigen Jahren sogar die Zeugen Jehovas das durchgesetzt haben), des weiteren lässt das Betriebsverfassungsgesetz den "Dritten Weg " zu. Noch gibt es die Staatsverträge, mit denen die meisten Bundesländer über Leistungen der beiden (Volk-) Kirchen abgeschlossen haben.

    Noch investieren Kommunen, Länder und der Bund in den Erhalt bedeutender Kirchen, weil sie diese nicht als Gotteshäuser sondern als städtebauliche Höhepunkte sehen, die nicht selten das Bild einer Stadt prägen (Kölner Dom, Hamburger Michel, Frauenkirche Dresden, Münchener Frauenkirche und viele, viel mehr) .Und das tut ebenfalls der französische Staat.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. Inaktiver User

    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Tatsächlich?
    Aber wie soll man mit jemanden diskutieren, der alle Argumente vom Tisch wischt - so wie Du? Oder nicht einmal darauf eingeht, sondern ständig seine Phrasen wiederholt.
    Danke Opelius.

    @Nasenmann

    Du irrst Dich. Ich habe überhaupt kein Problem mit Leuten, die nicht an Gott glauben zu diskutieren, warum auch?

    Mit vielen Leuten, wie hier zum Beispiel Schlumpsi und zahlreichen anderen Diskussionsteilnehmern hier geht das auch wunderbar.
    Mit Dir nicht, und das liegt an der Art und Weise wie Du diskutierst.

    Interessanterweise spielt im scheinbar säkularen Frankreich die Kirche eine größere Rolle als hier und ist konservativer.
    Und wie Opelius sagt fließen auch dort sehr viele Gelder in die Kirchen, da das Kulturland Frankreich zu recht sehr stolz auf seine wunderbaren Kirchengebäude ist.
    Die sind unabhängig davon an was man glaubt kulturelle Hochleistungen.

  3. Inaktiver User

    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Nasenmann Beitrag anzeigen
    Der einzige demokratische und freiheitliche Weg wäre tatsächlich, ähnlich wie in Frankreich, sämtliche Glaubensinhalte aus staatlichen Handeln zu verbannen, aber der Wunsch nach gleichberechtigten Nebeneinander unterliegt offenbar den religiösen Individualinteressen des deutschen Michel.
    Wie soll das gehen, Glaubensinhalte aus staatlichem Handeln zu verbannen? Das hieße, jeden demokratischen Vertreter auf seine atheistische Gesinnung hin zu überprüfen. Denn jedes Glaubensbekenntnis bringt automatisch einen religiösen Einfluss auf seine Entscheidung mit sich. Nun gehören aber beide Seiten zu unserer Kultur, und Demokratie und Freiheit leben von Dialogbereitschaft und KOnsensbildung, und nicht von atheistischen Monologen.

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    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie soll das gehen, Glaubensinhalte aus staatlichem Handeln zu verbannen? Das hieße, jeden demokratischen Vertreter auf seine atheistische Gesinnung hin zu überprüfen. Denn jedes Glaubensbekenntnis bringt automatisch einen religiösen Einfluss auf seine Entscheidung mit sich. Nun gehören aber beide Seiten zu unserer Kultur, und Demokratie und Freiheit leben von Dialogbereitschaft und KOnsensbildung, und nicht von atheistischen Monologen.
    Ganz so drastisch wäre es nicht.
    Es würden unsere Politiker eben nicht ihren Amtseid schwören, "so wahr Ihnen Gott helfe"
    Es wurden keine Kircheninhalte im öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehen laufen.
    Es würden auch am Karfreitag Menschen ihre Feste feiern dürfen.
    Es dürften keine Kreuze in den Schulen hängen.
    Die Kirchen als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber dürfte keine Kindergärtnerinnen entlassen, weil sie nicht einen katholischen Lebensweg führen.
    Es würden nicht jährlich 100te Millionen Euro für kirchengehälter ausgeben werden, man könnte es für echte Staatsausgaben ausgeben.
    Es würden keine Kirchenvertreter in die Schulen gehen um ihr Evangelium zu verbreiten, sondern ausschließlich Lehrer, die das wertfrei inhaltlich beibringen.

    In Bayer hat es die Kirche einmal erreicht, dass einem Automatenaufsteller die Genehmigung für einen Kondomautomaten entzogen wurde, weil der im weiteren Einzugsgebiet einer Schule lag.
    Was sind das denn für Affen? Die Kirche soll sich gefälligst nicht ins tägliche Leben einmischen.
    Das gehört verboten.

    Ach wäre das schön.
    Statt dessen springen sie aber bei Kritik mit Stöcken von den Bäumen und seieren was von Leitkultur und Untergang des Abendlandes.

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    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Nasenmann Beitrag anzeigen
    Ganz so drastisch wäre es nicht.
    Es würden unsere Politiker eben nicht ihren Amtseid schwören, "so wahr Ihnen Gott helfe"

    es steht jedem Amtsträger frei, ob er den Gottesbezug in seinem Amtseid spricht oder es sein lässt. Ein Verbot solch einer Eidesformel würde diejenigen diskriminieren, denen das aus Gewissengründen wichtig ist.

    Es wurden keine Kircheninhalte im öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehen laufen.

    Und warum nicht, immerhin ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung noch religiös? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat alle Bevölkerungsgruppen in seinem Programm zu berücksichtigen. Es steht jedem Zuhörer frei das "Wort um Sonntag" wegzuzappen.

    Es würden auch am Karfreitag Menschen ihre Feste feiern dürfen.

    Das regelt die Regierung eines jeden Bundeslandes. Sie haben die "stillen" Feiertage zum Gesetz gemacht. Privat kannst Du alle Feste an den stillen Feiertagen feiern, die Du möchtest. Verboten sind lediglich öffentliche Musik- und Tanzveranstaltungen.

    Es dürften keine Kreuze in den Schulen hängen.

    Das erzähl den Bayern! Sie bestehen darauf, in anderen Ländern hängen längst kein Kreuze mehr in öffentlichen Schulen.

    Die Kirchen als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber dürfte keine Kindergärtnerinnen entlassen, weil sie nicht einen katholischen Lebensweg führen.

    Dem Träger einer kirchlichen Einrichtung steht es frei, die in seinem Betrieb arbeitenden Mitarbeiter als Repräsentanten seiner Konfession zu sehen und die haben auch in den Augen der nichtchristlichen Kunden eine Vorbildfunktion einzuhalten. Das ist von Verband und Regionen her sehr unterschiedlich. Meistens im Norden toleranten als im Süden.

    Es würden nicht jährlich 100te Millionen Euro für kirchengehälter ausgeben werden, man könnte es für echte Staatsausgaben ausgeben.

    Stimmt, aber diese Zuwendungen ergeben sich aus Staatsverträgen. Pacta sunt servanda. Man kann diese Staatsverträge aufkündigen, hat bloß kein Land bisher gemacht.

    Es würden keine Kirchenvertreter in die Schulen gehen um ihr Evangelium zu verbreiten, sondern ausschließlich Lehrer, die das wertfrei inhaltlich beibringen.

    Religionslehrer sind immer an staatlichen Hochschulen ausgebildete Lehrer. Kirchenvertreter haben keinen Zutritt zu den Unterrichtsräumen in einer Schule. Die Unterrichtsrichtlinien sehen konkrete Inhalte des zu vermittelnden Stoffes vor. Sie umfassen in Gänze das ganze Spektrum religiösen Lebens.

    In Bayer hat es die Kirche einmal erreicht, dass einem Automatenaufsteller die Genehmigung für einen Kondomautomaten entzogen wurde, weil der im weiteren Einzugsgebiet einer Schule lag.

    Dagegen würde ich mich als Elternteil eines Schülers ebenfalls erheblich wehren. Schüler müssen im schulischen Umfeld Zugang zu Kondomen und Haschisch haben. .

    Was sind das denn für Affen? Die Kirche soll sich gefälligst nicht ins tägliche Leben einmischen.
    Das gehört verboten.

    Ach wäre das schön.
    Statt dessen springen sie aber bei Kritik mit Stöcken von den Bäumen und seieren was von Leitkultur und Untergang des Abendlandes.
    So siehst Du das. Von mir aus gerne. Ich teile aber Deine Ansichten nicht.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Gottlos!

    "Es dürften keine Kreuze in den Schulen hängen."

    "Das erzähl den Bayern! Sie bestehen darauf, in anderen Ländern hängen längst kein Kreuze mehr in öffentlichen Schulen."

    Auch hier gibt es nicht die Bayern und die Sache mit dem Kruzifix ist nicht so unumstritten. Im Übrigen ist man mit den Symbolen anderer Religionen auch von staatlicher Seite durchaus nicht so tolerant.

    Kruzifix-Beschluss

    Kopftuchstreit


    "Die Kirchen als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber dürfte keine Kindergärtnerinnen entlassen, weil sie nicht einen katholischen Lebensweg führen."

    "Dem Träger einer kirchlichen Einrichtung steht es frei, die in seinem Betrieb arbeitenden Mitarbeiter als Repräsentanten seiner Konfession zu sehen und die haben auch in den Augen der nichtchristlichen Kunden eine Vorbildfunktion einzuhalten. Das ist von Verband und Regionen her sehr unterschiedlich. Meistens im Norden toleranten als im Süden."

    Ebenfalls sehr problematisch, da dieser Arbeitgeber erhebliche Beträge (wie ich gelesen habe bis zu 98%) der Kosten für den Betrieb ihrer Einrichtungen aus allgemeinen Mitteln erhält. Problematisch ist es ja nicht da, wo das kirchliche Arbeitsrecht mit dem allgemeinen Arbeitsrecht konform geht, sondern an den Stellen, wo bsw. die Gleichbehandlungsgrundsätze verletzt werden.

    Katholische Kirche kündigt Erzieherin - NRW-Studios WDR

    Katholische Kirche kündigt Kindergärtnerin, Kommune kündigt Kirche - SPIEGEL ONLINE

    Arbeitgeber Kirche: Von Nächstenliebe keine Spur - Arbeitgeber Kirche - FOCUS Online - Nachrichten

  7. Inaktiver User

    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    So siehst Du das. Von mir aus gerne. Ich teile aber Deine Ansichten nicht.
    Nasenmanns Ansichten sind aber in Teilen antidemokratisch, denn er will christliche Meinungen aus dem öffentlichem Raum verdrängen.
    Ich finde sie darum nicht in Ordnung.

    Das gibt es scheinbar in beide Richtungen...

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    AW: Gottlos!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nasenmanns Ansichten sind aber in Teilen antidemokratisch, denn er will christliche Meinungen aus dem öffentlichem Raum verdrängen.
    Ich finde sie darum nicht in Ordnung.

    Das gibt es scheinbar in beide Richtungen...
    Nur dass wir uns nicht missverstehen.
    Ich will nichts verbannen.
    Gern dürfen sonntags Glocken läuten oder muezine zum Gebet rufen.
    Gern dürfen die Kirchen ihre frohen Botschaften in privaten Fernsehen verbreiten.
    Gern dürfen Straßen abgesperrt werden, damit die Kirchen Prozessionen oder Laternenumzüge machen können.
    Das will ich nicht verbannt sehen.
    Wir leben aber in einem freiheitlich demokratischen Staat und da sollte der Staat eben nicht prokonfessionell handeln.
    Ein religiös neutraler Staat würde mir schon reichen.

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    AW: Gottlos!

    schlumpsi,
    mir sind sehr wohl die von Dir verlinkten Kündigungsverfahren bekannt. Die Kündigungen sprechen jeweils die Träger der Einrichtung aus, in dem der Beschuldigte arbeitet. Das sind z.T. christliche Stiftungen, Kirchengemeinden, oder Gemeindeverbände, eher selten eine Bistum oder eine Landeskirche. Das heißt, es kommt auf die Sichtweise der Vorstände an. Und die sind manchmal stockkonservativ.
    Jedem kirchlichen Mitarbeiter kann man nur dringend anraten eine private Rechtsschutzversicherung zu haben, um ungerechtfertigte Kündigungen abzuwehren. Die meisten Verfahren werden außergerichtlich beigelegt mit Abfindungen. Eine Weiterbeschäftigung ist selten sinnvoll, weil das Vertrauensverhältnis zwischen AG und AN bis dahin vergiftet ist.
    Noch immer nicht können Gewerkschaften den AN vertreten, da die wenigsten in einer sind.

    Wie auch in anderen spektakulären Kündigungsverfahren auch, haben Vorstände lange nach Gründen gesucht, um einen unliebsamen Mitarbeiter rauszuwerfen. Seien es einbehaltene Pfandbons oder die Selbstbedienung an einem Büfett.

    Alle Erziehungs-, Pflege- und Beratungsstellen, egal ob Kirche oder Pro Familia, erhalten staatliche Zuschüsse. Das ist nach dem Subsidiaritätsprinzip gemäß dem Sozialgesetzbuch geboten. Die Kostenträger verhandeln sehr genau Leistungskataloge und Ansprüche an die Qualifikation der Beschäftigten. Sie dürfen sich allerdings nicht in arbeitsrechtlichen Belange des Verbandes einmischen. Sie dürfen auch Verbänden nicht vorschreiben, bestimmte Personen zur Erfüllung des Leistungskataloges einzustellen. Die Ausschreibungen erfolgen fast immer alle drei Jahre.

    Das kirchliche Arbeitsrecht entspricht fast immer dem des Öffentlichen Dienstes. Und der darf ebenfalls Mitarbeiter entlassen, wenn es zu erheblichen Verstößen gegen das Dienstrecht kommt.

    Ich bin der Auffassung, dass Kündigungsverfahren von kirchlichen Einrichtungen besonders im Fokus der Medien stehen. Insbesondere kirchenferne Journalisten hauen gerne auf dem Prinzip der Vergebung rum. Was sie unter Vergebung verstehen, hat aber im Arbeitsrecht nichts zu suchen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Gottlos!

    Nun darf aber beispielsweise im öffentlichen Dienst niemand entlassen werden, weil er zum zweiten Mal heiratet. Ich halte es für kompletten Irrsinn, wenn es einem Arbeitgeber (egal welchem) erlaubt ist, derart in die Privatsphäre eines Menschen einzugreifen.

    Mal der umgekehrte Fall:

    Kündigung eines NPD-Anhängers im öffentlichen Dienst » Rechtsprechung » arbeitsrecht.de

    hier wird die Kündigung als unwirksam angesehen, da die politische Betätigung das Arbeitsfeld nicht berührt, obwohl ich nach persönlichem Ermessen die Betätigung in einer als verfassungsfeindlich eingestuften Partei für wesentlich gravierender halte als zum zweiten mal zu heiraten.

    Es geht ja nicht darum, dass Arbeitgeber Kündigungen aus komischen Gründen aussprechen, sondern darum, dass sie aufgrund ihrer Sonderstellung dazu berechtigt sind, dies zu tun und zwar auch in Fällen, in denen es in erster Linie nicht darum geht, den Arbeitgeber zu vertreten (Priester etc.) sondern in Fällen, in denen Kirche allgemeine Aufgaben übernimmt, die aus der öffentlichen Hand bezahlt werden.
    Geändert von schlumpsi (29.11.2014 um 10:49 Uhr)

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