Laut dem brennenden Dornbusch bei Mose IST Gott das tiefste Innere.
Ich kann auch keine so scharfe Trennung zwischen "Gebet" und "Meditation" machen. Christliches Gebet ist eine Form von Meditation - nämlich davon, sich mit diesem tiefsten Innern, das Gott ist, zu verbinden.
Das war ja auch die Botschaft von Jesus, der sinngemäss immer wieder mal sagte: ihr seid schon frei; nur eure eigenen Irrtümer über euch selbst, über die Natur der Welt halten euch gefangen. Strebt nach der Wahrheit, die Wahrheit macht frei.Der Buddhist geht davon aus das sein Seinszustand bereits vollkommen ist. Es geht darum diesen Zustand zu erreichen und im Alltag zu leben, so gut er kann.
Ich seh auch im Christentum nicht die Notwendigkeit, Gott im Aussen zu suchen - zumindest nicht, wenn ich nach dem Prinzip "sola scriptura" ernst nehme, was in Schlüsselstellen der Bibel steht. Warum dieses Bild (das man sich ja nicht machen soll, gellEiner der Wege ist u.a. die Selbstannahme dafür bedarf es aber keinen Bezugspunkt, kein annehmendes Wesen im Außen als Vorraussetzung.
Das ist der große Unterschied.) im Christlichen von Gott als "dem radikal Andern, dem Gegenüber" entstanden ist, ist mir ein Rätsel. Die Bibel gibt das in der Klarheit nämlich gar nicht her.
gruss, barbara
Antworten
Ergebnis 51 bis 59 von 59
Thema: Andächtig beten
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14.05.2014, 07:00
AW: Andächtig beten
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15.05.2014, 03:13
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15.05.2014, 07:19
AW: Andächtig beten
Das mag die Bibel nach Deiner Lesart nicht hergeben, nach meiner schon. Und offenbar bin ich damit nicht allein.
Ich bin auch kein Freund davon, alle Religionen irgendwie miteinander zu vermischen und zu harmonisieren. Damit nimmt man der einzelnen Religion nämlich das Besondere, den jeweils ganz eigenen Zugang.
Für mich ist Gott sicher nicht nur im Außen, sondern auch in mir drin. Aber nicht als Ich, sondern als der, der alles durchdringt, aber trotzdem er selbst ist.
Man kann sich das Christentum sicherlich nach den eigenen Bedürfnissen zurechtbiegen, bis es einem passt. Ab einem bestimmten Punkt führt das aber zur Vereinzelung, weil dann eine Verständigung miteinander kaum noch möglich ist.
Und für mich bedeutet Gebet ganz klar Beziehung zu einem anderen. Ich bete schließlich auch zu Jesus. Und der ist ganz sicher nicht ich.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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15.05.2014, 18:07
AW: Andächtig beten
Könntest du bitte die Freundlichkeit haben, mal Kapitel und Vers zu zitieren, wo die Bibel diese Anschauung stützt? Meine Bibellektüre gibt nämlich viel mehr her, dass Gott da Innerste von allem ist.
Das Ziel ist bei allen dasselbe, die Essenz ist dieselbe - und das, was in der Tat unterschiedlich ist, nämlich die Rituale und die Bräuche, würde ich auch gar nicht mischen wollen. Allerdings, ich hatte mal einem buddhistischen Ritual teilgenommen, das war in sehr vieler Hinsicht einer katholischen Messe extrem ähnlich. Bis hin zum Weihwasser, das über alle verspritzt wurde.Ich bin auch kein Freund davon, alle Religionen irgendwie miteinander zu vermischen und zu harmonisieren. Damit nimmt man der einzelnen Religion nämlich das Besondere, den jeweils ganz eigenen Zugang.
ja, eben.Für mich ist Gott sicher nicht nur im Außen, sondern auch in mir drin. Aber nicht als Ich, sondern als der, der alles durchdringt, aber trotzdem er selbst ist.
Ist das eine allgemeine Bemerkung und sprichst du damit etwas an, was ich gesagt habe? Falls das Zweite zutrifft: was genau ist deine Kritik?Man kann sich das Christentum sicherlich nach den eigenen Bedürfnissen zurechtbiegen, bis es einem passt. Ab einem bestimmten Punkt führt das aber zur Vereinzelung, weil dann eine Verständigung miteinander kaum noch möglich ist.
Wieso betest du zu Jesus? Die Bibel ist da ganz klar: Jesus hat sich mehrfach energisch dagegen gewehrt, dass man zu ihm betet oder ihn verehrt, und darauf hingewiesen, dass der Vater, und nur der Vater, der Empfänger von Gebeten sein soll.Und für mich bedeutet Gebet ganz klar Beziehung zu einem anderen. Ich bete schließlich auch zu Jesus. Und der ist ganz sicher nicht ich.
Was bewegt dich dazu, diese explizite Anweisung der Bibel nicht zu beachten?
gruss, barbara
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15.05.2014, 18:16
AW: Andächtig beten
Allerdings!

Und sie hat die einzige Antwort gegeben, die für mich hier möglich scheint: Dass es eine Glaubensfrage ist.
Für mich eben deshalb nicht: Ich meditiere gelegentlich auch - ohne EmpfängerIn. Und wenn ich bete, dann tue ich das und hoffe, irgendwo im Großen Ganzen gehört zu werden.
So geht es mir auch, samt der Geborgenheit, die sich einstellt.*
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15.05.2014, 18:39
AW: Andächtig beten
Liebe Bae,
ich bin katholisch, und für mich ist nicht die Bibel der alleinige Maßstab aller Dinge, sondern daneben gibt es für mich auch die Tradition.
Und ob der brennende Dornbusch nun ein Zeichen für dieses oder jenes ist, ist wohl Interpretationsfrage, auf die ich mich aber gar nicht weiter einlassen mag, weil es nicht Thema dieses Strangs ist.
Du musst nicht zu Christus beten, wir tun es in jeder Messe, wir tun es in der eucharistischen Anbetung, und ich tue es ganz für mich, einfach so. Und es ist mir ganz egal, was Du darüber denkst, denn meine Konfession gibt das her.
Ich sehe ganz allgemein, dass viele Menschen versuchen, sich ihren Privatglauben aus diversen Elementen zusammenzubauen. Das sollen sie von mir aus auch gerne tun, mir persönlich ist das egal. Ich stelle aber fest, dass ich meinen Glauben auch (nicht nur) gerne in Gemeinschaft praktiziere. Und dafür ist es hilfreich, sich auf bestimmten Rahmenbedingungen zu einigen.
Ich würde auch nicht sagen, dass das Ziel aller Religionen dasselbe ist. Es mag eine gemeinsame Essenz geben, es mag auch ähnliche Rituale geben, aber dennoch sind es unterschiedliche Zugänge. Und für mich ist es ein Zeichen von Respekt, das nicht zu vermischen, sondern jeder Religion ihr ganz eigenes zu lassen und durchaus auch zu spüren, dass ich zu manchem einfach keinen Zugang habe.
Aber das alles führt hier vom Thema weg.
Gruß,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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15.05.2014, 19:02
AW: Andächtig beten
ich bin zwar grundsätzlich katholisch, aber was das "sola scriptura" betrifft, halte ich mich an die Evangelen. Die Tradition hat ihre guten Seiten, die ich auch schätze, aber im Falle eines Falles ziehe ich das Original der Ableitung vor.
äh - nein, das, was ich meine, ist nicht Interpretationsfrage, sondern wörtliches Zitat. "ich bin der ich-bin" ist das, was Mose zu hören bekommt, und was wir im Text zu lesen bekommen.Und ob der brennende Dornbusch nun ein Zeichen für dieses oder jenes ist, ist wohl Interpretationsfrage, auf die ich mich aber gar nicht weiter einlassen mag, weil es nicht Thema dieses Strangs ist.
jetzt sagst du was Anders als vorher: Vorher sagtest du Jesus, jetzt sagst du Christus.Du musst nicht zu Christus beten, wir tun es in jeder Messe, wir tun es in der eucharistischen Anbetung, und ich tue es ganz für mich, einfach so.
Jesus, das war der Name eines Mannes, der vor 2000 Jahren gelebt hat und am Kreuz gestorben ist; Christus (oder nach Johannes, Logos), das ist der Aspekt Gottes, der sich in ihn bei der Taufe im Jordan inkarnierte. Ist nicht dasselbe! Ich finde es schade, dass diese Differenzierungen so oft einfach übersehen werden, oder nicht beachtet werden.
Ja, was eine reine Frage der Gruppenorganisation ist.Ich sehe ganz allgemein, dass viele Menschen versuchen, sich ihren Privatglauben aus diversen Elementen zusammenzubauen. Das sollen sie von mir aus auch gerne tun, mir persönlich ist das egal. Ich stelle aber fest, dass ich meinen Glauben auch (nicht nur) gerne in Gemeinschaft praktiziere. Und dafür ist es hilfreich, sich auf bestimmten Rahmenbedingungen zu einigen.
Es ist nicht grundsätzlich oder per se besser, wenn man von sich behaupten kann, einer "reinen Lehre" anuhängen. Es gibt ebenso viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt. Und genauso wie wir exotische Speisen essen, hat unsere Kultur auch Elemente exotischer Religionen und Weltanschauungen integriert und auch oft etwas Neues, Stimmiges darauf gemacht.
Gerade die katholische Tradition war ja sehr sehr gut darin, lokale Elemente in sich aufzunehmen udn zu integrieren. Warum sollte das nun auf einmal falsch sein, was während Jahrhunderten gängige und erfolgreiche Praxis war?
Das Ziel der Religionen ist immer, auf die eine oder andere Weise, die Kenntnis über die Natur des Menschen und der Welt - und zwar nicht eine rein intellektuelle Kenntnis, sondern ein direktes Sehen der echten Realität. Die Wahrheit macht uns frei, laut dem Evangelisten Johannes.Ich würde auch nicht sagen, dass das Ziel aller Religionen dasselbe ist. Es mag eine gemeinsame Essenz geben, es mag auch ähnliche Rituale geben, aber dennoch sind es unterschiedliche Zugänge.
Das Thema ist ja nicht, zum Pfarrer zu gehen udn ihn zu bitten, das christliche Kreuz durch einen islamischen Halbmond zu ersetzen, oder den Ablauf der katholischen Messe zu verändern. Rituale sollen bitte gerne ihre Formen behalten udn bewahren. Ich würde ja auch nicht in den Louvre gehen und der Mona Lisa einen Schnauz aufmalen.Und für mich ist es ein Zeichen von Respekt, das nicht zu vermischen, sondern jeder Religion ihr ganz eigenes zu lassen und durchaus auch zu spüren, dass ich zu manchem einfach keinen Zugang habe.
Aber leider trennt Religion oft viel zu sehr. Jesus hat uns ein einfaches Ritual geschenkt: er sagte, wir sollten mit Freunden zusammen sitzen, etwas Gutes essen und trinken, uns freuen und gelegentlich an ihn denken. Wenn ich jetzt daran denke, dass gewisse Christen nicht mit Christen anderer Konfessionen ein solches gemeinsames Mahl durchführen würden aufgrund theologischer Differenzen, wo man erst reichlich lange studieren muss, um überhaupt erst zu merken, worin die Differenz überhaupt besteht... das finde ich übel. Da ist in neuer Form das ganze Pharisäertum wieder aufgewacht, das Jesus zu seiner Zeit bei den jüdischen Geistlichen schon kritisierte.
Andacht hingegen ist genau das, was uns in die Mitte führen soll, und nicht etwas, was uns in irrelevante Detaisl verstricken soll.
gruss, barbara
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17.05.2014, 00:43
AW: Andächtig beten
Meditation = Beten:
Ich muss mich entschuldigen, habe mich nicht ganz klar ausgedrueckt.
Wenn ich meditiere oder still bete ist dabei das Ziel fuer mich das gleiche - mit der Gottheit in Verbindung zu treten. Obwohl der Focus und die Methode jeweils unterschiedlich sind.
Wollte damit nicht ausdruecken, dass ich beides grundsaetzlich fuer dasselbe halte, danke fuer den Hinweis!
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16.06.2014, 17:28
AW: Andächtig beten
Hallo!
Ich spreche mit Gott immer, wenn es mir in den Sinn kommt.
Wenn ich im Wald spazieren gehe und ich das Rauschen des Windes höre, das Zwitschern der Vögel und ein Reh, dass mich mit großen Augen anschaut, dann überkommt mich ein Gefühl, dem Schöpfer dieser wunderbaren Natur einfach Danke zu sagen.
Ich wähle die gleichen Worte, die ich bei einem lieben Freund sagen würde.
Denn mein Gott ist wie ein lieber Freund, er ist mein Freund...
Wenn ich abends im Bett liege und über den vergangenen Tag nachdenke, sage ich auch meinem Gott Danke...
Danke für die Speisen! Danke für die Kraft, die er mir gegeben hat, damit ich mit meinen Sorgen richtig umgehe.
Ich bedanke mich, dass er mir die Bibel gegeben hat und mir so die Möglichkeit gegeben hat ihn jeden Tag besser kennen zu lernen.
Ich danke ihn auch für meine lieben Glaubensbrüder und Glaubensschwestern, die mich unterstützen, wenn ich Hilfe brauche.
Ich nehme zum Beten keine besondere Haltung ein.
Ich bete oder spreche mit meinem Gott immer dann, wenn mir danach ist.
Und je öfter ich das mache, fühle ich mich meinem Gott immer näher...

Liebe Grüße von Majolika 




) im Christlichen von Gott als "dem radikal Andern, dem Gegenüber" entstanden ist, ist mir ein Rätsel. Die Bibel gibt das in der Klarheit nämlich gar nicht her.
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