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  1. Moderation

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    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Das geht, glaube ich, allen so. Das, was Anselm Grün mal so treffend den Raum der Stille in uns genannt hat, erahnt man ja meist nur in kurzen Augenblicken. Und deshalb ist mir Gebet wohl auch letztlich näher als reine Meditation. Im Gebet darf ich reden UND still sein, in der Meditation, so kommt mir vor, ist die innere Stille das Ziel und inneres Reden im Grunde Versagen. Das finde ich immer so entmutigend. Und mir tut es auch einfach gut, ein Gegenüber zu haben, auf das ich mich fokussieren kann. So ins nichts hinein still zu sein, langweilt mich ehrlich gesagt auch irgendwie.

    Gruß,

    Malina
    Ja, das verstehe ich alles sehr gut. Mir gefaellt an der Meditation schon auch die Suche nach diesem Raum der Stille, dem Chi, Gott oder was es noch fuer Namen gibt. Besagte Meisterin hatte einen - fuer mich - guten Tipp dazu, es ist das Einzige, was fuer mich beim Meditieren funktioniert: Sie sagte, man solle es eben nicht als Versagen oder Fehler empfinden, wenn man nicht die absolute Stille findet, was ja aus gutem Grund oft viele Jahre durchgaengiger Uebung bedarf. Sie sagte, man solle sich die Gedanken "in Liebe betrachten" und dann "ziehen lassen wie die Wolken am Himmel". Jaja, die Wortwahl ist nicht jedermanns Sache, aber mir gefaellt es.

    Also nicht:
    *meditier* - Ups, was koche ich denn nachher? - Ach menno, schon wieder abgeschweift!
    Sondern:
    *meditier* - Ups, was koche ich denn nachher? - Hm, ein Kochgedanke, bye bye... *meditier* ...

    So dachte ich es mir ja auch fuer die TE beim Gebet, sei es nun das "eigene", stille, oder ein Rosenkranz. Einfach mal machen. Dran bleiben. Sich nicht ueber sich selber aergern, sondern so vor Gott treten, mit meiner Konzentrationsschwaeche, mit meinen Ablenkungen.

    Ich finde auch, dass es mit Gott als Gespraechspartner sogar leichter ist.
    *Gebet* - Was koche ich eigentlich nachher? - Gott, ich moechte konzentriert mit dir sprechen, nimm mich an...
    Oder so aehnlich.

  2. Inaktiver User

    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Und deshalb ist mir Gebet wohl auch letztlich näher als reine Meditation. Im Gebet darf ich reden UND still sein, in der Meditation, so kommt mir vor, ist die innere Stille das Ziel und inneres Reden im Grunde Versagen.
    Gruß,

    Malina
    Das stimmt so nicht. Es ist nicht das Ziel von Meditation innere Stille ohne das Egogeplapper im Kopf zu erreichen. Das das unmöglich ist weiß jeder Meditationsmeister und Lehrer. Es geht um reines Gewahrsein. In dem Fall werden die Gedanken wie Wolken die am Himmel ziehen zwar wahrgenommen aber nicht darauf eingegangen, festgehalten, bewertet, weitergesponnen ectr. sondern nur bemerkt. Interessant ist der Raum der sich dahinter auftut, der in das "Sein" führt. Schwer zu beschreiben.
    In der Meditation wendet man sich seinen tiefsten Inneren zu, ohne einen Dialog zu halten und ohne Hinwendung an ein äußeres göttliches Wesen.

    Es gibt natürlich verschiedene Meditationsformen und auch Gläubige die sich in der Meditation einer Gottheit zuwenden. Diese Hinwendung dient eher als Unterstützung für die eigene Praxis, im Sinne von sich mit seinem Vorbild verbinden (z.B Buddha) um ähnliches für sich zu erreichen.
    Es geht nicht darum von einem Gott angenommen zu sein mit allem was ist. Der Buddhist geht davon aus das sein Seinszustand bereits vollkommen ist. Es geht darum diesen Zustand zu erreichen und im Alltag zu leben, so gut er kann. Einer der Wege ist u.a. die Selbstannahme dafür bedarf es aber keinen Bezugspunkt, kein annehmendes Wesen im Außen als Vorraussetzung.
    Das ist der große Unterschied.
    Geändert von Inaktiver User (13.05.2014 um 19:58 Uhr)

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    AW: Andächtig beten

    Hallo Dakini,

    ja, leuchtet mir ein und kann ich auch gut so sein lassen. Nur mich hat das noch nie so richtig angezogen. Ich war und bin jemand, der einen Gegenüber braucht. Ich glaube, dass die Menschen da tatsächlich veschieden ticken und es daher auch verschiedene Wege gibt, das letztlich Unbegreifliche spirituell zu erfassen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    J
    Also nicht:
    *meditier* - Ups, was koche ich denn nachher? - Ach menno, schon wieder abgeschweift!
    Sondern:
    *meditier* - Ups, was koche ich denn nachher? - Hm, ein Kochgedanke, bye bye... *meditier* ...

    So dachte ich es mir ja auch fuer die TE beim Gebet, sei es nun das "eigene", stille, oder ein Rosenkranz. Einfach mal machen. Dran bleiben. Sich nicht ueber sich selber aergern, sondern so vor Gott treten, mit meiner Konzentrationsschwaeche, mit meinen Ablenkungen.

    Ich finde auch, dass es mit Gott als Gespraechspartner sogar leichter ist.
    *Gebet* - Was koche ich eigentlich nachher? - Gott, ich moechte konzentriert mit dir sprechen, nimm mich an...
    Oder so aehnlich.
    Ich musste so lachen. Du beschreibst das sehr treffend. Das ist wohl genau der Unterschied zwischen Meditation und Gebet. Manchmal denke ich, dass meine Abschweifungen, jedenfalls teilweise, auch was sind, was ich Gott im Gebet hinhalten möchte. Also nach dem Motto, das ist jetzt gerade in mir, also können wir auch darüber reden, bevor wir uns wieder tiefschürfenderen Themen zuwenden.

    Ich denke mir ja eh, wenn Gott alles weiß, dann müssen ihn Gebete ja eigentlich zu Tode langweilen (so ähnlich wie wenn meine Mutter mir zum dritten Mal erzählt, dass sie gestern die und die Nachbarin getroffen hat). Aber da ich davon ausgehe, dass er an meinem Gebet interessiert ist, kann ich ihm eh alles erzählen, denn es ist im Grunde ja alles nix Neues. Und daher darf im Gebet dann auch alles sein, auch wenn ich mich bemühe, auch wieder zurück zu finden, wenn ich mich total gedanklich verirre.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  5. Inaktiver User

    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    So ins nichts hinein still zu sein, langweilt mich ehrlich gesagt auch irgendwie.

    Wobei sich im "Nichts" das "Alles" finden lässt.


    Ad vorbeiziehende Gedanken:
    Ich habe da einen Trick - in der Einleitung der Entspannung am Ende jeder Yogastunde sagt meine bezaubernde Yogalehrerin immer "Kopf still - keine Gedanken". Wie schon verschiedentlich bemerkt wurde, ist keine Gedanken eine ganz schön schwere Übung, weswegen ich mir (gedanklich!) einen jungen buddhistischen Mönch in roten Roben angeschafft habe, der dann in meinem Kopf sitzt, dieses typische Buddhisten-Lächeln draufhat und alle Gedanken, die als kleine, regenbogenfarbige Päckchen angesegelt kommen, in die Hand nimmt, freundlich betrachtet und dann weglegt.
    Er schafft es sogar, mir Gedanken wegzunehmen und abzulegen, wenn ich einen arg unruhigen Abend habe. Sehr praktisch, das.

    Aber eigentlich ist das offtopic.

    On topic: Andächtig beten finde ich ist dann, wenn ich im vollständigen Einklang mit WelcherNameAuchImmer ganz da bin, wo ich bin und ganz das tue, was ich tue.
    Wobei ich dazu sagen muss, dass ich mich ganz grundsätzlich als Teil von WelcherNameAuchImmer empfinde.

    Mein Hirn meldet gerade aus sehr entfernten Bereichen: Ist dieses "ganz fokussiert etwas tun = beten" nicht auch ein Teil des christlichen Ordenswesens bzw. einzelner Orden?

  6. Moderation

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    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Hirn meldet gerade aus sehr entfernten Bereichen: Ist dieses "ganz fokussiert etwas tun = beten" nicht auch ein Teil des christlichen Ordenswesens bzw. einzelner Orden?
    Schon, aber das haben die Christen nicht gepachtet, oder?

    Deinen Moench finde ich sehr schoen!
    Ich befuerchte nur, fuer mich waere er nichts, mein schwaetzerhaftes Ego muesste ihn staendig kommentieren.

  7. Inaktiver User

    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Schon, aber das haben die Christen nicht gepachtet, oder?
    Keine Ahnung ... es kam mir halt so in den Kopf und nachdem hier Leute mit Ahnung sind, hab ich mal gefragt.

    Deinen Moench finde ich sehr schoen!
    Ich befuerchte nur, fuer mich waere er nichts, mein schwaetzerhaftes Ego muesste ihn staendig kommentieren.
    Der schweigt buddhistisch lächelnd vor sich hin, beguckt Päckchen, legt Päckchen weg (auch kommentierende) und lässt sich weder beeindrucken noch anquatschen. Erfahrungswert.

  8. Moderation

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    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der schweigt buddhistisch lächelnd vor sich hin, beguckt Päckchen, legt Päckchen weg (auch kommentierende) und lässt sich weder beeindrucken noch anquatschen. Erfahrungswert.
    Das glaube ich Dir. Ich kenne mich aber und mein dauerquatschendes Ego. Ich waere voellig verzueckt von dem Moench, wie der so laechelnd da sitzt und was fuer eine suesse Idee das ueberhaupt ist, und das wuerde ich alles verbalisieren. Ich befuerchte, da braeuchte ich einen jonglierenden Moench. Und das waere ja NOCH sensationeller.

  9. gesperrt

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    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Warum im Gebet? Warum überhaupt eine Rede zu Gott?
    wie Malina schon sagte: ist ständig verfügbar und gegenüber Gott kann ich wirklich über ALLES reden. Gegenüber meiner Therapeutin nicht, es gibt gewisse (wenige) Themen, da geht es mir schlechter statt besser, wenn ich mit ihr darüber rede - Erfahrungswert - oder ich krieg lediglich ein paar blöde Witzchen - und dafür muss ich nicht den teuren Therapeutentarif zahlen.

    Und wie Maline empfinde ich "Sprechen" bzw. "Antwort Gottes" nicht unbedingt in Form von Worten, sondern oft als Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit, von "alles ist gut". Also nicht im Sinn von "alle Probleme sind wie von Zauberhand verschwunden", sondern im Sinn "da sind jede Menge Probleme, du wirst sehen, es gibt Lösungen. Tu einfach deinen Teil der Arbeit, der Rest wird sich auch geben."

    gruss, barbara
    Wo wir noch bei einem weitern, sehr banalen aber durchaus relevanten Vorteil fürs Gebet wären: ist gratis.

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    AW: Andächtig beten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Hirn meldet gerade aus sehr entfernten Bereichen: Ist dieses "ganz fokussiert etwas tun = beten" nicht auch ein Teil des christlichen Ordenswesens bzw. einzelner Orden?
    Ja, die Kontemplation ist im Christentum fast völlig in den Orden verschwunden. In der Praxis der meisten gläubigen Christen außerhalb der Orden spielt sie kaum eine Rolle, was ich sehr bedauerlich finde. Ich bin davon überzeugt, dass sich vieles, was die Menschen heute im Buddhismus suchen, auch im Christentum finden lässt. Ein Pater, der lange in Asien gelebt hat und viel im Bereich interreligiöser Dialog gemacht hat, hat da mal ganz spannende Analogien hergestellt.

    Ich selbst nehme mir einmal im Jahr Zeit für Exerzitien. Eine Woche komplett im Schweigen zu verbringen, fokussiert schon automatisch und führt in eine kontemplative Haltung hinein. Schwierig nur, etwas davon in den Alltag hinüberzuretten. Aber wenn es ziemlich verdunstet ist, stehen zum Glück schon wieder die nächsten Exerzitien an.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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