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Ergebnis 81 bis 90 von 551
  1. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    >>90 von 162, das sind 47%
    90 von 192.

    Das ist aber kein Beweis, dass die 102 Diebe bzw. Nicht-Zurückgeber keine Werte hatten/haben. Wir wissen nichts darüber, ob sie ein schlechtes Gewissen fühlten. Oder Dankbarkeit, dass jmd anders der das Geld wohl nicht so nötig hatte, nicht gut aufgepasst hat. Letzteres hab ich mal von jmd hier im Forum gelesen. Zeigt einfach eine andere Bewertung.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Alles in allem funktioniert ethisches Verhalten sogar ziemlich gut, finde ich. Man muss nur an den richtigen Stellen gucken. Eine Mutter mit kleinem Kind genießt überall Schutz, das nehme ich ganz stark wahr. Wenn Freunde sich treffen, stellt einer eine Tüte Süßes auf den Tisch und alle dürfen sich was nehmen. Obwohl hier fast immer die Haustür offen steht, wurde noch nie etwas gestohlen. Ich als vergleichsweise kleine schwache Frau habe noch nie Gewalt erfahren. Sehr viel mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen, oder?

  3. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Alles in allem funktioniert ethisches Verhalten sogar ziemlich gut, finde ich.
    Finde ich auch. Und diese Werte funktionieren bei den meisten Menschen, ganz egal, wie sie diese ideologisch begründen.

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    das ist doch das Problem der Theodizee: Wie kann ein gerechter und allmächtiger Gott das Leid von Unschuldigen zulassen, wenn er doch die Macht hätte, es zu verhindern?

    Ja, das ist und bleibt der Pickel am Hintern des Christentums. Sozusagen. (Womit nicht automatisch gesagt sein soll, dass mit nichtreligiösen Weltausdeutungen Pfirsichhintern zu haben wären.)


    Alle Begründungen laufen entweder auf theologische Spitzfindigkeiten hinaus (göttliche Prüfung) oder sind unnlogisch, so wie die, Gott wolle nicht in den freien Willen des Menschen eingreifen. Als ob der Wille des Täters mehr gälte als der Wille des Opfers, unversehrt zu bleiben...

    Find' ich auch Murks. Aber immerhin könnte da noch eine schicke Chaostheorie des freien Willens aushelfen. :-)



    Gruß,
    Aen
    Geändert von Aen (01.05.2014 um 17:21 Uhr)
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Anne
    Was hat das mit Gläubigkeit oder Nicht-Gläubigkeit zu tun? Waren die Leute, die die Geldbörse behalten haben, Nicht-Gläubige? Und warum wurden dann im kommunistischen Russland mehr Börsen zurück gegeben als im calvinistischen Zürich?
    visual, natürlich hat das nichts mit Gläubigkeit oder Nicht-Gläubigkeit zu tun.

    Ich wollte nur aufzeigen, dass es nicht nur perfekte Menschen in einem perfekten Umfeld gibt, wo Moral und Ethik die höchste Priorität haben.

    Mit Frage, wo bekommt ich als Atheist meine Werte her, mal folgendes fiktive Beispiel:

    Die Eltern leben nach dem Prinzip, wenn ich jemand über den Tisch ziehen kann, tue ich das, die Kinder ertappen die Eltern beim Lügen oder gar beim Ladendiebstahl oder bekommen mit, dass das Sparbuch der verstorbenen Oma in der Tasche der Mutter verschwindet, obwohl noch Geschwister von ihr da sind, dass die Glastür, die der Sohn zerdeppert hat, der Versicherung gemeldet wird und da der Freund der Verursacher ist ...
    Im Religions- oder Ethikunterricht erfährt das Kind dann, dass das nicht in Ordnung ist, und muss sich irgendwie damit auseinandersetzen, im Katholizismus kann man auch beichten, was es vielleicht leichter macht.

    Wo bekommt das Kind seine Wertvorstellungen her, wenn es weder Religions- noch Ethikunterricht besucht?
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Es könnte schon helfen, vom Monotheismus abzusehen.
    In Religionen mit vielen Gottheiten gibt es gute und böse, die gewinnen abwechselnd. Keiner ist allmächtig.

    Für mich wäre das leichter zu akzeptieren als die Vorstellung, dass es einen Allmächtigen gibt, der nicht eingreift, wenn unschuldige Opfer Grauenhaftes erleiden müssen. Da würde ich mich fragen, welche Werte denn dieser Allmächtige hat.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    im Katholizismus kann man auch beichten, was es vielleicht leichter macht.
    Das erinnert mich an die Aussage eines katholischen Theologen, bei der mir wirklich der Mund offen stehen blieb. Er sagte: Gottes Gebote sind nur Vorschläge, Gott rechnet nicht wirklich damit, dass wir alle einhalten - und wenn wir uns verfehlt haben, gehen wir beichten, dann verzeit er uns wieder.

    Es gibt also im Katholizismus die Vorstellung, man könne erst ordentlich sündigen und dann per Beichte wieder jede Schuld abgeben. Notfalls per Ablass. Praktisch, oder?

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    Wo bekommt das Kind seine Wertvorstellungen her, wenn es weder Religions- noch Ethikunterricht besucht?
    Durch die Erziehung und das Vorbild der Eltern. Ausserdem werden in der Schule auch außerhalb des Unterrichts ethische Werte in der Praxis vermittelt.

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es könnte schon helfen, vom Monotheismus abzusehen.
    In Religionen mit vielen Gottheiten gibt es gute und böse, die gewinnen abwechselnd. Keiner ist allmächtig.

    Stimmt, im Hinduismus beispielsweise wuselt es beträchtlich von Göttern. Aber da kann ich hiesige Christen "intern" schon verstehen, wenn sie sagen, dass ihnen bei soviel pluraler Schrillheit die Erhabenheit und der (seit Luther?) wesensmäßig dialogische Bezug im Gott-Mensch-Verhältnis abginge.



    Für mich wäre das leichter zu akzeptieren als die Vorstellung, dass es einen Allmächtigen gibt, der nicht eingreift, wenn unschuldige Opfer Grauenhaftes erleiden müssen. Da würde ich mich fragen, welche Werte denn dieser Allmächtige hat.

    Irgendwer bemühte in dem Zusammenhang mal das Bild von Eltern, die ihre Kinder von Zeit zu Zeit ja auch - liebend und liebevoll - aus der Komfortzone kegeln müssen. Leid als göttlicher Bildungsplan. Schwierig.
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    Mit Frage, wo bekommt ich als Atheist meine Werte her, mal folgendes fiktive Beispiel:
    ....
    Im Religions- oder Ethikunterricht erfährt das Kind dann, dass das nicht in Ordnung ist, und muss sich irgendwie damit auseinandersetzen, im Katholizismus kann man auch beichten, was es vielleicht leichter macht.

    Wo bekommt das Kind seine Wertvorstellungen her, wenn es weder Religions- noch Ethikunterricht besucht?
    ...beispielsweise von seinen Eltern, man nennt es Erziehung. Das soll sogar bei Agnostikern und Atheisten funktionieren. Atheisten sind übrigens keine Barbaren und leben auch nicht mit Scheuklappen in einer zivilisatorischen Grauzone.
    Wenn Kinder in das Alter kommen, in dem Religions- und Ethikunterricht auf dem Plan stehen, ist es doch schon viel zu spät, um mit dem Vermitteln von Werten zu beginnen.
    Manches ist durchsichtiger als es scheint.
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    Allegro con brio

  10. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Aen Beitrag anzeigen
    Irgendwer bemühte in dem Zusammenhang mal das Bild von Eltern, die ihre Kinder von Zeit zu Zeit ja auch - liebend und liebevoll - aus der Komfortzone kegeln müssen. Leid als göttlicher Bildungsplan. Schwierig.
    Wenn es nur das wäre. Aber es gibt Situationen, da sind Menschen hinterher dermaßen traumatisiert und für ihr Leben geschädigt, dass man beim besten Willen keinen "wohlwollenden Lernprozess" mehr heraus lesen kann. Gerade in Kriegen gibt es bestialische Grausamkeiten, die Menschen als seelische Wracks zurück lassen.

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