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  1. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Vielen Dank für Eure Antworten.
    Unter dem christlichen Gott verstehe ich den, zu dem man sich mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis bekennt ( " Ich glaube an Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, ... gekreuzigt, gestorben, begraben, ... aufgestiegen in den Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters...") Aus dem Gedächtnis zitiert ...
    Mir ist sonnenklar, dass unser kognitiver Apparat nicht ausreicht, das Gesamte zu erfassen, dass es "mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als unsere Schulweisheit erfassen kann", dass Märchen und Mythen ihre Wahrheit haben.
    Aber an diesen Gott zu glauben, das verursacht mir Jucken im Gehirn. Ich oute mich als Agnostikerin ... mit Werten, die philosophisch und kulturgeschichtlich begründet sind.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unter dem christlichen Gott verstehe ich den, zu dem man sich mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis bekennt ( " Ich glaube an Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, ... gekreuzigt, gestorben, begraben, ... aufgestiegen in den Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters...") Aus dem Gedächtnis zitiert ...
    Als Epos, als große Erzählung, als künstlerisches Bild habe ich kein Problem damit. Nur eben nicht als physikalisch oder historisch gegebenes Faktum.

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das die Kirche bis heute überlebt hat liegt meiner Ansicht nach nur an der Angst vor dem Tod und dem danach der Menschen. Gäbe es diese Ängste nicht mehr würde die Kirche für die meisten Menschen überflüssig werden.
    Das glaube ich nicht. Ein Glaube, der sich im Leben nicht bewährt, trägt auch im Tod nicht. Ein Glaube, der bis in den Tod trägt, muss im Leben eingeübt und fest verankert werden. Das macht richtig Arbeit. Und die meisten Menschen, egal ob gläubig oder nicht, vedrängen den Tod doch recht erfolgreich.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Als Epos, als große Erzählung, als künstlerisches Bild habe ich kein Problem damit. Nur eben nicht als physikalisch oder historisch gegebenes Faktum.
    Für mich sind das Bilder, die versuchen, das Unbegreifliche in eine vorstellbare Form zu bringen (wobei ausgerechnet gekreuzigt, gestorben und begraben ja noch historisch-physikalisch in Ordnung ist). Würde man das Glaubensbekenntnis heute noch mal neu schreiben, würde man mit Sicherheit andere Bilder und Begriffe finden. Auf der anderen Seite verbindet uns die überlieferte Form halt mit der Vergangenheit. Wir müssen dann nur versuchen, den Worten eine Bedeutung abzugewinnen, die auch für uns heute annehmbar ist.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Das glaube ich nicht. Ein Glaube, der sich im Leben nicht bewährt, trägt auch im Tod nicht.
    .

    Segne die Gegenwart

    Vertraue Deinem Selbst

    Erwarte das Beste


  6. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Das glaube ich nicht. Ein Glaube, der sich im Leben nicht bewährt, trägt auch im Tod nicht. Ein Glaube, der bis in den Tod trägt, muss im Leben eingeübt und fest verankert werden. Das macht richtig Arbeit.
    Für Gläubige mag das gelten.

    Mir gefällt die Idee besser, im Tod einfach alles los lassen zu können - auch Bilder und Vorstellungen. Mir sind die religiösen Geschichten einfach zu eng: Ein Jenseits, das beschreibbar ist und das ich mir im Leben ausmalen kann……äh, war das schon alles??

  7. gesperrt

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Das glaube ich nicht. Ein Glaube, der sich im Leben nicht bewährt, trägt auch im Tod nicht.
    Was passiert mit denen, bei denen der Glaube im Leben nicht trägt nach dem Tod in der christlichen Lehre?
    Wie sieht ein "nicht tragender Glaube" - aus?

    Und was passiert mit denen die erst zwei Jahre vor ihrem Tod gläubig werden?

    Ich bekomme diese Fragen nicht zusammen mit dem nicht strafenden Gott.

  8. gesperrt

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Das Christentum ist, ob dir das nun gefällt oder nicht, eine der gemeinsamen eurpäischen Kulturgrundlagen
    Unbestritten!

    Dazu ist zu sagen, dass das griechische Gedankengut via Renaissance/Aufklärung in der Tat SPÄTER nach Europa gekommen ist als das Christentum. ein gutes halbes Jahrtausend später.
    Bei deiner zeitlichen Einteilung "später" widerspreche ich dir jedoch gern, aber evtl. definieren wir da Europa nur anders, vielleicht trennst du das alte byzantinische Reich von dem Europa was wir heute kennen. Ich schau da eher auf das Antike griechische danach römische Reich inkl. der späteren Teilung von Byzanz.

    Das mit dem widersprechen hab ich jetzt schon getan, daher ists gut für mich. Der Rest findet sich in der römischen/griechischen Geschichte und der Konstantinischen Wende (300 n. Chr.) und der wunderbar verschwurbelten Geschichte mit tausenden Einflüssen.

  9. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    und der wunderbar verschwurbelten Geschichte mit tausenden Einflüssen.
    … und Korrekturen.

    Die Frauen
    der ersten christlichen Gemeinschaften wurden zB. einfach rausretuschiert. Ebenso Geschichten, in denen Frauen die Heldinnen waren, wie "Susanna im Bade" oder "Judith und Holofernes". Sie hatten keine Chance, in den Kanon aufgenommen zu werden (wären diese Sujets nicht so oft gemalt worden, wären sie vermutlich längst verloren)

    Nicht zu vergessen die vielen unterschiedlichen Strömungen des frühen Christentums, von denen fast alle als Häresien ausgestoßen wurden. Wer nicht gerade Religionshistoriker ist, kennt meist nur die frisierte und kanonisierte Fassung des Christentums.

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Was passiert mit denen, bei denen der Glaube im Leben nicht trägt nach dem Tod in der christlichen Lehre?
    Das weiß ich nicht. Das weiß niemand. Ich glaube, dass Gott sich aller Menschen voller Barmherzigkeit annimmt, sofern sie das wollen.
    Es ging mir eher um die Zeit unmittelbar vor dem Tod. Da trägt vermutlich wohl nur ein gut verankerter Glaube, auch wenn es Menschen geben mag, die im Angesicht des Todes tatsächlich noch gläubig wird und daraus Kraft schöpft. Aber meist stützt man sich in existenziellen Momenten doch eher auf die bekannten Ressourcen.

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Wie sieht ein "nicht tragender Glaube" - aus?
    Das ist für mich ein Glaube, der sich eher im äußeren Vollzug von Ritualen erschöpft, die man mitmacht, weil man denkt, das gehört sich so, wo keine lebendige Gottesbeziehung hinter steht. Ich weiß durchaus von Menschen, die man für tief gläubig gehalten hätte, wo der Glaube aber im Angesicht des Todes zerbröselte, weil keine Substanz dahinter steckte.

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Und was passiert mit denen die erst zwei Jahre vor ihrem Tod gläubig werden?
    Was soll mit denen passieren. Wenn der Glaube tragfähig ist, wird er tragen, wenn nicht, dann nicht. Ich gehe nicht davon aus, dass Gott uns nach der Anzahl der Jahre unserer Gläubigkeit beurteilt. Allerdings wird wohl kaum jemand gläubig, weil er Angst vor dem Tod hat und den Glauben für das Heilmittel hält. Das würde wohl auch kaum funktionieren. Dass der Glaube die Angst vor dem Tod nehmen kann, ist eher eine angenehme Begleiterscheinung.

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Ich bekomme diese Fragen nicht zusammen mit dem nicht strafenden Gott.
    Ich glaube an keinen strafenden Gott. Ich glaube an einen Gott, der richtet. Der aufrichtet, wieder richtig macht, herrichtet. Und das kann durchaus unangenehm sein, aber niemals unbarmherzig.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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