Dass ist dann wohl eher etwas, was in deinem Charakter von Natur aus angelegt ist und nichts, was deine Umgebung zustande brachte - es wird genug andere Leute gegeben haben, die in ähnlichen Umständen aufwuchsen und nie besondes kritisch wurden.
Das erklärt keineswegs, warum viele für jeden Fliegenschiss eine Reihe von Studien als Belege wünschen (she diverse Diskussionen zu alternativer Medizin, zum Beispiel - die Sorte dürfte dir vertraut sein), aber wenn es um wirklich wichtige Dinge geht, nämlich um die grundlegenden Werte, ist eine wolkige Begründung à la "offenes Herz" auf einmal gut genug? Was in einer Diskussion über zB Therapiemethode nicht akzeptiert würde? - das passt doch hinten und vorne nicht zusammen.Weil das Herz verschlossen ist. Die Ratio vermag vieles zu erklären, sie ist aber nicht das Non Plus Ultra
gruss, barbara
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08.05.2014, 06:40
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
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08.05.2014, 06:43
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
nein, das ist nicht wirklich eine technische Frage. Wenn es völlig in Ordnugn wäre, aus bestehenden Wertesets eines quasi per Würfeln auszuwählen, und man hätte das Pech, bei Nazi-Blut-und-Boden-Ideologie zu landen - fände ich jetzt nicht grad einen bloss "technischen" Unterschied zu christlicher Nächstenliebe.
Das bedeutet wiederum: ob einer ein Nazi ist oder ein Heiliger, spielt überhaupt keine Rolle, es ist völlig egal.Anders gesagt: Moral, wie auch immer sie konkret definiert wird, ist notwendig. Die konkrete Moral ist dann nur noch abhängig von Bildung, Kultur, Wissen, Gesundheit, Klima etc.
Unsere gesellschaftliche Praxis zeigt aber etwas ganz Anderes: es ist keineswegs egal.
Wie löst du diesen Widerspruch auf?
gruss, barbara
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08.05.2014, 06:45
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Ich bezog mich nun explizit auf jene Sorte Leute, die in grundsätzlich allen Diskussionen immer darauf bestehen, alles müsse rational und begründet sein. Wenn so eine Person auf einmal ins argumentative Nichts verschwindet, ist das doch eine sehr seltsame Sache.
Wenn eine Person, die das Herz und das Fühlen auch in Alltagsdingen als valable Entscheidungsgrundlage kennt, dies auch auf ihre Werte anwendet, damit hab ich kein Problem.
gruss, barbara
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08.05.2014, 08:12
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Mir ging es darum: wenn sich jeder nach Kräften bemüht, das Richtige zu tun (=Moral), dann können wir zufrieden sein. Was dabei konkret geschieht, hängt eben von individuellen Faktoren ab. Und individuell bedeutet eben auch eine gewisse Unterschiedlichkeit.
Jemand mit einem IQ von 140, promoviert, einem Lebensalter von 70 und an einer schweren Krankheit leidend, lebt seine Moral anders aus als einer mit einem IQ von 60, Volksschulabschluss, 18 Jahre alt und kerngesund.
Wenn sich beide maximal bemühen, ist es mir in dieser Hinsicht relativ egal, wie sie sich konkret verhalten. Ihre Handlungen hätten dann in etwa den gleichen Wert, egal was konkret dabei heraus kommt.
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08.05.2014, 08:48
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08.05.2014, 08:53Inaktiver User
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Du erwartest jetzt anscheinend bei dieser Frage eine auf 5 Sätze zusammengekürzte Erklärung wie man Werte begründet? Vorausgehend, daß man erstmal klären müsste was Du konkret unter Werten verstehst?
Es gibt Menschen, die meinen eine Sicherheit zu haben wenn man sie mit Zahlen bombardiert. Wie diese entstehen, welche Hintergründe sie haben ist völlig egal, hauptsache es steht da 3,214 und das genügt. Und in gewissen Bereichen des menschlichen Lebens sind solche Zahlen auch definitiv sinnvoll vor allem wenns um lineare Systeme geht. Gefährlich wirds erst dann wenn man das selbe Schema auf Nichtlineare Systeme anwendet, z. B. auf einen Menschen.
Es gibt beispielsweise Menschen, die haben Erweckungserlebnisse, Erleuchtungen, wie auch immer man das nennen mag, deren Wertebildung wird sich meist deutlich von den allgemeinen Wertebildungen anderer Menschen unterscheiden.
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08.05.2014, 08:56Inaktiver User
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08.05.2014, 09:08Inaktiver User
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08.05.2014, 09:47Inaktiver User
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Natürlich gibt es das, wenn man offenen Auges durch die Welt geht dann kann man das seit einigen Jahren überall sehen.
Bei Kriegen läuft genau dieses Schema immer wieder ab:
1. Das Land oder das System welches man bekämpfen möchte muss etwas haben was man selbst möchte (z. B. Öl)
2. Man muss ein Feindbild erzeugen und die Wahrheit verdrehen (Medien, derzeit Putin ist der Böse http://unzensiertinformiert.de/2014/...in-bild-luegt/
)
3. Evtl. benötigt es noch einen triftigen Grund, daß man dann verargumentieren kann anzugreifen
4. Der Gegner muss entmenschlicht werden, als minderwertig eingestuft etc.
Und an obigen beteiligt sich Deutschland bereits eine ganze Weile mit.
Und damit die Bevölkerung nix mitbekommt wird das alles als humanitäre Hilfseinsätze der Bundeswehr getarnt und die Medien sind bereits wieder gleichgeschaltet.
Komisch, daß z. B. keiner diese menschenverachtenden Zustände in Nordkorea beendet, wo täglich Menschen gefoltert, hingerichtet und massakriert werden. Aber in Nordkorea ist halt kein Blumentopf in Form von Rohstoffen zu gewinnen, warum also sollte man sich hier einmischen?
Man muss nicht reflexhaft eine Gegenwehr aufbauen nur weil jemand Nazi schreibt. Man könnte mitlerweile mit dem Thema souveräner umgehen wenn man bereit ist zuzulassen, das das was geschehen ist eine menschliche Abart ist, die sie immer dann abspielt wenn sich eine Gruppe einer anderen überlegen fühlt.
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08.05.2014, 09:49
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Das ist Dein Strohmann, den Du hier abfackelst. Ich hab’ in diesem Thread noch niemanden angetroffen, der für (seine) Werte und normative Aussagen eine objektive Beweiskraft behaupten würde. Auch nicht für die Herleitung seiner Werte. Außer Dir. Und es sei Dir ja unbenommen, einen rationalen, d.h. konsistenten, widerspruchsfreien und vollständigen Begründungslauf für Deinen religiösen Moralentwurf zu versuchen. Klar, probier’s. Warum auch nicht?
Nicht mehr weiter diskussionswürdig ist dann allerdings, ein Begründungsverfahren für eine „theoretisch kohärente und alles erklärende Form“ (war Deine Bezeichnung) für Werte und Moralaussagen zu erzeugen, die sich in ihrer zirkulären Form kurzerhand ad absurdum führt. A mit A zu begründen - ist schlicht keine Begründung. Da kannst Du Dich auf den Kopf stellen und mit den Zehen wackeln, alle Logikbücher verfeuern und Hurra schreien: Es ist und bleibt auf diese Weise keine Begründung.
Und umgekehrt gilt: Wenn Deine kreislaufende Argumentation in diesem Thread den Maßstab für eine „theoretisch kohärente und alles erklärende Form“ für Werte und Moralaussagen setzen soll, dann gilt diese Zirkelschlussschablone freilich für alle in diesem Thread. Und dann kann für „Gott“ auch
„die Vernunft“,
„das menschliche Gewissen",
"mein Gefühlskompass“,
"mein Bauch"
... und letztlich einfach alles eingesetzt werden. Weil ein Zirkelschluss nunmal alles - und damit eben nichts - "wahr machen" kann.
Bae:
Gott bezieht sie nicht, er schafft sie und er ist identisch mit ihnen. Gott IST die Liebe, die Wahrheit, die Gutheit, das Leben, die Richtigkeit, die Schönheit, der Wille, das Wissen etc.
Wenn er versagte, würden wir es nie erfahren - das wär der Moment, in dem das Universum und somit auch wir aufhören täten zu existieren.
[…]
Ich merke es am Gefühl, und ja natürlich spricht Gott mit mir. bzw ich erlaube mir zuzuhören.
Ich halte meine Ethik aus dem Grund für richtig, weil sie mich in Übereinstimmung mit den göttlichen Qualitäten bringt - mit Gesundheit, Schönheit, Liebe, Wahrheit etc - und aus diesem Grund halte ich eine Ethik für gut, die nach diesen Qualitäten strebt.
Schliesslich bin ich als Mensch mit Gottes Odem begabt, das heisst, das Leben in mir ist göttlich - mein Sinn für Wahrheit ist göttlich - mein Sinn für das Richtige ist göttlich in seiner Natur. und ich richte mich danach aus, das Göttliche zu anerkennen und durch meine Handlungen zu kultivieren.
=
X bezieht sie nicht, X schafft sie und X ist identisch mit ihnen. X IST die Liebe, die Wahrheit, die Gutheit, das Leben, die Richtigkeit, die Schönheit, der Wille, das Wissen etc.
Wenn X versagte, würden wir es nie erfahren - das wär der Moment, in dem das Universum und somit auch wir aufhören täten zu existieren.
[…]
Ich merke es am Gefühl, und ja natürlich spricht X mit mir. bzw ich erlaube mir zuzuhören.
Ich halte meine Ethik aus dem Grund für richtig, weil sie mich in Übereinstimmung mit den x-igen Qualitäten bringt - mit Gesundheit, Schönheit, Liebe, Wahrheit etc - und aus diesem Grund halte ich eine Ethik für gut, die nach diesen Qualitäten strebt.
Schliesslich bin ich als Mensch mit Xs Odem begabt, das heisst, das Leben in mir, ist x-ig - mein Sinn für Wahrheit ist x-ig - mein Sinn für das Richtige ist x-ig in seiner Natur. und ich richte mich danach aus, das x-ige zu anerkennen und durch meine Handlungen zu kultivieren.
Besser lässt sich ein argumentatives Nichts kaum veranschaulichen.
Gruß,
AenGeändert von Aen (08.05.2014 um 14:05 Uhr)
Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow



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