Das war wer im "Religion in der Grundschule"-Thread. Die Formulierung war "ich brauch nicht Religion als Krücke", wenn ich mich recht erinnere. Aber über die Jahre ist mir diese Haltung mehrfach und regelmässig begegnet (nicht nur hier auf Brigitte, logischerweise), mit mehr oder minder grossen Zugaben an Arroganz. Genug oft von genug unterschiedlichen Leuten, dass ich es als Muster betrachte und nicht einzelne Ausnahme.
ja das frag ich mich eben auch.Warum sollten Gläubige dumm sein, nur weil sie bei ihrer Sinnsuche zu einem anderen Ergebnis gekommen sind als Atheisten oder Agnostiker?
sicher, kein Problem damit.Warum kann man nicht mehrere Sichtweisen nebeneinander stehen lassen.
Die Hardcore-Leute auf beiden Seiten schenken sich da nichts, wobei Gläubige in der Regel noch eher die höfliche Form wahren und nicht zu glauben scheinen, dass Grobheit und rüpelhaftes Verhalten ein Zeichen für Ehrlichkeit sei.Anstrengend wird die Diskussion doch erst dann, wenn Gläubige durchblicken lassen, dass nur ihre Meinung die einzig wahre sein kann. Das Gleiche gilt umgekehrt auch für die nicht religiöse Fraktion.
Aber selbstverständlich geht jeder Mensch davon aus, dass die eigene Meinung stimmt und die Meinung anderer nicht. Es wird ja wohl kaum jemand extra sich eine Meinung aneignen, von dem man selbst denkt, sie sei falsch. Das würde null Sinn machen.
gruss, barbara
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04.05.2014, 09:18
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
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04.05.2014, 09:21
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Wenn man die grossen Mystiker und Heiligen liest, gehen die noch über die Menschenrechte hinaus: sie betrachten auch die Tiere, die Pflanzen, die Steine, die Naturerscheinungen als Geschwister, alle gleich würdig und gleich wert in Angesicht des Schöpfers.
Es gibt auch viele Geschichten darüber, wie wilde Tiere in der Nähe von Heiligen zahm und freundlich und hilfsbereit werden - nicht aus Zwang, sondern weil sie von der Heiligkeit der Heiligen berührt wurden.
gruss, barbara
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04.05.2014, 09:44Inaktiver User
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Nicht zu vergessen die Märchen, in denen Tiere sogar sprechen können…..
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04.05.2014, 10:03
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Visual - nur weil du ausschliesslich das Banale kennst, bedeutet es nicht, dass das Aussergewöhnliche und Wundersame nicht existiert.
Allerdings bleibt dann erklärungsbedürftig, wie es kommt, dass sich ein einzelner Eremit irgendwo in den tiefsten Wald verzieht und dort allein lebt - und dann auf einmal, aus welchem Grund denn? - sich immer mehr Leute die Mühe machen, ihn aufzusuchen., um Rat zu fragen, in seiner Nähe zu wohnen, eine Stadt oder ein Kloster zu gründen. Was ist deine Theorie dazu?
gruss, barbara
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04.05.2014, 10:08Inaktiver User
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Ich finde Märchen und Erzählungen keineswegs banal - du schon?
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04.05.2014, 10:20
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Hallo Barbara,
das scheint mir ein wichtiger Punkt zu sein. Ich halte es für eine Illusion, gut mit einer Welt ohne Gott klar kommen zu können. Gäbe es einen Beweis für die Nichtexistenz Gottes, so würden sich wohl viele aus gutem Grund die Kugel geben.
Umgekehrt vermute ich daher, dass selbst Atheisten über einen unterschwelligen Glauben an Gott und Unsterblichkeit verfügen.
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04.05.2014, 10:43
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Genau diese Art von subtiler Arroganz ist es, die eine Diskussion auf Augenhöhe schwierig macht. Warum soll das nicht funktionieren?
Das wären dann aber weniger die Atheisten; denn sie sind auf diese Situation schon mental vorbereitet.....Gäbe es einen Beweis für die Nichtexistenz Gottes, so würden sich wohl viele aus gutem Grund die Kugel geben.
Dann wären sie per definitione keine Atheisten.Umgekehrt vermute ich daher, dass selbst Atheisten über einen unterschwelligen Glauben an Gott und Unsterblichkeit verfügen.
Du denkst zu viel für andere mit. Hast du schon mit überzeugten Atheisten kommuniziert oder wie kommst du zu deinen Vermutungen?Manches ist durchsichtiger als es scheint.
Gewaltig ist der Unterschied zwischen x und u!
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Allegro con brio
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04.05.2014, 10:54
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Wenn ich mir betrachte, was dieser Thread an Erkenntissen bracht: weil Leute, die sich selbst atheistisch oder agnostisch nennen, sich entweder auf a) das Gefühl verlassen, ohne dieses Gefühl weiter zu hinterfragen oder theoretisch zu untermauern; oder b) weil sie ihr Verhalten mit "es funktioniert für ein angenehmes Leben" begründen, und ihnen das reicht (ohne zB zu fragen, warum "ein angenehmes Leben" ein ethisches Ziel sein könnte) - oder weil sie c) sich auf Begriffe wie "Natur" berufen, die in ihrer Funktion von "Gott" nicht wirklich zu unterscheiden sind.
Da liegt die Vermutung in der Tat sehr nahe, dass unterschwellige Gottesvorstellungen eine Rolle spielen. Ich hab auch schon mal einen Atheisten sagen hören: "ich glaube schon, dass da was ist - aber nicht das, was die Kirche erzählt!" - nun ja, sehr einverstanden, in der Kirche wird tatsächlich viel Unsinn erzählt.
und nein, ich finde das nicht arrogant oder überheblich, sondern schlicht eine Schlussfolgerung, die sich geradezu aufdrängt, vor allem nach der Vielfalt der entsprechenden Beispiele, soweohl hier im Thread wie auch über die Jahre mit unterschiedlichen Gesprächspartnern gesammelt.
ganz offensichtlich bereiten sich Atheisten eben nicht MENTAL auf irgend etwas vor; sonst würden sie ihre Gedanken zu Ende denken.Das wären dann aber weniger die Atheisten; denn sie sind auf diese Situation schon mental vorbereitet.....
Und von Dingen wie einer atheistischen "Kunst des Sterbens" oder "Kunst des Umgangs mit existenziellen Schwierigkeiten" hab ich auch erst ansatzweise etwas gehört, zB bei Alain de Botton, der sinngemäss meint: nur weil man Atheist ist, braucht man noch längst nicht auf all die Techniken und Lebenshilfemethoden zu verzichten, die die Religiösen im Lauf der Jahrtausende entwickelt haben.
gruss, barbara
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04.05.2014, 11:02
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Ausweichende Sophisterei.
Deine Aussage war, dass Berichte von Heiligen, bei denen wilde Tiere zahm wurden, "Märchen" seien - offensichtlich implizierend, dass es erfundene Geschichten seien ohne Bezug zur Realität. Womit du das Leben dieser Menschen, die es historisch ja gab (zB Franz von Assisi, oder Gallus), banalisierst.
Was die Frage immer noch nicht beantwortet: warum nahmen die Leute so viel Mühe auf sich, diese Eremiten in ihrer Wildnis besuchen zu gehen, ihre Schüler zu werden, Klöster und Städte zu gründen - wenn sie doch so gar nicht besonders waren? Wenn wilde Tiere sie genauso angriffen, oder scheu flohen, wie es üblicherweise der Fall ist?
gruss, barbara
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04.05.2014, 11:05Inaktiver User
AW: Wie begründet ihr eure Werte?
Das Ideal der Askese existiert seit der Antike, es ist viel älter als das Christentum und existiert weltweit in vielen Religionen und Weltanschauungen.
Der Hinduismus beispielsweise kennt viele Klostergründungen aufgrund asketischer Traditionen.




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