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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Adler2 Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass Gott alles ist. Dann wäre Gott auch das Böse!
    "das Böse" ist lediglich eine Konstruktion in deinem Geist, um Dinge zu beschreiben, die dir widerwärtig sind und die du nicht annehmen kannst.

    Gott nimmt aber die ganze Schöpfung an, mit allem, was drin ist - denn wenn er es nicht annähme, würde es gar nicht existieren. Gott wäre nicht (der allmächtige) Gott, wenn eine gleichberechtigte Kraft neben ihm existierte - oder sogar eine übergeordnete Kraft - die machen kann, dass es Dinge gibt, die gegen Gottes Willen existieren.


    Sprechen wir lieber von einem gottkonformen Verhalten! Ein in höchstem Maße gottkonformes Verhalten wäre dann 1, ein absoluter Mangel desselben 0 und nicht -1. Also gibt es auch keinen Teufel.
    Den Teufel gibt's, so wie das Böse, als menschliche kollektive und individuelle Vorstellung - und hat als soclhe auch durchaus eine Menge Macht.

    Der Teufel ist laut Bibel der Herr der Welt - also immer dann der Herr, wenn ein Mensch das Materielle zum Götzen erhebt. Was ja häufig und oft geschieht.

    gruss, barbara

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Alles Einzigartige ist so wertvoll, dass es unbezahlbar ist - zum Beispiel das Lächeln deiner Geliebten.

    De ganze Rest ist bloss ein Spiel (durchaus ein interessantes, faszinierendes Spiel), das sich "Handel" nennt.

    gruss, barbara
    Du sprichst vermutlich den Unterschied zwischen Wert und Preis an .

  3. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es verstehe, aber ich sehe da eine Menge Probleme (Stringenz, Widerspruchsfreiheit).
    Und wenn man sich die Überlieferungsgeschichte anschaut (Zeugenberichte aus Abstand von hundert Jahren zum bezeugten Geschehen), von der Kirche unterdrückte Texte ... ich habe mich lange mit dem Glauben meiner Kindheit herumgeschlagen.

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    "das Böse" ist lediglich eine Konstruktion in deinem Geist, um Dinge zu beschreiben, die dir widerwärtig sind und die du nicht annehmen kannst.

    Gott nimmt aber die ganze Schöpfung an, mit allem, was drin ist - denn wenn er es nicht annähme, würde es gar nicht existieren. Gott wäre nicht (der allmächtige) Gott, wenn eine gleichberechtigte Kraft neben ihm existierte - oder sogar eine übergeordnete Kraft - die machen kann, dass es Dinge gibt, die gegen Gottes Willen existieren.
    Ich glaube ja auch nicht an eine gleichberechtigte Kraft neben Gott (das wäre -1 ("Teufel") zu 1 (Gott)). Aber widergöttliches Verhalten für nicht existent zu halten, halte ich für Unfug. Das hieße, dass es Böses überhaupt nicht gäbe.

    Und wenn es das Böse nicht gäbe, bliebe in der Tat die Frage nach dem Leid. Es gäbe keine befriedigende Antwort mehr auf die Theodizeefrage.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Liebe Barbara, oben schreibst Du ( und diese Auffassung ist mir auch bestens bekannt) , der Verlust der körperlichen Existenz des Menschen sei kein Drama, da es ja nur auf die unsterbliche Seele ankomme.
    Wie verträgt sich das mit der Wertschätzung des einzigartigen Lächelns der Geliebten, wie mit der Religion der Liebe? Sollte die Liebe nicht in erster Linie dem lebendigen Mitmenschen gelten? Wenn die unsterbliche Seele Vorrang hat, ist die Praxis der Heiligen Inquisition gerechtfertigt. Mit der Rettung des Seelenheils kann man vieles rechtfertigen.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich hab einen guten objektiven Grund: sie erklärt mehr Phänomene als die atheistischen Varianten.
    Religion erklärt die Phänomene nur innerhalb ihres religiösen Systems. Im Bereich der Naturwissenschaften wäre zB. die Trinität ebenso absurd die die Jungfrauengeburt. Macht nichts. Religiöse Erzählungen müssen nicht im naturwissenschaftlichen Experiment bewiesen werden. Sie haben genauso ihre Berechtigung wie andere phantastische oder symbolische Erzählungen.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich hab zB kein Theodizee-Problem
    Schön, wenn du es dir so leicht machen kannst. Ich könnte das nicht.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich hab eine klare Idee zur Funktion von Kunst.
    Ja, die kenne ich. Sie war so "überzeugend" und unflexibel, dass ein ganzer Strang damit abgewürgt wurde, weil keiner mehr Lust hatte, mit zu schreiben

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich hab ein Modell davon, was ein Engel ist. Und die ganze Wissenschaft hab ich auch drin. Und das alles ohne logische Widersprüche oder Probleme.
    Das ist eben tatsächlich besser, umfassender.
    Deine persönliche Meinung sei dir unbenommen.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    nein, ich bin nicht der Auffassung, dass alle Weltanschauungen gleich gut sind.
    Eine sehr intolerante Haltung, die ich als persönliches Statement akzeptieren kann. Als Modell für eine ganze Gesellschaft wäre ein solch totalitäres Denken eine Katastrophe.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich bin der Auffassung, dass jene Weltanschauungen vorzuziehen sind, die umfassender sind; die mehr erklären, mehr vernetzen, mehr Themen umfassen.
    Das tut Religion gerade nicht: Sie unterwirft alle Fragen einer einzigen Doktrin, und wenn etwas nicht passt, wird es passend gemacht. Damit erreicht sie nie die Vielfalt und Differenziertheit der Wissenschaften, von denen sich jede ganz ihrem Fach widmen kann, ohne alles, was sie entdeckt, krampfhaft mit vorgegebenen Prämissen vergleichen zu müssen.

    Für die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit ist schon die Fragestellung wichtig. Deswegen macht es Sinn, möglichst offen auf ein Thema zuzugehen. Wenn jemand schon mit weltanschaulichen Scheuklappen an eine Fragestellung heran geht, wird er immer nur Dinge finden, die seinen vorgegebenen Horizont bestätigen.

    Dazu kommt noch ein gewisser Horror vacui: Religionen geben auf alles eine Antwort, sie erklären alles irgendwie, auch wenn diese Erklärungen außerhalb ihrer Theologie keinerlei Akzeptanz finden. Alles wird mit vorgegebenen Antworten zugepflastert.

    Die Theologie der Buchreligionen (der Buddhismus tickt da mE. anders) lässt keinerlei Freiraum für Nichtwissen. Es sind aber gerade diese Bereiche des "Leeren", "Unerforschten", des "Nicht-Begreifbaren", in denen wirkliche Kreativität möglich ist.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Es mag sich ja kitschig lesen: aber für mich ist das Wichtigste im Leben die Liebe.

    Und ich glaube wirklich, man kann ihr ein Leben lang aus dem Wege gehen, kann sie vermeiden.
    Wer an irgendwas sein Herz hängen kann verändert sich.

    Der Gegenspieler ist die Gleichgültigkeit.

    Damit wären wir auch schon bei meinen Begründungen.

    Die Liebe hat so viele Seiten und ändert sich im Laufe der Jahre. Meist zum Großen Ganzen.
    Ich bin ausdrücklich kein Pazifist weil ich eben nicht zusehen kann und will wie Heerscharen von unschuldigen Menschen abgeschlachtet werden.
    Frieden ist was Aktives.
    Und lebt auch nicht aus dem "Nicht" heraus.

    Liebe und Achtung sind eigentlich mein Fundament.
    Und ich höre da in mich rein. Wenn sich zum Beispiel was Verächtliches regt.

    Meine Tochter begründete damit ihren Stellenwechsel.
    Sie konnte ihren Chef nicht mehr achten.
    Die Konditionen stimmten!!!

  8. gesperrt

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Adler2 Beitrag anzeigen
    Ich glaube ja auch nicht an eine gleichberechtigte Kraft neben Gott (das wäre -1 ("Teufel") zu 1 (Gott)). Aber widergöttliches Verhalten für nicht existent zu halten, halte ich für Unfug. Das hieße, dass es Böses überhaupt nicht gäbe.
    Es gibt natürlich das, was im Buddhistischen "Maya" genannt wird - die irrtümliche Ansicht, dass es darum gehe, sich in der Welt der Polaritäten (gut-böse, heiss-kalt, schwarz-weiss, lang-kurz etc) sich für die "richtige" Seite zu entscheiden. Und die "falsche" Seite ist dann natürlich gleichzeitig die böse Seite. Wir lernen dies als Kinder, so - was weiss ich - mit vier, fünf, sechs Jahren - aber wir dürfen auch darüber hinaus wachsen, wenn wir wollen. Und zu der Ansicht gelangen, dass es darum geht, alle Polaritäten gleichermassen anzunehmen, und von persönlichen Vorlieben und Abneigungen zu abstrahieren. Das heisst nicht, das es persönliche Vorlieben nciht mehr gibt, oder die Trauer um den Tod eines lieben Menschen, oder der Schmerz über einen Verlust - aber sie kriegen einen neuen Kontext - einen, wo trotz und mit Schmerz/Trauer/Ekel/Ablehnung innerer Friede möglich ist.


    Und wenn es das Böse nicht gäbe, bliebe in der Tat die Frage nach dem Leid. Es gäbe keine befriedigende Antwort mehr auf die Theodizeefrage.
    Leid ist in erster Linie eine subjektive Bewertung von Umständen, und somit grundsätzlich unter der Kontrolle des Individuums. Es ist zB möglich, Schmerz zu empfinden, ohne darunter zu leiden - sondern einfach neutral festzustellen "da ist Schmerz". Das benötigt natürlich entsprechende Übung, und das umso mehr umso grösser und schwerwiegender der Schmerz ist, egal ob physischer oder psychischer Schmerz - aber Leid ist menschengemacht und kann auch vom Menschen ent-machtet werden.

    gruss, barbara

  9. gesperrt

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Liebe Barbara, oben schreibst Du ( und diese Auffassung ist mir auch bestens bekannt) , der Verlust der körperlichen Existenz des Menschen sei kein Drama, da es ja nur auf die unsterbliche Seele ankomme.
    Wie verträgt sich das mit der Wertschätzung des einzigartigen Lächelns der Geliebten, wie mit der Religion der Liebe? Sollte die Liebe nicht in erster Linie dem lebendigen Mitmenschen gelten? Wenn die unsterbliche Seele Vorrang hat, ist die Praxis der Heiligen Inquisition gerechtfertigt. Mit der Rettung des Seelenheils kann man vieles rechtfertigen.
    Das einzigartige Lächeln der Geliebten IST ja ein Ausdruck der Seele. das Leuchten in den Augen des Mesnchen IST Ausdruck der Seele - und als verkörperte Seele, die ich bin, halte ich es für richtig, die Entscheidungen anderer Seelen zu ehren.

    Deine Seele ist aus demselben Stoff wie meine Seele, und wenn der Inquisitor einen Ketzer auf den Scheiterhaufen bringt, so bringt er sich damit selbst auf den Scheiterhaufen. Das, was man andern tut, tut man sich selbst.

    Und ja, im Leben auf der Erde geht es in erster Linie darum, das Leben und die Seelen in ihren verkörperten Formen zu ehren, die unsterblichen Seelen in ihrem Kleid aus Fleisch und Blut zu feiern.

    gruss, barbara

  10. gesperrt

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    AW: Wie begründet ihr eure Werte?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Religion erklärt die Phänomene nur innerhalb ihres religiösen Systems. Im Bereich der Naturwissenschaften wäre zB. die Trinität ebenso absurd die die Jungfrauengeburt. Macht nichts.
    Och, Wissenschaft auch auch ihre Trinitäten - zB Energie, Information, Materie. Oder Proton, Elektron, Neutron. Oder, alchemistisch, Sulphur, Sal, Mercurius.

    die Dynamik von Dreiheiten gibts in allen Lebensbereichen.

    Schön, wenn du es dir so leicht machen kannst. Ich könnte das nicht.
    Ich habe es mir keineswegs leicht gemacht. Aber ich habe meinen Frieden damit geschlossen, dass die Erde ein Ort ist, an dem es Leid gibt. Und ich habe einen Weg gefunden, wie ich sinnvoll damit umgehen kann.

    Deine persönliche Meinung sei dir unbenommen.
    Hier stimmt meine persönliche Meinung mit dem Mainstream der Wissenschaften überein: eine Theorie gilt dann als gut, wenn das Zusammenspiel weniger Elemente eine Vielzahl von Phänomenen erklären können.

    Eine sehr intolerante Haltung, die ich als persönliches Statement akzeptieren kann. Als Modell für eine ganze Gesellschaft wäre ein solch totalitäres Denken eine Katastrophe.
    Ganz im Gegenteil, ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, dass eine Gesellschaft sich für bestimmte Werte entscheidet und für diese Werte einsteht. für Dinge wie Zwangsheirat hab ich keine Toleranz und ich habe keinen Grund dafür.

    Und ja, ich will in einer Gesellschaft leben, die keine Toleranz hat für Zwangsheiraten, und keine Toleranz für Bücherverbrennungen, und keine Toleranz für Brandstiftung. Wenn du eine solche Gesellschaft totalitär nennen willst, bitte sehr...


    Das tut Religion gerade nicht: Sie unterwirft alle Fragen einer einzigen Doktrin, und wenn etwas nicht passt, wird es passend gemacht. Damit erreicht sie nie die Vielfalt und Differenziertheit der Wissenschaften, von denen sich jede ganz ihrem Fach widmen kann, ohne alles, was sie entdeckt, krampfhaft mit vorgegebenen Prämissen vergleichen zu müssen.
    Hier demonstrierst du einzig und allein, dass du über Religionen fast nichts weisst. Aber wir leben in einer freien Welt und alle haben das Recht, sich so zu blamieren, wie immer sie können und wollen.

    Für die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit ist schon die Fragestellung wichtig. Deswegen macht es Sinn, möglichst offen auf ein Thema zuzugehen. Wenn jemand schon mit weltanschaulichen Scheuklappen an eine Fragestellung heran geht, wird er immer nur Dinge finden, die seinen vorgegebenen Horizont bestätigen.
    Dieselbe Vorgehensweise könntest du, wenn du wolltest, auf religiöse Fragestellungen anwenden.

    Aber das ist ja eigentlich gar nicht das Thema - ich warte immer noch darauf, von dir die Überlegenheit deiner Werte und deren Begründung serviert zu bekommen. Ausser der vollkommenen Beliebigkeit (mit Ausnahme des Absolutums der Meinungsfreiheit) ist da ja noch nichts gekommen.



    Die Theologie der Buchreligionen (der Buddhismus tickt da mE. anders) lässt keinerlei Freiraum für Nichtwissen. Es sind aber gerade diese Bereiche des "Leeren", "Unerforschten", des "Nicht-Begreifbaren", in denen wirkliche Kreativität möglich ist.
    Dann lies doch wieder mal die zehn Gebote - und du wirst feststellen, dass gerade die ersten drei auf das Leere, Unerforsche, Nicht-Begreifbare eingehen, das Gott ist.

    Du weisst ja hoffentlich, warum in der jüdischen Tradition der Name Gottes nie ausgesprochen, sondern lediglich buchstabiert wird?

    Ein bisschen mehr Bildung würde dir gut anstehen, bevor du Sachen behauptest, die schlicht nicht stimmen.

    gruss, barbara

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